DD1JSN          Siegfried              DD1JSN Friday, 30-Jul-2010 16:51:09 GMT



** Ich bin staatlich lizensierter Amateurfunker. Damit genieße ich zusammen mit vielen anderen auf der ganzen Welt ein Privileg, ich darf unter Einhaltung gewisser Bedingungen funken. Der Funkbetrieb, d.h die Nutzung elektromagnetischer Wellen zur Informationsübermittlung,, ist bekanntlich streng reglementiert und wegen der Gefahr gegenseitiger Störungen nur in begrenztem Umfang möglich.Viele kapitalstarke Interessenten wie Rundfunk- und Mobilfunkbetreiber, bemühen sich um Lizenzen und sind bereit, hohe Beträge dafür zu bezahlen.

Funkamateure gibt es, seit es den Rundfunk gibt, sie haben sich Verdienste bei der Entwicklung des Funkwesens erworben. Heute haben sie nationale und internationale Organisationen, die sich mit Erfolg für die Erhaltung der Rechte der Funkamateure einsetzen.
Amateurfunk ist im einfachsten Fall der Informationsaustausch von Mensch zu Mensch. Obwohl die komerzielle Technik dies heute jedermann zu mäßigen Preisen ermöglicht, was dem Interesse am Amateurfunk nicht gerade förderlich ist, hat es einen besonderen Reiz, mit eigenen Mitteln Kontakte zu Gleichgesinnten herzustellen. Dem Ehrgeiz sind keine Grenzen gesetzt. Hauptziel des klassischen Funkamateurs ist es, alle Regionen der Welt in den verschiedensten Betriesarten und allen Wellenbereichen zu erreichen und dies zu dokumentieren. Funkamateure sind auch bereit, neueste technische Mittel in ihre Arbeit einzubeziehen, als da sind Computer, Internet und künstliche Himmelskörper, die Amateurfunksatelliten. Das wird von den "Fundamentalisten" unter ihnen manchmal nicht gern gesehen. Der Trend läßt sich aber nicht aufhalten.

Der Wunsch nach einer sinnvollen und nicht alltäglichen Freizeitgestaltung ist sicher noch weitverbreitet. Hemmend für den entscheidenden Schritt zum Amateurfunk sind Unkenntnis der Möglichkeiten und Bedenken bezüglich des finanziellen Aufwandes. Daneben können fehlende sachkundige Bezugspersonen im persönlichen Umfeld (Familie, Schulen, Betrieb, Seniorenclubs) nachteilig sein. Deshalb ist es wichtig, einfache Wege zum Einstieg aufzuzeigen.

Voraussetzung für eine Amateurfunklizens ist das Bestehen einer kleinen Prüfung, die schon von Kindern mit Erfolg abgelegt worden ist. Bei einer Reihe von Fragen aus einer größeren Sammlung, die zur Vorbereitung einschließlich der richtigen Antworten zur Verfügung steht, ist jeweils eine von drei vorgegebenen Antworten auszuwählen. Die Kenntnisse kann man im Selbststudium, im Internet oder durch Besuch eines Lehrgangs beim örtlichen Klub erwerben. Man erhält ein weltweit einmaliges persönliches Rufzeichen. Dann kann man beginnen.

Ohne zusätzliche Anschaffungen können Besitzer eines Computers mit Internetanschluß anfangen. Es gibt eine spezielle Form der Internettelefonie, die nur Funkamateuren zugänglich ist. Dabei befindet sich am entfernten Ende der Verbindung überall auf der Welt ebenfalls ein Funkamateur am Computer oder auch  eine einfache Amateurfunkstation, über die man die lokalen Amateurfunker ansprechen und auch angesprochen werden kann, eine ideale Möglichkeit zum Sprachtraining. Ich habe schon stundenlang mit Leuten gesprochen, denen der Kontakt offenbar ein Bedürfnis war. Die höhere Form dieser Art der Kontakte sind über Internet fernbediente komplette Stationen, über die der übliche weltweite Kuzwellensport betrieben werden kann.

Eine zweite einfache Variante zum Einstieg ist das Amateurfernsehen (ATV). Wer schon einmal eine Satellitenschüssel für den gewöhnlichen Fernsehempfang montiert und betrieben hat, kann und hat schon fast alles, was dazu nötig ist. Die leicht modifizierte Anlage wird statt auf den Satelliten auf den nächstgelegenen ATV-Umsetzer gerichtet, und schon ist Empfang möglich. Das Programmangebot ist zwar dürftig,, aber auch da können mehr journalistisch befähigte Interessenten viel tun. Zum Senden im nahen Umfeld des ATV-Umsetzers genügt schon ein modifiziertes "Drahtloses Funk-Übertragungssystem" aus dem Baumarkt.

Will man etwas Geld anlegen, so kann man einfache Handfunkgeräte erwerben und im Bereich der Umsetzer, die es überall gibt, andere Funkamateure per Sprechfunk erreichen. Eine Vereinszugehörigkeit ist nicht zwingend notwendig, Vereine organisieren aber Wettbewerbe und andere Aktivitäten, die das Funken interessanter machen.

Mein besonderes  Interesse gilt den Amateursatelliten, künstlichen Himmelskörpern speziell für den Amateurfunk. Diese Satelliten laufen auf relativ niedrigen Umlaufbahnen, was bedeutet, daß sie bei jedem Umlauf nur für 10-15 Minuten über dem Horizont und damit erreichbar sind. In diesem Sinne ist die Internationale Raumstation der einzige bemannte Amateurfunksatellit, denn sie hat Amateurfunktechnik an Bord und ihre Besatzung besteht aus ausgebildeten Funkamateuren.
Die Weltraumbehörde organisiert und fördert Amateurfunk-Kontakte mit Schulen,bei denen die Astronauten Fragen der Schüler im direkten Gespräch beantworten. Vor nicht langer Zeit hat eine Schule in Dresden davon Gebrauch gemacht.  Auch als einzelner Amateurfunker hat man eine kleine Chance, mit einem Besatzungsmitglied zu sprechen. Jederzeit realisierbar ist ein automatischer Betrieb ohne Beteiligung der Besatzung. Auch das ist ein schönes Erfolgserlebnis.
Die übrigen Amateurfunksatelliten werden wie die irdischen Stationen als Umsetzer betrieben und ermöglichen so Verbindungen innerhalb ihres Strahlungsbereichs, der hier große Teile Europas umfassen kann. Andere Typen sind "fliegende Briefkästen" . Es können Texte und Bilder auf den Satelliten hinterlegt und auf anderen Kontinenten wieder abgerufen werden. Der technische Aufwand für den Satellitenfunk ist natürlich nicht mehr gering.Ein Funktionsnachweis gelingt mit einfachen Antennen. Eine computergesteuerte Richtantenne, die dem Satelliten bei seinem Erscheinen über dem Horizont folgt, ist aber für einen erfolgreichen Betrieb notwendig.

Dieser Text ist soll dem  Amateurfunk neue Freunde gewinnen. Zielgruppen sind Schulen und andere Bildungseinrichtungen, wobei die Lehrer besonders angesprochen sind, oder auch das Technische Hilfswerk, wo der Gedanke an Kooperation besonders naheliegend ist. An guten Beispielen fehlt es nicht.  Aber auch die Senioren und ihre Klubs sind gefragt. Senioren haben oft freie Zeit und etwas Geld, und sie haben Enkelkinder, denen sie gern ein Vorbild sind. Beispiele für den Amateurfunk kann ich hier noch nicht nennen, aber es gibt Seniorenclubs, die sich mit Computern befassen, da ist der Schritt nicht groß!
Und zuguterletzt seien auch die vielzitierten Sponsoren erwähnt. Mit ihrer Hilfe könnten Klubstationen entstehen, die ihren Ruhm verbreiten! Avanti!

Für Auskünfte und Hilfestellung steht gern zur Verfügung:

Siegfried   DD1JSN      e-mail:   dd1jsn@darc.de

Siehe auch:

Homepage des Ortsverbandes Frankfurt (Oder) des DARC

Satellite News

MOZ

Karl-Liebknecht-Oberschule Frankfurt (Oder) 1951



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