Funkamateure gibt es, seit es den Rundfunk gibt, sie haben sich Verdienste
bei der Entwicklung des Funkwesens erworben. Heute haben sie nationale
und internationale Organisationen, die sich mit Erfolg für die Erhaltung
der Rechte der Funkamateure einsetzen.
Amateurfunk ist im einfachsten Fall der Informationsaustausch von Mensch
zu Mensch. Obwohl die komerzielle Technik dies heute jedermann zu mäßigen
Preisen ermöglicht, was dem Interesse am Amateurfunk nicht gerade
förderlich ist, hat es einen besonderen Reiz, mit eigenen Mitteln
Kontakte zu Gleichgesinnten herzustellen. Dem Ehrgeiz sind keine Grenzen
gesetzt. Hauptziel des klassischen Funkamateurs ist es, alle Regionen der
Welt in den verschiedensten Betriesarten und allen Wellenbereichen zu erreichen
und dies zu dokumentieren. Funkamateure sind auch bereit, neueste technische
Mittel in ihre Arbeit einzubeziehen, als da sind Computer, Internet und
künstliche Himmelskörper, die Amateurfunksatelliten. Das wird
von den "Fundamentalisten" unter ihnen manchmal nicht gern gesehen. Der
Trend läßt sich aber nicht aufhalten.
Der Wunsch nach einer sinnvollen und nicht alltäglichen Freizeitgestaltung ist sicher noch weitverbreitet. Hemmend für den entscheidenden Schritt zum Amateurfunk sind Unkenntnis der Möglichkeiten und Bedenken bezüglich des finanziellen Aufwandes. Daneben können fehlende sachkundige Bezugspersonen im persönlichen Umfeld (Familie, Schulen, Betrieb, Seniorenclubs) nachteilig sein. Deshalb ist es wichtig, einfache Wege zum Einstieg aufzuzeigen.
Voraussetzung für eine Amateurfunklizens ist das Bestehen einer kleinen Prüfung, die schon von Kindern mit Erfolg abgelegt worden ist. Bei einer Reihe von Fragen aus einer größeren Sammlung, die zur Vorbereitung einschließlich der richtigen Antworten zur Verfügung steht, ist jeweils eine von drei vorgegebenen Antworten auszuwählen. Die Kenntnisse kann man im Selbststudium, im Internet oder durch Besuch eines Lehrgangs beim örtlichen Klub erwerben. Man erhält ein weltweit einmaliges persönliches Rufzeichen. Dann kann man beginnen.
Ohne zusätzliche Anschaffungen können Besitzer eines Computers mit Internetanschluß anfangen. Es gibt eine spezielle Form der Internettelefonie, die nur Funkamateuren zugänglich ist. Dabei befindet sich am entfernten Ende der Verbindung überall auf der Welt ebenfalls ein Funkamateur am Computer oder auch eine einfache Amateurfunkstation, über die man die lokalen Amateurfunker ansprechen und auch angesprochen werden kann, eine ideale Möglichkeit zum Sprachtraining. Ich habe schon stundenlang mit Leuten gesprochen, denen der Kontakt offenbar ein Bedürfnis war. Die höhere Form dieser Art der Kontakte sind über Internet fernbediente komplette Stationen, über die der übliche weltweite Kuzwellensport betrieben werden kann.
Eine zweite einfache Variante zum Einstieg ist das Amateurfernsehen (ATV). Wer schon einmal eine Satellitenschüssel für den gewöhnlichen Fernsehempfang montiert und betrieben hat, kann und hat schon fast alles, was dazu nötig ist. Die leicht modifizierte Anlage wird statt auf den Satelliten auf den nächstgelegenen ATV-Umsetzer gerichtet, und schon ist Empfang möglich. Das Programmangebot ist zwar dürftig,, aber auch da können mehr journalistisch befähigte Interessenten viel tun. Zum Senden im nahen Umfeld des ATV-Umsetzers genügt schon ein modifiziertes "Drahtloses Funk-Übertragungssystem" aus dem Baumarkt.
Will man etwas Geld anlegen, so kann man einfache Handfunkgeräte erwerben und im Bereich der Umsetzer, die es überall gibt, andere Funkamateure per Sprechfunk erreichen. Eine Vereinszugehörigkeit ist nicht zwingend notwendig, Vereine organisieren aber Wettbewerbe und andere Aktivitäten, die das Funken interessanter machen.
Mein besonderes Interesse gilt den Amateursatelliten, künstlichen
Himmelskörpern speziell für den Amateurfunk. Diese Satelliten
laufen auf relativ niedrigen Umlaufbahnen, was bedeutet, daß sie
bei jedem Umlauf nur für 10-15 Minuten über dem Horizont und
damit erreichbar sind. In diesem Sinne ist die Internationale Raumstation
der einzige bemannte Amateurfunksatellit, denn sie hat Amateurfunktechnik
an Bord und ihre Besatzung besteht aus ausgebildeten Funkamateuren.
Die Weltraumbehörde organisiert und fördert Amateurfunk-Kontakte
mit Schulen,bei denen die Astronauten Fragen der Schüler im direkten
Gespräch beantworten. Vor nicht langer Zeit hat eine Schule in Dresden
davon Gebrauch gemacht. Auch als einzelner Amateurfunker hat man
eine kleine Chance, mit einem Besatzungsmitglied zu sprechen. Jederzeit
realisierbar ist ein automatischer Betrieb ohne Beteiligung der Besatzung.
Auch das ist ein schönes Erfolgserlebnis.
Die übrigen Amateurfunksatelliten werden wie die irdischen Stationen
als Umsetzer betrieben und ermöglichen so Verbindungen innerhalb ihres
Strahlungsbereichs, der hier große Teile Europas umfassen kann. Andere
Typen sind "fliegende Briefkästen" . Es können Texte und Bilder
auf den Satelliten hinterlegt und auf anderen Kontinenten wieder abgerufen
werden. Der technische Aufwand für den Satellitenfunk ist natürlich
nicht mehr gering.Ein Funktionsnachweis gelingt mit einfachen Antennen.
Eine computergesteuerte Richtantenne, die dem Satelliten bei seinem Erscheinen
über dem Horizont folgt, ist aber für einen erfolgreichen Betrieb
notwendig.
Dieser Text ist soll dem Amateurfunk neue Freunde
gewinnen. Zielgruppen sind Schulen und andere Bildungseinrichtungen, wobei
die Lehrer besonders angesprochen sind, oder auch das Technische Hilfswerk,
wo der Gedanke an Kooperation besonders naheliegend ist. An guten Beispielen
fehlt es nicht. Aber auch die Senioren und ihre Klubs sind gefragt.
Senioren haben oft freie Zeit und etwas Geld, und sie haben Enkelkinder,
denen sie gern ein Vorbild sind. Beispiele für den Amateurfunk kann
ich hier noch nicht nennen, aber es gibt Seniorenclubs, die sich mit Computern
befassen, da ist der Schritt nicht groß!
Und zuguterletzt seien auch die vielzitierten Sponsoren
erwähnt. Mit ihrer Hilfe könnten Klubstationen entstehen, die
ihren Ruhm verbreiten! Avanti!
Für Auskünfte und Hilfestellung steht gern zur Verfügung:
Siegfried DD1JSN e-mail: dd1jsn@darc.de
Siehe auch:
Homepage des Ortsverbandes Frankfurt (Oder) des DARC
Karl-Liebknecht-Oberschule Frankfurt (Oder) 1951
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