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Ein Traum wird wahr oder wir bauen uns eine Antenne… (copyright by DL4CR)

Tja, wie bzw. wo fange ich bei meinem Bericht an? Vielleicht bei den Voraussetzungen für unser Projekt?....

Also, ganz am Anfang lernte ich meinen Schatz Carsten kennen und lieben und machte so meine ersten Erfahrungen mit dem Amateurfunk.

Hierbei erfuhr ich so nebenbei, dass es sehr zweckdienlich ist, wenn ein Fernsehturm, also Sendemast, in der Nähe ist. Na, das Ding kannte ich, schließlich ist der Frankfurter in Sichtweite unseres Hauses. Carsten war begeistert. Einige Zeit später erfuhr ich, wie traumhaft es sei, wenn der Feldberg mit seiner Sendeanlage in Wohnortnähe ist. Auch hier konnte ich punkten, denn auch diesen können wir von unserem Haus aus sehen und dies fast in einer Flucht mit dem Frankfurter Fernsehturm. Um beide zu empfangen, benötigt man quasi nur eine Antenne mit kleinem Öffnungswinkel.
Zudem wohnen wir etwas erhöht auf dem „berühmten“ Bieberer Berg, so dass uns Frankfurt und Offenbach demnach zu Füßen liegen (ca. 130 m über NN).

Beste Ausgangsbedingungen fürs Funken.

Nun ja, ich gehe mal davon aus, dass dies nicht der ausschlaggebende Punkt war, warum mein Schatz bei mir blieb und auch nicht, unser doch recht großes Grundstück, auf dem man sich antennenmäßig austoben kann. Schnell war die Idee geboren, dass hier nun ein Traum verwirklicht werden könnte.

Carsten überlegte noch eine Weile hin und her, für welchen Beam er sich nun entscheiden sollte. Manches scheiterte hier dann doch an der Grundstücksbreite, so dass die Wahl letztendlich auf den Optibeam OBW10-5 fiel.

Zuerst wollten wir ja einen 10m Mast im Garten errichten, doch die etwas verhaltene Reaktion der Dame des Bauamtes, wie das denn wohl aussehen würde und dem Stadtbild zuträglich bzw. abträglich sei, machte uns bereits auf Diskussionen gefasst, die kein Mensch braucht.

Der Beam sollte nun aufs Dach, entschieden wir, 4 m Stahlmast waren noch vorhanden.

Der Beam wurde bei Tom bestellt, jedoch machte uns dieser dann darauf aufmerksam, dass unsere Idee mit dem Dach nicht so dolle sei. Der Beam wäre bei unserer Masthöhe zu nah am Dach, was seine Abstrahlung negativ beeinflusse und der Beam nicht richtig funktionieren würde. Er müsse mind. 3 m über First hängen.

Mit Abspannung bedeutete das einen Mast von mind. 6 m, einen solchen konnten wir jedoch nicht weit genug ins Dach einspannen, also war diese Idee der Montagemöglichkeit gestorben. Ein Hummelmast musste her.

Im Garten ging nicht wegen der Bauamtsdiskussionen, somit kamen wir schon auf die Idee, den Mast durch Dach und Dachboden in unserem Flur zu fixieren, aber das hätte schon irgendwie seltsam ausgesehen.

 

Letztendlich dann die Lösung:

Der Mast kommt an die Hauswand, stehend auf unserer Dachterrasse, die durch den Rausbau des EG seinerzeit entstanden war. Der Mast selbst 9 m hoch, montiert auf dieser Terrasse, käme somit auf ca. 12 m Höhe plus die Höhe des daran befindlichen eigentlichen Antennenmastes, würde die Antenne nun fast 13 m hoch hängen und wäre somit durch die seitliche Versetzung zum Dach (da Hauswandmontage) zwischen 3 bis 7 m über Dach bzw. First. Letztendlich könnte die Antenne so schön frei senden und empfangen.

 

Ergo wurde nun auch der 9 m Mast bei Familie Hummel bestellt mit Schlitten und Motor zum Rauf- und Runterfahren der Antenne.

Der Mast wurde mit zwei Wandhalterungen montiert, wobei wir bei beiden mit Gewindestangen durch die gesamte Hausaußenwand drangen und von innen mit Platten gegenkonterten.

Mast und Antenne waren Mitte November 2008 fertig und wurden durch Carsten abgeholt.

Da lagen sie nun etwas über einen Monat auf unserem Balkon herum, da Zeit und Wetter einen Zusammenbau vorerst nicht ermöglichten.

Am 14.12.2008 machten sich Carsten und ich daran, den Beam im Garten aufzubauen. Das Ganze klappte aufgrund der ausführlichen Aufbauanleitung sehr gut. Bewährt als Masthalterung hatte sich hierbei unser Wäschespinnenloch im Rasen.

 

Eine Leiter wurde zwar kurzerhand schnell mit eingebaut, aber dieser Fehler wurde schnell bemerkt und korrigiert.

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Bericht1

Schön stand er nun da… der Beam…. Von unseren Nachbarn zuerst als überdimensionierte Wäschespinne diagnostiziert.

Kurz vor Weihnachten bauten wir dann auch den Schlitten und die Elemente des Mastes zusammen, wollten diesen auch noch am 23.12.08 aufstellen, was dann aber mangels Personal und aufgrund der örtlich vorgegebenen Schwierigkeiten nicht durchzuführen war.

Ein doch recht unhandliches 9 m -Monstrum auf einem 7 x 2,5 m großen Balkon zu drehen und aufzustellen, ohne dass es vom Balkon kippt oder ähnliches, dazu bedarf es doch ein paar versierten Helfern, die zupacken konnten.

Nun zog es sich wetterbedingt noch ein paar Wochen hin, es war einfach zu kalt und zu stürmisch…..

An einem sonnigen, windstillen Tag war es soweit. Der Mast wurde aufgestellt, ein paar Kletteraktionen auf dem Dach waren dazu nötig, aber dann stand er und war mit der Hauswand verbunden.

Natürlich ging auch hier nicht alles glatt. Nach Fertigstellung mussten wir feststellen, dass das Drahtseil des Schlittens nicht richtig geführt war, was uns einige Nerven kostete, als wir mit Hilfe einer Wäscheleine, das Stahlseil entfernten und neu einfädelten. Wäre hierbei etwas schief gegangen, hätten wir den gesamten Mast wieder umlegen können…… aber es ging alles glatt.

mast2 mast3 mast4
mast1

Der Mast war nun am Haus, der Schlitten fuhr hoch und runter, Rotor und Oberlager wurden montiert und funktionierten, der erste Probelauf mit Antennenmast durchgeführt…. Nur die Antenne stand noch in ihrem Wäschespinnenloch im Garten. Da empfing sie zwar auch ganz gut, aber eigentlich sollte sie dies einige Meter höher tun.

Einige schlaflose Nächte und Grübeleien mussten ertragen werden, viele Ideen wurden geboren und wieder verworfen, wie man denn Antenne und Mast zusammenbringen könnte. Es mussten eine Terrassenüberdachung, einige Höhenmeter, ein Balkongeländer und manch andere Widrigkeit incl. Gartenbepflanzung überwunden werden.

Wie es sich für eine wahre Liebe gehört, brachten wir unsere „Liebenden“ (Mast und Antenne) am Valentinstag, dem 14.02.09, zusammen. Hierzu nahmen wir den Beam teilweise auseinander, entfernten die Peitschen, fixierten diese nebst den Drähten mittels Kabelbindern am Boomkreuz und hievten das nun etwas verkleinerte Objekt auf und über die Terrassenüberdachung auf den Balkon.

Von dort aus wurde das Kreuz nun in Regenrinnenhöhe an den Mast „geschlagen“. Hört sich einfach an, war aber für uns beide eine anstrengende und nicht einfache Aktion. Irgendwie hatte man immer mindestens eine Hand zu wenig.

Beamzuzweit

Zuerst hatten wir gedacht, dass wir die Antenne soweit drehen könnten, dass wir die Antenne bequem vom Dach aus wieder zusammen bauen und spannen könnten.
Theorie gleicht nicht immer der Praxis …… so auch hier. Von bequem keine Rede und drehen ließ sich das Ganze montiert nicht so wie gewünscht, so dass wir vom Dach aus nur an eine Seite drankamen.

Wiederum folgten einige Tage und Nächte des Grübelns und Nachdenkens.
Sollten wir nun doch noch einen Kran oder Hebebühne benötigen?

Der Beam befand sich noch an einem 3 m Alumast. Bei all dem Aufwand, den wir trieben und treiben mussten, sollte es sich rentieren, so dass kurzerhand noch eine 2m-Kreuzyagi und eine für 70 cm erworben wurden, welche über den Beam an den Mast sollten.
Dies bedeutete eine Demontage des Beams, denn die 3 m Alu reichten hierfür nicht aus, es mussten die 4 m Stahl her.

Am Freitag, dem 13.03.09 kaufte Carsten die UKW-Antennen, zusammengebaut haben wir die 2 m aber erst am 22.03., die 70 cm folgte am 31.03.09.

Am 01.04.09 legten wir die Erdung für Mast und Antennen…. Und das ist / war kein Aprilscherz, das klappte besser als gedacht. Hier war der Zeitpunkt zum Versenken des 2m-Erdspießes gut gewählt gewesen.

Aufgrund der örtlichen Begebenheiten und der finanziellen Verhältnismäßigkeiten nahmen wir Abstand von Hebebühnen / Kran / Hubschrauber und ähnlichen Dingen und kamen zu dem Schluss, dass ein Arbeitsgerüst, aufgestellt auf unserem Balkon mit bis zu 4 m Arbeitshöhe ausreichend sein müsste.

Ein solches wurde von uns auch am Ostersamstag, dem 11.04.09 ausgeliehen und aufgebaut. Das Wetter war schön und ich überwand mich sogar, mich trotz meiner Höhenangst am Aufbau des Gerüstes aktiv zu beteiligen.

Als das Gerüst schließlich stand und wir uns die anstehende Arbeit betrachteten, kamen wir zu dem Schluss, dass die Arbeitshöhe so zu hoch aufgebaut sei und die entsprechende Plattform des Gerüstes ca. 1 m tiefer angebracht sein müsste.

Die Plattform in dieser luftigen Höhe nun noch einmal zu demontieren, da streikte ich nun. Das war mir doch entschieden zu waklig, zu hoch und zu schwer.

Spontan riefen wir einen Freund an, der sogleich kam und mit Carsten das Gerüst umbaute.

Er blieb sogar noch länger, so dass der Beam und der 3 m-Alumast entfernt, der 4 m-Stahlmast hierfür eingebaut und die beiden UKW-Kreuzyagis montiert werden konnten.

Das „Beam-Kreuz“ wurde auch wieder angebracht, damit dem guten Stück über Ostern nichts passierte.

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Einige Tage später, dem 14.04.2009, übrigens dem 17. Geburtstag meines Sohnes, der großzügig auf eine Party zugunsten des Antennenbaus verzichtete, ging es weiter.
Ein weiterer Kumpel reiste zur tatkräftigen Unterstützung an.
Der Beam wurde erstmal wieder demontiert, anschließend vertikal durch Norbert vor unser Gerüst gehalten, damit Carsten und ich die Peitschen und Drähte der einen Seite lösen und die Peitschen in die entsprechenden Halterungen stecken konnten.

Norbert hielt dann den Beam mittig fest, ich fixierte/stabilisierte am anderen Ende und Carsten schob die Peitschenhalterung zum Spannen dieser Beam-Seite nach außen. Dies ganze – wie gesagt – vertikal am Rande des Gerüstes und mit mir „Höhenängstlichen“ auf dem Gerüst.
Carsten setzte alle Kraft ein, das gesamte Gerüst unter uns bewegte und verschob sich. Ich bekam so was wie eine Vision, dass das ganze Gerüst aufgrund der eingesetzten Kräfte unter uns dreien samt Beam zusammenbrechen und wie ein Kartenhaus zusammenfallen würde, zum Schluss würde nur noch der Beam vertikal statt horizontal aus dem ganzen Schutthaufen herausragen….. mir wurde echt schlecht und wir konnten erst weitermachen, nachdem ich meine Vision den anderen beiden kundgetan und diese mich beruhigt hatten, dass ein solches nicht passieren würde. Zweifelhaft beruhigt biss ich die Zähne zusammen und hielt durch bis diese Beamhälfte in dieser doch recht ungewöhnlichen Stellung gespannt war und ich das Gerüst wieder verlassen durfte.

Leider haben wir von dieser Aktion keine Bilder, aber wir waren halt hierzu alle eingespannt….

Es war dann noch Millimeterarbeit, den Beam in die Horizontale zu bekommen und so zu drehen, dass er wieder am Mast montiert werden konnte. Die Abspannung, die bereits montiert werden musste ließ hier nicht viel Spielraum zu. Ein paar Mal dachten wir, dass das Projekt so nun doch nicht durchführbar sei, aber irgendwie haben es die beiden Herren der Schöpfung doch noch hinbekommen. Ich half hier von außen mittels Besen mit. Ja… Besen… teilweise nutzten wir recht ungewöhnliche Hilfsmittel, besondere Begebenheiten erfordern oft fantasievolle und unübliche Aktionen….

Hatte ich erwähnt, dass ich 18 Tage zuvor mit dem Rauchen aufgehört hatte. Hier gab es echt einige Momente, an denen ich am liebsten wieder zur Zigarette gegriffen hätte.

Als die Antenne nun so halbfertig hing, dachten wir, dass das Schlimmste geschafft sei… dachten wir.

Natürlich ging auch hier wieder etwas schief:

Wir rissen nämlich beim Runterfahren des Schlittens erst einmal den Rotorstecker ab, so dass dieser erst wieder gelötet werden musste, um die Antenne drehen zu können (Arbeit für den nächsten Tag).

Die Fummelei unter extremen Bedingungen ging ebenfalls weiter: Die Peitschen der dachgewandten Seite des Beams zu lösen und entsprechend den Vorgaben wieder zu montieren. Carsten krabbelte auf unserem Dach herum, irgendwann benutzte er dann auch endlich einen Sicherungsgurt.

spannen1

Wiederum war es Millimeterarbeit, den Beam zu spannen, wobei die Antennenanlage hier abwechselnd mit den Spannarbeiten Stück für Stück höher gefahren werden musste, um eine Dachgaube zu passieren. Einige Hilfsmittel wie z. B. eine Leiter fürs Dach wurden beigeholt.

Aber am Abend war es dann endlich soweit. Im Sonnenuntergang auf dem Dach sitzend bewunderten wir unsere schönen Antennen, noch auf ihrer niedrigst möglichen Position, also nicht zum Mastende hochgefahren.

Am nächsten Tag löteten Carsten und ich den Rotorstecker, jedoch war die Beschreibung spiegelverkehrt, so dass das Ganze nicht funktionierte – wie wir feststellen mussten.

Wir besorgten uns bei DIFONA die richtige Kabelbelegung, friemelten das Ganze mittels Lüsterklemmen im Shack Nähe Steuergerät um, dann drehte sich endlich auch wieder der Rotor…… das Ganze nahm aber auch einige Stunden in Anspruch.

Und letztendlich kam der GROSSE  Augenblick.

Ich hatte die Ehre, den Schlitten mitsamt Antennenkonstruktionen nach oben zu fahren, Carsten konnte zunächst nicht hinsehen. Und dann wurde unser „Vogel“ in alle Richtungen einmal gedreht, da schlug das Amateurfunkerherz doch so einige Frequenzen höher.

Antennefertig

Bis die Antennenkabel verlegt und an die Funkgeräte angeschlossen waren, dauerte es noch ein paar Tage, da mein Sohn und ich terminmäßig dazwischen „funkten“…. wir hatten nämlich unsere Lizensprüfung.

Nun ja, aber nun sind wir alle qrv und der Bieberer Berg hat – wie unsere Nachbarn so schön meinten – nun auch eine Funkstelle…..

Und anmerken müssen wir auch, dass sowohl der Mast als auch der Beam wirklich Maßarbeit waren. Die Einzelteile ließen sich sehr gut zusammenbauen und waren präzise angefertigt.

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