Bioenergie


Für ein Flächenland wie Brandenburg, in dem rund ein Drittel landwirtschaftlich und ein weiteres Drittel forstwirtschaftlich genutzt wird, ist es notwendig eine Strategie für den Einsatz der Biomasse zu haben. Begonnen wurde damit bereits vor einigen Jahren und heute nimmt Brandenburg eine Spitzenposition ein.

Auf dem 87. EU-Ratsgipfel im März 2007 wurde bekanntlich unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft als bindendes Ziel beschlossen, bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent erneuerbarer Energien an unserem Gesamtenergieverbrauch zu erreichen.


Biodiesel


Bei der Umesterung von Raps-Pflanzenöl und unter Zugabe von Methanol und eines Katalysators wird das Öl aufgespalten. Es entsteht dabei Rapsmethylester (Biodiesel) und Glyzerin.

Der Biodiesel ist vergleichbar mit mineralischen Diesel und kann dem mineralischen Diesel bis zu 5% beigemischt werden.


Rapsöl


Durch mechanische Pressung des Rapssamens entsteht ein Kraftstoff der eine höhere Viskosität und einen höheren Flammpunkt als mineralischer Diesel hat. Dieselmotore müssen an dieses Pflanzenöl angepasst werden. Dies ist in der DIN-Vornorm 51605 verankert.


Bioethanol


Bioethanol ist ein Kraftstoff, der durch Vergärung von zucker- und stärkehaltigen Pflanzen oder zellulosehaltigen Pflanzenbestandteilen gewonnen wird. Er kann Ottomotore bis 5% beigemischt werden. Dies ist in der EN DIN 228 verankert. In Deutschland werden hauptsächlich Getreide und Zuckerrüben zur Bioethanolherstellung eingesetzt. In Brandenburg ausschließlich Getreide und Triticale.

Der neue Kraftstoff E85 besteht aus 85% Bioethanol und 15% Super-Benzin. Derzeit gibt es in Deutschland über 100 öffentliche Bio-Ethanol-Tankstellen, in Brandenburg und Berlin sind es inzwischen 8 Tankstellen.


Biogas


Biogas entsteht bei der anäeroben (sauerstofffreien) Vergärung von organischem Material, wie

Bioabfall, Gülle, Klärschlämme, Mist sowie den gezielten Anbau von Energiepflanzen.

In Brandenburg wird zu 85% Gülle und Futterreste und in steigendem Maße Energiepflanzen als Substrate eingesetzt. Zunehmende Bedeutung nimmt hierfür die Zuckerhirse auf sandigen sommertrockenen Standorten ein.


Biomasseheizkraftwerke


Als Biomasse im energetischen Sinn bezeichnet man alle pflanzlichen und tierischen Stoffe sowie deren Umwandlungsprodukte und organischen Abfälle.

Die Nutzungspalette der festen Biomasse reicht von Kachelofen für die Zimmerheizung bis hin zum Heizkraftwerk. In Brandenburg sind derzeit 17 Biomasseheizkraftwerke mit einer installierten elektrischen Leistung von 156,5 MW in Betrieb. Dadurch konnten gegenüber der Verstromung von Kohle über 1,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart werden.

In den 1,47 Millionen Tonnen Gesamtbedarf sind 1,26 Millionen Tonnen Altholz, 154.000 Tonnen

naturbelassenes Holz und 192.000 Tonnen Papierreste.


Energiepflanzen


In den Jahren 2005 und 2006 wurden in Brandenburg etwa 60.000 ha Energiepflanzen angebaut. Das ist eine Gesamtmenge im deutschen Energiepflanzenanbau von 25%.

Mais stellt dabei die bedeutungsvollste einjährige Futterpflanze dar, gefolgt von Wintertriticale, Sonnenblume und Winterraps.


Quelle: „Atlas Aternative Energien Brandenburg“ Autor: Dr.L.Adam und weitere


www.mluv.brandenburg.de