Klimawandel
Wir sind mittendrin im Klimawandel. Er entwickelt seine eigene Dynamik, vollzieht sich immer schneller. Wir müssen sofort handeln, wenn wir wenigstens die schlimmsten Folgen verhindern wollen.
Die Katastrophenmeldungen reißen nicht ab: Die Klimaexperten der Vereinten Nationen legten im Februar 2007 in Paris ihren vierten Bericht zum Klimawandel vor. Danach erwärmt sich die Erde schneller, als bisher angenommen. Vor allem in den letzten zehn Jahren hat sich die Lage verschärft. Folge: Extreme Wetterlagen nehmen zu, Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Hoffnung, das Steuer herumzureißen, besteht nur, wenn sofort gehandelt wird.
Schon
jetzt, nach einer durchschnittlichen Erwärmung um noch nicht
einmal 1 °C, gerät das System aus der Kontrolle. Dazu sollte
man wissen, daß in der Erdgeschichte nur etwa 7 °C
Unterschied über eine Wärme- oder Eizeit entschieden haben.
Es wurden Vorgänge angestoßen, die in menschlichen
Zeiträumen gedacht, irreversibel sind. Dazu gehört das
Abtauen der Permafrostböden, das Abschmelzen des Eises an den
Polen, die Ausbreitung der Wüsten, das Abbrennen der südlichen
Wälder, die Verminderung der CO2-Aufnahmefähigkeit
und Versauerung der Meere, das Aussterben und Verändern der Tier
und Pflanzenwelt, der Ozonanstieg, die globale
Verschmutzung usw. Jeder genannte Stichpunkt ist ein umfassendes
kompliziertes Thema für sich und ist trotzdem im Zusammenhang zu
betrachten. Zum Beispiel reicht die globale
Verschmutzung von angetriebenen Müll auf weit entfernte Inseln
im Ozean bis zum stark erhöhten Feinstaub (Aerosol, oft 10-100
nm groß) in der Atmosphäre über Städte. Oder das
tauen des Permafostboden, in dem viel Methan gespeichert ist. Wenn
dieses Methan in die Atmosphäre entweicht steigt die Temperatur
der Erde noch schneller. Wir
nehmen uns also umfassend die Lebensgrundlage.
In der
zeitnahen Erdgeschichte gab es immer klimatische Temperatur- und CO2-Änderungen
die hauptsächlich im Zusammenspiel mit der Aktivität der
Sonnenflecken auf der
Sonne und der
Wolkenbildung auf der Erde ihre Ursache hatte. Niederes Leben hat auf
unserer Erde eine Atmosphäre in etwa 3 Milliarden Jahren
geschaffen. Der dabei erzeugte Sauerstoff erzeugte zuerst unsere
Bodenschätze an Eisenerz. Nach der gesamten Verwandlung von Eisen
zu Rost wurde der sehr reaktive Sauerstoff in die Atmosphäre
abgegeben. Erst diese neue Atmosphöre mit ihrem
natürlichen
Treibhauseffekt ermöglicht ein höheres Leben auf der
Erde. Im Weltraum
herrscht eine Temperatur nahe des absoluten Nullpunkts von minus 273,15
°C. Durch Sonneneinstrahlung wird die Erde auf minus 18 °C
erwärmt. Erst durch den Treibhauseffekt der Atmosphäre
herrscht eine
Durchschnittstemperatur von etwa 15 °C auf der Erde. Das
alarmierende an den Temperaturanstieg der letzten 10 Jahre ist nicht
nur der absolute Wert, sondern die Geschwindigkeit der Änderung
und die Tatsache, dass das CO2 und andere
klimabeeinflussende Gase, wie Methan, Ozon oder FCKW vor der
Temperaturerhöhung angestiegen ist. Und dies
überdurchschnittlich viel. Aus Eiskernbohrungen wissen wir, daß
in der Erdgeschichte zuerst die Temperatur anstieg und nach einigen
hundert Jahren erst das CO2. Durch diesen CO2-Anstieg
erhöhte sich die Temperatur danach noch weiter.
Der
Gehalt des CO2
in unserer Atmosphäre schwankte in den letzten 400000 Jahren
zwischen 180 ppm und 280 ppm (parts per million (Teile pro
Millionen)) und in den letzten 10000 Jahre konnten sogar konstante
280 ppm nachgewiesen werden.
Nun
messen wir aktuell aber 380 ppm.
Die
komplexen Zusammenhänge und die genauen zukünftigen
Auswirkungen sind noch ungenügend bekannt und werden deshalb
weiter erforscht. Es ist aber bereits jetzt klar, das mit den
Ressourcen des Raumschiffes Erde sparsam und schonend umgegangen
werden muss. Außerdem muß eine weitere globale
Verschmutzung verhindert werden, wenn wir nicht im eigenen Müll
untergehen wollen.
http://www.gfz-potsdam.de/news/20050513-OzeanCO2.html
http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/
http://www.meteor.tu-darmstadt.de/umet/script/Kapitel1/kap01.html