Niedrigenergiehäuser
Wurden Niedrigenergiehäuser noch vor wenigen Jahren als ökologisch besonders fortschrittliche Bauweise angesehen, so gelten sie inzwischen beim Neubau als Standard. Gesetzlich ist das in der Energieeinsparverordnung (EnEV) verankert.
Der Bedarf an Heizenergie von Gebäuden in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a):
| alte Bauweise | 85 bis 300 |
| Niedrigenergiehaus | 45 bis 85 |
| drei-Liter-Haus | 16 bis 45 |
| Passivenergiehaus | maximal 15 |
| Nullenergiehaus | 0 |
| Energiegewinnhaus | Überschuss |
Diese Begriffe sind weder geschützt
noch durch eine Norm definiert und man sollte ein Angebot besser mit
dem RAL-Gütezeichen
Niedrigenergie-Bauweise (RAL-GZ 965) für Planung und Ausführung
absichern lassen.
Für die Erzeugung der
Wärmemenge von 10 kWh werden etwa benötigt:
1 Liter Heizöl oder
1 m³ Erdgas oder
2 kg Holzpellets.
2,5 kWh Strom für eine Wärmepumpe an einer Erdwärmesonde
Im Niedrigenergiehaus werden also im Jahr nur noch vier bis acht Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche verbraucht.
k-Wert
Banken verlangen zur Baufinanzierung einen Wärmebedarfsausweis für das Gebäude. Bei der Vergabe von zinsvergünstigten Baukrediten für Niedrigenergiehäuser werden je nach Kredittyp bestimmte Bemessungsgrenzen festgelegt. Neuerdings können sogar solare Wärmegewinne, die mit einer thermischen Solaranlage erzielt werden, bei der Ermittlung des Jahres-Heizwärmebedarfs gutgeschrieben werden.
Passivenergiehaus
Sind alle Umgebungsflächen gleich
warm, stellt sich ein besonderes Wohlempfinden in den Räumen
ein. Dadurch erzeugt das Passivhaus höchste Behaglichkeit. In
einem Passivhaus gibt es keine verschimmelten Wände, keine
Zugluft, keine kalten Füße. Dafür immer und überall
frische Raumluft und weniger Innenraumluftbelastung.
Es sollte der Standard für ein Neubau und Umbau eines Hauses sein.
Beständig werden die Bauweisen weiter optimiert. Der
wichtigste Schritt zum Passivenergiehaus ist die sehr gute
Wärmeisolierung.
Zur Verhinderung des
Energieaustritts wird die Mauerstärke verringert und die
Stärke der Isolierung erhöht. Fenster mit
Dreischeibenwärmeschutz
sind für ein Passivhaus unverzichtbar. Es werden zusätzlich
Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung für Raumluft
und manchmal auch für Abwasser eingesetzt.
http://www.niedrigenergiehaus.de
Passive Sonnenergienutzung
Die für
Solargewinne wirksamen Glasflächen sollten an der Südfassade
bis zu 70% der Fassadenfläche betragen, an Ost- und Westfassade
über 15%. Wenn möglich, kann die Nordfassade völlig
geschlossen sein.
Verglasungen mit meistens dreifachen Wärmeschutz
und mit niedrigen k-Werten von 1,1 W/m2K erreichen unter
Berücksichtigung der Strahlungsgewinne in Südfassaden
negative äquivalente k-Werte. Das bedeutet, dass die
Energiegewinne in der Heizzeit größer sind als die
Verluste, so dass die Größe der Fensterfläche an
Südfassaden neben dem Solareintrag nur noch praktischen
Bedingungen zur Belichtung, der Grundriss- und Schnittdisposition,
der Kosten, der Reinigungsmöglichkeiten, der Überblendung
und Schattierung unterliegen. Besondere Aufmerksamkeit ist aber dem
sommerlichen Wärmeschutz zu widmen. Eine wirkungsvolle Bauweise
ist die Überdachung der Fensterfront, welche für Schatten
bei der hochstehende Sonne im Sommer sorgt.
aktive Sonnenenergienutzung
Hierfür eigenen sich in erster
Linie Solarkollektoren und Geothermie in Verbindung mit
Wärmepumpen. Eine besondere Bedeutung hat hierbei die Speicherung
der Wärmeenergie.
Niedrigenergiehäuser in
Holzrahmenbauweise
Holzhäuser bieten ganz von selbst
einen kleinen k-Wert.
Holz ist unter den konstruktiven
Baustoffen der beste Wärmedämmstoff. Darüber hinaus
können die freien Räume zwischen den Ständern einer
Wand voll für die Dämmschicht genutzt werden. Das hält
den Wandaufbau schlank und verhilft zu rund zehn Prozent mehr
Wohnfläche bei gleicher Grundfläche gegenüber einem
Niedrig-Energiehaus in massiver Bauweise. Ein weiteres Plus für
Holzhäuser: Eine zusätzliche Installationsebene im Inneren.
Hinsichtlich des Wärmeschutzes hat sie addierende Wirkung,
überdeckt zugleich die Holzkonstruktion und sorgt somit für
lückenlose Dämmung ohne Wärmebrücken. Die
Dampfbremse, die die Wand gegen eindiffundierende oder direkt
einströmende warme Raumluft und damit gegen das Tauwasserrisiko
schützt, liegt zwischen der Zusatz- und der Hauptdämmung.
Die Dampfbremse muss also für die Steckdosenmontage oder andere
Anschlüsse nicht durchstoßen werden.
Eine gute Möglichkeit ist, die
Luftdichtigkeit der Außenhülle auf der Raumseite mittels
einer
„Blower-Door-Messung" prüfen
zu lassen (evtl. Mehrkosten!).
Damit lässt sich der Bedarf unter
50 kWh je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr senken. Das
entspricht einem jährlichem Heizölbedarf von weniger als
fünf Litern pro Quadratmeter.
Niedrigenergiehäuser und Passivhaus in massiver Bauweise
Massive Außenwände mit sinnvollem Wärmeschutz
sowohl monolithisch als auch zusatzgedämmt ein- und mehrschalig
haben sich Außenwandbereich bewährt. Sowohl mit
monolithischen als auch mit mehrschichtigen Bauteilen sind die hohen
Anforderungen an den winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz
zu erfüllen.

Für
diesen Zweck können auch porösen Steinen, wie z.B. YTONG
eingesetzt werden.
Die Flächenheizung ist
unsichtbar
und energiesparend.
Große Flächen erwärmen den Raum mit samfter
Strahlungswärme.Die Heizmitteltemperatur liegt etwas über
der Raumtemperatur. Sie lässt sich problemlos installieren, in
Form einer Wandheizung oder als Fußbodenheizung. Die
Staubaufwirbelung ist wesentlich geringer als bei Heizungen mit
herkömmlichen Radiatoren oder Plattenheizkörpern, weil
diese Flächenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur
auskommen, arbeiten Brennwertgeräte, Solaranlagen und
Wärmepumpen mit sehr hohem Wirkungsgrad.
Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung und
Erzeugung
Das Lüfungssystem sorgt für optimale Luftqualität
und Temperatur im Raum und sollte bei einem Hausneubau große
Beachtung finden.
Weder Pollen, Mücken und Fliegen, noch Zugluft stören das Wohlbefinden. Auch Gerüche werden mit der verbrauchten schlechten Luft abtransportiert. Trotz dichter Häuser und geschlossener Fenster wird die Feuchtigkeit ins Freie geleitet. Somit wird dem Schimmelpilz der Nährboden entzogen. Krankheiten, Allergien und Bauwerksschäden wird vorgebeugt. Dank der Wärmerückgewinnung wird die Energieerzeugung und der Schadstoffausstoß durch die Heizungsanlage reduziert. Auch im Sommer kann mit einem Lüftungssystem das Haus klimatisiert werden. Der Wärmetauscher arbeitet nun in anderer Richtung und entzieht der Frischluft die Wärme und Feuchtigkeit durch die kühlere Abluft. Eine aktive Lufterwärmung bzw. Kühlung ist möglich und kann sogar in einem guten Passivenergiehaus eine zusätliche Heizungsanlage vollständig verzichtenbar machen. Dadurch ergibt sich ein völlig anderes Baukonzept. Ein Haus ohne Ofen und Heizkörper hätten sich unsere Großeltern nicht vorstellen können.
Zentralstaubsauganlage
Holzpelletheizung
Holz ist gespeicherte Sonnenenergie und der ursprünglichste
aller Brennstoffe. Schon immer haben Menschen die angenehme gesunde
Wärme geschätzt, die von diesem Rohstoff ausgeht. Seit es
aus Holz gepresste Pellets gibt, feiert dieser Rohstoff sein
Comeback.
Wer sich für einen Pelletkessel entscheidet, zeigt
Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur: Denn Holz ist
eine saubere Energie, deren Verbrennung nur soviel CO2 freisetzt, wie
der Baum bei seinem Wachstum der Atmossphäre enzieht.