Willkommmen auf der Homepage des digitalen Amateurfunk-Fernseh

Relais DB0FMS in Reutlingen

 

 

 

Digitales Amateurfunk-Fernsehen wird das analoge Fernseh-Übertragungsverfahren mittelfristig ablösen.
Die wesentlichen Vorteile der digitalen Technik sind die in einer geringeren Übertragungsbandbreite sowie einer großeren Reichweite und besseren Bildqualität bei gleicher Sendeleistung zu sehen, ferner bietet sich eine Kombination mit anderen digitalen Betriebsarten im Amateurfunk wie z.B. Packet-Radio und Multi-Media-Technik an.
Amateurfunk begeisterte Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. (DARC) Ortsverband Reutlingen P07 und des VFDB e.V. Ortsverbandes Reutlingen Z55 haben im Jahre 2008 das analoge ATV Relais DB0FMS umgebaut auf eine digitale Ausgabe auf 2369 MHz und eine digitale Eingabe auf 1248 MHZ. Finanziert wird das Relais durch die Benutzer, durch die Ortsverbände P07 + P60 und Z55.

Einführung

Digitales Satellitenfernsehen nach DVB (Digital Video Broadcast) hat innerhalb weniger Jahre die kommerzielle Satellitenfernseh-Landschaft völlig umgekrempelt und das analoge Satellitenfernsehen weitgehend verdrängt.
Der Grund für die Revolution liegt darin, dass es das digitale Fernsehen erlaubt, über eine Relaisfrequenz bis zu 4 Programme plus Zusatzdienste zu übertragen, während jedes analoge Relais nur 1 Programm übertragen kann.
DVB ermöglicht zudem eine große Flexibilität bei der Wahl der Bandbreite, der Anzahl Bild- und Tonkanäle pro Frequenz und der Bild- und Tonqualität. DVB bietet zudem die Möglichkeit ,schnelle Datendienste mit auszusenden. Es ist zwar auch möglich, solche Informationen in Teletextzeilen eines analogen Videosignal zu verpacken, doch während das analoge System für einen Übertragungszyklus eine halbe Stunde oder mehr braucht, dauert dies beim DVB-System nur wenige Sekunden.
DVB schickt sich zudem an, auch die terrestriche und die Kabel-Übertragung zu erobern. Die Vorteile eines digitalen TV-System auch für den Amateurfunk sind unbestritten. So sind auch schon Bandsegmente dafür reserviert. Die Entwicklungskapazität des Amateurfunks reicht aber nicht aus, um eigene Digitalfernsehsysteme zu entwickeln. Es ist daher notwendig, dass sich der Amateurfunk kommerzielle Entwicklung zunutze macht. Die DVB-Standardfamilie mit den dafür entwickelten Geräten bietet sich dafür an.

Digital Video Broadcast (DVB)

Grundlage aller kommerzieller digitaler Fernsehaussendungen ist die von European Telcommunications Standard Institute (ETSI) entwickelte Digital Video Broadcast (DVB) Standardfamilie.
Um die bandbreiteneffiziente Bild- und Tonübertragung zu ermöglichen sieht das ETSI die Verwendung von Quellencodierern vor. Zum Einsatz kommen MPEG2 Video und EPEG Layer2 Audio. Zusätzlich dazu kann auch EPEG2 Layer3 Audio oder AC-3 Audio verwendet werden. Dank der verwendeten Quellencodierungsstandards ist es möglich, Video in PAL-Qualität mit lediglich 4 - 5 Mbit/s zu übertragen, wofür eine Bandbreite von etwa 4 MHz benötigt wird. Dies im Kontrast zu FM-ATV, welches 16 MHz Bandbreite benötigt, und dem wesentlich weniger robusten AM-ATV welches 6 - 7 MHZ Bandbreite und wesentlich größere Leistung benötigt.

Digitaler ATV Sender

Eine normale analoge Videoquelle z.B. von einer Kamera wird der MPEG 2 Encoder-Baugruppe zugeführt. Diese digitalisiert und komprimiert das Videosignal und sendet es als Transport Stream zum Basisbandprozessor. Der Basisbandprozessor kann mehrere Quellen zusammenmultiplexen, fügt Zusatzdaten System Information (SI) Tabellen bei, codiert und moduliert die Daten und erzeugt das Basisbandsignal, welches aus einem Inphaseanteil (I) und einem Quadratureanteil (Q) besteht. Die PLL im Modulator des Steuersenders erzeugt ein Trägersignal, welches in der Mitte des Sendesignales liegt. Wird zum Beispiel eine HF-Bandbreite von 4 MHz (Symbolrate 3 Msymbole/sec) und eine Sende LO-Frequenz von 2369 MHz eingestellt, so belegt das Sendesignal den Bereich von2367 - 2371 MHz. Ein Phasenschiebernetzwerk erzeugt zwei um 90 Grad auseinanderliegende Versionen dieses Trägersignales, welche dann mit dem I- und Q-Basisbandsignal multipliziert werden. Die Produkte werden summiert und gepuffert. Diese Art der Modulation wird als Vektor- oder IQ-Modulation bezeichnet. Die Endstufe verstärkt das Signal, welches dann von der Antenne abgestrahlt wird.

Module eines digitaler ATV Sender

MPEG2 Encoder-Modul: Das Modul hat 1 analogen Videoeingang (Composite + Y/C, PAL + NTSC) und 2 analoge Audioeingänge und liefert einen Transportstrom an eine parallele digitale Schnittstelle des Basisbandprozessor-Modul.

Basisbandprozessor-Modul: Bis zu vier MPEG2 Encoder oder andere Datenquellen können an vier Transportstrom-Eingänge angeschlossen werden. Der Baustein (16-bit Mikrokontroller) multiplext und filtert (PID) die Datenquellen und erzeugt die Tabellen für die Systeminformationen (SI) und ladbare Teletextseiten. Der Datenstrom wird dann für DVB-S aufbereitet und über D/A-Wandler als analoge Modulationssignale (I/Q) ausgegeben. Das erzeugte DVB-S kompatible Modulationssignal erlaubt Symbolraten von 2 - 30 MSymbole/sec und unterstützt alle FEC`s. Über eine serielle Schnittstelle kann sämtliche Software upgedatet werden. Das Basisbandprozessor-Modul initialisiert auch das Modulator-Modul und das MPEG2 Encoder-Modul und stellt die Stromversorgung für alle Module bereit.

Modulator-Modul:Das-Modul ist eine Aufsteckplatine für das Basisbandprozessor-Modul und wird von diesem versorgt und initialisiert. Der Frequenzbereich umfasst 1200 - 1300 MHz mit 10 mW Sendeleistung und 2300 - 2450 MHz mit 5 mW Sendeleistung. Die Sendefrequenz ist PLL stabilisiert und im 250 kHz Raster frei einstellbar.

DVB-S Empfänger-Modul: Zum Anschluss an das Basisbandprozessor-Modul für den Empfang von digitalen ATV Signalen.

Ausblick

Mit dem Erhalt der Senderbau-Modulen ist zu erwarten, dass die Anzahl der Sende- und Empfangsstationen steigt. Weiter ist zu hoffen, dass auch das eine und andere Repeater-Projekt startet. Ein schneller digitaler Link kann aber nicht nur für die Übertragung von Bilddaten genutzt werden, sondern auch für schnelle Datenlinks. Die flexible Struktur des DVB-Systems erlaubt es auch, dass Datendienste und Videolink sehr einfach denselben Sender benutzen können, auch dynamische Bandbreitenumverteilung sind überhaupt kein Problem.

Technische Daten D-ATV Relais

             
              Eingabe    Analog      1248 MHz    Antenne Vertikal     Ton  5,5 MHz
              Eingabe    Digital     1248 MHz    Antenne Vertikal     3750 kSymb./sec  (DVB-S)
              Ausgabe    Digital     2369 MHZ    Antenne Horizontal   5000 kSymb./sec  (DVB-S)
              
 
              Sprech- und Steuerungfrequenz 431,850 MHz
              Steuerung mit DTMF-Tönen
              Relaisöffnung mit Tonruf 1750 Hz oder Videosignal
              DTMF-Funktionen:         1 2 * 1   50 Min Dauersenden  Ein
                                       1 2 * 0   50 Min Dauersenden  Aus

Ansicht Digitales ATV Relais DB0FMS

 

 

Digitaler Sender

 

Sender Module

 

Die Geschichte von Amateurfunkfernsehen (ATV) in Reutlingen

Amateurfunk-Fernsehen wurde schon in den 60er Jahren auf dem 70cm Band in Reutlingen gemacht, allerdings in schwarz-weiß und in Amplitutenmodulation (AM). Mitte der 80er Jahre wurde ATV in Frequenzmodulation (FM) und mit Eigenbaugeräten wurde auf dem 23cm Band, 13cm Band und 3cm Band gesendet und empfangen. Ab 1990 gibt es das analoge ATV Relais DB0FMS, es wurde von den Funkamateuren DK6TE, DF3GT, DF8SZ und DF1TW gebaut und im Jahre 2007 von DL9SA neu aufgebaut. Im Jahre 2008 bekannen die Funkamateure Claus DK6TE und Günter DL9SA mit der Planung und dem Umbau des digitalen ATV Relais DB0FMS und seit Ende 2008 ist es in Betrieb.

Counter

 

Zum Gästebuch

Weiterführende Links:
DARC - Deutscher Amateur Radio Club e.V.
Link zur Homepage von Ortsverband P07

Livestream DB0FMS:    http://www.d-atv.net/db0rta.m3u    mit VLC Media Player



Haftung für Link: Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten der gelinkten Seiten auf meiner Webseite und mache mir auch den Inhalt nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf meiner Homepage angebrachten Links !

Erstellt von Günter Harsch DL9SA am 18.12.2008 E-Mail: dl9sa(at)darc.de
Aktualisiert am 27.01.2012 Ha.