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Ferrit- und Eisenpulver-Kernmaterialen und ihre Einsatzfrequenzen

Inhalt der Seite: Ferritkerne, Tipp zur Entstörung mit Ferriten, Eisenpulver-Kerne

Ferritkerne

Wer einen Ferritkern einsetzt, sollte sich darüber im klaren sein, dass der nutzbare Frequenzbereich des Kerns vom Einsatzzweck abhängt. Im allgemeinen unterscheidet man, ob ein Kern in einem Resonanzkreis, einem Übertrager oder einer Drossel eingesetzt wird. Leider wird dies in Katalogen oftmals nicht unterschieden, sodass eventuell ein falscher Kern ausgewählt wird.

Beispiel: Das beliebte Ferritkernmaterial Nr. 43 eignet sich zwar zum Aufbau einer Entstördrossel im Bereich von 30...200 MHz, aber als Kernmaterial für einen Übertrager nur für den Bereich von 1...50 MHz.

Amidon: Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Auflistung von Ferritkernmaterialien des Hersteller Amidon mit ihren Einsatzfrequenzbereichen. Die Materialnummer findet sich in der Typenbezeichnung wieder. Die Formatierung ist " FT Grösse - Material ". Beispiel: FT 37-43.

Ferroxcube: Das bei Ferritperlen gerne verwendete Material Ferroxcube 3B(1) eignet sich laut Hersteller zur Entstörung und für den Einsatz als Übertrager im Bereich von 10...100 MHz und in Resonanzkreisen (Tuning) im Bereich bis zu 1 MHz. (Quelle: ferroxcube.com, Stand August 2005)

 

Tipp zur Entstörung mit Ferriten

Auch beim Aufbau von Entstördrosseln gilt nicht "Je mehr Windungen desto besser". Das Problem ist, das das Störsignal bei zunehmender Wicklungsdichte über die schädliche Wicklungskapazät von Windung zu Windung koppelt und die Spule so unwirksam wird. Es gilt deshalb: Je höher die erwartete Störfrequenz, desto weniger Windungen gleichmässig über den Kern verteilen, sodass sich so möglichst grosse Windungsabstände ergeben (geringe Wicklungskapazität). Für die Abblockung einer Stromversorgungsleitung kann man zwei Wicklungen auf einen Kern verteilen (eine pro Seite, für B+ und Masse bzw. L und N), wobei diese mit entgegengesetztem Wicklungssinn aufgebracht werden. Dies hat den Vorteil, dass sich die Magnetfelder des Versorgungsstroms im Kern quasi aufheben und den Kern so nicht in die Sättigung bringen (Induktivität wird unwirksam).

 

Eisenpulver-Kerne

Was für die Ferritkernmaterialien gilt, gilt auch für die Eisenpulverkernmaterialien - die verschiedenen Materialien sind für verschiedene Frequenzbereiche und Anwendungsbereiche konzipiert. Grundsätzlich werden zwei Arten von Eisenpulvermaterialien unterschieden: Carbon Eisenpulver und wasserstoffreduziertes Eisenpulver. Das Carbon Eisenpulver hat eine Permittivität im Bereich von 3...35 µi und erreicht hohe Güten. Das wasserstoffreduzierte Eisenpulver hat eine Permittivität von 35...90 µi und eine geringe Güte. Es wird daher überwiegend für Störfilter und NF-Drosseln verwendet.

Amidon: Die nebenstehende Tabelle "Carbon-Eisen Kerne" zeigt eine Auflistung von Carbon-Eisenkernmaterialien des Hersteller Amidon mit den dazugehörigen Einsatzfrequenzbereichen (Einsatz in Resonanzkreisen). Die Materialnummer findet sich in der Typenbezeichnung wieder. Die Formatierung ist " T Grösse - Material ". Beispiel: T 130-2.

Natürlich gibt es auch noch andere Hersteller und auch weitere Kernmaterialien, die hier aber leider nicht alle aufgeführt werden können.

 

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Stand August 2005 - (c) 2005, DB8LN