Ein
komfortabler 2m-Peilempfänger
Fuchsjäger sind hart im Nehmen: fahren Hunderte Kilometer zu
den Wettbewerben, kämpfen sich bei Regen, Sturm oder
Hitze durch
Matsch und Bäche auf Berge rauf und wieder runter,
trotzen Zerrungen und Zeckenbissen, und suchen in Unterholz
und Brombeerhecken
nach heimtückisch niedrig
aufgehängten Postenschirmen.
Aber die Krönung sind so manche der verwendeten
Peilempfänger: breit wie ein Scheunentor,
taub, unstabil und mit gröbster
Abschwächerstufung.
Muss das denn sein? Ist das 'Stand der Technik'? Sicher nicht!
Ich habe fast 2 Jahre an meinem neuen 2m-Empfänger
gearbeitet, ihn getestet und verbessert. Im Folgenden stelle
ich das Ergebnis vor:

So oder so sieht er aus - ganz nach Geschmack. Das
Altdeutsche und das Russische Modell.
Was kann er?
Mein Peilempfänger ist
deutlich aufwendiger als die meist verwendeten Einfach-Peiler, bietet
dafür aber einige Besonderheiten:
- Hohe Empfindlichkeit
- Digitale Frequenzeinstellung
- Schmale Quarzfilter für gute Selektion
- Einstellung des Abschwächers in geeichten 5 dB-Schritten
- Bedienung über Drehgeber und LCD-Display, Steuerung
über Mikroprozessor
- Speicherung von bis zu vier Frequenzen
- Trägheitsloses Balken-S-Meter mit Spitzenwertspeicherung
- Akustisches S-Meter
- Automatische Abschwächung bei Übersteuerung
- Schätzung der Entfernung zum Fuchs
- Anzeige des aktuellen Fuchs und der Rest-Laufzeit
- Warnton n Sekunden vor Sendeende
- Stopuhr
- Batteriespannungsmessung
- Warnton bei Batterie-Unterspannun
Kurze
Schaltungsbeschreibung
Am besten dazu das Schaltbild
in einem zweitem Fenster öffnen.
Der
Empfänger ist ein Doppelsuper mit 10,7 MHz und 455 kHz ZF und
AM-Demodulator. Das
Antennensignal wird von einer
DG-MosFet-Vorstufe
verstärkt, und über ein
144 MHz Zweikreisfilter an den selbstschwingenden Mischer, auch einen
DG-MosFet, weitergegeben. Ein PLL-IC TSA6057
regelt die
Frequenz des Oszillators. Die Sollfrequenz wird vom Prozessor in 1,25
kHz-Schritten eingestellt. Zwei
kaskadierte Quarzfilter sind für
die gesamte Nah- und ein
Großteil der Fernselektion verantwortlich.Das nun folgende
AM-Empfänger-IC TCA440 enthält den 10,7MHz
ZF-Verstärker, den quarzstabilen zweiten Oszillator auf 10,245
MHz, den zweiten Mischer und den 455kHz
ZF-Verstärker. Die Verstärkung
des TCA440 ist
über einen weiten Bereich (100 dB) regelbar. Am Ausgang der
455kHz-Demodulatordiode liegt als Wechselspannungsanteil
die Modulation
des empfangenen Signals, und zugleich ein Gleichspannungsanteil, der
zur Feldstärke proportional ist.
Es folgt
noch ein NF-Verstärker-IC LM386, der einen mittelohmigen
Kopfhörer treibt.
Gesteuert wird der Empfänger von einem Mikrocontroller Atmel
ATMega 8. Er kommuniziert mit dem Jäger über einen
Drehgeber, einen
Kippschalter, und das LCD-Display mit 2*8 Stellen. Der
PLL-Baustein wird über einen I2C-Bus gesteuert. Richtspannung
und
Versorgungsspannung werden über A/D-Wandler eingelesen,
die Regelspannung mit einem D/A-Wandler ausgegeben.
Schliesslich steuert er auch
noch, ob die Empfänger-NF im
Kopfhörer zu hören ist, oder ein im Prozessor
erzeugtes Tonsignal.
Hier gibt es noch eine kurze Beschreibung
der Bedienung.
Technische Daten
Empfangsbereich 143,9 – 146,1 MHz
Empfindlichkeit für 6 dB
S+N/N besser 100 nV an 52 Ohm
Eingangssignal
für 75% S-Meter-Ausschlag 300 nV – 300 mV, je nach
Abschwächerstellung
Abschwächereinstellbereich
120 dB in 5 dB-Stufen
Bandbreite +/- 7
kHz für –6 dB, +/-55 kHz für –50
dB
Zulässiger Betriebsspannungsbereich 5,5
– 10 V
Stromaufnahme 55mA (nur
Prozessor und Display 10 mA)
Gewicht 460 g (mit Batterie, ohne Antenne)
Der Empfänger ist auf einer doppelseitigen
Leiterplatte von 64*84 mm aufgebaut. Bedient wird er, siehe das Foto
unten von rechts nach links,
über einen Drehgeber,
ein 2*8 Zeichen LCD-Display, einen Betriebsarten-Kippschalter, und den
Lautstärkeregler (zugleich Einschalter).
Das hier gezeigte
Alu-Gehäuse hat die Größe
119*94*34mm.

Für das russische Modell gibt es eine
spezielle Platinenversion der Größe 35*152 mm:

Diese Platine passt alternativ auch in die
Mechanik des chinesischen Peilers CX2m:
Der CX2m-Digital
Kann man das nachbauen? Im Prinzip ja.
Selbstbauerfahrung ist allerdings Voraussetzung! Platinen und
programmierte Prozessoren
gibt es bei mir. Alles
andere siehe Stückliste im Dokument. Die Gesamtkosten betragen
etwa 120 € (ohne Antenne).
Interessiert?
Detaillierte Infos gibt es in dem Word-Dokument auf der
Startseite.
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