Messungen am chinesischen Peilempfänger CX-2M

Der chinesische Peilempfänger CX-2M ist mittlerweile bei deutschen Peillamateuren recht weit verbreitet. Die Verfügbarkeit als betriebsfertiges Gerät und der günstige Preis sind seine wesentlichen Vorteile. Und daß er funktioniert sieht man an den zahlreichen Peilamateuren, die damit erfolgreich Wettkämpfe bestreiten.

Das hat mich neugierig gemacht, was da eigentlich drin steckt. Ich habe deshalb einen fabrikneuen, originalabgeglichenen CX-2M an meinen Messender gehängt und die wesentlichen Parameter aufgenommen.

   CX2m Totale

So sieht er aus. Das Gehäuse ist ein dünnwandiges 38 mm Vierkantprofil. Die integrierte 3-Element-Yagi ist aus 0,5" breitem Bandmass. Der Reflekor wird hinten und der Strahler vorne direkt am Gehäuse angeschraubt. Für den Direktor gibt es einen kurzen Boom. An der linken Seite sind die Bedienelemente: Potis für Abstimmung und Abschwächer, und Schalter für Abschwächung und das akustische S-Meter. Hinten sind der Einschalter, die Kopfhörerbuchse, und ein Reset-Taster für den 60 sec-Timer.

Platine cx2m

Die gesamte Schaltung ist auf dieser einseitigen Epoxy-Platine von 35x182mm aufgebaut. Links der 2m-Eingang mit Guanella-Symmetrierglied. Der Oszillator ist mit einer gefälligen Abschirmung aus bunt bedrucktem Konservendosenblech versehen, darunter Vorstufe und Mischer. Nach rechst schliessen sich ZF- und NF-Teil an.. Die drei ICs rechts bilden den 60sec-Timer. Die Platine wird mit den Bedienungselementen im Gehäuse befestigt.

Die Schaltung:

Schaltbild cx2m

Es handelt sich um einen konventionellen Einfachsuper mit einer ZF von 10,7 MHz. Alle HF-Stufen sind mit diskreten Transistoren aufgebaut. Stufenfolge: Vorstufe, freischwingender Oszillator 10,7 MHz unter Eingangsfrequenz, Mischer, 4stufiger ZF-Verstärker, Demodulatordiode, NF-Verstärker mit LM386. Zwischen erstem und zweitem ZF-Verstärker sorgen zwei kaskadierte Keramikfilter für praktisch die gesamte Selektion.

Zur Verstärkungs-Regelung wird die Betriebsspannung der Vorstufe und des ersten und zweiten ZF-Verstärkers bis auf 0,5 Volt reduziert.

Weiterhin verfügt der Empfänger noch über ein akustisches S-Meter (mehr dazu später) und einen 60 sec Timer mit Alarmton.

Messwerte:

Empfindlichkeit 0,5 µV  für hörbares Signal
1 µV für 6 dB S+N/N
Abstimmbereich 2,8 MHz (deckt gesamtes 2m-Band ab)
Bandbreite   -3 dB: 90 kHz       -6 db: 130 kHz
-20 dB: 250 kHz   -40 dB: 400 kHz   -60 dB: 660 kHz
Spiegelfrequenzdämpfung -20 dB
Stromaufnahme 30 - 35 mA / 6V
Gewicht mit Batterie 640 g

Die gemessene Empfindlichkeit ist für die meisten Peilwettbewerbe völlig ausreichend. Die Bandbreite ist aufgrund der verwendeten UKW-Rundfunk-Filter sehr groß. Dies erlaubt andererseits eine einigermassen zuverlässige Frequenzeinstellung mit einem winzigen Potiknopf  für fast 3 MHz Abstimmbereich über 270° Einstellbereich. Die Spiegelfrequenzdämpfung ist auch nicht berühmt, aber das ist in den meisten Fällen kein Problem. Die Stromaufnahme ist doppelt so hoch wie in der Original-Beschreibung angegeben.  Trotzdem wird ein Satz Mignonzellen für zahlreiche Peilwettbewerbe ausreichen.

Verstärkungsregelung:

Hauptklage der Benutzer dieses Empfängers ist die Verstärkungsregelung. Die Verstärkung wird mit einem dreistelligen Kippschalter und einem Drehregler eingestellt. Gemessen habe ich für jede der drei Schalterstellungen die kleinste Eingangsspannung, die noch ein hörbares Signal ergibt. Bei Erhöhung der Eingangsspannung wird das hörbare Signal zunächst lauter bis zum Begrenzungseinsatz des NF-Verstärkers, danach  ändert sich die Klangfarbe durch immer höhere Oberwellenanteile. Gemessen habe ich den Pegel, bei dem eine weitere Erhöhung der Eingangsspannung um 1 dB keine hörbare Änderung mehr ergibt.

Schalter-
stellung
Kleinstes Uin für hörbares Signal
Poti rechts
Uin für Sättigung
Poti links
3 0,5 µV 500 µV
2 130 µV 4 mV
1 7 mV 40 mV

Zur Hilfe bei der Interpretation typische Eingangspannungen als Funktion der Entfernung zum Sender:

30 µV 300 µV 3 mV 30 mV
1500 m 300 m 50 m 5 m

Schalterstellung 3 deckt also, je nach Potistellung, den Bereich bis etwa 200 m vorm Sender ab, 2 den Bereich 600 m bis 50 m, und 1 wird erst unter 25 m gebraucht.

Dazu einige Anmerkungen:

Bereich 3 und 2 überlappen ausreichend. Wenn das Signal in Stellung 3 bei ganz nach links gedrehtem Poti am Anschlag ist, muß auf 2 geschaltet und das Poti ganz nach rechts gedreht werden, und das Signal ist auf jeden Fall wieder hörbar. Zwischen den Bereichen 1 und 2 hingegen ist eine Lücke, die allerdings durch Verstellen von Trimmpoti W2 geschlossen werden kann.

Auffallend ist auch, dass in Stellung 1 und 2 bei fest eingestelltem Poti der n
utzbare Pegelbereich recht klein ist. Das liegt darin begründet, dass im Demodulator eine Siliziumdiode eingesetzt wird. Deren Schwellenspannung wird bei voller Empfindlichkeit (Stellung 3, Poti rechts) durch eine Vorspannung kompensiert. In den Bereichen 1 und 2 hingegen unterdrückt die Schwellenspannung schwache Signale. Wenn ein Signal diese Schwelle überwindet, ist es nicht mehr weit (etwa 12 dB) bis zum Begrenzungseinsatz des NF-Verstärkers. Im praktsichen Betrieb hat diese Schwelle den Effekt, daß man ein sehr deutliches Signal aus Richtung des Senders hört, und aus den anderen Richtungen gar nichts. Man könnte das als 'Peak-Lupe' verkaufen. Nachteil ist natürlich, daß das nur so funktioniert, wenn der Abschwächer genau richtig eingestellt ist.

Die oben angegebenen Pegelwerte wurden bei genau 6 V Betriebsspannung gemessen. Eine Veränderung der Spannung auf 5 Volt (also eine nachlassende Batterie) ändert die Werte bis zu 20 dB.

Akustisches S-Meter:

Das akustische S-Meter ist nur für unmodulierte Dauerträger-Signale gedacht. Auf die bei unseren Peilwettbewerben eingesetzten Sender reagiert es mit wildem Jaulen und bleibt deshalb meist ausgeschaltet. Trotzdem noch kurz zur Funktion: der Oszillator setzt erst dann ein, wenn der NF-Verstärker (bei 80% AM-Signalen) bereits in die Sättigung geht. Von dort aus wird mit zunehmendem Eingangssignal der Ton immer höher, bis er etwa 15 dB über dem Einsatz seinen höchsten Wert erreicht hat.

Antenne:

Das Richtdiagramm der integrierten Antenne, also Öffnungswinkel, Nebenzipfelfreiheit und V/R-Verhältnis, macht mir einen guten Eindruck. Meßmöglichkeiten dafür habe ich allerdings keine.

Bezugsmöglichkeit:

Nützliche Infos zum Bezug direkt aus China habe ich auf dieser Seite gefunden.

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