Das Display benötigt +5 Volt und -8 Volt zur Stromversorgung. Die +5 Volt versorgen neben dem eigentlichen Display auch den mitgelieferten Spannungswandler für die Hintergrundbeleuchtung in Form einer kleinen U-förmigen Leuchtstoffröhre. Die Anschlüsse dazu ergeben sich aus den von Pollin mitgelieferten Unterlagen.
Folgende Stromaufnahmen habe ich ermittelt:
+5 Volt, 65 mA LCD-Modul + 440 mA Hintergrundbeleuchtung, -8 Volt,
47 mA.
(Gemessen an einem Einzelexemplar,
ohne Berücksichtigung der zulässigen Spannungstoleranzen.)
Die sonstigen Anschlüsse befinden sich an einer Buchse für Flachbandleitung auf der Rückseite des Displays. Da ich damit nichts anfangen konnte, habe ich diese Buchse ausgebaut und die Anschlussleitungen direkt auf die Leiterplatte gelötet.
Das Ablöten gestaltet sich etwas schwierig. Zunächst habe ich das Lötzinn so gut wie möglich von allen Lötstellen abgesaugt. Dann jede Lötstelle einzeln wieder erwärmt und mit einem kleinen Taschenmesser die jeweilige Anschlussfahne der Buchse abgehebelt. Wenn man den Ausschnitt für die Buchse in der Rückwand vergrößert, kann man die Anschlussleitungen auch an der Buchse vorbei führen und auf der Leiterplatte anlöten.
Es sind zwei RGB-Eingänge vorhanden,
die sich über Pin 7 umschalten lassen. RGB bedeutet aber auch, dass
mit einem einfachen Videosignal das Display nur in schwarz / weiß
zu betreiben ist. Zur Farbwiedergabe wird ein zusätzlicher FBAS -
RGB - Wandler benötigt.
Über den Pin 12 lässt sich die
Helligkeit der Anzeige (blickwinkelabhängig) mit einer Spannung zwischen
ca. 1,5 und 3 Volt einstellen.
Nun zu den Einzelheiten des Aufbaus wie ich sie gelöst habe. (Es gibt sicher auch noch andere Wege.)
Da ich den Monitor portabel mit 12 Volt betreiben wollte, kam nur eine Lösung mit Spannungswandler in Frage.
Zur Schaltung ist folgendes anzumerken:
Der LT1076CT ist inzwischen recht teuer geworden (zumindest bei Reichelt). Den LT1111-CN gab es bei ELV, steht im 2000'er Katalog aber nicht mehr drin.
Es gibt sicher noch andere und eventuell preiswertere Schaltregler-IC's (z.B. LM2577 von National, oder MC 34063 von Motorola). Auch kann man beide Spannungen mit einem Wandler erzeugen, dann ist aber statt der Drossel ein Trafo mit einer Primär- und 2 Sekundärwicklungen erforderlich.
Alle IC's sind bei der Firma Segor in Berlin erhältlich.
Die beiden Z-Dioden an den Ausgängen sind reine "Angstdioden", falls mal ein Defekt auftritt, hoffe ich, dass die Spannungen dann nicht hochlaufen und eventuell das Display zerstören.
Beim Einbau in ein enges Gehäuse sollte der LT1076 mit einer kleinen Kühlfahne versehen werden. Wenn die Kühlung nicht ausreicht schaltet er ab.
Die 22 µH Drossel ist eine stabförmige 2 Amp. Drossel von Pollin (Best. Nr.: - - 250 034). Es kann auch eine Ringkerndrossel eingesetzt werden. Die Induktivität darf durchaus deutlich größer sein, ggf. ausprobieren. Nach dem es mit der Pollin Drossel funktionierte habe ich das aber nicht weiter untersucht. Die 33 µH Drossel ist relativ unkritisch, da nur wenig Strom benötigt wird.
Die BSY21 sind 1 Amp. Schottkydioden. Geeignet ist so ziemlich jede 1 A Schottkydiode. Siliziumdioden eignen sich dafür weniger, da sie einen größeren Spannungsabfall aufweisen.
Die Elkos an den Ausgängen sollten
von guter Qualität sein, da sie wesentlich zur Reduzierung der Störspannungen
auf den Ausgangsspannungen beitragen. Wer ein Oszilloskop besitzt sollte
hier ruhig mit verschiedenen Exemplaren experimentieren. (Mehrere Elkos
sind besser als einer, ein niedriger ohmscher Innenwiderstand ist wichtiger
als eine große Kapazität). Probleme mit Störungen durch
die Wandler beim Betrieb des Monitors sind bei mir nicht aufgetreten, obwohl
ich einige kurze Videoverbindungen nicht abgeschirmt habe und die Wandler
aufgrund der recht engen Verhältnisse im Gehäuse mit teilweise
langen Leitungen angeschlossen sind.
Ich habe versucht die Leiterplatte so klein
wie möglich aufzubauen. Hier mein Entwurf:
Da ich die Platte in "Simpeltechnik" angefertigt
habe, kann ich leider nicht mit einem richtigen Repro dienen. Die Masseaugen
sind teilweise doppelt vorhanden um Bauteile mit unterschiedlichen Rasterabständen
benutzen zu können. Die Zuordnung der Bauteile dürfte Anhand
des Schaltbildes nicht allzu schwer sein. (R=Widerstand, C=Kondensator,
E=Elko, L=Drossel, Z=Zenerdiode). Die Minusleitung der Stromversorgung
sollte direkt bis zum Eingangselko des Wandlers durchgeführt werden
und vorher nicht mit anderen Massepunkten verkoppelt sein, da aufgrund
recht hoher Impulsspitzen in der Stromaufnahme des Wandlers diese sonst
als Störimpulse auf andere Leitungen eingekoppelt werden. Beim Betrieb
als Monitor ergeben sich zwar wieder zusätzliche Massewege über
die Anschlussleitungen, aber Störungen durch die Spannungswandler
sind bei mir bisher nicht aufgetreten.
Für den Betrieb der Hintergrundbeleuchtung
sind nun 2 Spannungswandler in Reihe geschaltet. Das ergibt natürlich
nicht den optimalen Wirkungsgrad. Aber in Ermangelung geeigneter Unterlagen
und des Aufwandes wegen kann man das wohl hinnehmen.
Musteraufbau
des Spannungswandlers.
Anfang 2000 hat Conrad als Restposten 5 Handy-Anschlusssets für's Auto unter der Bezeichnung "Starterset II von Hama" angeboten (Restpostenliste 1/2000, Seite 117). Diese enthalten im Anschlussstecker ein Schaltnetzteil, das sich sehr gut für das LCD-Display eignet. Es werden 5 verschiedene Typen für unterschiedliche Geräte angeboten. Ich gehe davon aus, dass die Schaltnetzteile praktisch identisch sind. Untersucht habe ich das Set für Siemens E 10 D, Bestell-Nr.: 46 09 71-41. Die Sets kosteten DM 15,-- und enthalten außerdem eine Fensterklemmantenne (kann für 70 cm gekürzt werden), ein Anschlusskabel fürs Handy und eine Passivhalterung. (Die Bestell-Nr. für die anderen 4 Typen lauten: 46 09 45-41; 46 09 57-41; 46 09 85-41; 46 09 98-41.)
In den Sonderlisten vom Herbst/Winter 2000 sind diese Typen leider nicht mehr aufgeführt. Ähnliche Sets werden aber inzwischen von vielen Restpostenhändlern angeboten, so dass man dort eventuell fündig wird.
Hier das Schaltdild des Schaltnetzteils
aus dem o.g. Set:
Die Leiterplatte hat die Abmessungen 41
x 30 mm. Folgende Änderungen müssen vorgenommen werden: Für
eine Ausgangsspannung von 5 Volt muss R2 in 3,12 k-Ohm geändert werden,
oder 10 k-Ohm parallel schalten. R1 sollte überbrückt werden.
Er verschlechtert die Stabilität der Ausgangsspannung deutlich. Er
dient nur für die Umschaltung der Leuchtdiode bei Belastung von grün
auf rot. Die Doppel-LED und der LM 358 können ganz entfallen. Der
Schaltregler liefert über 500 mA ohne größere Erwärmung,
wenn ein Luftaustausch gewährleistet ist. Bei den anderen von mir
nicht untersuchten Typen können eventuell geringfügig andere
Änderungen erforderlich sein.
Der MC 34063A wird von Motorola hergestellt
und eignet sich auch zur Erzeugung der negativen Spannung von -8 Volt.
Dafür gibt Motorola folgende Grundschaltung an:
Aufgebaut habe ich diese Schaltung nicht.
Als Bezugsquelle für den MC 34063 ist mir nur die Firma Segor
bekannt. Das Datenblatt findet man unter: ON
Semiconductor . Von allen oben genannten Schaltregler-IC's ist der
MC 34063 mit Abstand der preiswerteste. Das habe ich aber erst später
festgestellt, sonst hätte ich meine Stromversorgung sicherlich damit
aufgebaut.
Zunächst habe ich den Monitor in schwarz / weiß betrieben. Dazu habe ich die (hochohmigen) 3 RGB Eingänge und den Sync. Eingang mit je 1 k Ohm auf einen Punkt zusammengeführt, diesen mit 75 Ohm gegen Masse abgeschlossen und hier das Videosignal zugeführt.
Nach dem DL4AS in der Zeitschrift TV-Amateur Nr. 113 (2. Quartal 99) einen passenden FBAS - RGB Konverter mit zusätzlichem NF-Verstärker veröffentlicht hat, habe ich diesen bisher 3 mal nachgebaut. Alle Exemplare funktionierten auf Anhieb.
Die Abbildung zeigt eine bestückte
Leiterplatte des FBAS - RGB Wandlers. Um Bauhöhe einzusparen sind
die Elkos flach hingelegt.
Auch die Fa. Pollin hat im Frühjahr 99 einen entsprechenden Konverter angeboten, der aber +/- 15 Volt Stromversorgung benötigt und daher für Portabelbetrieb weniger geeignet ist, allerdings die Stromversorgung des LCD-Moduls mit enthält.
Inzwischen werden/wurden auch relativ preiswerte
LCD Fertigmodule mit Videoeingang angeboten, die nicht wesentlich teuerer
sind als mein Gesamtaufwand (z.B. Pollin -- 700 155 DM 199,-). Trotzdem
hoffe ich, dass meine Ausführungen für diejenigen die so ein
LCD-Display besitzen noch interessant sind.
Da Pollin nicht alle Displays mit Gehäuse ausgeliefert hat, so auch meine, habe ich den Monitor in ein zufällig vorhandenes Kunststoffgehäuse mit den Maßen 170 x 95 x 38 mm eingebaut. Beim späteren Einbau des FBAS - RGB Wandlers hat sich aber gezeigt, dass die Tiefe sehr knapp bemessen ist. Das Gehäuse sollte eine Mindesttiefe von 45 mm aufweisen, damit der Wandler ausreichend Platz hinter dem Display findet. Oder man baut einen kompletten ATV-Rx in ein entsprechend größeres Gehäuse.
Die Gesamtstromaufnahme bei 12 Volt bleibt unter 500 mA.
Letzte Bearbeitung dieser
Seite: 01. Jan 2004