DJ6IY  LCD Monitor mit 4" Display von Pollin   DJ6IY

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Anfang 1999 wurden von der Fa. Pollin preiswerte 4" LCD-Displays angeboten, die in ATV Kreisen offenbar reißenden Absatz gefunden haben. Auch ich habe welche erworben und benutze sie inzwischen für Portabelbetrieb und als Kontrollmonitor.

Das Display benötigt +5 Volt und -8 Volt zur Stromversorgung. Die +5 Volt versorgen neben dem eigentlichen Display auch den mitgelieferten Spannungswandler für die Hintergrundbeleuchtung in Form einer kleinen U-förmigen Leuchtstoffröhre. Die Anschlüsse dazu ergeben sich aus den von Pollin mitgelieferten Unterlagen.

Folgende Stromaufnahmen habe ich ermittelt: +5 Volt, 65 mA LCD-Modul + 440 mA Hintergrundbeleuchtung,  -8 Volt, 47 mA.
(Gemessen an einem Einzelexemplar, ohne Berücksichtigung der zulässigen Spannungstoleranzen.)

Die sonstigen Anschlüsse befinden sich an einer Buchse für Flachbandleitung auf der Rückseite des Displays. Da ich damit nichts anfangen konnte, habe ich diese Buchse ausgebaut und die Anschlussleitungen direkt auf die Leiterplatte gelötet.

Das Ablöten gestaltet sich etwas schwierig. Zunächst habe ich das Lötzinn so gut wie möglich von allen Lötstellen abgesaugt. Dann  jede Lötstelle einzeln wieder erwärmt und mit einem kleinen Taschenmesser die jeweilige Anschlussfahne der Buchse abgehebelt. Wenn man den Ausschnitt für die Buchse in der Rückwand vergrößert, kann man die Anschlussleitungen auch an der Buchse vorbei führen und auf der Leiterplatte anlöten.

LCD-Anschlüsse
Es sind zwei RGB-Eingänge vorhanden, die sich über Pin 7 umschalten lassen. RGB bedeutet aber auch, dass mit einem einfachen Videosignal das Display nur in schwarz / weiß zu betreiben ist. Zur Farbwiedergabe wird ein zusätzlicher FBAS - RGB - Wandler benötigt.

Über den Pin 12 lässt sich die Helligkeit der Anzeige (blickwinkelabhängig) mit einer Spannung zwischen ca. 1,5 und 3 Volt einstellen.
 

Nun zu den Einzelheiten des Aufbaus wie ich sie gelöst habe. (Es gibt sicher auch noch andere Wege.)

1. Stromversorgung.Up

Da ich den Monitor portabel mit 12 Volt betreiben wollte, kam nur eine Lösung mit Spannungswandler in Frage.

Spannungswandler
Zur Schaltung ist folgendes anzumerken:

Der LT1076CT ist inzwischen recht teuer geworden (zumindest bei Reichelt). Den LT1111-CN gab es bei ELV, steht im 2000'er Katalog aber nicht mehr drin.

Es gibt sicher noch andere und eventuell preiswertere Schaltregler-IC's (z.B. LM2577 von National, oder MC 34063 von Motorola). Auch kann man beide Spannungen mit einem Wandler erzeugen, dann ist aber statt der Drossel ein Trafo mit einer Primär- und 2 Sekundärwicklungen erforderlich.

Alle IC's sind bei der Firma Segor in Berlin erhältlich.

Die beiden Z-Dioden an den Ausgängen sind reine "Angstdioden", falls mal ein Defekt auftritt, hoffe ich, dass die Spannungen dann nicht hochlaufen und eventuell das Display zerstören.

Beim Einbau in ein enges Gehäuse sollte der LT1076 mit einer kleinen Kühlfahne versehen werden. Wenn die Kühlung nicht ausreicht schaltet er ab.

Die 22 µH Drossel ist eine stabförmige 2 Amp. Drossel von Pollin (Best. Nr.: - - 250 034). Es kann auch eine Ringkerndrossel eingesetzt werden. Die Induktivität darf durchaus deutlich größer sein, ggf. ausprobieren. Nach dem es mit der Pollin Drossel funktionierte habe ich das aber nicht weiter untersucht. Die 33 µH Drossel ist relativ unkritisch, da nur wenig Strom benötigt wird.

Die BSY21 sind 1 Amp. Schottkydioden. Geeignet ist so ziemlich jede 1 A Schottkydiode. Siliziumdioden eignen sich dafür weniger, da sie einen größeren Spannungsabfall aufweisen.

Die Elkos an den Ausgängen sollten von guter Qualität sein, da sie wesentlich zur Reduzierung der Störspannungen auf den Ausgangsspannungen beitragen. Wer ein Oszilloskop besitzt sollte hier ruhig mit verschiedenen Exemplaren experimentieren. (Mehrere Elkos sind besser als einer, ein niedriger ohmscher Innenwiderstand ist wichtiger als eine große Kapazität). Probleme mit Störungen durch die Wandler beim Betrieb des Monitors sind bei mir nicht aufgetreten, obwohl ich einige kurze Videoverbindungen nicht abgeschirmt habe und die Wandler aufgrund der recht engen Verhältnisse im Gehäuse mit teilweise langen Leitungen angeschlossen sind. Up

Ich habe versucht die Leiterplatte so klein wie möglich aufzubauen. Hier mein Entwurf:
Leiterplatte
Da ich die Platte in "Simpeltechnik" angefertigt habe, kann ich leider nicht mit einem richtigen Repro dienen. Die Masseaugen sind teilweise doppelt vorhanden um Bauteile mit unterschiedlichen Rasterabständen benutzen zu können. Die Zuordnung der Bauteile dürfte Anhand des Schaltbildes nicht allzu schwer sein. (R=Widerstand, C=Kondensator, E=Elko, L=Drossel, Z=Zenerdiode). Die Minusleitung der Stromversorgung sollte direkt bis zum Eingangselko des Wandlers durchgeführt werden und vorher nicht mit anderen Massepunkten verkoppelt sein, da aufgrund recht hoher Impulsspitzen in der Stromaufnahme des Wandlers diese sonst als Störimpulse auf andere Leitungen eingekoppelt werden. Beim Betrieb als Monitor ergeben sich zwar wieder zusätzliche Massewege über die Anschlussleitungen, aber Störungen durch die Spannungswandler sind bei mir bisher nicht aufgetreten.

Für den Betrieb der Hintergrundbeleuchtung sind nun 2 Spannungswandler in Reihe geschaltet. Das ergibt natürlich nicht den optimalen Wirkungsgrad. Aber in Ermangelung geeigneter Unterlagen und des Aufwandes wegen kann man das wohl hinnehmen.
SpannungswandlerMusteraufbau des Spannungswandlers.



Wer nicht alles selbst bauen will, für den bietet sich eventuell folgende Alternative an: Up

Anfang 2000 hat Conrad als Restposten 5 Handy-Anschlusssets für's Auto unter der Bezeichnung "Starterset II von Hama" angeboten (Restpostenliste 1/2000, Seite 117). Diese enthalten im Anschlussstecker ein Schaltnetzteil, das sich sehr gut für das LCD-Display eignet. Es werden 5 verschiedene Typen für unterschiedliche Geräte angeboten. Ich gehe davon aus, dass die Schaltnetzteile praktisch identisch sind. Untersucht habe ich das Set für Siemens E 10 D, Bestell-Nr.: 46 09 71-41. Die Sets kosteten DM 15,-- und enthalten außerdem eine Fensterklemmantenne (kann für 70 cm gekürzt werden), ein Anschlusskabel fürs Handy und eine Passivhalterung. (Die Bestell-Nr. für die anderen 4 Typen lauten: 46 09 45-41; 46 09 57-41; 46 09 85-41; 46 09 98-41.)

In den Sonderlisten vom Herbst/Winter 2000 sind diese Typen leider nicht mehr aufgeführt. Ähnliche Sets werden aber inzwischen von vielen Restpostenhändlern angeboten, so dass man dort eventuell fündig wird.

Hier das Schaltdild des Schaltnetzteils aus dem o.g. Set:
Hama-Schaltregler  Schaltung
Hama-Schaltregler
Die Leiterplatte hat die Abmessungen 41 x 30 mm. Folgende Änderungen müssen vorgenommen werden: Für eine Ausgangsspannung von 5 Volt muss R2 in 3,12 k-Ohm geändert werden, oder 10 k-Ohm parallel schalten. R1 sollte überbrückt werden. Er verschlechtert die Stabilität der Ausgangsspannung deutlich. Er dient nur für die Umschaltung der Leuchtdiode bei Belastung von grün auf rot. Die Doppel-LED und der LM 358 können ganz entfallen. Der Schaltregler liefert über 500 mA ohne größere Erwärmung, wenn ein Luftaustausch gewährleistet ist. Bei den anderen von mir nicht untersuchten Typen können eventuell geringfügig andere Änderungen erforderlich sein. Up
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der MC 34063A wird von Motorola hergestellt und eignet sich auch zur Erzeugung der negativen Spannung von -8 Volt. Dafür gibt Motorola folgende Grundschaltung an:
MC 34063 neg. Ausgang
Aufgebaut habe ich diese Schaltung nicht. Als Bezugsquelle für den MC 34063 ist mir nur die Firma Segor bekannt. Das Datenblatt findet man unter: ON Semiconductor . Von allen oben genannten Schaltregler-IC's ist der MC 34063 mit Abstand der preiswerteste. Das habe ich aber erst später festgestellt, sonst hätte ich meine Stromversorgung sicherlich damit aufgebaut.

2. Video:Up

Zunächst habe ich den Monitor in schwarz / weiß betrieben. Dazu habe ich die (hochohmigen) 3 RGB Eingänge und den Sync. Eingang mit je 1 k Ohm auf einen Punkt zusammengeführt, diesen mit 75 Ohm gegen Masse abgeschlossen und hier das Videosignal zugeführt.

Nach dem DL4AS in der Zeitschrift TV-Amateur  Nr. 113 (2. Quartal 99) einen passenden FBAS - RGB Konverter mit zusätzlichem NF-Verstärker veröffentlicht hat, habe ich diesen bisher 3 mal nachgebaut. Alle Exemplare funktionierten auf Anhieb.

FBAS - RGB nach DL4AS
Die Abbildung zeigt eine bestückte Leiterplatte des FBAS - RGB Wandlers. Um Bauhöhe einzusparen sind die Elkos flach hingelegt.

Auch die Fa. Pollin hat im Frühjahr 99 einen entsprechenden Konverter angeboten, der aber +/- 15 Volt Stromversorgung benötigt und daher für Portabelbetrieb weniger geeignet ist, allerdings die Stromversorgung des LCD-Moduls mit enthält.

Inzwischen werden/wurden auch relativ preiswerte LCD Fertigmodule mit Videoeingang angeboten, die nicht wesentlich teuerer sind als mein Gesamtaufwand (z.B. Pollin -- 700 155  DM 199,-). Trotzdem hoffe ich, dass meine Ausführungen für diejenigen die so ein LCD-Display besitzen noch interessant sind.
 
 

3. Mechanischer Aufbau:Up

Da Pollin nicht alle Displays mit Gehäuse ausgeliefert hat, so auch meine, habe ich den Monitor in ein zufällig vorhandenes Kunststoffgehäuse mit den Maßen 170 x 95 x 38 mm eingebaut. Beim späteren Einbau des FBAS - RGB Wandlers hat sich aber gezeigt, dass die Tiefe sehr knapp bemessen ist. Das Gehäuse sollte eine Mindesttiefe von 45 mm aufweisen, damit der Wandler ausreichend Platz hinter dem Display findet. Oder man baut einen kompletten ATV-Rx in ein entsprechend größeres Gehäuse.

Monitor

Die Gesamtstromaufnahme bei 12 Volt bleibt unter 500 mA.


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Letzte Bearbeitung dieser Seite:  01. Jan  2004