Aurora-Reflexionen via DL0IGI

 

     Die 10m-Bake DL0IGI mit dem Standort JN57mt auf dem Hohenpeißenberg im oberbayrischen Voralpenland sendet mit 150 W und Lambda/4 Vertikalstrahler auf der Frequenz 28.205 MHz +/- 3Hz. Sie übermittelt einen Schleifentext mit anschließendem Dauerstrich von 7 s, danach erfolgt eine stufenweise Absenkung der Leistung um 6, 12, 18 und 24 dB.

    Aufgrund der hohen Leistung ist sie besonders geeignet um Aurora-Reflexionen zu ermöglichen. Während der Leistungsabsenkung erfolgt meistens keine Reflexion. Bei erdmagnetischen Störungen von K=3 und höher beginnen die Reflexionen auf dem Sonagramm sichtbar zu werden. Bei DJ7KG – JN39ur – muss der Quad in Richtung 30° NO stehen. Aus dieser Richtung wird auch dann das Signal am besten reflektiert, wenn gerade keine Aurora-Reflexionen stattfinden, wie Versuche mit Richtungsänderungen des 2-Element-Quad um 360°  gezeigt haben.

    Die am Empfänger Kenwood TS-830S eintreffenden Signale werden am Lautsprecherausgang der Soundkarte des PC zugeführt und mit dem Programm Spectrum Laboratory 2.4b08 zu einem Sonagramm aufbereitet. Mittels der Einstellung des Offsets auf die gewünschte Frequenz in Hz und einer selbst definierten Bandbreite kann eine genaue Frequenzskala erzeugt werden. Um einen Sender dann auch sichtbar darstellen zu können muss die Skala schon etliche 100 Hz tiefer beginnen, d.h. der Offset für 28.205 MHz wird zweckmäßig 300-400 Hz tiefer auf 28204600-28204700 Hz gesetzt. Die Bandbreite ist frei wählbar und hat für DL0IGI einen Wert von 600 Hz erhalten, so dass das Umfeld des Senders noch mit ins Bild rückt.

     Normalerweise empfängt man DL0IGI, bei entsprechend hoher Grenzfrequenz als rückgestreutes Signal am 1. Reflexionspunkt, als eine Gerade mit den typischen Unterbrechungen während der Leistungsreduzierung. Im Sommer und bei Auftreten sporadischer E-Schichten kann das Signal auch manchmal bis herunter zu minus 24 dB erkannt werden.

     Während erdmagnetischer Störungen treten die bekannten Aurora-Reflexionen auf. Diese machen sich bemerkbar als ein Zischen und Prasseln, das meistens oberhalb der ausgesendeten Frequenz wahrgenommen wird. Manchmal liegen die Töne aber auch tiefer als die Grundfrequenz des Senders, was aber nicht so häufig erfolgt. Sie beruhen auf einem Dopplereffekt – ähnlich einem dem Beobachter sich nähernden beziehungsweise sich entfernenden Autos – und werden im Sonagramm als oberhalb oder unterhalb der Sendefrequenz auftretende Säulen abgebildet. DJ7KG bezeichnete letztere als Positive Aurora und Negative Aurora.

Diese Säulen haben eine Bandbreite von bis zu 250 Hz und mehr. Die wie Gasflammen über einem Brenner sichtbaren reflektierten Signale erscheinen meistens in einem Abstand von etwa 20 Hz oberhalb der Senderfrequenz und reichen normalerweise bis zu 150 Hz hinauf mit einer typischen reflexionsarmen Zone um 75 Hz. Erst bei starker erdmagnetischer Störung wird diese Lücke ausgefüllt und die Reflexionen beginnen dann auch manchmal schon bei der Grundfrequenz.

Die reflektierten Signale übertreffen an Feldstärke oftmals die Signale auf der Grundfrequenz.

     Da am Standort von DJ7KG – JN39ur – die auroralen Reflexionen meistens um die Mittagszeit bis zum späten Nachmittag auftreten, und nicht selten überhaupt keine Korrelation zu dem weltweiten Aurorageschehen aufweisen, können diese als Lokale Aurora angesehen werden. Begleitet werden sie oft von einem erhöhten Rauschpegel.

    Interessant wäre zu erfahren ab wann diese Events das 2m-Band erreichen. DJ7KG wäre an einem Informationsaustausch sehr interessiert. E-Mail an: dj7kg@darc.de bzw. skeds via Tel.: 06753-3757.