Einfacher Detektorempfänger

Einfacher Detektorempfänger für Mittelwelle

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Dieser Detektoempfänger wurde von mir bereits an anderer Stelle beschrieben.[1] Dort finden sich auch Hinweise für die Auswahl bzw. Verwendung anderer Bauteile - unbedingt nachlesen!.
 

Der Detektorempfänger ist für die Verwendung eines sog. Kristallhörers gedacht (der Widerstand parallel zum Hörer ist für die Funktion des Hörers unabdingbar). Dio Diode ist eine alte Germanium-Spitzendiode vom OA625 (DDR).
Die Induktivität bildet ein modifiziertes AM-Demodulatorfilter StB-S 012-006 von HFWM (Hochfrequenzwerk Meuselwitz). Die HauptwicklStbs00602ung mit 85 Windungen aus HF-Litze hat eine Induktivität von 122 µH, die separate Auskoppelwicklung hat 45 Windungen. Ein Spulenkern aus Manifer 143 und eine Hülse aus Manifer 360 bewirken laut Datenübersicht eine Güte Q=125 bei 455 kHz für die Hauptwicklung. [4] Nach Entfernen der eingebauten Kreiskapazität von 1000 pF und in Reihe schalten der beiden Wicklungen verfügt man über eine Spule von 125 Windungen mit einer Anzapfung bei Windung 45. Das ergibt rechnerisch um die 260 µH - etwas zuviel für einen Drehkondensator mit 500 pF Endkapazität, der ursprünglich vorgesehen war. Um auf ca. 180 µH zu kommen, benötigen wir 103 Windungen, also wird die 2. Wicklung (Koppelspule) von 45 auf 18 Windungen verringert. Wir haben jetzt  eine Spule mit 103 Windungen mit einer Anzapfung für die Gleichrichterdiode bei Windung 18 (17,5 % der Gesamtwindungszahl). Das die relativ “niederohmige” Germaniumdiode an einer Anzapfung des Schwingkreises liegt, zeigt dieser - auch auf Grund der verwendeten Spule - eine relativ hohe Güte, was der Trennschärfe zugute kommt.
Als Drehkondensator wurde ein Typ mit ca. 2* 10-340 pF verwendet. Da bei ca. 340 pF der untere Bereich des MW-Rundfunkbandes nicht erreicht wird, können die beiden Plattenpakete des Drehkondensators mittels eines kleinen Kippschalters wahlweise parallel geschaltet werden.
Die Antenne wird wahlweise über 47 bzw. 82 pF an den Schwingkreis angekoppelt. Schließt man meine Antenne bei 47 pF an, hat man nachts die größte Trennschärfe, tagsüber gibt der Anschluß über die 82 pF den saubersten und lautesten Empfang
Der Aufbau des Detektorempfängers erfolgte in einem kleinen Plastegehäuse (von "Conrad").

Mit diesem Detektorempfänger für den Mittwelwellenbereich ist am Tage der einwandfreie Empfang von MDR-Info über die Sender Leipzig [Wiederau] (783 kHz, 100 kW) und Wilsdruff (1044 kHz, 20 kW) aus 43 bzw. 48 Kilometern Entfernung möglich. Als Antenne dient die Schirmung des RG213-Koaxialkabels meiner G5RV, die Erde ist die Stationserde (2 Stück miteinander verbundenen Staberder von je 3 m Länge). Abends/nachts ist DX-Empfang möglich, das Gerät zeigt dabei eine gute Selektivität. Mein “Mystery Crystal Set” ist zwar lauter, allerdings werden die einzelnen Sender nur sehr schlecht getrennt.

[1] Lutz Höll (DK3WI): Empfindlicher und selektiver Detektorempfänger für Mittelwelle. URL: http://www.mydarc.de/dk3wi/html/detektor.html

[2] Standardfilter - Technische Daten für den Amateur. In: Funkamateur. Heft 4/1984. S. 184.

 

(c) Lutz Höll, 03.06.2007

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