Frequenzzähler mit U126D

Eigenbau-Zähler mit U126D

CounterU126

Kanal A: 0 ... 22 MHz
Auflösung 1 Hz, 10 Hz, 100 Hz
Empfindlichkeit (Ueff, gemessen): 1 MHz - 60 mV, 10 MHz - 160 mV, 20 MHz - 500 mV

Kanal B: 20 Mhz ... 1,8 GHz (max. 300 mV!)
Empfindlichkeit < 2mV
Auflösung 100 Hz, 1 kHZ, 10 kHz
Vorteiler mit U893

Eichmarkenausgang 10 kHz, 100 kHz, 1 MHz (Impulsformung mit 4011)

Irgendwann um 1990 baute ich mir einen 6-stelligen Zähler rund um den für den Einsatz in Service-Multimetern und Service-Zählern in den DDR entwickelten (1983) unipolaren Zählerschaltkreis U126D in n-Kanal-Silicon-Gate-Technologie. Der Schaltkreis im 40-poligem Gehäuse vereint einen 4-Dekaden-Vor-/Rückwärszähler (mit Speicher, Multiplexer, 7-Segement und BCD-Dekoder, sowie Polaritätsaneige) und ein Steuerteil für Digitalvoltmeterbetrieb (Zeitsteuerung und Vor-/Rückwärstssteuerung). [1]

U126tum
U126blocktum

Blockschaltbild und Anschlußbelegung U126D aus [1]

Der IC verbrauchte max. 40 mA bei 5 V, so daß Zählerprojekte möglich wurden, die nicht mehr in einen “TTL-Schaltkreisgrab” ausarteten. Von Detlef Lechner (Y21TD) wurde ein “rechnender” Frequenzzähler als Frequenzanzeige für KW-Transceiver vorgestellt, bei dem die Oszillatorfrequenz und die BFO-Frequenz gemessen werden und die Empfangsfrequenz als deren Differenz mit 100 Hz Auflösung anzeigt werden. [2]
Von U. Krämer erschien 1987 im “Funkamateur” zwei Schaltungen mit dem U126D: einmal ein Frequenzzähler, zum anderen eine Frequenzanzeige für KW-Transceiver (“rechnend”, mißt VFO- und BFO-Frequenz). [3] Beide Schaltungen habe ich erfolgreich nachgebaut.

Hier das Schaltbild von U. Krämer als “Kern” meines Zählers:

U126counter

Bei meinem Nachbau ergänzte ich einen 100:1 Teiler für Frequenzmessung im Bereich 20 MHz ... 1,8 GHz (Bausatz mit U893) einschließlich der Kanalumschaltung (“Kanal B”), außerdem verwende ich eine andere Schaltung für den Eingangsverstärker (nach [4]). (Der IC D8 ist ein 6fach Digittreiber - MOS to LED driver, D492 bzw. SN57492, DS 75492, MC75492.)

CounterU126_3

Eingangsverstärker nach [4]

CounterU126_102
CounterU126_2

Links die Zählerplatine, oben im abgeschirmten Metallgehäuse der Vorteiler 1:100 mit U893, rechts der Eingangsverstärker

Aufbau des Zählers auf Lochtrasterplatine

Der Zähler erreicht im Eingangskanal A nicht die propagierten Werte: ich kann nur Frequenzen bis 22 MHz bei mäßiger Empfindlichkeit messen. Da der Kanal B ab 20 MHz tadellos funktioniert, habe ich nicht nach den Ursachen gesucht.
Der Zähler wurde von mir im Jahre 2006 “reaktiviert”, da ich einen Eichmarkengenerator benötigte. Da die Zeitbasis 1 Mhz, 100 kHz und 10 kHz zur Verfügung stellt, habe ich über eine Impulsformerschaltung das Signal auf eine BNC-Buchse auf der Rückseite herausgeführt.

 

Quellen

[1] U126D. Unipolarer Zahlerschaltkreis. In: [VEB Applikationszentrum Berlin:] Aktive elektronische Bauelemente. 1984/85. Teil 2. S. 232-234.

[2] Detlef Lechner (Y21TD): Einfacher Zählempfangsfrequenzmesser. In: Elektronisches Jahrbuch für den Funkamateur 1986. Berlin 1985. S. 134-138.
Detlef Lechner (Y21TD): U126D-Zählfrequenzmesser. In: Kurzwellenempfänger. 2. Aufl. Berlin 1985. S. 306-309.

[3] U. Krämer: Zähler und digitale Frequenzanzeige mit U 126 D. In: Funkamateur. Heft 9/1987. S. 440-442. Ergänzung und Berichtigung. Heft 12/1987. S. 608.

[4] W. March (Y23WG): Universelle Zählerbaugruppen für den Funkamateur. In: Funkamateur. Heft 9/1990. S. 456-459, hier
S. 459.

Jan Kappler: Datenblatt U126D. www.alice-dsl.net/jan.kappler/download/Datenblatt_U126D.pdf

 

(c) Lutz Höll 2007
Letzte Änderung: 9.10.2009

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