MW-Audion mit 3x 1SH29B

Batteriebetriebener Audionempfänger (0-V-2) für Mittelwelle mit 3 Subminiaturröhren 1Ж29Б

MW_Audion_1SH29B_302
MW_Audion_1SH29B_202

Da ich noch mehrere Subminiaturröhren 1Ж29Б hatte, die ich schon in meinem "KW-Röhrenaudion mit 12 V Betriebsspannung" verwendet habe, enstand die Idee, in eine kleine Holzkiste ("Asbach-Uralt" Weinbrand-Pralinen-Mischung) einen Audionempfänger für Kopfhörerbetrieb einzubauen. Um die Schaltung auf der HF-Seite einfach zu halten, gibt es nur eine Audionstufe, gefolgt von 2 NF-Stufen.
Die Anodenspannung von 27 V liefern 3 Stück  9 V-Batterien (6LR61, 522, 6AM6) (alternativ auch Akkus möglich, die geben allerdings in der Summe nur 25,2 V), die Heizpannung ein 1,2 V NiCd-Akku von - bei mir - 2200 mAh Kapazität. Immerhin beträgt der Heizstrom für die drei Röhren 186 mA.
Die Rückkopplung wird durch Veränderung der Schirmgitterspannung an der Pentode geregelt.
Als Induktivität wurde eine bewickelte Ferritantenne unbekannter Herkunft (ca. 80 Windungen, also für Mittelwelle) verwendet. Aus dünnem Kupferlackdraht wurden ca. 40 Windungen als Rückkopplungswicklung zusätzlich aufgebracht (die alte Auskoppelwicklung habe ich entfernt).

0-V-2-MW
0-V-2

Schaltplan - für vergrößerte Darstellung “anklicken”

Ursprünglicher Einbau in eine Pralinenschachtel aus Holz. Da sich die Sender extrem schlecht einstellen ließen, habe ich eine offene Konstruktion aus Frühstücksbrettchen gebaut. Der große Skalenknopf erlaubt jetzt in Verbindung mit dem Feintrieb eine bequeme Senderwahl, die Doppeldeutigkeit der Skala stört kaum.

1Ж29Б
Einige Daten der 1Ж29Б (korrekte Transkription 1SH29B- nicht 1J29B, vgl. meine Bemerkung) aus dem russichen Datenblatt:
Heizpannung: 1,2 oder 2,4 V (Maximum 1,4 oder 2,8 V, Minimum 0,95 oder 1,9 V)
Heizstrom: 62 oder 30 mA
Anodenspannung: 60 V (Maximum 150 V)
Schirmgitterspannung: 45 V (Maximum 120 V)
Anodenstrom bei Gitterspannung = 0 V: 5,3 mA
Schirmgitterstrom bei Gitterspannung = 0 V: 2,5 mA
Steilheit: 2,5 mA/V (bei 0,95 V Heizspannung mindestens 1,2 mA/V)
Maximaler Anodenstrom: 8 mA
Maximale Anodenbelastung: 1,2 W 
Bei der Heizung ist die Mittelanzapfung herausgeführt (Stift 1 oder besser Draht 1); bei 1,2 V Heizspannung ist hier "+", an den beiden dann verbundenen Enden (Draht 4 und 6) kommt "-" (Katode). Man kann die Röhre wie im vorliegenden Fall auch mit 2,4 V Heizspannung an den Drähten 4 und 6 betreiben, Draht 1 (Mittelanzapfung) bleibt dann unbeschaltet.

1SH29B_Internet
1sh29bsockel

1 Heizung (+), mit Farbpunkt markiert, 1 ist die Mittelanzapfung des Heizfadens!
2 Bremsgitter
3 Schirmgitter
4, 6 Heizung (“-”) und Katode
5 Abschirmung
7 Gitter
Der Anodenanschluß ist der Draht am anderen Ende der Subminiaturröhre.

Mit der Ferritantenne ist besonders am Abend/in der Nacht befriedigender Empfang möglich. Die Empfangsleistung steigt erheblich, wenn eine (kurze, ein paar Meter) Hilfsantenne angeschlossen wird.

Diverse Links

Datenblatt. http://www.elektronikinfo.de/strom/russischedatenblaetter.htm

Zur Geschichte der sowjetischen Subminiaturröhren siehe http://pogorily.livejournal.com/47454.html [in Russisch]

In der Zeitschrift “Radio” wurden in Heft 7 (S. 34-38) und Heft 10 (S. 49-52) des Jahrganges 1960 Aufbau, Funktionsprinzip, Anwendung etc. der “Stab-”röhren beschrieben. Online verfügbar: http://www.oldradioclub.ru/radio/djvu/index_6.html

T. Kawabata: 2-tubes reflex super-het using Russian sub-mini tubes. http://www.hi-ho.ne.jp/ux-45/russian.html

Jochen Becher: Bauanleitung für einen Niederspannungs-Superhetempfänger mit den russischen Miniatur-Röhren 1SH18B, 1SH29B und 1SH37B. http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Becher-Radio/Becher-Radio.htm

(c) Lutz Höll, 2003-2007
Letzte Änderung: 29.04.2007

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