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Von Oak Hills Research (OHR) wurde in den 90iger Jahren Bausätze für Monband-CW-Transceiver (80, 40, 20m) “Sprint” (Sprint Transceiver kit) vertrieben, welche nach dem Direktmischerprinzip aufgebaut sind. Mein Gerät ist die 80m-Band-Version.
Technische Daten: Funktionsprinzip: Direktmischer Mode: CW Frequenzbereich: 3,5 - 3,6 Mhz Ausgangsleistung: 1,5 W RIT, weiche Tastung, NF-Filter, Mithörton
Der kleine Transceiver macht einen sehr guten Eindruck, allerdings ist die mitgelieferte Anleitung für den Zusammenbau des Bausatzes mehr als dürftig: keine Erklärung des Funktionsprinzips, keine stufenweiser Aufbau und Inbetriebnahme der Transceivers, keinerlei Hinweise für die Fehlersuche. Es fehlen Angaben zu Pegeln etc., aber immerhin - ein Schaltplan liegt bei. (Die Selbstwerbung auf der WEB-Präsentation klingt da ganz anders, aber hier auch keine Unterstützung, nicht mal Schaltbilder.)
Das Konzept des Empfängers ist solide, u.a. kommerzieller Diodenringmischer, mechanisch ist das Gerät sauber konstruiert (Drehkondensator mit Feintrieb).
 
Bei Recherchen im Web stellt es sich heraus, das es sich beim “Sprint” um einem “Optimized QRP Transceiver” nach W7EL handelt. Roy Lewallen publizierte sein Projekt zuerst im August 1980 in der “QST”; im ARRL Handbook 1993 ist dann eine verbesserte Variante veröffentlicht, die online verfügbar ist. [1] Im Handbook-Artikel findet man eine detaillierte Beschreibung, Erläuterung der Funktionsweise und Hinweise zur Fehlersuche und zum Abgleich.
Mein Gerät ist ein Geschenk von Roland, DL1LQR, der es über e-bay erworben hatte (nur noch “Abgleicharbeiten zu erledigen”). Das Gerät zeigte nach Anlegen der Betriebsspannung keinerlei Reaktion, war also völlig defekt. Nach intensiver und zeitaufwendiger Suche stellten sich folgende Fehlerursachen heraus:
(1) Kurzschluss in der Antennzuleitung - da konnte nichts gehen. Erstaunlicherweise hat der Endstufentransistor überlebt. Das ist die Folge von Fehler Nr. (3). (2) Parasitäre Selbsterregung des VFOs (zur Problematik siehe [2]). Abhilfe schaffte die Überbrückung der Drossel RFC1 (220 µH) mit einem Widerstand von 1 k. (3) Bei der Treiberstufe wurde im Ausgangskreis vergessen, dem Trimmer eine Festkapazität parallel zu schalten, so daß der Kreis nicht in Resonanz war.
Der Direktmischempfänger ist sehr empfindlich - besser als 0,2 µV stellte ich mit meinem alten Marconi-Meßsender fest (mit einem paar Metern Draht als Empfangsantenne ist aber auf Grund des niederohmigen Empfängereingangs wenig zu machen - hier ist Anpassung gefragt). Der Empfang ist sehr sauber und ruhig, das jedes Signal durch das Empfangsprinzip doppelt auftritt, stört wenig. Das aktive NF-Filter ist nicht allzu wirksam (Modifikation siehe [3]).
[1] An Optimized QRP Transceiver for 7 Mhz. In: ARRL Handbook 1993. Kapitel 30, S. 37-40. Als PDF-File verfügbar: http://www.arrl.org/tis/info/pdf/93hb3037.pdf.
[2] Detlef Lechner: Kurzwellenempfänger. 2. Aufl. Berlin 1985. S. 277f.
[3] Edward Pacyna (W1AAZ): OHR/W7EL Problems. URL: http://www.kkn.net/archives/html/QRP-L/1993-05/msg00160.html
Links überprüft: 02.01.2007 (c) Lutz Höll
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