Restauration

Die Restauration von Geräten ist eine anspruchsvolle und schöne Beschäftigung. Man muss nicht - wie beim Selbstbau - ein Gerät von Grund auf neu konstruieren und Schaltung und Mechanik selbst entwerfen, sondern man hat ein im Prinzip fertiges Projekt vor sich, in das man sich nur gründlich einarbeiten muss. Dann kann man sich an die Wiederherstellung der Mechanik und Optik und an die Reparatur der Elektronik machen. Das ist manchmal eine interessante, detektivische Arbeit, aber sie dauert doch nicht so lange wie der Selbstbau, bringt aber nach erfolgreichem Abschluss definitiv ein hohes Maß an Befriedigung. Für mich ist es auch deshalb eine schöne Sache, Geräte, die ich aus meiner Jugend kenne, die ich mir aber nie habe leisten können, jetzt vor der Verschrottung zu retten und im Nachhinein den Genuss zu verspüren, mit meinen "Jugendträumen" arbeiten zu können.

Die hier gezeigten Arbeiten sind chronologisch aufgeführt; die aktuellste steht demnach am Schluss. Da die Liste in der Zwischenzeit recht lang geworden ist, hier ein kurzer Überblick:

Semcoset Semcoport

Braun SE-300

Hallicrafters FPM-300

Heathkit SB-104A und SB-104

Swan Cygnet 270B

Telefunken Teleport IV

Mikrofone von Electro-Voice

Turner Mikrofon

Signal/One Milspec 1030

Heathkit HW-12

Collins KWM-2A

Heathkit SB-303

Signal/One CX-11

Militärisches Bird-SWR-Meter

Drake L-4B

Die erste und einfachste Aufgabe bei der Restauration von Geräten ist die Reinigung. Darüber könnte man lange schreiben; wichtig ist jedoch, zur Reinigung Mittel zu verwenden, die vorhandene Schäden nicht noch vergrößern und zuverlässig Schmutz, Rauchspuren usw. entfernen ohne z. B. gleichzeitig Korrosion entstehen zu lassen oder Lack anzulösen. Es soll Leute geben, die ältere Geräte, nachdem z. B. Röhren, Spulenbecher und wasserempfindliche Teile vorübergehend entfernt wurden, komplett in die Badewanne stellen, um sie mit warmer Seifenlauge abzuspritzen. Anschließend werden sie mehrere Tage in der Sonne oder bei 40°...60° im Backofen (sic) getrocknet.

In der überregionalen Reparatur-Division eines großen Konzerns wird zur Reinigung von Gerätegehäusen Sidolin (Fensterputzmittel) verwendet. Hartnäckigen Schmutz löst man dort mit Kontaktspray. Ich verwende zusätzlich Isopropanol und manchmal Spiritus. Spiritus muss man aber mit Wasser nachspülen. Außerdem löst es z. B. Farbe und Beschriftung von manchen Geräten, so z. B. auch bei denen von Rohde und Schwarz. Beim Entfernen von Lötzinnresten mittels Lötsauglitze bleiben meist Reste verbrannten Flussmittels auf der Leiterplatte zurück. Der beste Reiniger dafür ist der Leiterplattenreiniger LP von Kontakt-Chemie. Leicht korrodierte Mechanikteile reinigt man besten am zuerst mit WD-40 und ölt mit Ballistol nach. Zur langfristig sicheren Kontaktgabe ohne fortschreitende Korrosion sollte man Kontakt 2000 Gold anstelle von Kontakt 60 verwenden.

Elektrische Restauration kann differenziert aufgefasst werden. Einerseits kann sie dazu dienen, einen originalen Herstellungszustand eines Geräts wieder zu rekonstruieren, z. B. für die Demonstration der entsprechenden zeitgemäßen Leistungsfähigkeit oder fürs Museum. Andererseits, und so betrachte ich das Thema, kann sie ein Gerät in einen zeitgemäß funktionierenden Zustand versetzen, ohne besonderen Wert darauf zu legen, unbedingt originale Bauelemente zu verwenden. Selbstverständlich soll das Äußere des Restaurationsprojekts seinen originalen Charakter nicht verlieren und nicht "verunstaltet" werden.

Mechanische Restauration ist äußerst diffizil. Alles was über Reinigung, Lackierung und Montage von originalen Ersatzteilen hinausgeht, kann der Laie üblicherweise nicht bewerkstelligen. Das Herstellen von "originalen" Teilen z. B. in der mechanischen Werkstatt muss Spezialisten vorbehalten bleiben.

Semcoset Semcoport

Oft reicht es aus, angerostete Schrauben und eine korrodierte Antennenbuchse auszuwechseln, um ein altes SEMCOPORT wieder fast wie neu aussehen zu lassen..

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Braun SE-300

Den SE-300, ein in nur geringer Stückzahl gefertigter kleiner 2-m-SSB-Transceiver habe ich bei ebay entdeckt. Er war sehr zerbastelt und die originale Plexiglas-Deckfront war schon am Zerbröseln. Leider war sie als Original nicht mehr zu bekommen. Ich habe sie daher durch eine neue aus 1-mm Aluminium ersetzt. Nach der Fertigung der Ausschnitte wurde sie farblich eloxiert und anschließend die Beschriftung eingraviert.

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Auch die "Innereien" waren etwas in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Herstellung des elektrischen Originalzustands konnte die Schaltung der Frequenzaufbereitung und des Senders mit einem neuen Abschirmdeckel aus Neusilberblech wie im Originalzustand geschlossen werden.

Hallicrafters FPM-300

Den FPM-300 habe ich von einem alten Freund erhalten. Er ist komplett mit Halbleitern bestückt, außer der Endröhre und dem Treiber. Auch Netzteil und Wandler zum Betrieb aus 12 V sind eingebaut. Leider hat er zwei gravierende Schwachstellen, die dazu führen, dass das Gerät in den meisten Fällen nach einigen Jahren ausgemustert wurde. Das erste ist der Zahnriemen, der die beiden Ebenen des Bandschalters verbindet. Im Original bestand er aus einem Material, das sich spätestens nach 10 Jahren auflöste. Erfreulicherweise kann man das Originalteil in den USA noch bekommen.

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Hier sieht man das Zahnriemenrad und den Riemen. Einige Katastrophenbastler haben die Frontplate durchbohrt und die zweite Schalterebene nach vorn geführt. Das ergibt natürlich ein völlig verkorkstes Design, nur weil man die Mühe scheut, einen gewissenhaftem Reparaturaufwand zu treiben.

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Rechts sieht man das offene Chassis. Der FPM-300 besitzt einen Klappdeckel, offenbar zur besseren Wärmeabfuhr. Allerdings ist der VFO ungekapselt (rechts) und die Temperaturkompensation nicht perfekt, sodass sich doch eine gewisse Drift einstellt. Im QSO muss man dann immer mal wieder nachdrehen. Durch eine DAFC ließe sich dieses Problem beseitigen.

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Der zweite Schwachpunkt ist die übermäßige HF-Verstärkung auf den unteren Bändern. Das führt zu erheblichen Intermodulationsphänomenen. Ich restauriere Geräte üblicherweise nicht fürs Museum, sondern um sie zu benutzen. Das führt allerdings ab und zu dazu, dass man ein Gerät geringfügig modifizieren muss, um den heutigen Bedingungen auf den Bändern technisch annähernd gewachsen zu sein.

Da eine Reduktion der Verstärkung den Regelumfang verringert, darf hier allerdings nur wenig eingegriffen werden, ohne die Schaltung komplett modifizieren zu müssen. Mittels eines kleinen Relais werden daher die Drain-Kreise des Dual-Gate-Mosfets in der HF-Vorstufe so belastet, dass sich eine geringere Verstärkung und reduzierte IM ergab. Das wurde vor allem auf 80 m und 40 m berwerkstelligt. Da die Kreise auch für den Treiber aktiv sind und dort keine Belastung erfolgen darf, werden die Lastwiderstände nur im Empfangsfall zugeschaltet.

Mit dieser Modifikation ist der kleine Transceiver wieder voll QSO-tauglich und es macht Spaß, mit einem so alten Gerät problemlos und ohne Schnickschnack arbeiten zu können.

Heathkit SB-104 und SB-104A

Der SB-104 von Heathkit ist ein wunderschönes Gerät aus einer Serie von Produkten, die für Generationen von Funkamateuren die Prototypen gelungenen Designs und hervorragender Funktion mit ergonomischer Bedienung verkörperten.

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Leider ist der SB-104 auch ein Gerät, das aufgrund des völlig misslungenen Versuchs, klassische Röhrentechnik mit Halbleitern zu realisieren, dafür bekannt ist, den schlechtesten Empfänger aller Zeiten zu besitzen. Selbst den wenig HF-gestressten Amerikanern war er definitiv zu wenig großsignalfest.

Das Problem rührte daher, dass die Entwickler des Empfängers dem ersten Mischer das Signal aus den Bandsetz-Quarzoszillatoren zugeführt haben, dann nach Verstärkung einen zweiten Mischer anordneten, dem das variable VFO-Signal zugeführt wurde. Dieses Prinzip der breiten 1. ZF, das in der Röhrentechnik durchaus auch bei Collins passable Ergebnisse zeigt, führt bei zu hoher Verstärkung in der 1. ZF zwangsweise zur Überlastung des 2. Mischers und zu inakzeptablem Intermodulationsverhalten an einer Full-Size-Antenne.

In die Restauration eines SB-104 und eines SB-104A habe ich sehr viel Zeit und Mühe investiert. Insbesondere das intensive Studium der Schaltung des älteren SB-104 hat dazu geführt, dass nicht nur sehr viele der ursprünglichen Schaltungsschwachstellen erkannt wurden, sondern dass ich versuchte, diese so zu verbessern, dass sie technische Eigenschaften zeitgemäßer Geräte aufwiesen. Das war oft auf den originalen Leiterpaltten nicht möglich. So entstanden nicht nur neue Leiterplatten und eine differenzierte Verkabelung unter dem Chassis, sondern auch neue Schaltungsteile.

Hier zuerst die "Aufrüstung" eines SB-104A, der zwei Dioden-Ringmischer im Empfänger-Frontend aufweist. Die ursprüngliche Konstruktion des SB-104 besaß an den Stellen jeweils aktive Mischer mit Dual-Gate-Mosfets. Diese waren noch deutlich schlechter in ihren Großsignaleigenschaften. Mein nach dem SB-104A aufgerüsteter SB-104 erhielt daher eine vollkommen neue RX-HF-Platine. Deren Beschreibung mit Schaltung folgt weiter unten.

Nach der Reinigung und Komplettierung des Transceivers und der Herstellung eines voll funktionierenden Originalzustands ergaben sich an meiner FD-4 Intermodulationssignale 3. Ordnung auf dem 40-m-Band von >S9+20 dB, Harmonischenprodukte von einem in der Nähe befindlichen 5 kW-Rundfunksenders bei 711 kHz bis ins 20-m-Band und Summenprodukte erreichten S 9 auf 20 m und 15 m. Das konnte ich natürlich nicht so lassen....

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Wenn man den Pegelplan betrachtet, stellt man fest, dass ausgerechnet der 2. Mischer, der deutlich großsignalfester sein muss als der erste, eine geringere Oszillatorspannung erhält. Daher habe ich einen VFO-Verstärker mit Oberwellenfilter gebaut, der das 0-dBm-VFO-Signal auf etwa 12 dBm anhebt. Er ist an einer passenden Stelle auf der Chassis-Unterseite montiert und mit dünnem Koaxkabel verschaltet.

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Anschließend habe ich mir die Empfänger-Eingangsplatine vorgenommen. Hier wurde folgendermaßen modifiziert:

1) Einfügen eines Mittelwellenhochpasses mit 2,5-MHz-Grenzfrequenz (rechts unten)

2) Ersetzen der strombestimmenden Serienwiderstände für die Schaltdioden durch eine Serienkombination aus 150 Ohm und einer Drossel mit 100 uH.

3) Ersetzen der Kreiselemente des 15-m-Bandfilters durch solche höherer Güte (Mitte). Im Original hatte der nicht abgleichbare Bandpass eine Durchlassdämpfung von 10 dB. Jetzt sind es etwa 4,5 dB.

4) Reduktion der Verstärkung des Verstärkers auf der ersten ZF durch Gegenkopplung und Erhöhung des Kollektorstroms auf etwa 25 mA (links, oben)

5) Einfügen eines Diplexers nach dem 1. und 2. Mischer (oberer Rand und links unten).

6) Ersatz der Mischerdioden des 2. Mischers durch eine Serienkombination aus jeweils 2 gepaarten HP-Mischerdioden zur weiteren Erhöhung der IM-Festigkeit (links unten).

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Ein weiteres Problem stellt die zweite Verstärkerstufe (2. ZF) vor dem Quarzfilter dar. Diese aktive Stufe wird vor der Selektion mit hoher Verstärkung und sehr kleinem Strom (1,6 mA!!!) betrieben. Eine Todsünde! Ich habe sie durch einen 2N5109 ersetzt, den Strom drastisch erhöht und die Verstärkung durch eine Gegenkopplung auf etwa 12 dB reduziert. Eine Simulation der Stufenfolge und ihrer Daten mit HP Appcad zeigt die Richtigkeit dieser Maßnahmen. Zuletzt musste der Verlust an Verstärkung durch die beiden ersten ZF-Verstärker durch eine zusätzliche, rauscharme Stufe nach den Filtern kompensiert werden. Diese Stufe habe ich mit einem Dual-Gate-Mosfet bestückt, um ihn zusätzlich in die Regelung einbinden zu können, Das war aber nicht erforderlich. Man kann sie also auch anders realisieren.

Nach diesen Änderungen sind Intermodulationsstörungen 3. Ordnung immer noch vorhanden; aber jetzt kann man in den Abendstunden auf 40 m immerhin noch ausgezeichnet arbeiten: Auf den höheren Bändern sind überhaupt keine Störungen mehr festzustellen.

Seit einiger Zeit führt der HEATHKIT-Shop wieder einen Bausatz, mit dem man die Anzeige mit Gasentladungsdisplays durch eine 7-Segment-LED Anzeige ersetzen kann. Diesen Bausatz habe ich aufgebaut und integriert. Es fehlten zwar einige Teile, das Resultat ist aber sehr ansehnlich. Der Stromverbrauch ist geringer und man kann den internen 180-V-Generator stilllegen.

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So sehen die beiden (gleich großen) Anzeigeeinheiten aus.

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Und so sieht die neue Anzeige aus: deutlich klar und hell!

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So sieht die Schaltung des Mittelwellenhochpasses aus und der Ersatz für die strombegrenzenden Widerstände zur Umschaltung der Eingangsbandpässe.

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1. und 2. Mischer werden mit Diplexern für breitbandigen Abschluss und verbesserte Intermodulationseigenschaften abgeschlossen.


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Bauteile mit Bezeichnung sind umzubestücken oder neu einzufügen.

Mit diesem Verstärker wird das VFO-Signal für den 2. Mischer angehoben.

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Schaltung des Ausgleichsverstärkers auf der 2. ZF.

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Damit war die erste Umrüsten eines SB-104A abgeschlossen. Sie lässt sich vergleichsweise einfach durchführen mit dem Ergebnis, den Transceiver mit guten Eigenschaften auf allen Bändern nutzen zu können.

Nun die Umrüstung des SB-104:

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So sieht die originale RX-HF-Platine des SB-104 aus. Rechts sieht man die Eingangsbandfilter mit einer zusätzlichen Reihe an Transformationsgliedern. Links oben ist der erste Mischer, dann folgt das abgleichbare Bandfilter auf der 1. ZF und links unten ist der 2. Mischer.

Da man diese Platine nicht so einfach umrüsten kann wie die der A-Variante habe ich gleich ein völlig neues Frontend entworfen.

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Rechts sieht man das dreikreisige, breite Sperrfilter für die 1. ZF, dann folgen nach links die fünf Bandpässe für die Bänder 80 m bis 10m. In der Mitte oben ist der erste Mischer, ein Medium-Level-Mixer, abgeschlossen mit einem breitbandigen, intermodulationsfesten FET-Verstärker. Unter dem Mischer sieht man den Verstärker für die HFO-Ausgangssignale. Links oben ist der Sperrpol für die 2. ZF, darunter das steilflankige, 500 kHz breite 1. ZF-Filter. Darunter der 2. Mischer für eine LO-Leistung von 17 dBm, ebenfalls abgeschlossen durch einen FET-Verstärker. Abgeglichen wird nicht mit Trimmern, sondern durch Verschieben der Windungen auf den Ringkernen. Das spart eine Menge Platz. Da die Filter auf max. flache Durchlasskurve entworfen sind, lassen sie sich nicht einfach auf Maximum abgleichen. Das geht nur durch Wobbeln auf Durchlass und beste Reflexionsdämpfung, z. B. mit einem der neuen Netzwerktester.

Hier die Schaltung:

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Nach einer verbesserten Vorselektion und ZF-Sperren hoher Güte habe ich zwei Medium-Level-Mischer mit +13 dBm bzw. +17 dBm LO-Leistung eingesetzt. Die Folgeverstärker mit einer extrem breitbandigen Eingangsimpedanz von reell 50 Ohm haben einen Eingangs-IP3 von +22 dBm und sollen einen Gesamt-RX-IPE3 von besser +17 dBm gewährleisten. Das wäre eine IPE3-Verbesserung von 29 dB!

Für eine konstante Oszillatorleistung sollten die Ausgangssignale aller Quarzoszillatoren auf etwa 1 dB genau übereinstimmen. Das ist kein Problem; man kann die Basisvorwiderstände der Oszillatoren leicht so ändern, dass sich an einem ordentlichen 100-MHz-Oszilloskop gleich große Pegel ergeben. Die Auskopplung der Signale zum 1. Mischer habe ich nach C441 über einen Sourcefolger bewerkstelligt. Das belastet den Verstärker Q405 weniger und stellt eine niederohmige Quelle dar. Der Fet lässt sich samt Beschaltung auf der Leiterplatten-Rückseite installieren.

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Das ist die Schaltung des Sourcefolgers und des 2. LO-Verstärkers. In Letzterem wurde ein kleines MMIC eingesetzt. Da dieses MMIC angeblich bis 5 GHz funktioniert, besteht die Gefahr von hochfrequenten Schwingungen. Um solche zu unterbinden habe ich am Ausgang ein Boucherot-Glied (47 Ohm/4,7 pF) angebracht. So läuft der Verstärker stabil und macht hinreichend Leistung.

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Bei 100 mA Stromaufnahme liefert der LO-Verstärker 2 ein Ausgangssignal von +20 dBm, das nach 3 dB Dämpfung mit +17 dBm am 2. Mischer anliegt. Die Platine wurde "schnell" gefräst...

Derjenige Schaltungsteil, der außer den Mischern für die höchste Intermodulationsentstehung verantwortlich ist, ist der 1. Verstärker auf der 2. ZF (Board E) und die anschließende, eingangsseitige Filterumschaltung mit Dioden. Der originale Verstärker ist eine völlige Fehlentwicklung und die Dioden werden mit viel zu geringen Strömen geschaltet. Hier meine Modifikation:

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Der Verstärker ist jetzt mit zwei ausgemessenen und parallel geschalteten Junction-Fets hochintermodulationsfest (IPE3 = +29 dBm) und die Drosseln bzw. Widerstands-Drossel-Kombinationen lassen durch die Seriendioden zu den zu schaltenden Filtern rund 30 mA Schaltstrom fließen. Das SSB-Filter war sehr schlecht angepasst bei einem Ripple von rund 6 dB. Mit der neuen Beschaltung ist der Ripple im Durchlassbereich etwa 2 dB. Der Eingangs-IP3 des Verstärkers wird allerdings nicht erreicht, wenn der Emitterfolger (Q602) für den Sendepfad permanent angeschlossen bleibt. Allein die Basis/Emitterdiode verursachte so viel IM3, dass sich der IP von +29 dBm auf +14 dBm verschlechterte. Daher musste eine Schaltdiode eingeschleift werden, die im Empfangsfall den Sendepfad sperrt. Dann stimmt auch die Rx-IM.

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Unter dem SSB-Filter links sieht man den neuen Eingangsverstärker mit der - aus IM-Gründen - massiven Ringkerndrossel als Arbeitswiderstand und rechts vom CW-Filter das kleine Zusatzboard mit einem MMIC (MAR-1) zur Kompensation der geringeren HF-Verstärkung. So läuft die Regelung wieder im richtigen Pegelbereich: der Regelumfang reicht für max. 6 dB NF-Abfall von etwa -100 dBm bis >0 dBm.

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Diese Schaltung zeigt diverse Ergänzungen, die im Zusammenhang mit der Aufrüstung notwendig wurden. Die 11-V-Rx-Einschaltung ist eigentlich Bestandteil des Empfängerboards. Dort habe ich sie jedoch vergessen und daher separat aufgebaut. Ein Problem entstand durch die jetzt wesentlich höhere Stromaufnahme im Empfangsfall. Die relativ weiche 11-V-Stabilisierung schwankte daher zwischen Empfang und Senden um etwa 0,4 V. Das reichte aus, um zwischen Senden und Empfang einen Frequenzunterschied von rund 150 Hz entstehen zu lassen.

Zwischenzeitlich habe ich daher den originalen Regler durch einen LM-338 ersetzt.

Die Schaltung zeigt auch den zusätzlich eingefügten Verstärker nach dem Quarzfilter (und nach dessen Emitterfolger) mit einem MMIC.

N4YG bietet DDS-Bausteine an, die u. a. auch in Heathkit-Geräten einsetzbar sind. Ich habe einen Bausatz bestellt und aufgebaut. Nachdem ein passender Encoder und ein 2-zeiliges Display angeschlossen wurden, konnte der Baustein in Betrieb genommen werden. Funktion und Kalibrierung waren einwandfrei. Hier eine erste Ansicht des zum Test vorbereiteten Moduls. Leider ist das Originalgehäuse des SB-104-VFOs zu klein für die Leiterplatte, sodass zuerst ein neues Gehäuse angefertigt werden musste.

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Das Display wird nur für die Kalibrierung verwendet. Eine exakte Frequenzeinstellung ist nicht erforderlich, da der SB-104 über eine hinreichend genaue Frequenzanzeige verfügt. Allerdings wird der VFO zwischen USB und LSB um 2,8 kHz geschiftet und diese Shift muss genau eingestellt werden, da sonst in LSB die angezeigte Frequenz nicht stimmt. Beim Aufbau des Bausatzes muss man etwas aufpassen, da der Baustein für die Heathkit-Röhrengeräte konzipiert ist und man bei der Versorgung aus 11 V beim SB-104 einige Änderungen berücksichtigen muss.

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Ein Blick ins neue Gehäuse des DDS-VFOs zeigt die Hauptplatine, einen Bandpass links und rechts die Anschlussbuchsen. Darüber einen Taster, mit dem durch das Menü im Servicefall getoggelt werden kann.

Hier links ist der Bandpass zu sehen. Er unterdrückt Nebenwellen und Seitenbandrauschen außerhalb des Abstimmbereichs von 5,0 MHz ... 5,5 MHz.

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Der Abstimm-Encoder hat 128 Schritte je Umdrehung. Er bietet eine sehr feinfühlige Abstimmung, wobei die Schrittweite bei schnellerem Drehen vergrößert wird, sodass man bequem übers Band drehen kann.

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So ist der neue VFO schließlich eingebaut. Funktioniert tadellos und man kann jetzt auch digitale Betriebsarten durchführen, da die Frequenzstabilität auch dafür bestens geeignet ist. Links unten sieht man übrigens die Steckerleiste für den Noiseblanker. Den habe ich ausgebaut, da er die Intermodulationseigenschaften des Empfängers nachteilig beeinträchtigt.

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Von Gregor, DD4GB, habe ich eine Liste der offiziellen Nachrüstungen erhalten, nach denen ein SB-104 auf den Stand des SB-104A gebracht werden kann (außer dem Rx natürlich). Einige dieser Umrüstungen habe ich noch durchgeführt, vor allem diejenigen im Treiberverstärkers und der PA. Im Zuge dieser Umrüstung wurde auch das Oberwellenfilter gewobbelt: Pure Katastrophe! Alle Filter sind extrem schlecht angepasst! Da der völlig fehlangepasste 10-m-Tiefpass in Reihe zu allen anderen Filtern geschaltet ist, sind auch diese fehlangepasst. Der Sender arbeitet damit selbst an einer perfekten Dummy immer in einen Fehlabschluss! Ich habe daher sämtliche Filter einem Redesign unterzogen. Dabei wurde der fehlende Tiefpass für 15 m nachgerüstet (Bild). Durch die im Bausatz verwendeten Festbauelemente sind die Bandfilter auch in den Vorstufen des Senders nicht nur oft fehlangepasst, sondern liegen auch in der Frequenz daneben. Etliche, vor allem die höherfrequenten, mussten fein nachdimensioniert werden. Trotzdem ist die Gesamtselektion etwas knapp, sodass die Forderung, Nebenwellen wenigstens 40 dB zu unterdrücken, teilweise nur mit wenig Reserve erfüllt wird.

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Die umgerüstete Filterplatine mit dem zusätzlichen 21-MHz-Oberwellenfilter (links, huckepack).

Sowohl Vortreiber, als auch Treiber und Endstufe arbeiten ohne Gegenkopplung. Das bedeutet, dass sie zwar eine hohe Verstärkung bieten, aber auch einen erheblichen Frequenzgang aufweisen. Da der Treiber im 10-m-Band bereits bei 2 W Ausgangsleistung in die Sättigung gerät, wurde er zuerst im Sinne hinreichender Intermodulationsfestigkeit und Ausgangsleistung überarbeitet. Auch die Endstufe wir neu aufgebaut. Das ist aktuell in Bearbeitung.

Zwischenzeitlich wurde auch das Netzteil HP-1144 mit einer Einschaltstrombegrenzung (Schaltung siehe Audio-Verstärker Nr.1) und einem Überspannungsschutz mit 50-A-Thyristor versehen.

Die Diodenumschaltung für einen Treiberausgang wurde aus Intermodulationsgründen vollständig entfernt. Nach der Anpassung der Lautstärkeregelung und des Mikrofonfrequenzgangs blieb nur die Überarbeitung des geräteinternen Timings, da bei meinem Gerät der Effekt auftrat, dass beim Loslassen der PTT-Taste die AGC so gepulst wurde, dass bei langer AGC-Zeitkonstante der Rx für einige Sekunden blockiert wurde. Dieses Problem ist ebenfalls noch in Bearbeitung. Ansonsten hat das Empfangsteil jetzt Daten eines sehr guten Mittelklassetransceivers und ist uneingschränkt im Lokal- oder Dx-Betrieb einsetzbar.

Der IPE3 des Empfängers konnte um 27,5 dB verbessert werden (-12 dBm > +15,5 dBm), der IPE2 von etwa 40 dBm auf >95 dBm (!) und die Empfindlichkeit um 10 dB auf jetzt 0,4 uV bei SSB-Bandbreite (alles verglichen mit den Daten des originalen SB-104-Frontends). Der Regelumfang blieb erhalten.

Resumee: Der SB-104 ist ein optisch sehr ansprechendes Gerät und nach dem Umbau bietet er jede Menge Funkspaß. Das Original ist jedoch - sicherlich aus heutiger Sicht leicht zu behaupten - eine schlecht entwickelte elektronische Krücke! Man muss schon eine Menge Zeit und Gehirnschmalz investieren, um aus diesem hässlichen (alten) Entlein etwas brauchbares zu produzieren - aber es geht!

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SWAN Cygnet 270B

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Auch dieser klassische Röhrentransceiver stammt von einer ebay-Auktion. Er stand lange herum aber dann hatte es mich gepackt, auch dieses Gerät wieder auferstehen zu lassen. Bei solch alten Geräten ist insbesondere die Behandlung von Korrosionsstellen ein Problem. Hier helfen rostlösende Mittel und konservierende Reinigungsöle. Selbst das S-Meter musste zerlegt werden, um Staub und Schmutzpartikel zu entfernen. Dazu ist ein weicher Staubpinsel unerlässlich.

Der 270B funktionierte prinzipiell auf Anhieb - selbst mit dem uralten originalen Röhrensatz war er (fast) datenhaltig. Lediglich die Sendeleistung war etwas schwach und ich musste mich nach einer neuen Endröhre umschauen. Wie bei allen frühen SSB-Transceivern ist die SSB-Haltezeit der AGC sehr kurz; die habe ich etwas verlängert.

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Gehäuse-Oberteil und Bodenplatte des 270B waren sehr zerkratzt und zeigten an den Kanten Korrosion. Vollständiges Abstrippen und Neulackieren war mir aber doch zu kostspielig und ich habe die Heimwerkerlösung gewählt. Alle Stellen, die keine Farbe mehr zeigten wurden mit sehr feinem Schmirgelpapier angeschliffen, dann die Übergänge zur Restlackierung mit Stahlwolle geglättet. Anschließend wurde komplett entfettet; dann folgte ein erster Auftrag einer Grundierung aus der Spraydose. Nach dem Trocknen habe ich alle Gehäuseteile matt schwarz lackiert. Jetzt sieht das Gerät nahezu perfekt aus. Selbst die Kräuselstruktur der Originallackierung ist nach dem dünnem Lackauftrag schön erhalten.

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Lackieren und Trocknen ist für viele Heimwerker ein Problem. Ich lackiere immer im Freien, wo sich Farbnebelreste verflüchtigen können ohne verdächtige Spuren zu hinterlassen. Nach Regen oder Schnee ist die Luft sehr sauber und man bekommt keine Probleme mit Staub, Flusen oder Mücken. Leider habe ich keinen Backofen, den ich in der Temperatur unter 80 Grad herunter regeln könnte. Daher heize ich den (Gas-)Backofen etwa 5 Minuten auf mittlerer Hitze vor, dann wird er ausgeschaltet und das zu trocknende Teil auf einer Holzunterlage eingebracht. Die Ofentür lasse ich anschließend einen Spalt offen stehen, damit die Lösemittel verdampfen können und sich das Ganze langsam und gleichmäßig abkühlen kann. Das funktioniert ausgezeichnet und mit modernen (Auto-)Lacken ist nach einer guten Viertelstunde Trocknungszeit die Farbe bereits handtrocken. Da man Teile nicht aufhängen kann, sondern aufstellen muss, muss man sie mehrfach lackieren, bis alle Seiten behandelt sind.

TELEFUNKEN TELEPORT VI

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Glücklicherweise konnte ich nach einigem Nachforschen doch noch einen Leiterplattensatz für die 2-m-Version des Telefunken Teleport IV auftreiben. Sogar eine Kopie des dazugehörigen Handbuchs ließ sich anfertigen. Da das Gerät auch benutzt werden soll, habe ich mir bei Andy passende Quarze für R3, das Ulmer Relais bestellt. Bis diese eintrafen, wurden die Hardware und die Leiterplatten gereinigt und soweit möglich überprüft.

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Bei älteren Geräten ist besonders auf verzinnte Bauteile wie Spulenbecher, Abschirmwände usw. zu achten. Wie man auf dem Bild sieht, wachsen im Laufe der Jahre aus der Oberfläche Zinnkristalle heraus, sogenannte Whisker, die zu Kurzschlüssen führen können. Dann ist eine äußerst sorgfältige Oberflächenbehandlung und Reinigung vonnöten.

Leider passte der Empfangsquarz nicht optimal und musste durch eine Schaltungsänderung zusätzlich gezogen werden. Dann konnte die Baugruppe Oszillator abgeglichen werden. Erfreulicherweise benötigten sowohl der Sender als auch der Empfänger nur einen Neuabgleich um gleich betriebsbereit zu sein. Nachdem der Modulationsverstärker auf Preemphasis umgeschaltet und der Hub sorgfältig eingestellt wurde, waren auch die QSO-Partner mit der Modulation zufrieden.

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An diesem Beispiel kann man besonders gut sehen, wie sich Handfunksprechgeräte im Laufe der letzten 35 Jahre weiterentwickelt haben. Ich habe dieses Gerät zum Andenken an die 5 hochqualifizierten Entwickler restauriert, die ich bei meinem Firmeneintritt noch persönlich kennen lernen durfte. Später war ich dann selbst an der Entwicklung des Teleport 9 aktiv beteiligt. Das war eine schöne, kreative und herausfordernde Zeit!

Mikrofone von ELECTRO VOICE EV-638

Mit Liebe zum Detail und geringen finanziellen Investitionen kann man auch solches Stationszubehör restaurieren, das ansonsten eher auf dem Schrott landen würde. Die richtigen Maßnahmen vorausgesetzt, können sogar wieder richtige Edelteile entstehen.

Nach unzähligen Vergleichstests haben sich die hochohmigen, dynamischen Mikrofonkapseln der 600-Serie von Electro Voice aus den Siebzigern als die besten zur Wiedergabe meiner individuellen Stimmlage herausgestellt. Sie wurden durch den Vertrieb der Fa. Heathkit einem breiten Amateur-Publikum bekannt.


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Daher habe ich immer wieder versucht, ein solches EV-Mikrofon aufzutreiben. Mal entdeckte ich eines auf dem Flohmarkt, mal eines bei einer Internetauktion oder bei ebay USA. Eines dieser gebrauchten Mikrofone, das EV-638, hatte doch über die Jahre stark unter Korrosion gelitten. Die Verchromung der Zink-Druckgussteile war gesprenkelt von Aufblähungen und der Tischständer von der Benutzung stark abgegriffen. Deshalb habe ich es zunächst komplett zerlegt und die einzelnen Komponenten sorgfältig gereinigt. Dabei stellte sich leider heraus, dass die Verchromung nicht mehr in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen war. Sie wurde daher vollständig durch Sandstrahlen entfernt (danke Daniel!). Dann habe ich versucht herauszufinden, welche Firma in der Lage ist, Zink-Druckguss zu verchromen. Ein Firmenvertreter wollte es genau wissen, hat die Teile jedoch nach Inspektion unverrichteter Dinge wieder zurückgeschickt und auf das Risiko einer möglichen Fehlbehandlung verwiesen. Fehlanzeige!

Dem Rat eines Arbeitskollegen folgend, habe ich daraufhin alle Bestandteile des Mikrofonkopfs vernickeln lassen. Da mir das Mikrofon in originaler Ganzmetall-Glanzausführung nicht recht gefiel und derzeit wieder Mut zur Farbe erwacht, habe ich den Tischständer dunkelblau einbrennlackieren lassen. Sieht exzellent aus! Nach Neuverdrahtung und Anschluss eines gut geschirmten Spiralkabels ist das EV-638 wieder ein edles Schmuckstück auf dem Stationstisch.


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Ein weiteres Mikrofon desselben Typs entdeckte ich auf einem Flohmarkt. Der Vorbesitzer kam mit dem internen PTT-Taster nicht zurecht, bohrte Löcher in den Standfuß und befestigte dort einen separaten Schalter. Mir standen die Haare zu Berge! Erfreulicherweise schaffte es mein spezieller Lackierer, die Löcher sorgfältig zu schließen und den Fuß perfekt in dunklem Blau zu lackieren. Mit neuen Kabeln und polierten Steckern und Sprechkopf habe ich jetzt ein weiteres Spitzenmikrofon auf dem Stationstisch.

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Wieder ein Mikrofon....Diesmal von TURNER

Mit Geduld findet man bei ebay doch ab und zu interessante Gerätschaften; so wurde ich auch mit diesem Mikrofon fündig. Da ältere Geräte und diejenigen von ICOM höhere Mikrofonspannungen benötigen als sie z. B. Elektretmikrofone abgeben, bin ich öfter auf der Suche nach guten dynamischen Mikrofonen für Sprachaufnahme. Dieses Mikrofon kam leider ohne Tischständer an. Also war ich gefordert, einen selbst zu entwerfen und herzustellen. Die Einzelteile zeigt Bild 1.

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Der neue Fuß wurde aus 3 Aluteilen hergestellt und dunkelblau eloxiert. Die Verbindung zwischen dem Gewindeständer und dem Fuß mit Schalter ist mit 9 Schrauben etwas dekorativ gestaltet. Das Turner liefert eine so hohe Spannung, dass man gerade den IC-7700 gut aussteuern kann und dazu eine perfekte Sprachmodultion.

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Restauration und Reparatur von Transceivern der Fa. Signal/One

Die amerikanische Fa. Signal/One hat drei Generationen von Transceivern aus eigener Entwicklung hervorgebracht und zwei weitere Generationen durch Verbesserung der ICOM-Transceiver IC-781 und IC-756 entwickelt. Das erste Gerät, der CX-7, besaß noch eine Stahl-Keramik-Tetrode in der PA und eine digitale Frequenzanzeige mit Nixie-Röhren. Das Nachfolgemodell war der CX-11. Er war volltransistorisiert und sehr komplex. Das dritte Modell, das es wie die Vorläufer in mehreren Entwicklungsstufen gab, war der Milspec 1030. Er lieferte 200 W Output, hatte echte Seitenbandfilter und einen digitalen Synthesizer.

Der Milspec 1030 ist auch heute noch ein hervorragendes Gerät mit einem exorbitant hohen Wiederverkaufspreis. Leider haben so komplexe Geräte auch Nachteile, die sich im Laufe der Zeit herausstellen. Defekte ICs, mangelhafte Kontaktgabe der zahlereichen Steckverbinder und defekte Endstufen wegen unzulänglicher Kühlung der Endstufe ohne Lüftermodul.

Eine Reparatur eines solchen Geräts - vor allem der digitalen Baugruppen mit ihrer extrem hohen Zahl an integrierten Bausteinen - gelingt eigentlich nur dann in akzeptabler Zeit, wenn man ein Referenzgerät besitzt. Zur Reparatur eines lange nicht in Betrieb befindlichen 1030 hatte ich diesen Vorteil.

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Eines der beiden Geräte hatte einen defekten BFO (ein leider sehr häufig autretender Defekt) und mehrere Fehler im Empfangs-Analogteil. Alle Fehler konnten behoben und das Gerät wieder in einen voll funktionierenden Zustand versetzt werden.

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Die Unterseite des Milspec 1030 zeigt das ungeschirmte Stromversorgungs-/Audiomodul und den geschirmten Noiseblanker im Hintergrund und den Empfangszug vorne. Das Referenzgerät besitzt die von mir entwickelte Hochpassbaugruppe (die Box rechts auf dem Empfänger), die die Entstehung von IM-Produkten 2. Ordnung verhindert.

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Auf der Oberseite erkennt man die 7 Module der digitalen Frequenzaufbereitung, die Platinen der digitalen Abstimmung, der Passbandtuning, des Speichers und des digitalen Interfaces. Vorne befinden sich die Bedienelemente und die große Verbindungskarte und an der Rückfront sind Lineartransistoren und PA auf Kühlkörpern montiert. Rechts sind der Netztrafo und die riesigen Elkos zur Siebung der 13,6 V PA-Spannung angebracht.

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Die Front zeigt die mehrfarbige Frequenzanzeige bis zur 10-Hz-Stelle und die Bedienelemente. Der Transceiver hat 2 VFOs, besitzt eine einstellbare ZF-Clippung zur Erhöhung der mittleren Sprechleistung, einstellbare Ausgangsleistung und viele Features mehr. Eine Reparatur macht in jedem Fall Sinn; ein solches Gerät zu verschrotten wäre doch zu schade!

Nachtrag: Der Versuch, den Milspec in SSB an einer neuen Halbleiter-PA zu betreiben, scheiterte an der ständigen Fehlermeldung "Input Overdrive". Ich vermutete ein Überschwingen der möglicherweise zu langsamen ALC und begann in einem geeigneten Messaufbau diverse Szenarien durchzuspielen. Dabei stellte sich heraus, dass die ALC viel zu schnell war. Die HF-Aussendung in CW ergab einen sauber konstanten Träger mit einer am Front-Regler einstellbaren Ausgangsleistung. Nur in SSB regelte die ALC bereits zwischen den Sprachsilben wieder auf, so dass sich zwar im Mittel dieselbe Leistung wie bei CW ergab, die Sprachspitzen aber den an der Front eingestellten Wert deutlich überschritten. Erst durch Verlängern der ALC-Haltezeit konnte diesem Mangel abgeholfen werden. Nun kann man in jeder Lautstärke ins Mikrofon sprechen - die maximale Ausgangsleistung ist immer konstant und der Betrieb an der PA problemlos möglich.

Dieses Beispiel zeigt, ebenso wie das Problem mit dem Roofingfilter des KWM-380 und dessen originalem Sprachprozessor, dass auch höchstwertige, professionelle Geräte durchaus unter Designfehlern leiden können.

Heathkit HW-12

Der Heathkit HW-12 ist ein Monoband-Mobiltransceiver für das 80-m-Band. Er wurde einmal überarbeitet, wobei nur das Äußere dem etwas moderneren Design der SB-Serie angepasst wurde. Er ist mittlerweile um die 40 Jahre alt. Daher war es eine Überraschung für mich, ein naherzu neuwertig aussehendes Gerät preiswert ersteigern zu können.

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Die Reinigungsarbeiten bei so alten Geräten gestalten sich immer sehr aufwändig. Vor allem auf der Leiterplatte eingebrannter Staub im Bereich der Röhren bedarf sorgfältiger Behandlung. Nach dem vorsichtigen Hochfahren mit Versorgungsspannungen stellte sich der Transceiver funktionslos dar.

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Nach eingehender Untersuchung zeigte nur der Schirmgitterwiderstand der VFO-Röhre unendlichen Widerstand. Nach dem Austauschen schwang der VFO wie vorgesehen und sowohl Empfangsteil als auch Sender funktionierten nach einem Nachgleich ausgezeichnet. Trotz der alten Röhren liefert der Sender noch rund 95 Watt. Ein längeres Test-QSO bewies, dass auch das damals nur 4-polig eingesetzte Quarzfilter hinreichende Selektionseigenschaften hatte und sowohl Empfangs- als auch Sendeeigenschaften für gelegentliche SSB-QSOs völlig ausreichend sind. Man muss also nicht unbedingt in hohe Preisklassen einsteigen.

COLLINS KWM-2A

Der Collins KWM-2A ist sicher eines der bekanntesten Geräte und eines, das sich jeder Funkamateur früher gewünscht hat - und sich meist hat nicht leisten können - das aber auch heute noch jede Menge Liebhaber findet. Auch ich habe es mir nicht nehmen lassen, einem OV-Kollegen ein stark gebrauchtes und seit Jahren auf Lager liegendes Gerät abzukaufen. Vor dem Einschalten hieß es aber: Herrichten.

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Als Erstes versuchte ich herauszufinden, welche der 39 offiziellen Nachrüstungen in die Produktion des Gerätes mit rundem Emblem bereits eingeflossen waren. Das hat fast zwei Tage gedauert, denn der Transceiver ist so zugebaut, dass man weder mit der Lupe noch mit LED-Lampe oder Messstift bis an manche Röhrenfassung "vordringen" kann. Das machte besonders das Nachmessen der Widerstandswerte und Spannungen gemäß Resistance und Voltage Charts schwierig. Nachdem bis auf den gekapselten Dreifach-Elko alle weiteren Elkos und einige Wickelkondensatoren ausgewechselt wurden, konnte erstmals Spannung angelegt werden.

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Der Versuch, das Abstimmwerk für die Empfängervor- und Treiberkreise abzugleichen, scheiterte an festsitzenden Trimmkondensatoren. Insgesamt 8 mussten ausgebaut, zerlegt, gereinigt und vorsichtig wieder eingesetzt werden. Das ist deshalb sehr zeitraubend, weil in der militärischen Fertigung alle Drähte mehrfach durch die Lötösen gewickelt werden und man diese bei der Reparatur nur abschneiden kann. Daher musste auch mancher Verbindungsdraht neu eingesetzt werden.

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Der Empfänger konnte schnell wieder in Betrieb genommen werden. Dann wurde aber auch schon etwas modifiziert. Die Sende/Empfangsumschaltung dauerte viel zu lange. Das VOX-DELAY wurde daher verkürzt. Die Haltezeit der AGC für SSB war hingegen viel zu kurz und musste verlängert werden. Schließlich fehlte nur noch eine Menge Verstärkung im Sendepfad, was den Ersatz vor allem der ZF-Röhren erforderlich machte. Abschließend wurde noch die RX-Gain und der S-Meterausschlag korrigiert.

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Beim Hören stellte sich dann jedoch heraus, dass die beiden BFO-Seitenbandquarze nicht in derselben Relation zur Filter-Mittenfrequenz standen. Das musste durch Ziehen des USB-Quarzes korrigiert werden.

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Zuletzt wurden noch die Treiberkreise abgeglichen und jetzt produziert die Endstufe mit 2 mal 6146 wieder etwa 120 W auf 14 MHz. Das ist in Ordnung. Natürlich gibt es noch eine Menge an Nachrüstvorschlägen zu diesem Gerät, aber ich wollte es nun erst mal im QSO-Betrieb erproben. Dabei zeigten sich Mängel in der AGC und der ALC. Zuerst wurde die SB8 installiert, die eine Modifikation der AGC beschreibt (und die nicht unkompliziert ist, wenn man sie sachgerecht installieren will!) Danach - und wenn man in der neuen Schaltung die Haltezeit für SSB wieder gehörrichtig verlängert hat - ist die NF-Wiedergabequalität schon mal ausgezeichnet. Für die ALC allerdings, die bei Erwärmung des Geräts im Standby positiv und während des Sendens wieder negativ driftet, ist ein Abgleich kaum möglich, es sei denn, man folgt dem Rat eines US-Collins-Kenners und wechselt alle alten Widerstände im Bereich der ALC aus. Das wäre allerdings eine Arbeit für Wochen....Der Sender funktioniert dennoch tadellos und die Modulationsqualität wird sogar gelobt.

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Auch das Netzteil erhielt neue Elkos für längerfristig sicheren Betrieb.

Heathkit SB-303

Der SB-303 war der erste transistorisierte Amateurempfänger von Heathkit. Er erschien einige Zeit vor dem SB-104; beide haben aber ein vergleichbar wenig großsignalfestes Doppelsuper-Design. Die einzige Entlastung von Großsignaleffekten bietet im SB-303 der Preselektor. Dennoch ist die Empfangsleistung z. B. auf dem 40-m-Band etwas unbefriedigend. Trotz dieses Nachteils ist der SB-303 ein sehr gut brauchbarer Empfänger, wenn man mit dem HF-Abschwächer umzugehen versteht.

Das hier restaurierte Gerät war zwar ordentlich gelötet, aber mechanisch sehr schlampig zusammengebaut. Das äußerte sich in ruppiger Abstimmung und einer nicht funktionierenden Justierung des variablen Skalenstrichs. Dieses Manko wurde zuerst behoben durch sorgfältige Reinigung und Schmierung der Abstimmmechanik und durch Feinmontage des LMOs und der Skalen.

Die Suche nach einem passenden Ersatz für das fehlende Netz-Anschlusskabel zeigte, dass Heathkit offensichtlich eine eigene Norm verwendete - die genormten dreipoligen US-Kabel passten nicht in die etwas kleinere Heath-Buchse. Es blieb aus Sicherheitsgründen nichts anderes übrig, als die größere DIN-Buchse einzubauen. Dazu musste die Rückfront komplett abgebaut, modifiziert und wieder installiert werden. Leider wurde so die Beschriftung in Mitleidenschaft gezogen.

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Die Stromversorgungselektronik musste vollständig ersetzt werden. Danach arbeitete die restliche Schaltung nach einem Komplettabgleich wieder sehr ordentlich. Lediglich die AGC-Zeitkonstante "slow" wurde für unverzerrte SSB-Wiedergabe deutlich verlängert.

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Wenn man pingelig ist kann man schließlich noch an der Optik etwas feilen. Ich verwende die Modellbaufarben von Revell, die es in sehr vielen verschiedenen Farbnuancen und kleinen Gebinden gibt, um Farbabsplitterungen oder Kratzer zu retuschieren. Spezielle Farbtöne der unterschiedlichen Hersteller kann man sich leicht zusammenmischen. Mit etwas Handy-Display-Politur lassen sich auch Kratzer oder Eintrübungen auf Skalen oder Instrumentenabdeckungen gut herauspolieren. Dann hat man wirklich wieder Freude nicht nur beim Hören, sondern auch Betrachten der Neuerwerbung.

Signal/One CX-11

Der CX-11 ist eine Generation vor dem Milspec entstanden. Es gibt ihn in etwas unterschiedlichen Ausführungsformen, die man z. T. auch an der ein- oder mehrfarbigen Bedruckung der Frontplatte erkennen kann. Er ist vollständig in Halbleitertechnik realisiert und bietet auch heute noch eine herausragende Sende-/Empfangsqualität. Allerdings stellt erst eine nicht unerhebliche Anzahl an Nachrüstungen die Qualität sicher.

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Die Schaltung ist komplex und schon deshalb schwer zu durchschauen, weil durch die Bank positive und negative Betriebsspannungen verwendet werden und die Signale dazwischen "schwimmen". Das hier aufgepäppelte Gerät hatte einen Defekt im Sendeteil bei Telegrafie. Selbst die sonst so sachkundigen amerikanischen Funkfreunde konnten keine Hinweise auf die konkrete Funktion und den Fehler geben. Also musste selbst geforscht werden. Erfreulicherweise stand ein Referenzgerät zur Verfügung und so konnte nach der Erstellung eines ausführlichen Messprotokolls der CW-Aufbereitung in drei unterschiedlichen Modulen schließlich der Defekt gefunden und beseitigt werden.

Militärisches Bird-SWR-Meter

Im Internet habe ich dieses kleine, professionelle SWR-Meter von Bird entdeckt. Der vorgesehene Einsatzbereich war 30 MHz ... 70 MHz. Es stammte aus militärischem Einsatz und war ziemlich ramponiert. Nach dem Zerlegen und Säubern wurden zuerst die Gehäusehälften neu lackiert.

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Die angebauten BNC-Buchsen waren so deformiert und korrodiert, dass sie ersetzt werden mussten. Dazu war es allerdings notwendig, die Stecker zur Kontaktierung des Richtkoppler-Hauptleiters auf die Stifte der neuen Buchsen zu montieren. Eine etwas diffizile Dreh- und Lötarbeit, aber das Resultat funktioniert bestens. Der Richtkoppler funktioniert mit etwas größerem Fehler bei der Leistungsanzeige auf der ganzen Kurzwelle und dient mir jetzt vor allem dazu, Röhrengeräte im Portabeleinsatz schnell auf maximalen Output abstimmen zu können.

Drake-Linear L-4B

Ein Funkfreund hat mich gebeten zu untersuchen, ob man nicht die L-4B so modifiziren könnte, dass sie zumindest teilweise auch auf den WARC-Bändern benutzbar wird. Insbesondere sollte auf den Bändern 12 m und 30 m Betrieb gemacht werden können.

Da alle klassischen Röhren-PAs schmalbandige Eingangskreise aufweisen, stellen diese das hauptsächliche Hindernis dar, den Verstärker auf anderen Frequenzen benutzen zu können. Das Ausgangs-PI-Filter lässt sich, zwar für einen nicht optimalen Arbeitswiderstand, aber für hinreichend stabile Ausgangsleistung abstimmen, dabei ist grundsätzlich das jeweils höherfrequente Band zu schalten und mit den Drehkondensatoren zu höheren Kapazitätswerten hin abzugleichen.

Um die Endstufe mit hinreichend niedrigem Eingangs-SWR auch auf einem dann tieferfrequenten Bereich ansteuern zu können, sind die Eingangsfilter auf der Kathodenseite zu bedämpfen.

Schaltet man dem 10-m-Bandpass parallel zu C17 eine entsprechend belastbare Widerstandskombination von rund 330 Ohm hinzu, lässt sie die L-4B sowohl auf dem 10-m-Band, als auch auf dem 12-m-Band abstimmen. Dabei beträgt das Eingangs-SWR maximal 1,3 und die Ausgangsleistung immer noch auf beiden Bändern >800 W. Bedämpft man den 20-m-Bandpass parallel zu C19 mit rund 150 Ohm, dann kann man in dieser Schalterstellugn die PA sowohl auf dem 20-m-Band, als auch auf dem 30-m-Band abstimmen. Auch hier ist die erzielbare Ausgangsleistung >800 W, das Eingangs-SWR jedoch etwa 1,7. Das hängt mit der höheren Bedämpfung zusammen, die wegen der hier zu erreichenden Bandbreite deutlich niederohmiger ausfallen muss.

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Eingangskreise der L-4B für die fünf klassischen Bänder.

Die L-4B ist generell trotz ihres Alters ein hervorragender Verstärker. Bei der Kombination mit modernen Transceivern und im häufigen Betrieb sind jedoch zwei geringfügige Modifikationen angeraten. Das betrifft die Strombegrenzung auf der Netzseite beim Einschalten einerseits und die Begrenzung von Strom und Spannung für die Aktivierung der PTT.

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Beschaltung des L-4B Netztrafos und des S/E-Relais.

Nach dem Einschalten müssen zuerst die Hochspannungs-Elkos geladen werden. Bis das erfolgt ist fließt auf der Netztrafo-Primärseite ein sehr hoher Einschaltstrom. Dieser kann langfristig zum Abbrennen der Kontakte des Netzschalters führen. Da es für diesen Schalter keinen Ersatz mehr gibt und damit nicht so oft die Netzsicherung fliegt, ist eine Begrenzung des Einschaltstroms angebracht. Zudem wird das S/E-Relais der PA mit 26 V geschaltet bei einem relativ hohen Relaistrom. Um dies mit dem Schalttransistor eines modernen Transceivers schadlos bewerkstelligen zu können, ist auch hier der Einbau eines Interfaces sinnvoll. Für einen Bekannten habe ich zwei Module der Fa. Harbach eingebaut.

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Das ist die Schaltung der beiden Module. Harbach gibt keine Schaltungen bekannt, obwohl diese recht "primitiv" sind. Die PTT-Steuerung wird aus der Relaisspannung versorgt und anstelle der Diode D5 eingefügt. Die Anschlussspannung ist dann <1 V und der Schaltstrom <2 mA.

Im Original wird die Leitung vom Netzschalter zum externen Netzteil unterbrochen und dort der Vorwiderstand des Netz-Einschaltmoduls eingefügt. Das Schaltrelais wird aus der 110-V-Wicklung versorgt. Da es sich um ein 12-V-Relais handelt benötigt es einen hochohmigen Vorwiderstand, der so viel Verlustwärme entstehen lässt, dass ich Bedenken hatte, ob nicht vor allem die Lebensdauer der benachbarten Elkos beeinträchtigt werden könnte. Ich habe also die Versorgung aus der Anzapfung der 110-V-Wicklung (green/black & brown) vorgenommen und den Vorwiderstand bei gleicher Verlustleistung auf 270 Ohm reduziert. Das ist die richtige Maßnahme um langfristig Ausfälle zu reduzieren.

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So sind die beiden Module eingebaut. Links in der Ecke ist die neue PTT-Steuerung und das Modul links von der Anschlussleiste der Netztrafo-Wicklungen ist die Einschalt-Strombegrenzung.


Wird fortgesetzt!


Zu Problemen oder Fehlern in Geräten der in dieser Liste aufgeführten Fabrikate (einschließlich Drake u. a.) nehme ich gerne Stellung. Nach Absprache ist auch eine Reparatur möglich, sofern Geräte persönlich in Ulm angeliefert oder in sicherer Verpackung zugeschickt werden. Bitte per Email anfragen!