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Einfache Versuche aus der Radiotechnik

 
 
Jeder an Technik interessierte sollte einmal eigene Versuche mit Empfängerschaltungen gemacht haben. Es gibt selbst auf der inzwischen fast vergessenen Mittelwelle eine Menge interessanter Sender zu entdecken, die die Leistungsfähigkeit der einfachen Schaltungen zu Geltung kommen lassen.
   
   
Zunächst einige allgemeine Hinweise zu den Bauteilen:
 
Als Stromversorgung für Anoden- bzw. Kollektorspannung dient ein 12 Volt Akku oder Netzgerät. Bei Röhren, die 6,3 Volt Heizspannung benötigen (EF 80, EF 86, EF 98, EL 95), kann man dafür eine 5 Volt Stromversorgung verwenden. Die 12 SH 1 L sowie die ECC 82 und ECC 83 lassen sich mit 12 Volt Heizspannung betreiben.
Die Röhren sind am günstigsten auf Amateurfunkflohmärkten aber auch beim Elektronikversandhandel zu bekommen. Neuwertige russische Typen, wie die 12 SH 1 L hat sehr günstig beispielsweise Firma Oppermann (soll kein Werbung sein). Ich habe diese und andere Schaltungen zunächst mit der 12 SH 1 L aufgebaut und dann erfolgreich mit EF 80, EF 86, EL 95 und mit der Niedrigspannungsröhre EF 98 (bekannt vom Kosmos Radiomann) probiert. ECC 82 und ECC 83 funktionieren auch, wenn man die Anode des einen Triodensystems mit der Kathode des anderen verbindet.
Die Spule wickelt man als dünnen Schaltdraht, besser Kupferlackdraht 0,3 mm auf eine 4 cm durchmessende Papprolle (Toilettenpapier) mit 100 Windungen, Abgriff bei 10 Windungen.
Als Kopfhörer ist natürlich ein alter hochohmiger Typ mit 2000 – 4000 Ohm Innenwiderstand am besten geeignet. Nur, wo gibt’s den noch? Es geht aber auch ganz prima mit einem keramischen hochohmigen Ohrhörer, der einem 10 Kiloohm Widerstand parallelgeschaltet ist.
Der Drehkondensator muss nicht unbedingt ein alter Luftdrehkondensator sein, die heute erhältlichen Papiertypen funktionieren genauso gut.
Antenne und Erde sind unerlässlich. Als Antenne sollte ein möglichst langer Draht in, besser allerdings außerhalb der Wohnung, gespannt werden. Für die Erde ist die Wasserleitung am geeignetsten. Bitte nicht den Schutzkontakt des Stromnetzes verwenden. Das ist zwar theoretisch möglich, es ist aber beim versehentlichen Berühren mit der Phase lebensgefährlich. Also besser die Finger davon lassen.
Für die Montage ist wieder ein kleines Brettchen geeignet. Die Verwendung von Platinen lohnt nicht; es reicht, wenn einige kleine Nägel oder Schrauben in regelmäßigen Abständen eingedreht werden, die als Lötstützpunkte dienen.
 
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Detektorempfänger

Diese Schaltung verwendet eine Germaniumdiode vom AA 1xx oder OA xx Typ. Interessant ist der meist erfolgreiche Versuche einen früher verwendeten Detektor aus einem Bleiglanz (Galenid) oder Pyrit (Katzen- oder Truggold) Kristall mit einer Nähnadel und Kupferdraht als Kontakten nachzubauen. Statt dem Kopfhörer kann natürlich ein NF Verstärker angeschlossen werden.
    
  
Detektorempfänger
 
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Transistorreflexempfänger

Bei dieser Schaltung wird der Transistor zunächst zur HF Verstärkung, dann zur Verstärkung der NF nach der Demodulation genutzt. Es ist die in zahlreichen Varianten oft in Experimentierkästen verwendete Schaltung, die immer wieder recht lautstarke Ergebnisse bei allerdings schlechter Selektion bringt. Die Verwendung einer Rückkopplung kann die Selektivität und Empfindlichkeit allerdings erheblich steigern.
 

 
 
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Feldeffekttransistorempfänger

Diese Schaltung ist einfach im Nachbau und ausreichend empfindlich. Über das Potentiometer kann die Rückkopplung eingestellt werden. Der Schwingkreis liegt am Gate des Feldeffekttransistors, das mit einem 2 Megohm Widerstand mit Masse verbunden ist. Der FET hat hier die selbe Funktion wie eine Röhre in der klassischen Audionschaltung. Am Sourcewiderstand wird die NF Spannung abgenommen und zum NF Verstärker geleitet. Es kann aber auch ein hochohmiger Kopfhörer statt des Sourcewiderstands verwendet werden. Über die Widerstand/Kondensator Kombination wird die im FET entstehende Rückkopplung gedämpft, dadurch ist eine trennscharfe Einstellung möglich.

 

Audion mit Feldeffekttransistor
 
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Röhrenaudion

Die folgende einfache und nachbausichere Schaltung funktioniert mit mehreren verschiedenen Rundfunkröhren- auch, wenn sie mit ungewöhnlich niedriger Spannung, nämlich 12 Volt, betrieben werden. Ebenfalls ist sie nach Wechsel der Spule auch für den Empfang stärkerer Kurzwellensender geeignet. Anstelle des Kopfhörers kann Widerstand von ca. 4,7 bis 10 Kiloohm eingesetzt und an der Anode ein NF Verstärker angeschlossen werden.

  
Einfaches rückgekoppeltes Audion für Mittelwellenempfang
 
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0 V 1 – der Nachfolger des Volksempfängers

Mein erstes Radiobastelbuch war „Radiobasteln für Jungen“ von Heinz Richter aus dem Jahr 1957. Darin wird ein Röhreneinkreisempfänger mit Röhren aus der U Serie beschrieben. Ich habe die Schaltung leicht modifiziert und auf heutige Röhren übertragen. Das Gerät ist mit einer Mittelwellenferritantenne ausgestattet, aber beim Zuschalten einer Drahtantenne steigt die Empfangsleistung erheblich. Die Ferritantenne habe ich irgendwo mal ausgebaut, stattdessen kann man aber sicher eine Toilettenpapierrolle mit 80 Windungen 0,3 mm Kupferdraht mit Anzapfung bei 20 Windungen verwenden. Die Antenne schließt man an der Rückkopplungsspule an.

Die Leitungen sollten möglichst kurz geführt und sehr sorgfältig verlegt werden, sonst neigt der Empfänger zu unangenehmen Eigenschwingungen, was sich in hässlichen Brummen oder Kreischen äußert. Von Bedeutung ist auch der wert des Widerstandes, der die Schirmgitterspannung der EF80 bestimmt. Sollte der Einsatz der Rückkopplung Schwierigkeiten bereiten, muss dieser widerstand verändert werden. Man kann auch ein Potentiometer von ca. 2 Megohm verwenden, dann kann man allerdings auch den Rückkopplungsdrehkondensator durch einen Kondensator von ca. 10 bis 100 pF ersetzen und die Rückkopplung über das Potentiometer einstellen.
Die Schaltung erlaubt zahlreiche Modifikationen und lädt zum experimentieren ein. Man sollte bei allem Eifer aber nie vergessen, dass Netzspannung anliegt, und die in den Netzteilkondensatoren gespeicherte Energie lebensgefährlich werden kann.
 

0 V 1 mit EF80 und EL84
 

Betriebspannung: 6,3 V für Röhrenheizung und ca. 250 V Anodenspannung aus
Trenntrafo mit Brückengleichrichter (niemals direkt ans Netz !)
 
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Einfacher Funkversuch

Der nachfolgende Schaltungsaufbau lässt einen das Gefühl der Pioniere der Funktechnik im Ansatz nacherleben. Man könnte die Schaltung natürlich mit Funkeninduktor und großen Spulen aufbauen, aber dadurch wird das ganze ein wenig gefährlich und führt zu ausgedehnten Störungen im Rundfunk- und Fernsehempfang.

Das Relais schaltet sich ähnlich einer Klingel (die kann man auch verwenden, man sollte allerdings die Glocke abschrauben) in schneller Folge ein und aus. Damit wird der Schwingkreis immer wieder angestoßen und kann gedämpfte Schwingungen abstrahlen. Diese werden dann in dem Detektorempfänger hörbar gemacht, man vernimmt den rauen Ton entsprechend der Frequenz der Unterbrechungen des Stromkreises. Die Reichweite ist bescheiden, eindrucksvoll ist der Versuch aber, wenn sich Sender und Empfänger in verschiedenen Zimmern befinden, wenngleich auch beide der trennenden Wand sehr nahe kommen müssen. Eine kleine Verbesserung stellt das Anbringen eines ca. 30 bis 50 cm langen Alustabes oder Eisendrahtes als Antenne und das Herunterhängenlassen der gleichen Länge Draht als Gegengewicht an Masse bei Sender und Empfänger dar.


 
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Kosmos Experimentierkasten Radiomann

Mein erstes Radio baute ich mit dem Kosmos Experimentierkasten RADIOMANN, den ich von meiner Oma zum 10. Geburtstag geschenkt bekam. Es war schon ein besonderes Erlebnis als der erste Diodenempfänger das Programm des Hessischen Rundfunks auf Mittelwelle im Kopfhörer wiedergab. Der Röhreneinkreiser hatte dann allerdings wirklich eine erstaunliche Senderauswahl zu bieten.


Audion mit induktiver Rückkopplung aus dem Kosmos Radiomann
 
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