Güni ´s Outdoor-Seite
Ich
verstehe mich nicht als Survival-Typ. Aber ich gehe gerne raus in den
Wald, nehme mir meine Ausrüstung mit und freue mich, wenn ich
mir auf einer Wiese ein Süppchen kochen kann. Ich will auf
dieser Seite meine persönlichen Erfahrungen und Meinung
weitergeben. Ich werbe nicht für eine bestimmte Marke,
schon gar nicht für Militarismus, selbst wenn bei meiner
Ausrüstung die vom Militär verwendeten Gegenstände
einen großen Raum einnehmen.
Das Thema "Outdoor"
hat mich schon immer begeistert. Bereits in meiner Kindheit war ich
fasziniert von Robinson Crusoe´s (Über)Leben auf der
Insel, später habe ich Jules Verne´s "Geheimnisvolle
Insel" unter der Schulbank gelesen. Bei den Pfadfindern habe ich
viele nützliche Dinge gelernt. Heute, viele Jahre später
mag ich die Videos von Dave Canterbury, Cody Lundin und Bear Grylls und
bewundere Männer wie Rüdiger Nehberg.
Im folgenden
möchte ich meine Ausrüstung vorstellen, über meine
Erfahrungen damit berichten und meine persönliche Meinung
äußern.
Die Jacke
Jeder
Schritt vor die Tür erfordert eine vernünftige Kleidung.
Davon lebt eine riesige Industrie. Und mittlerweile begegnet man alle
paar Schritt Menschen in den Jacken der einschlägigen Marken.
Das ist schon ganz in Ordnung so, mir gefällt es besser als ein
Wettbewerb mit Nobelklamotten.
Ich kaufte mir 1988 eine
orginal amerikanische M-65 Feldjacke von Alpha Industries. Die habe
ich heute noch, ziehe sie immer noch gelegentlich an, sie scheint
unverwüstlich. Durch das einknöpfbare Futter hält sie
auch im Winter wirklich warm, aber leider auch im Sommer, selbst ohne
Futter. Größere Touren laufe ich mit ihr nicht
mehr.

M-65
Jacke mit BW Dreieckstuch als Halstuch
BW Parka
Jack
Wolfskin "Topaz"
Als Alternative habe ich mir vor
vielen Jahren einen oliven Bundeswehr Parka besorgt. Auch der
hat ein einknöpfbares Futter, ist für alle Jahreszeiten
geeignet. Gegenüber der M-65 Jacke ist er länger
geschnitten, geht über das Gesäß, hält im Winter
wärmer. Ich habe ihn gerne getragen, vor allem in der kalten
Jahreszeit.
Obwohl ich beide Jacken nicht missen möchte,
ziehe ich heute bei Wanderungen meistens aber eine moderne
atmungsaktive Jacke, bei Kälte mit zusätzlichem Flies, an.
Diese ist wesentlich leichter, läßt sich gut in oder auf
den Rucksack packen, ist wasserdicht.
Mein Favorit ist die "Topaz"
von Jack Wolfskin mit einziehbarem Flies. Die Jacken von
Herstellern mit anderen Logos sind natürlich genauso gut.
Ich
habe immer ein Halstuch bei mir. Dazu verwende ich ein grünes BW
Dreieckstuch aus Baumwollstoff. Es wärmt im Winter den Hals, bei
Bedarf
läßt sich daraus auch ein Kopftuch binden. Solch ein
Dreieckstuch gibt es auch in brauner Farbe mit etwas dickerem Gewebe
vom Bundesgrenzschutz. Eine Alternative ist das (alte) rechteckige
Neckerchief der US Army in 90 x 60 oder 180 x 60 cm aus braunem
Baumwollstoff. Es trägt aber beim Knoten um den Hals mehr auf als
das von mir favorisierte Dreieckstuch.
Die
Hose
Jahrelang waren die bei der
Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und anderen Organisationen
verwendeten Hosen (vorzugsweise in schwarz) für mich optimal.
Wenn es aber mal tüchtig regnet und die Hose durchnäßt,
steif und schwer geworden ist, ist es vorbei mit lustig.
Das
Modell der Amerikaner ist da schon fortschrittlicher, wesentlich
leichter und moderner. Diese Hose ist allerdings nicht so
angenehm kuschelig, wenn man mal im Winter zu Hause in der Wohnung
sitzt. Vor allem aber mag ich das Camouflage nicht, es ist mir
zu militärisch.
Die neuen Stoffe und Materialien, die in
den Outdoorhosen der entsprechenden Hersteller verarbeitet werden,
sind einfach besser. Wenn ich draußen bin, trage ich fast immer
solche modernen Trekkinghosen, allerdings will ich zuhause meine
alten nicht missen.
Schuhe
Hier
ist es das gleiche Problem. Meine mittlerweile mindestens 25 Jahre
alten BW Stiefel werde ich nicht wegwerfen. Ich laufe darin aber auch
keine größeren Strecken mehr. Es geht nichts über ein
Paar leichte, stabile, über den Knöchel reichende Goretex
Stiefel.
Rucksack/Tasche
Auch
über dieses Thema wurde schon viel geschrieben. Ich habe mit
einem gebrauchten BW Gebirgsjäger Rucksack begonnen. Glücklich
wurde ich damit aber nicht so richtig. Später habe ich mir die
neuere Ausführung dieses Rucksacks gekauft. Den gibt es
inzwischen auch als qualitativ ganz guten Nachbau für etwa 20
Euro. Er wiegt 1.150 g, fasst etwa 30 Liter, das reicht für eine
ausgedehnte Wanderung. In die Tasche am Rücken kann man die 400
g schwere zusammenfaltbare BW Iso-Matte einschieben. Dann ist der
Rücken gepolstert, eingepackte kantige Gegenstände stören
nicht mehr. Wenn man aber Schlafsack, Iso-Matte und gar noch Zelt
dazupacken will, wird es schwierig. Auch ist er ziemlich schwer
und liegt am Rücken an, läßt einen dadurch ordentlich
schwitzen.

BW
Gebirgsjäger-Rucksack alt und neu
Mehr Raum bietet
der aus dem Vietnamkrieg bekannte ALICE-Pack. Er hat ein
Trage-Rahmen, der Rücken bleibt frei. Auch hat er drei große
und drei kleine Taschen für schnellen Zugriff. An den
zahlreichen Laschen lassen sich zusätzliche Taschen,
Wasserflasche, Messer oder ähnliches anbringen. Insgesamt ein
tolles System, aber groß, schwer und für eine kleinere
Wanderung absolut überdimensioniert. Allerdings finde ist es
einfach schön, einen ALICE-Pack zu besitzen. Er ist bei ebay
gebraucht zu erhalten.

ALICE-Pack
von vorne und hinten
Wenn ich heute unterwegs bin,
trage ich in der Regel einen Jack Wolfskin "Barny XT 30 deluxe"
(30 Liter).
Der "Barny" hält durch das
Tragegestell den Rücken frei und überzeugt durch Robustheit und Funktionalität.
Für kürzere
Strecken hatte ich früher einen "Jester" von The North
Face,
jetzt nehme ich den kleineren Meru "Canberra 20"
von Globetrotter.

Jack Wolfskin "Barny XT 30 deluxe"
The North Face "Jester" Meru "Canberra"
Für den
ausgedehnten Spaziergang oder die kleine Wanderung hänge ich mir
meinen BW-Brotbeutel um. Diese kleine Tasche ist als originale
ungebrauchte Depot-Ware und in zahllosen Varianten und Farben als
Baumwoll Nachbau für unter 10 Euro zu bekommen. Mir ist das
Original eindeutig lieber. Sie ist wasserabweisend und sehr
strapazierfähig, wiegt allerdings leer bereits etwa 450 g.
In
meinen Brotbeutel habe ich eine PET Flasche mit einem halben
Liter Wasser, einen amerikanischen Canteen Cup, Schweizer Notkocher
71, Löffel, mein Mora 2000 Messer und einige weitere Utensilien.
An der Rückseite unter den Schlaufen klemmen 15 Meter Schnur und
ein US-Poncho. Damit bin ich für alle Widrigkeiten ganz gut
gewappnet, habe bei Bedarf einen Regenschutz bzw. eine Unterlage für
feuchten oder schmutzigen Boden, wenn ich rasten und etwas kochen
möchte.

BW-Brotbeutel
vorn, hinten und offen
Poncho
Ein
Regenschutz ist unerlässlich. Ideal ist allerdings eine moderne
leichte, regendichte Jacke, die man in den Rucksack knäulen oder
daran befestigen kann. Wenn man sich allerdings mal auf den feuchten
Boden legen oder setzen möchte, ist das nicht geeignet. Hier
beginnt die Domäne der Ponchos. Sie bieten einen wirklich guten
Regenschutz, aber auch bei Bedarf Unterlage oder sind geeignet als
Bedachung eines kleinen Notlagers. Man kann auch bei Regen damit eine
ansehnliche Menge Wasser sammeln. Allerdings wirkt das
Erscheinungsbild eines einsamen in einen (in der Regel) olivfarbenen
Poncho eingehüllten Wanderers auf andere Menschen sehr
befremdend.
Als erstes möchte ich natürlich wieder den
BW-Poncho vorstellen. Er besteht aus einem Gummimaterial, ist sehr
stabil, mit 1.050 g allerdings auch ziemlich schwer. Man bekommt
ihn als gut gebrauchte Ware im Surplus Versandhandel oder über
ebay für um die 25 Euro.
Die Alternative ist der US
Poncho, früher in oliv, seit längerer Zeit in
Woodland-Tarn. Durch das Ripstop Gewebe ist er mit 750 g deutlich
leichter als der vom Bund, wirkt insgesamt flexibler und handlicher.
Mit etwas Glück hatte ich noch einen in oliv als neuwertige
Depotware für 30 Euro bekommen. Man muss beim Kauf etwas
aufpassen,
manche "Gebrauchte" haben einen wirklich üblen Geruch, den man
nicht mehr herausbekommt. Bei meinem unbedachten Versuch einen Poncho
in der Waschmaschine zu säubern, habe ich mir die Gummischicht
total ruiniert.
Wirklich
günstig und als eine brauchbare Alternative zu den Ponchos aus
Armeebeständen ist der Nachbau in Ripstop Nylon für etwa 18
Euro. Sie wiegen knapp 400 g. Es gibt sogar eine Luxus Ausführung
in SilNylon für knapp 30 Euro.
Die ehemalige NVA der DDR
hatte eine etwa 1.250 g schwere, dicke Zeltbahn im typischen "Ein
Strich-Kein Strich"-Tarn. Diese Zeltbahn ist für ca 8 Euro in
neuwertig zu bekommen, sie läßt sich zu einem Umhang knöpfen
und hat Schlitze, um die Hände durchzustecken. Man sieht damit
zwar wirklich seltsam aus, es ist aber ein passabler Notbehelf bei
Regen. Als Liegeunterlage ist die NVA Zeltbahn durch ihr Dicke
perfekt geeignet. Was stört, ist das relativ hohe Gewicht.
Zwei
dieser Bahnen lassen sich zu einem Notzelt zusammenknöpfen.
Dieses Zelt ist allerdings nicht lang genug, die Füße
schauen unten raus. Auch tut man sich die Finger beim Knöpfen
der Metalknöpfe in die engen Knopflöcher ziemlich weh. Das
ganze macht keinen Spaß.
Als Zubehör sind für
die NVA Zeltbahn Holzgestänge, Abspannschnur und Heringe und ein
passendes Säckchen erhältlich. Dieses Set ist auch für
die anderen Ponchos, die sich übrigens alle zum Zelt
zusammenknöpfen lassen, verwendbar.
Als einfacher
Regenschutz reicht zur Not ein großer blauer Müllsack, in
den rasch Löcher für Kopf und Arme geschnitten
werden.
Als gute Unterlage beim Rasten bzw. als Regenschutz im Sinne eines "Billig-Tarps" eignet sich
eine in Baumärkten erhältliche Kunststoffplane mit Befestigungsösen. Sie ist relativ kostengünstig in unterschiedlichen Größen erhältlich.
Zelt
Ich bin zufriedener Besitzer eines Jack Wolfskin "Termite 2". Es biete für eine Person sehr viel Platz, zur Not kann man auch zu zweit darin schlafen. Das Gewicht liegt bei 2.600 g bei geringem Packmaß. Das alte Model ist allerdings nicht mehr verfügbar. Es gibt zahlreiche sehr gute Alternativen von anderen Herstellern.
Trinkflasche
Die
einfachste und hygienischste Lösung ist eine PET Flasche mit 0,5
oder 1 Liter Inhalt. Sie lässt sich mehrfach wieder auffüllen,
und wenn sie nicht mehr gut aussieht, wird sie im Supermarkt
zurückgegeben.
Es gibt tolle Wasserflaschen von
verschiedenen Outdoor Ausrüstern. Diese sind aber nicht
billig. Ich benutze die Nalgene "Top Loop". Sie hat
eine weite Öffnung und ist sehr robust. Leider kostet sie 10 Euro.
Als brauchbare Lösung bietet sich die Feldflasche
der ehemaligen NVA Feldflasche an. Sie wiegt 230 g, hat etwa 0,7
Liter Inhalt, ist aus Kunststoff mit einem Strichtarn Stoffbezug.
Über die Kappe ist ein Alutasse geschnallt. Allerdings werden
die Drahtgriffe dieses Trinkbecher sehr schnell unangenehm warm, wenn
ein heißes Getränk im Becher ist. Ich verwende so eine
Flasche, wenn ich in der Türkei im Urlaub bin, der Becher ist
dort manchmal sehr nützlich.

NVA-Flasche
geschlossen und offen
Bei der Bundeswehr und beim
Technischen Hilfswerk war ein interessantes Trinksystem im Einsatz,
in das ich mit trotz Nachteil des relativ hohen Gewichts (knapp 560
g) regelrecht verliebt habe.

THW-Flasche
geschlossen und offen
Nalgene Top Loop
Durch die äußere Alu
Schutzhülle bleibt das Wasser deutlich länger kühl,
ein entscheidenter Geschmacksvorteil. Den Deckel mit dem Griff kann
man hervorragend als kleinen Topf über einem Feuer oder Kocher
verwenden. Der Griff wird jedoch sehr heiß, man sollte ihn mit
einem Tuch greifen, um sich nicht zu verbrennen.
Die Flasche vom
Bund erhält man im typischen Oliv für 3,50 Euro gebraucht,
die vom Technischen Hilfswerk in grau und unbenutzt für knapp 5
Euro.
Kochgeschirr
Auch
bei diesem Utensil gibt es eine gemeinsame Ausführung für
Bund und THW, die sich nur in der Farbe unterscheidet. Das graue Teil
vom THW ist als unbenutzte Lagerware für unter 10 Euro zu haben.
Gewicht etwa 550 g.

THW-Kochset
geschlossen und geöffnet
Handle Mug, Bowl with Grip, Tatonka Kocher
Es gibt günstiger für
etwa 5 Euro die NVA-Ausführung, diese ist ein etwa 100 g
leichter, aber deutlich einfacher gearbeitet.
Ich benutze sie im
Türkei Urlaub und bin echt zufrieden.

NVA-Kochset
geschlossen und offen
Das absolute Highlight ist aber nach
meiner Meinung das Schwedische Kochgeschirr. Es ist zwar etwas
schwerer, beinhaltet aber außen einen Windschutz, innen den
Kocher und eine Flasche mit Spiritus. Ein Essbesteck und kurzes
Stabfeuerzeug, ggf. noch eine kleine Zange lassen sich mit in den Topf
mit hineinpacken. Die Alu-Ausführung wiegt mit Kocher,
aufgefüllter Spiritusflasche und einem kleinen Stabfeuerzeug 1.265
g, die von mir bevorzugte Edelstahl-Ausführung etwa 1.560 g.

Schwedisches
Kochset geschlossen und offen
Das Schwedische Kochset ist als
neuwertige Lagerware in Alu-Ausführung (leer 730 g) und in
gebrauchter Edelstahl-Ausführung (leer 1030 g) zu erhalten,
Preis um die 15 Euro. Zwar ist die Edelstahl-Ausführung knapp
300 g schwerer, aber sie macht einen wesentlich besseren Eindruck
bezüglich Stabilität und Hygiene.
In meinem
BW-Brotbeutel habe ich allerdings den Canteen Cup der US Armee,
eine knapp 250 g schwere Edelstahl-Blechtasse mit einem halben Liter
Inhalt und Drahtgriffen, die als unbenutzte Lagerware erhältlich
ist. Gemeinsam mit einem kleinen Kocher ist man perfekt vorbereitet,
wenn bei kalter Witterung die Lust auf einen (Tüten)kaffee oder
ein Süppchen kommt.
Als Alternative eignet sich von Tatonka der Edelstahl Becher "Handle Mug" mit Klappgriffen für etwa 9 Euro. Er hat ein Volumen von gut 450 ml, ist stabil und gut zu reinigen. In ihn passt exakt die 10 Euro teure 1 Liter Wasserflasche "Loop Top" von Nalgene.
Nicht schlecht ist auch der Edelstahl Teller "Bowl with Grip" von Tatonka. Er ist ebenfalls für 9 Euro zu haben.
Kocher
Gemeinsam
mit dem Schwedischen Kochset wird ein Spirituskocher von Trangia oder
Svea geliefert. Dieser Brenner ist aus doppelwandigem Messing. Der
Spiritus im Inneren wird entzündet, er erhitzt die Wand des
umschlossenen Raums und der dann verdampfende Spiritus erzeugt eine
große Flamme mit guter Hitze. Vorteilhaft ist die
Wartungsfreiheit und Robustheit. Lediglich bei großer Kälte
will der Spiritus nicht verdampfen, dann muss der Kocher vorgewärmt
werden.
Dieses Kochersystem ist in kleinerer Ausführung
(Leergewicht ca. 120 g schwer) von Trangia, Esbit, Tatonka für
11 bis 20 Euro sowie auch als einfacher Nachbau von MilTec für 5
Euro zu bekommen.
Cup
Canteen über Trangia Kocher mit EsbitTaschenkocher als Ständer
Trangia Kocher - Esbit Trockenbrennstoff
Kocher und Light my fire Feuerstahl Model Army 2
Einen
kleinen Esbit Trockenbrennstoff Kocher mitzuführen, ist kein
Fehler, er eignet sich außer zum Kochen sehr gut als Windschutz
und als Ständer für einen kleinen Topf. Der
Esbit-Tabletten Kocher wiegt mit Esbit nur 180 g, heizt aber
eher schlecht, ist sehr windempfindlich und stellt nur eine
Notlösung dar.
Besser finde ich -wenn man auf das
seperate Mitführen von Spiritus verzichten will- einen Schweizer
Notkocher 71. Dieser enthält eine Brennpaste, die bestimmt
für
etwa 4 Stunden reicht. Er wiegt 180 g, ist einfach zu transportieren,
wieder verschließbar und besitzt einen kleinen Alu-Ständer
für einen kleinen Topf. In Baumärkten finden sich für
etwa den gleichen Preis (um die 2 Euro) ähnliche mit Brenn-Gel
gefüllte Dosen. Allerdings benötigt man dann noch einen
kleinen Ständer für den Topf, z. B. 2 Winkelbleche. Diese
Lösung ist dann etwas schwerer als der Notkocher 71. Brenn-Gel zum
Nachfüllen gibt es ebenfalls im Baumarkt.
Eine interessante Verwendung
für den IKEA Edelstahl-Besteckständer "Ordning"
(Preis: 2,49 Euro) als Hobo-Stove habe ich bei YouTube gefunden. Auf
zwei Zeltheringen findet ein Topf stabilen Halt. Man muss das Teil
nicht unbedingt umbauen oder eine Öffnung aussägen. Kleine
Holzstücke lassen sich darin auch so gut verbrennen. Zum
Nachlegen kann man einfach den aufgesetzten Topf wegnehmen. Statt
eines Holzfeuers kann man auch einen Spiritus- oder Brennpastenkocher
nehmen, der "Ordning" ist dann ein guter Windschutz.

IKEA
"Ordning" Stove
Notkocher 71 Brenn-Gel Dose mit Sänder
aus Winkelblechen
Essbesteck
Qualitativ
kaum zu übertreffen ist das Edelstahl Essbesteck, welches auch
die Bundeswehr verwendet. Allerdings ist es 200 g schwer, und den
Dosenöffner habe ich bis heute noch nie verwendet. Mir reicht
ein einfacher ausrangierter Löffel aus der Küche. Sehr
gefragt scheint seit einiger Zeit der "Spork" von Light my
fire zu sein, eine 10 g leichte Kombination aus Löffel und
Gabel in Kunststoffausführung. Er ist wirklich nicht
schlecht.
Messer
Über
dieses Thema finden sich wohl Unmengen an Informationen, Meinungen
und Review Videos im Internet. Ich will mich auf die Mitteilung
meiner persönlichen Erfahrungen beschränken.
Als
günstiges (unter 30 Euro) Messer für draußen verwende
ich das Mora 2000.

Mora
2000
Mora Bushcraft Forest - Force - Triflex und Companion AK74 Bajonett - Glock Feldmesser FM71 -
BW-Messer
Viele mögen es häßlich
finden, ich mag es wegen seiner Praktikabilität. Es wiegt 140 g,
ist bei Nässe noch sehr griffig, die 11,5 cm lange Klinge hat
eine optimale Form und ist sehr scharf. Das Messer ist für
Rechts- und Linkshänder verwendbar und sitzt absolut sicher in
der leichten Plastikscheide. Die Trageschlaufe ist so groß,
dass sie über alle Koppel gezogen werden kann, sogar über
das neue UTV-Koppel der ehemaligen NVA. Auch läßt es
sich gut an einer Schnur am Hals tragen. Der rostfreie 12C27 Stahl
ist von sehr guter Qualität.
Die Weiterentwicklung des
Mora 2000 findet sich in der 2010 Bushcraft Serie.
Das "Forest"
hat dieselbe Klinge wie das 2000, sie steckt aber 1 cm tiefer im
Griff, ist daduch entsprechend kürzer, aber sehr handlich. Der
Griff ist bei allen Messern dieser Serie perfekt geformt, liegt
absolut sicher auch in der nassen Hand.
Das "Force" hat
eine etwas anders geformte Klinge, der Stahl ist bis zur Messerspitze in voller Klingenbreite durchgezogen. Dieses Messer wirkt
absolut stabil, aus meiner Sicht ist es zu einem günstigen Preis
(um 30 Euro) ein ideales Outdoormesser.
Das "Triflex" hat
eine etwas schmalere Kline aus sehr belastbarem, allerdings nicht
rostfreien Stahl. Es ist sehr scharf und schnitthaltig.
Zum
günstigeren Preis für um die 12 Euro war früher das
Mora "Clipper" Arbeitsmesser zu bekommen, heute abgelöst
vom Nachfolger "Companion". Dieses Messer gibt es mit
rostfreier 12C27 Stahl Klinge und mit Carbonstahl Klinge.
Carbonstahl ist zwar rostanfällig, hat aber eine höhere
Härte und läßt sich extrem scharf schleifen. Das
ganze "Companion" Messer ist etwas kleiner als die Bushcraft
Serie, die Klinge ist mit 10 cm etwas kürzer und schmaler. Es leistet aber sehr gute
Dienste.
Ich habe früher das BW-Messer, das AK74 Bajonett
und das Glock Feldmesser FM78 (ohne Sägezahnung) verwendet. Ich
war mit keinem richtig zufrieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich
mir mit meinem Messer ein Brot schmieren möchte, ist sicher
wesentlich größer, als dass ich Holz spalten muss. Die
großen Klingen sind beim Essen wenig geeignet. Außerdem
kann es durch das veränderte Waffengesetz echte Problem
geben, wenn man ein Messer führt, dessen Klinge länger als
12 cm ist.
Das optimale Taschenmesser ist aus meiner Sicht das
Victoinox Schweizer Soldatenmesser 08. Es läßt sich mit
einer Hand zu öffnen, ist sehr scharf mit Wellenschliff am
vorderen Klingenende (ideal, für feinere Arbeiten besser als in
Griffnähe). Es hat zusätzlich noch eine wirklich gute
kleine Holzsäge, Schraubendreher, Kapselheber und eine Ahle, mit der
man an einem Feuerstahl große Funken erzeugen kann, ohne die
Klinge zu ruinieren.
Als "zivile" Ausführung mit
ein paar mehr Tools (Korkenzieher, Schere, Pinzette, Zahnstocker, ggf. auch noch
kleine Zange, oder zusätzlich sogar Eisensäge/Feile) sind die Modelle Outrider,
Herkules bzw. Work Champ, ebenfalls von Victorinox, zu empfehlen.
Diese haben auch eine große feststellbare Klinge,
allerdings ohne Sägeschliff und nicht mit einer Hand zu
öffnen.
Für den täglichen Gebrauch (mein EDC)
trage ich ein Victorinox Cybertool 34

Victorinox
Cybertool 34 in einer MilTec Messer Tasche
Victorinox Herkules und
Outrider - Garmin etrex HCx Legend
Feuerstahl
Sicher
wird man die meisten Flammen mit einem normalen Feuerzeug entzünden,
aber Bushcraft und Trekking bleiben leere Worte ohne einen
Feuerstahl. Ich mag die Produkte von Light my fire, von denen es
verschiedene Ausführungen gibt. Der "Mini" reicht für
ungefähr 1.500, "Scout" für 3.000 und "Army"
für 12.000 Zündungen. Ich bevorzuge bezüglich
Größe, Gewicht und Preis die "Scout"
Ausführung. Sie wiegt 25 g, kostet ca 7 Euro.
Für den
Urlaub in der Türkei habe ich einen Magnesium Block, von
dem sich Späne abschaben und als Zunder verwenden
lassen.

Victorinox
Schweizer Armeemesser 08 - NVA-Kompass
Light
my fire Feuerstahl in Mini, Scout und Army Ausführung -
Magnesium Block
Kompass
Auch
hier scheiden sich die Geister der Experten. Mir reicht der
NVA Kompass, der bei ebay immer wieder mal für unter 20 Euro zu
bekommen ist. Er wiegt 60 g, ist aus robustem Plastik, hat eine
Einteilung in 60 Striche, einen Spiegel im Deckel und eine
Tragekordel.
Als eine künftige Anschaffung liebäugele
ich mit einem Silva "Ranger 27 SL".
Sehr praktisch ist eine kleine von MilTec für 2 Euro vertriebene
Signal-Trillerpfeife, die mit einem Mini-Kompass und einem
Thermometer versehen ist. Dieser Mini-Kompass reicht in der Regel zur
Orientierung für die grobe Richtung.
Taschenlampe
Die
im Surplus-Handel erhältlichen Armee-Taschenlanpen sind groß,
schwer und unhandlich. Die BW Ausführung für 2 Monozellen
wiegt etwa 500 g. Die Filter für grünes oder rotes Licht
habe ich bisher nie benötigt.Ich halte eine am Kopf zu tragende
LED Lampe mit 3 AAA Zellen für zeitgemäß.
GPS
Gerät
Ich habe mir vor längerer
Zeit das Garmin "etrex HCx Legend" besorgt. Es ist im Preis relativ
günstig ( um 150 Euro), besitzt einen micro SD Steckplatz, der 4
GB akzeptiert, auf den Karten geladen und gewanderte Tracks
abgespeichert werden können. Mittlerweile ist aber für rund
200 Euro ein Nachfolgermodell verfügbar, das etrex 20. Das
ebenfalls neue Model etrex 30 ersetzt das "vista", hat einen
eingebauten elektronischen Kompass, einen barometrischen
Höhenmmesser und ermöglicht eine drahtlose
Datenübertragung, kostet aber 30 bis 50 Euro mehr. Dazu kann man
die Garmin Topo
Deutschland, eine gute Karte im Maßstab 1:25.000 laden. Sie kostet allerdings bis knapp 200 Euro zusätzlich.
Als optimale Alternative habe ich im Internet die kostenlose Karte "Reit- und Wanderkarte" (http://www.wanderreitkarte.de) entdeckt. Diese läßt sich in Einzelabschnitten farbig ausdrucken und ist dann mit der Darstellung im GPS Gerätedisplay identisch. Damit ist eine rasche Lokalisation des aktuellen Standortes mit schneller Abschätzung der Entfernung zum nächsten Ziel möglich.
Wenn man den gewanderten Weg auf dem Gerät als Track abgespeichert hat, läßt
er sich sich anschließen bei "GPSies.com" mit einer
Karte überlagern. Man sieht dann seine gewanderte Strecke
einschließlich des Verlaufs der Steigungen, kann sie
gegebenenfalls publizieren.
Schlafsack
Auf
diesem Sektor gibt es ebenfalls ein riesiges Angebot. Mir reicht ein
gut erhaltener gebrauchter BW-Schlafsack.
Gewicht und Isolation
stehen in einem guten Verhältnis, ich fühle mich darin
wohl, habe bisher immer warm geschlafen.
Zu dem Schlafsack gehört
ein gummierter Packsack und eine Kunststoffplane als Unterlage. Das
Ganze wiegt dann 3,5 kg.

BW-Schlafsack
Wolldecke
Dave Canterbury ist ein absolut ernst zu nehmender Mann in
Sachen Survival. Wenn er in seinen Videos und Artikeln als
Alternative zum Schlafsack eine Wolldecke mit 100% reiner Wolle,
ca. 150 x 220 cm groß propagiert (er rät zur italienischen
Armee-Wolldecke), sollte man zumindest mal darüber
nachdenken.
Ich habe mir kürzlich eine Wolldecke der
holländischen Armee besorgt, ebenfalls 100% Wolle, 170 x 210 cm,
2.600 g schwer. Sie hält wirklich warm, ist aber ziemlich
kratzig.
Der Schlafsack wiegt zwar ein kg mehr, ist aber
wesentlich bequemer. Im nächsten Sommer werde ich die Wolldecke
aber mal draußen als Schlafsackalternative ausprobieren.
Das
Notfallset (Allzeit-Bereit-Kästchen)
Während
meiner Zeit als Pfadfinder hatten wir bei unserer Ausrüstung
immer das "Allzeit-Bereit-Kästchen", abgekürzt
mit "ABK" dabei. Darin befanden sich die Utensilien, von
denen man sich erhoffte, dass sie im Notfall hilfreich sein könnten.
Ich konnte mich mein gesamtes Leben lang nicht mehr
von dieser ABK-Idee trennen, habe immer etwas in dieser Art im Rucksack oder Auto bei mir gehabt.
Nach langer "Evolution" enthält mein ABK jetzt
verpackt in einer Plastik Box:
- 1 Isolierdecke aus
Aluminium silber/gold
- 1 großer blauer Müllsack
- 1
kleiner Plastikbeutel (Gefrierbeutel)
- 1 Paar Gummihandschuhe
-
1 Rolle Isolierklebeband
- 1 Teelicht
- 1- Taschenmesser oder
kleines Küchenmesser
- 5 Sicherheitsnadeln
- 1 LED
Taschenlampe
- 10 Meter Schnur auf einer großen
Büroklammer
- 1 kleiner Block
- 1 kurzer Bleistift
- 1
Verbandpäckchen aus der Auto-Apotheke
- 1 Feuerstahl oder
Gasfeuerzeug
- 2 Tampons als Zunder
- 1 Signalpfeife mit
Mini-Kompass
- mehrere Streifen Pflaster
- Tabletten gegen
Schmerzen, am besten Paracetamol oder Ibuprofen. Kein Aspiprin!
Dieses
500 g schwere Päckchen kommt dann in den Rucksack oder in eine
kleine Tasche an das Koppel.
Als kleine Tasche für an
das Koppel oder den Gürtel eignet sich die 150 g schwere NVA
Granatentasche UTV (kostet ca. 2 Euro) sehr gut. Die
Stofftrennwände innen kann man herausschneiden.

Standard ABK
Mini ABK
Urlaub
ABK
Koppel
Für
kleine Strecken kann es sinnvoll sein, Messer, Wasserflasche und eine
kleine Tasche an einem Koppel zu tragen.
Ich habe verschiedene
Tragesysteme verglichen.
Das alte BW Koppel wiegt 280 g, ist
etwa 5 cm breit und ziemlich steif. Es gibt dazu ein altertümliches
Tragegestell, alles in allem nichts für meinen Geschmack.
Die
ehemalige NVA hatte ein 4,5 cm breites, 170 g schweres graues deutlich handlicheres Koppel, allerdings mit einer Hammer und Sichel-Prägung des Koppelschlosses. Dazu
gehört ein sehr einfaches 240 g leichtes Tragesystem, ein
Y-Riemen mit zwei zusätzlichen Bändern, um die
Sturmgepäcktasche zu befestigen. Beides zusammen ist für 3
Euro zu haben. Die zugehörige Sturmgepäcktasche kostet
ebenfalls 3 bis 4 Euro, ist 600 g schwer, äußerst robust
und für alles mögliche zu gebrauchen. Man kann sie anstelle
eines Rucksacks auf dem Rücken tragen. Ich nehme sie zwar nicht
mit nach draußen, habe aber mehrere davon, um Gegenstände
zu verstauen.
Die modernisierte Ausrüstung der NVA
beinhaltete das UTV Koppel, in grüner Kunstfaser, 5,5 cm
breit, 220 g schwer, mit verändertem Schließmechanismus
und eingewebten kleinen Schlaufen, in denen die an den
Ausrüstungsgegenständen angebrachten gebogenen Drähte
verankert werden konnten. Dadurch können aufgeschobene Taschen,
Spaten, Tragegestell u.s.w. nicht mehr verrutschen. Ich halte dieses
Koppelsystem für das beste, allerdings ist es mir zu
breit, um es als Gürtel zu verwenden. Man kann es für 1,50
Euro bekommen.

NVA
Zeltplane, Koppel mit Trageriemen, Sturmgepäcktasche, Magazintasche und Granatentasche UTV
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Fortsetzung folgt -----