DL0UEM - V25 Ortsverband Ueckermünde - Die nordöstlichste Amateurfunk-Clubstation Deutschlands - DL 0 UEM


Von Ueckermünde bis zur Chatham-Insel

In Zeiten, da Satelliten-Schüsseln an Einfamilienhäusern ein alltäglicher Anblick sind, fallen andersartige Antennen auf. Das umso mehr, wenn diese Anlagen beträchtliche Höhen aufweisen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Funkamateure auf elektronischem Weg den Kontakt in alle Welt suchen.

Antennen DL0UEM

Im Altkreis Ueckermünde gibt es eine Gruppe, der 19 Funkamateure angehören. Sie sind im Ortsverband Ueckermünde des DARC organisiert, ihr Vorsitzender ist Karl-Heinz Sperling. Alle gehen ihrem Hobby schon seit Jahren nach. Die erste Aussendung war im Jahr 1963 durch die damalige Clubstation DM3PC aus Ueckermünde. "Früher sind alle mehr oder weniger über die GST (Gesellschaft für Sport und Technik), Sektion Nachrichtensport, zum Amateurfunk gekommen", erklärt Sperling. Damals an eine so aufwändige Technik, wie sie heute genutzt wird, nicht zu denken. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Funkamateure die meisten Geräte und Antennen selbst gebaut. Kein Vergleich zu heute, wo der Markt eine Vielzahl kommerzieller Geräte für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel bereit hält.

Jeder hat sein Rufzeichen

DARC Clubstation DL0UEM Ortsverband V25 Jeder Funkamateur hat übrigens ein eigenes Rufzeichen, einen so genannten Call, an dem er jederzeit zu erkennen ist. So lautet das Call von Karl-Heinz Sperling DL2VC, das von R. Börner DL2NRC und von W.Bethke DL3NZC. Die Clubstation hat das Rufzeichen DLOUEM und das Ausbildungsrufzeichen lautet DN1UEM. "Funk ist nicht gleich Funk", sagt Wolfgang Bethke. Während der so genannte CB-Funk mit einer Sendeleistung von vier Watt ein "Jedermann-Funk" ist, müssen Funkamateure, bevor sie auf Sendung gehen können, eine Prüfung bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post absolvieren. "Da geht es um die Technik, Betriebsdienst und Gesetzeskunde", sagt Rüdiger Börner. Amateurfunk wird in drei Klassen eingeteilt: Einsteiger werden der Klasse drei zugeordnet, das ist UKW (Ultrakurzwelle) mit kleiner Leistung, Ultrakurzwellen-(UKW)-Funker mit großer Leistung gehören in die Klasse zwei, und jene, die im UKW und Kurzwellen-(KW)-Bereich mit großer Leistung arbeiten, sind in der Klasse eins zu finden.


Mit ihrer Technik können die Funker aus dem Ueckermünder Ortsverband mühelos tausende Kilometer Entfernung zu ihren Funk-Partnern überbrücken. Den weitesten Weg nehmen Nachrichten, die zwischen Torgelow und der Chatham-Insel bei Neuseeland ausgetauscht werden - diese kleine Insel gehört zu den Antipoden, liegt also, von Deutschland aus gesehen, genau auf der anderen Seite der Erdkugel. Um die Tageszeit der Funk-Partner am anderen Ende der Welt zu kennen und damit man die entsprechende Begrüßung wählen kann, hat Karl-Heinz Sperling in seiner Funker-Stube unter dem Dach mehrere Wanduhren angebracht, von denen die Zeit in den einzelnen Zeitzonen abgelesen werden kann.


Amateurfunk DL0UEM

Doch eine Verbindung muss nicht unbedingt über eine weite Entfernung aufgebaut werden, um interessant zu sein. Das weiß Rüdiger Börner, der seit mehr als 13 Jahren in Kontakt mit einem Funkfreund aus dem Schwarzwald steht. Jeden Sonntag um 9 Uhr nehmen die Amateure an ihren Geräten Platz, um die letzten Neuigkeiten auszutauschen. "Und das hat mich immer gereizt", sagt Börner. Die Funker verständigen sich entweder über Sprechfunk - dann sind gute EnglischKenntnisse gefragt - oder über die Telegrafie.

Für das Morsen, wissen die Funker, ist es sehr nützlich, wenn jemand musikalisch ist. Glückt der Kontakt zu einem anderen Funkkameraden, gibt es gewissermaßen als Bestätigung eine QSL-Karte, auf der verschiedene Daten, unter anderem die Hörbarkeit des Gegenübers und dessen Standort, vermerkt sind. Karl-Heinz Sperling sammelt diese Karten seit 1968. "Da kommen in den Jahren schon einige zusammen", sagt er. Die vorpommerschen Funkamateure sitzen aber nicht nur im. eigenen Kämmerlein, sondern bauen ab und an ihre Technik auch im Freien auf.

Auch am Riether See.

So wird regelmäßig der Riether Werder, eine kleine Insel im Riether See, angefahren. Dort werden die Antennen aufgebaut, um Kontakte zu anderen zu erstellen. Um Kontakte geht es den Amateurfunkern auch, wenn sie sich und ihre Technik in der Öffentlichkeit vorstellen. Denn das Durchschnittsalter der hiesigen Gruppe, die zum Deutschen Amateur Radio Club (DARC) gehört, liegt bei 51 Jahren. "Wir könnten also schon junge Leute gebrauchen, die sich für das Funken interessieren", sagt Sperling. An jedem ersten Freitag im Monat treffen sich die Mitglieder des Üeckermünder Ortsverbandes- an Orten im Altkreis Ueckermünde, denn über eigene Klubstationsräume verfügen die Amateurfunker nicht. "Wir sind aber auf der Suche", erklärt Karl-Heinz Sperling. Zu den monatlichen Treffen sind Neulinge gern gesehen, möglicherweise findet der ein oder andere dort sein neues Hobby.

siehe hierzu auch den Bericht zum "Riether Werder" unter "Aktivitäten" !



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