Wie
bei mir alles anfing...
Der allererste Schritt in die geheimnisvolle Welt der Elektrizität war
1963 die Installation einer elektrischen Lampenfassung für eine 220
Volt-Glühlampe in einem eigens dafür freigemachten Fach meines
Bücherregals. Dann kam ein Diodenempfänger mit einer großformatigen
Spule aus einem Vorkriegs-Mittelwellenradio. Als Antenne musste das
Fallrohr der Dachrinne herhalten, das trotz Erdverbindung brauchbare
Ergebnisse zeitigte. Von Amateurfunk war da noch lange nicht die Rede.
Mein damaliger Nachhilfelehrer in Mathematik, Richard Lenz, führte mich
dann peu-a-peu in die Geheimnisse einer elektrischen Klingel, eines
Transformators und ähnlicher unbekannter Größen ein. Er pflegte
Schaltungen und Aufbauzeichnungen auf der Rückseite ausrangierter
Hollerith-Buchungskarten anzufertigen. Ein ganz "cooles" Gerät von ihm
war die Herstellung eines Elektrisierapparates, den man direkt (!) ans
Lichtnetz anschloss. Er bestand aus einem selbstgemachten Widerstand in
Form eines Bleistiftstriches auf einem Pertinaxbrettchen. An den Enden
des Striches, dessen Dicke man durch Elektrisierversuche anstellte (am
Anfang nur ein ganz dünner Strich, wenn du nichts merkst, mach ihn
etwas dicker usw.), waren M3-Schrauben, die zu den Kabeln gingen.
Handgriffe waren zwei abgesägte Aluminiumrohrstücke. Ein Handgriff ging
direkt an die Steckdose, der andere über den beschriebenen Widerstand.
Ja, damals hatte man noch ein wesentlich entspannteres Verhältnis zu
höheren Spannungen. Wir waren Männer des Selbstversuchs und umgaben uns
nicht mit x Schutzmaßnahmen. Wir nahmen als direkte Verbraucher ohne
Umwege am Stromnetz teil...!!!
Dennoch: Zur Nachahmung nicht empfohlen, direkte Todesfolge u.U. nicht
ausgeschlossen...
Fazit: Hurra...ich lebe noch!" (Richard starb vor langer Zeit, jedoch nicht am Stromschlag. Das
hatte er alles sprichwörtlich im Griff! Er war ein netter Mensch.)
Verden-Walle
meine letzte,
zurückliegende
Antennenanlage (2004): 2el-Fritzel, 10el-Cushcraft
(2m),
9el-Tonna (70cm) und Vertikal-Dipol (2m)
auf
9m-Alu-Gittermast, mit PA ging es um die ganze Welt.
Etwas später dann...
Der
Amateurfunk
spielte schon in meiner Jugend eine bedeutende Rolle für mich, als ich
zum ersten Mal den Rundspruch des OV H 03 auf dem 40m-Band in
Amplitudenmodulation auf dem ehemaligen Rundfunkgerät meiner Mutter
hörte. Es war ein "Wega Fox" mit LW,MW und KW. Fortan hörte ich
regelmäßig und erfuhr auf diese Weise, dass es sich bei der
allsonntäglichen Aussendung
um sogenannten Amateurfunk handelte. Das war 1963, als wir die Beatles
hörten wie z.B. "Ja, sie liebt dich...oder "A hard day's night".
Dass man beim Amateurfunk eine Lizenz erwerben musste, um selber senden
zu dürfen,
erfuhr ich ebenfalls. Nicht lange danach war ich Mitglied des DARC und
wiederum etwas später nahm ich an dem Lizenzvorbereitungskurs des OV H
03 teil. Unser Techniklehrer war Axel, DL8TA, die anderen beiden
Herren
sind mir nicht mehr geläufig. Einer war von der Post und hieß DJ2BG.
Nachdem ich die Prüfung der Liznezklasse A (Technik, Betriebstechnik
und CW) im April 1966 bestanden hatte, war ich zunächst nicht qrv. Für
fertige Geräte fehlte das Geld, im Selbstbau hatte ich nicht genügend
Erfahrung.
Ich besuchte also unsere Clubstation und machte dabei meine ersten
QSO-Erfahrungen auf UKW. Später besuchte ich Martin, DL2MM, in
Helmstedt, meinem Geburtsort, der schon
eine richtige KW-Station besaß mit selbstgebautem Heathkit-Sender und
einem Drake 2B-Emfpänger. Da schlug mein Herz höher, es überschlug sich
fast. Ich fuhr meine ersten QSOs nach Übersee... USA und
Uruguay. Ich war ganz weg vor Begeisterung.
...und wie es dann weiterging
Jahre später begann ich die ersten UKW-QSOs auf einem
Semco-Koffer, AM,
3 Watt Hf. Diesen hatte ich aber nur zur Probe und ein anderer OM
überredete mich dann zum Selbstbau eines Röhrensenders (s.u.)
Von Axel hatte ich kurz zuvor auch meinen ersten UKW-Empfänger
erworben, den er selbst gebaut hatte. Er war ein Profi und studierte
damals schon an der Ingenieurschule Elektrotechnik. In diesem Gerät war
u.a. ein Nogoton-Empfangsbaustein integriert. Dieser war - glaube ich -
teilweise auf Nuvistoren (6 CW 4) umgerüstet, eine (wenn man die
geringe Größe bedenkt) Art Vorstufe des später populär gewordenen
Transistors. Das Gerät war ein Doppelsuper und der Erbauer hatte ihm
eine ehemalige Skala von einem Geloso-Gerät gegeben. Konnte AM und SSB
demodulieren, FM hilfsweise auf der Flanke der Zwischenfrequenz.
Den Sender dazu baute ich später selbst, es war ein 4-stufiger
Röhrensender mit EF 95-EF 94-EL 95-QQE 03/12, quarzgesteuert mit einem
8 MHz-Quarz, dazu ein
AM-Modulationsverstärker mit 2 x EL 84 im Gegentakt und ein Netzteil
mit einem M102b-Trafo. Der hatte genügend Power für die
Anodenspannungswicklung. Vorherige Versuche mit einem ausgemusterten
Armee-Sender hatten bei mir nur
kurzzeitigen Erfolg, sodass ich dies nicht weiter verfolgte. Bald wurde
ein FM-Modulator eingebaut, denn diese Betriebsart wurde Anfang der
70er auch im Amateurfunk populär. So entwickelte sich auch der Umbau
der FM-Taxifunkgeräte (KFT 160, Siemens Bügeleisen, Storno,W2,usw.) für
das 2m-Amateurband.
Damals rief man noch "CQ 2m" und drehte dann übers Band, weil andere
Stationen ja auch meist nur quarzgesteuert waren und auf nur einer
Frequenz sendeten. Eine schöne Zeit ohne Streit auf dem UKW-Band. Die
VFOs kamen etwas später, und dann auch schon bald die ersten
PLL-80-Kanal-Geräte. Mein erster war der Kenwood TR-2300 mit 1 Watt !
Er läuft heute noch. Man denke an den rasanten Fortschritt der
PLL-Technik. Die Firma AOR brachte Ende der 70er den ersten 400-Kanal-
Transceiver (Handfunke Mini 400) heraus, später dann den Mini 740 für
70cm.
Dörverden

meine schöne, selbstgebaute HB9CV für 15m (mit der funkte ich mit 100
Watt bis nach Botswana),
darunter BC-UKW-Ant, ganz oben 9el-Tonna (70cm), der Rotor stammte von
Firma Conrad ("Commander 400")
der Rohrmast war selbstgeschweißt, 8m hoch, 3-fach abgespannt
(1992)
Dörverden-Hülsen

Alu-Gittermast (wie oben), Antennen wie oben
(1998)
Amateurfunkstation
DL2YG, 2004, in Verden-Walle
Funkstation,
2009 (UHF: FT 470, VHF: Götting HG 70C, Icom IC 215 sowie
div.Selbstbauger., HF: TS 130V, Matchbox AT 200 + Trans-PA)
KW-Station:
TS 520S, DG-5, Heathkit HM-102, Endstufe KW-1000 (nicht in Betrieb)
UKW-Station TR 9000, Zetagi-Wattmeter u.div. Eigenbaugeräte
im Vordergrund: Nogoton-2m-Röhrenbaustein
Meine erste Funkzeitschrift
(1962/63)
Die
Hörerzeitschrift des DARC, leider ging sie bald ein.
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Bericht einer
Australienreise
Bericht einer
Peru-Reise