Mein Vater Friedrich an seinem Schaub-Weltsuper 34  (Bj.1933)              ... damals ein Spitzenweltempfänger
                                                                                                                          
                                                                                     
Technische Daten
Schaltung: Superhet
Röhren: RENS 1234 (HF), RENS 1254 (ZF), RES 964 (NF), RGN 1064 (Gleichrichterröhre)
Kreise: 6
Wellenbereiche: KW 18-55 m, MW 200-600 m, LW 700-2000 m
Lautsprecher: elektrodynamisch
Spannung: 110-240 Volt umschaltbar, Wechselstrom

aus der Firmenwerbung:

„Der Schaub-Weltsuper ist der einzige Superhet seiner Klasse mit Hexode (RENS 1234), Schirmgitter-Binode (RENS 1254) und Großpentode (RES 964) - er ist der einzige Superhet seiner Klasse mit hochwirksamer Störsperre, die fast geräuschfreies Einstellen der Sender ermöglicht und mit 100%iger Volumenkontrolle (Fadingausgleich auf 2 Röhren wirkend). Durch neuartige Schaltung (DRPa) mit 6 abgestimmten Kreisen bei 4-stufiger Verstärkung ist es gelungen, alle Qualitätseigenschaften teuerster Luxus-Superhets in diesem Gerät zu vereinigen."  


Wie bei mir alles anfing...


Der allererste Schritt in die geheimnisvolle Welt der Elektrizität war 1963 die Installation einer elektrischen Lampenfassung für eine 220 Volt-Glühlampe in einem eigens dafür freigemachten Fach meines Bücherregals. Dann kam ein Diodenempfänger mit einer großformatigen Spule aus einem Vorkriegs-Mittelwellenradio. Als Antenne musste das Fallrohr der Dachrinne herhalten, das trotz Erdverbindung brauchbare Ergebnisse zeitigte. Von Amateurfunk war da noch lange nicht die Rede. Mein damaliger Nachhilfelehrer in Mathematik, Richard Lenz, führte mich dann peu-a-peu in die Geheimnisse einer elektrischen Klingel, eines Transformators und ähnlicher unbekannter Größen ein. Er pflegte Schaltungen und Aufbauzeichnungen auf der Rückseite ausrangierter Hollerith-Buchungskarten anzufertigen. Ein ganz "cooles" Gerät von ihm war die Herstellung eines Elektrisierapparates, den man direkt (!) ans Lichtnetz anschloss. Er bestand aus einem selbstgemachten Widerstand in Form eines Bleistiftstriches auf einem Pertinaxbrettchen. An den Enden des Striches, dessen Dicke man durch Elektrisierversuche anstellte (am Anfang nur ein ganz dünner Strich, wenn du nichts merkst, mach ihn etwas dicker usw.), waren M3-Schrauben, die zu den Kabeln gingen. Handgriffe waren zwei abgesägte Aluminiumrohrstücke. Ein Handgriff ging direkt an die Steckdose, der andere über den beschriebenen Widerstand. Ja, damals hatte man noch ein wesentlich entspannteres Verhältnis zu höheren Spannungen. Wir waren Männer des Selbstversuchs und umgaben uns nicht mit x Schutzmaßnahmen. Wir nahmen als direkte Verbraucher ohne Umwege am Stromnetz teil...!!!
Dennoch: Zur Nachahmung nicht empfohlen, direkte Todesfolge u.U. nicht ausgeschlossen...

Fazit: Hurra...ich lebe noch!" (Richard starb vor langer Zeit, jedoch nicht am Stromschlag. Das hatte er alles sprichwörtlich im Griff! Er war ein netter Mensch.)

Verden-Walle

meine letzte, zurückliegende Antennenanlage (2004): 2el-Fritzel, 10el-Cushcraft (2m), 9el-Tonna (70cm) und Vertikal-Dipol (2m)
auf 9m-Alu-Gittermast, mit PA ging es um die ganze Welt.

Etwas später dann...
Der Amateurfunk spielte schon in meiner Jugend eine bedeutende Rolle für mich, als ich zum ersten Mal den Rundspruch des OV H 03 auf dem 40m-Band in Amplitudenmodulation auf dem ehemaligen Rundfunkgerät meiner Mutter hörte. Es war ein "Wega Fox" mit LW,MW und KW. Fortan hörte ich regelmäßig und erfuhr auf diese Weise, dass es sich bei der allsonntäglichen Aussendung um sogenannten Amateurfunk handelte. Das war 1963, als wir die Beatles hörten wie z.B. "Ja, sie liebt dich...oder "A hard day's night".
Dass man beim Amateurfunk eine Lizenz erwerben musste, um selber senden zu dürfen, erfuhr ich ebenfalls. Nicht lange danach war ich Mitglied des DARC und wiederum etwas später nahm ich an dem Lizenzvorbereitungskurs des OV H 03 teil. Unser Techniklehrer war Axel, DL8TA, die anderen beiden Herren sind mir nicht mehr geläufig. Einer war von der Post und hieß DJ2BG.
Nachdem ich die Prüfung der Liznezklasse A (Technik, Betriebstechnik und CW) im April 1966 bestanden hatte, war ich zunächst nicht qrv. Für fertige Geräte fehlte das Geld, im Selbstbau hatte ich nicht genügend Erfahrung.
Ich besuchte also unsere Clubstation und machte dabei meine ersten QSO-Erfahrungen auf UKW. Später besuchte ich Martin, DL2MM, in Helmstedt, meinem Geburtsort, der schon eine richtige KW-Station besaß mit selbstgebautem Heathkit-Sender und einem Drake 2B-Emfpänger. Da schlug mein Herz höher, es überschlug sich fast. Ich fuhr meine ersten QSOs nach Übersee... USA und Uruguay. Ich war ganz weg vor Begeisterung.

                                                   ...und wie es dann weiterging

   Jahre später begann ich die ersten UKW-QSOs auf einem Semco-Koffer, AM, 3 Watt Hf. Diesen hatte ich aber nur zur Probe und ein anderer OM überredete mich dann zum Selbstbau eines Röhrensenders (s.u.)
Von Axel hatte ich kurz zuvor auch meinen ersten UKW-Empfänger erworben, den er selbst gebaut hatte. Er war ein Profi und studierte damals schon an der Ingenieurschule Elektrotechnik. In diesem Gerät war u.a. ein Nogoton-Empfangsbaustein integriert. Dieser war - glaube ich - teilweise auf Nuvistoren (6 CW 4) umgerüstet, eine (wenn man die geringe Größe bedenkt) Art Vorstufe des später populär gewordenen Transistors. Das Gerät war ein Doppelsuper und der Erbauer hatte ihm eine ehemalige Skala von einem Geloso-Gerät gegeben. Konnte AM und SSB demodulieren, FM hilfsweise auf der Flanke der Zwischenfrequenz.

Den Sender dazu baute ich später selbst, es war ein 4-stufiger Röhrensender mit EF 95-EF 94-EL 95-QQE 03/12, quarzgesteuert mit einem 8 MHz-Quarz, dazu ein AM-Modulationsverstärker mit 2 x EL 84 im Gegentakt und ein Netzteil mit einem M102b-Trafo. Der hatte genügend Power für die Anodenspannungswicklung. Vorherige Versuche mit einem ausgemusterten Armee-Sender hatten bei mir nur kurzzeitigen Erfolg, sodass ich dies nicht weiter verfolgte. Bald wurde ein FM-Modulator eingebaut, denn diese Betriebsart wurde Anfang der 70er auch im Amateurfunk populär. So entwickelte sich auch der Umbau der FM-Taxifunkgeräte (KFT 160, Siemens Bügeleisen, Storno,W2,usw.) für das 2m-Amateurband.

Damals rief man noch "CQ 2m" und drehte dann übers Band, weil andere Stationen ja auch meist nur quarzgesteuert waren und auf nur einer Frequenz sendeten. Eine schöne Zeit ohne Streit auf dem UKW-Band. Die VFOs kamen etwas später, und dann auch schon bald die ersten PLL-80-Kanal-Geräte. Mein erster war der Kenwood TR-2300 mit 1 Watt ! Er läuft heute noch. Man denke an den rasanten Fortschritt der PLL-Technik. Die Firma AOR brachte Ende der 70er den ersten 400-Kanal- Transceiver (Handfunke Mini 400) heraus, später dann den Mini 740 für 70cm.



                                                                                           Dörverden

meine schöne, selbstgebaute HB9CV für 15m (mit der funkte ich mit 100 Watt bis nach Botswana),
darunter BC-UKW-Ant, ganz oben 9el-Tonna (70cm), der Rotor stammte von Firma Conrad ("Commander 400")
der Rohrmast war selbstgeschweißt, 8m hoch, 3-fach abgespannt  (1992)


                                                                                     Dörverden-Hülsen

Alu-Gittermast (wie oben), Antennen wie oben
(1998)





Amateurfunkstation DL2YG, 2004, in Verden-Walle




Funkstation, 2009 (UHF: FT 470, VHF: Götting HG 70C, Icom IC 215 sowie div.Selbstbauger., HF: TS 130V, Matchbox AT 200 + Trans-PA)



KW-Station: TS 520S, DG-5, Heathkit HM-102, Endstufe KW-1000 (nicht in Betrieb)
UKW-Station TR 9000, Zetagi-Wattmeter u.div. Eigenbaugeräte
im Vordergrund: Nogoton-2m-Röhrenbaustein




Meine erste Funkzeitschrift  (1962/63)


Die Hörerzeitschrift des DARC, leider ging sie bald ein.



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Links:

Bericht einer Australienreise

Bericht einer Peru-Reise