Stand: 07.02.2010
Harzburg-SDR

Beim Fernempfangsradio Harzburg handelt es sich um einen SDR-Empfänger (SDR = Software Defined Radio) für die Kurzwellenbereiche. Der Empfänger wird von QRPproject als Bausatz angeboten.
In Verbindung mit einer leistungsfähigen Soundkarte und einem PC
erhält man einen Kurzwellenempfänger mit einem
ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ziel des Harzburg-Projektes ist es, den Selbstbau im Amateurfunk wieder
mehr in den Vordergrund zu rücken. Außerdem soll mit diesem
Bausatz die Nachwuchsgewinnung gefördert werden, wobei unter
Nachwuchs Kinder und Jugendliche, wie auch Erwachsene verstanden
werden. Detailliertere Informationen dazu finden sich auf der Harzburg-Homepage. Entsprechend der angepeilten Zielgruppe wir der Bausatz mit einer
detaillierten und reichlich bebilderten Baumappe ausgeliefert. Die
Platine ist großzügig ausgelegt, so dass auch ungeübte
Bastler keine Probleme mit der Bestückung haben. Das einzige
SMD-Bauteil, der Ozillator-Schaltkreis. ist bereits vorbestückt.
Leider, möchte man sagen, denn das Auflöten von SMD-Bauteilen
ist auch nicht schwieriger als die Verarbeitung bedrahteter Bauteile.
Wenn man sich strikt an die Baumappe hält, erhält man nach
einer überschaubaren Bauzeit einen Empfänger, der in etwa
folgende drei schaltbare Frequenzbereiche überstreicht:
- 3,4 - 5,7MHz
- 5,6 - 9,4 MHz
- 9,3 - 15,6 MHz
Bedingt durch Bauteiletoleranzen weichen die konkreten Frequenzbereiche
etwas von diesen Sollvorgaben ab. Da die Dimensionierung der
Eingangskreise in der Baumappe ausführlich beschrieben ist, hat
der Anwender hier reichlich Raum zum Experimentieren um den
Empfänger seinen Wünschen anzupassen.
Modifikationen
Das Harzburg-SDR läd durch sein
einfaches Konzept und die großzügige Anordnung der Bauteile
zu eigenen Experimenten ein. Ich möchte hier die von mir
durchgeführten Modifikationen vorstellen. Zuvor aber der Hinweis,
dass alle Änderungen experimentellen Charakter haben und
möglicherweise nicht 1:1 auf andere aufgebaute Geräte
übertragbar sind. Außerdem geht durch einige Modifikationen
die Einfachheit des Aufbaus verloren.
1. Erweiterung des Abstimmbereiches
Der Eingangskreis im Harzburg wird über eine Kapazitätsdiode
abgestimmt. Der Abstimmbereich wird somit über die angelegte
Spannung an der Kapazitätsdiode festgelegt. Beim Aufbau laut
Baumappe liegt der einstellbare Spannungsbereich zwischen 3V und 6V.
Damit erzielte mein Harzburg folgende Abtimmbereiche:
- 3,4 - 5,5 MHz
- 5,0 - 7,8 MHz
- 9,0 -13,5 MHz
Das 20m-Band wurde somit nicht erfasst und mich störte auch die
Lücke zwischen 8MHz und 9 MHz. Ich habe daher die Widerstände
R6 und R7, welche den einstellbaren Spannungsbereich festlegen, jeweils
halbiert und kommen damit auf einen erweiterten Spannungsbereich von
2,3V - 6,4V. Dadurch wird der Frequenzbereich des Eingangskreises vor
allem nach unten erweitert. Zu tief sollte man die untere Schwelle der
Abstimmspannung nicht wählen, da sich die Güte des
Eingangskreises dann zu sehr verschlechtert und es außerdem zu
Intermodulationsproblemen kommen kann.
Da bei meinem Harzburg der 3. Eingangskreis nur bis 13,5MHz
abstimmbar war, habe ich von L1c zwei Windungen entfernt. Nach diesen
Modifikationen kann ich die Eingangskreise wie folgt abstimmen:
- 3,0 - 5,6 MHz
- 4,3 - 8,0 MHz
- 8,2-14,6 MHz
Das 20m-Band wird jetzt sicher erfasst. Bereich 1 und Bereich 2 überlappen sich allerdings ziemlich deutlich.
2. Empfang des 160m-Bandes
Sehr
einfach durchführbar ist eine Modifikation zum Empfang des
160m-Bandes. Bei meinem Harzburg musste ich dazu lediglich einen
820pF-Kondensator parallel zu C3a im Eingangskreis löten, um den
Bereich
von 1,8-2 Mhz zu überstreichen. Nach dem Einschalten des
Gerätes und Abstimmen auf 1,8MHz wurde ich gleich mit dem Empfang
eines CQ-Rufes von 5B4AGM beloht.
Der Kondensator ist über
einen Schalter zuschaltbar. Der Aufbau ist in der folgenden Abbildung gut zu sehen.

3. Von Peter - DL2FI vorgeschlagene Modifikationen
Peter hat im Forum der DL-QRP-AG zwei Änderungen vorgeschlagen, die ich auch durchgeführt habe:
Zitat:
"Nichts weltbewegendes, aber kleine Verbesserungen:
1. R21 und R23 waren bisher mit 10k angegeben. Austausch gegen 100k
bringt leichte Verbesserung des S/N und der Linearität der I/Q Signale.
2. Das Harzburg Radio war ursprünglich für den Bereich bis 14 MHz
spezifiziert. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es auch auf den
höheren Frequenzen noch gut funktioniert. Die Ansteuerung des 7474
Teilers durch den VCO kann verbessert werden, wenn man die Clock
Eingänge mit 2,5V vorspannt. Dazu muss die Leiterbahn zwischen dem VCO
Ausgang und den 7474 Eingängen aufgetrennt werden. Die Trennstelle wird
mit einem 10nF Kondensator überbrückt. Nun wird von den Eingängen des
7474 ein 47kOhm Widerstand zum 2,5V Punkt gelötet.
Beide Änderungen müssen nicht unbedingt eingebaut werden, es geht auch
ohne. Da sie aber einfach zu realisieren sind, wollte ich sie euch
nicht vorenthalten."
4. Experimente mit 96kHz Abtastrate
Zur Zeit experimentiere ich mit 96kHz Abtastrate der
Soundkarte. Die Erfolge sind vielversprechend. Es ist toll, einen fast
100kHz breiten Frequenzbereich gleichzeitig zu betrachten und auch
aufzuzeichnen.
Erste Ergebnisse finden sich hier zum Download.
Für optimale Ergebnisse bei 96kHz Abtastrate sind die
Kondensatoren C10-C13 (22nF) durch 10nF oder noch besser 4,7nF zu
ersetzen. Diese sollten untereinander Toleranzen von weniger als
1% haben. Am einfachsten ist das Ausmessen einer größeren
Anzahl Cs auf gleiche Kapazität.
5. Weitere Experimente zur Erweiterung des Abtimmbereiches
Mein Ziel ist es, den Abstimmbereich des Harzburg bis 30MHz zu
erweitern. Dazu habe ich zusätzliche schaltbare Eingangskreise
geplant, die auf einer Lochrasterplatte aufgebaut sind und mit in das
Harzburg-Gehäuse passen. Die folgende Abbildung zeigt den Versuchsaufbau.
Dazu habe ich einen der drei Eingangskreise des Harzburg ausgebaut und
die Anschlüssen auf einen zusätzlichen Umschalter mit 6
Schaltstellungen geführt. Damit ergeben sich insgesamt 8
schaltbare Eingangskreise. Derzeit experimentiere ich mit den Werte
für die Spulen und Kondensatoren, um eine optimale Staffelung
für den gesamten Kurzwellenbereich zu erzielen. Die Ergebnisse
stelle ich hier später vor.
