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34 Jahre
1978 - 2012
 
"Funkwetterbericht" von DL5EJ
 
(Informationen zum UKW-Wetter)
 
"Guten Morgen aus Kempen! Hier ist DL5EJ mit dem Funkwetterbericht"
 
Seit 1978 erstelle ich regelmäßig einen "Funkwetterbericht", der innerhalb des sonntäglichen Rundspruchs für Funkamateure der Distrikte Nordrhein und Ruhrgebiet (früher zusätzlich "Rhein/Ruhr-Rundspruch" unter Fritz, DJ2NL) ausgestrahlt wird. Seit 34 Jahren ist dieser Beitrag zum festen Bestandteil in den Informationen für Funkamateure via Sprechfunk geworden, die unter anderem auch den Deutschlandrundspruch des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC) regelmäßig über eine Relaiskette sonntags ab 11 Uhr verbreiten. In vielen Jahren wurde der Rundspruch zudem auch über Kurzwelle übertragen. Heute ist er unter der Bezeichnung "Nordrhein/Ruhrgebiet- News" geläufig.
 
Mein "Funkwetterbericht" ging im Jahre1978 als "Seitenableger" des "Kurzwellen-Funkwetters" (Sonnenaktivität und Kurzwellenausbreitung!!) hervor, welches von Josef Schönberg, DL6OR, im Ortsverband Kempen, R05, regelmäßig sonntags vorgetragen wurde. Mein Beitrag wurde sogleich von den Funkamateuren angenommen. Er bezog sich auf das "sichtbare" Wetter und hatte zudem mit der wetterbedingten UKW-Ausbreitung zu tun. Eine Lücke im Rundspruch schien geschlossen zu sein. Der Funkwetterbericht ist somit ein "Kind" von Josef, DL6OR, und mir, DL5EJ, bis 1980 noch unter meinem Rufzeichen DD2EJ. Der Duisburger-Relais-Verantwortliche Eugen Weiler, DC9EL, unterstützte jene Idee von Anfang an. 
 
Mein Wetterbeitrag wurde damals von mir noch mit der Hand geschrieben, später dann mit der Schreibmaschine. Wetterinformationen erhielt ich damals über Kurzwelle ("Shannon Radio", Flugwetter), "Radio Norddeich" (Seewetterbericht), Rundfunk und Fernsehen. Eine Informationsausweitung im Bereich der Wetterprognosen gelang mir in den 80er Jahren mittels Fax-Empfang des Deutschen Wetterdienstes im Langwellenbereich. Außerdem zog ich den damaligen "Landwirtschaftswetterbericht" im WDR 3 sowie den Videotext des "Niederländischen Fernsehens" mit heran.
 
Die meisten Informationen bezog ich - und das ist trotz Internet bis heute so geblieben - aus meiner umfangreichen Wetterliteratur, deren Anfänge bis in meine Kindheit zurückgehen. Da der Wetterbericht möglichst aktuell sein sollte, musste ich an jedem Sonntag bereits ab 7.30 Uhr in meiner Funkbude sitzen und Wetterinformationen sammeln und aufzeichnen.
 
In den ersten vier Jahren (1978 - 1982) meiner Tätigkeit konnte ich meine Sendungen noch selbst in Richtung des Duisburger Funkrelais DB0WW ausstrahlen. Ich besaß damals eine 12- Element-Kreuz-Yagi UKW-Antenne. Aufgrund eines Umzuges musste ich ab 1982 auf Überdach-Antennen verzichten. Von nun an wurden meine Berichte von den Rundspruchredakteuren kurz vor Sendebeginn per Telefon aufgenommen und als frische "Tonkonserve" eingespielt. Dies ist bis heute neben zusätzlichen technischen Innovationen  so geblieben.
 
An dieser Stelle muss einmal gesagt werden, dass nicht nur die allgemeinverständliche Art meiner wetterkundlichen Themenbehandlung für den Erfolg meiner Beiträge ursächlich war, sondern auch die gute Zusammenarbeit mit den Rundspruchredakteuren DC9EL (Eugen Weiler), DL2EBB (Hans Linde) - der jetzt in DL4YBZ (Werner Schmidt) bereits seit weit über zehn Jahren einen würdigen Nachfolger gefunden hat. Nicht zu vergessen Fritz Kirchner (DJ2NL)  und Werner Müller (DJ6HU) und sein Nachfolger Ulrich Hitzbleck (DG4EH) aus Langenberg. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass wir nur im Miteinander und mit gegenseitigem Informationsaustausch den "roten Faden" Funkwetter im Rundspruch nicht aus den Augen verloren haben. Auch Alfred Spitzer (DF9JD) und Eberhard Warnecke (DJ8OT) sowie Alfred Reichel (DF1QM) haben sich diesbezüglich sehr eingesetzt. Ihnen allen gebührt Dank! Sollte ich jemanden vergessen haben, war es keine Absicht.
Bedingt durch Computer und Internet hat sich mein Erstellen des Funkwetterberichtes längst verändert: Ich möchte es auf die kurze Formel bringen: Die Arbeitszeit wurde für mich nicht  kürzer, der Informationsgehalt jedoch  größer, allerdings auch die Auswahl aus immer mehr Stoff schwieriger. Zudem stieg für mich der "Spaßfaktor" durch gesteigerte technische und elektronische Möglichkeiten.
 
Aus meinen inzwischen sehr umfangreichen Ordnern zum Thema "Wetter und Klima" suche ich nach passenden eigenen früheren Beiträgen allgemeiner oder spezieller Art und kopiere sie auszugsweise oder ganz. Zumeist - und das nehme ich weiterhin sehr wichtig - schreibe ich jedoch im Verlauf der Woche neue und an aktuelle Wettersituationen angelehnte Texte (Hintergrundinformationen). Gegen Ende der Woche habe ich meist eine Informationsseite aus Internet und aus eigenen Ordnern, bzw. aus eigenen neuen Beiträgen, vorliegen.
 
Und manches schreibe ich auch heute noch mit der Hand in aller Ruhe auf, auch, obwohl ich mir vor einigen Jahren noch das Zehnfingersystem selbst beigebracht habe und die PC-Tastatur längst "blind" bedienen kann.
 
Meine neueste Errungenschaft, das Spracherkennungssystem "Dragon", verwende ich sehr selten, nur dann, wenn ich längere Texte nicht unbedingt selbst abtippen möchte.
 
Mit Hilfe meines Computers schreibe ich an jedem  Samstag meinen neuen Rundspruchbeitrag für den kommenden Sonntag. Damit "steht" bereits am Samstag der Funkwetterbericht im Wesentlichen. Am Sonntag füge ich höchstens noch aktuelle Meldungen hinzu (Wetterlage, neueste Wetterentwicklung). Manchmal kommt es auch vor, dass ich bei sich anbahnenden Wetterkapriolen am Sonntag etwas an Text neu fassen  muss. Bei diesen Änderungen ist der Computer ein wertvolles Hilfsmittel.
 
Pünktlich auf die Atomzeit-Sekunde ruft mich Redakteur Werner Schmidt, DL4YBZ, sonntags um 10.30 Uhr an, um meinen Rundspruch- Textvortrag per Telefon "live" aufzunehmen. Den strahlt er dann im Zeitversatz einer knappen Stunde über Funk aus. Meine Sprechzeit beträgt zwischen 5 und 10 Minuten, je nach Thema und Wetter.
 
Im Zuge der neuen technischen Entwicklungen wurde es mir inzwischen möglich, meinen Vortrag per Mikrofon auf meinem Computer als MP3 -Datei aufzunehmen und an diejenigen Stationen per E-Mail zu versenden, die meinen Funkwetterbericht ebenfalls ausstrahlen wollen. Durch diese Maßnahme lässt sich das Verbreitungsgebiet meines Funkwetterberichtes beliebig erweitern, vorausgesetzt, es gibt jemanden, der bereit und in der Lage ist, ihn per Funk abzustrahlen.
 
Der "letzte Schrei" ist ein Ablageverfahren meines Berichtes als "Audio-File" auf einem ftp-Server des DARC im Internet, zu dessen spezieller Seite nur Funkamateure mit entsprechend übermittelten Zugangsdaten ein individuelles Zugriffsrecht erhalten. In 34 Jahren hat sich eben technisch viel getan. Da muss man mitmachen, sonst ist man "weg vom Fenster". Mein Funkwetterbericht wird neuerdings also auch  "hochgeladen" und "gedownloaded"! Eine weitere Neuerung besteht darin, dass ich nun auf einer neuen vor zwei Jahren eingerichteten eigenen Homepage >www.hoffydirect.de/ukw-funkwetter<meinen Funkwetterbericht für jeden zum Ansehen, Anhören und Herunterladen anbiete, so dass ich ihn nicht mehr unbedingt per E-Mail  zu versenden brauche.
 
Mit 36 Jahren habe ich begonnen, meinen "Funkwetterbericht" für den damaligen "Nordrhein-Ruhrgebiets-Rundspruch" zu erstellen. Auch mit fast 70 Jahren mache ich gerne noch weiter, wenn meine Zuhörerinnen und Zuhörer, meine Leserinnen und Leser dies wünschen.  Die Sache macht mir nämlich noch immer großen Spaß, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich einmal Meteorologe werden wollte, aber stattdessen den Lehrberuf ergriffen habe. Beide Berufe ähneln sich nicht wirklich. Meine fachliche Kompetenz wäre nach einem Studium der Wetterkunde wohl größer, aber die Fähigkeit, auch Schwieriges möglichst einfach zu erklären, verdanke ich mit einiger Sicherheit meinem Beruf als Grund- und Hauptschullehrer. Wenn man einem Kind oder überhaupt jemandem sonst etwas erklären muss, merkt man schnell, ob man das Thema selbst sicher genug beherrscht. .
 
Danke sagen möchte ich zum Schluss allen, die mir diesbezüglich so lange treu geblieben sind. Danke sagen möchte ich aber auch meiner Frau, denn für sie bin ich seit Beginn unserer Ehe fast an jedem Sonntagvormittag für den Rundspruch in meiner Funkbude, meiner "Legebatterie",  "verschwunden".  Auch sie trägt mindestens eine Ehrennadel.
 
Ihr
Klaus Hoffmann
DL5EJ, Ortsverband R 05, Kempen