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Amateurfunk
 
Ent-Spannung   (frei nach Eugen Roth)
 
Ein Mensch eilt, der Erschöpfung nah
vom QRL ins QTH,
und stellt sich freudig darauf ein:
der Abend soll erholsam sein!
 
Jedoch, zu Haus die XYL
empfängt den Menschen mit Gebell,
schimpft über Brot- und Eierpreis,
verkündet wütend, dass der Reis
verbrannt ist auf dem Küchenherd,
denn dieser Herd ist nichts mehr wert.
 
Fritz hat den Durchfall, Peter spuckt,
Ruth hat den Fingerhut verschluckt;
der Hund hat Würmer, Opa spinnt,
und Susi heult, sie kriegt ein Kind.
 
Der Mensch, mit dererlei vertraut,
fährt längst schon nicht mehr aus der Haut.
Er schleppt sich, in den Gliedern schwach,
ein Stockwerk höher, unter's Dach.       
Drückt einen Knopf - und es macht klicks;
Dann ruft der Mensch: CQ DX.
 
Ein andrer Mensch an andrem Ort
hört diesen Ruf und gibt Rapport:
Here John in Frisco - Golden Gate -
ur rst five - seven to eight;
 
Und es entwickelt sich sodann
ein Fachgespräch von Mann zu Mann.
Es strahlt der Mensch, indem er spricht.
Ein Lächeln steht ihm im Gesicht;
jetzt fällt ihm auch noch Goethe ein:
"Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!"
 
Und die Moral: Das Leben führt
den Menschen - ist er lizensiert! -
vom Stress des Alltags himmelwärts
durch ein paar tausend Kilohertz.
 
Der Verfasser dieses Gedichts ist uns leider nicht bekannt.
Wer es weiß ... bitte Info an dh4nad (at) mods-ham.com
 
 
Amateurfunk
 
Bereits im Alter von 10 Jahren begann ich, Rundfunkempfänger zu reparieren und zu sammeln. Mit einem Empfänger der Firma Graetz, der bereits Sendertasten für Lang- und Mittelwelle besaß, hörte ich damals im so genannten Tropenband Funkamateuren zu, die sich dort mit Amplitudenmodulation (AM) in mehr oder weniger großen Runden unterhielten. Es waren sogar schon Frauen darunter. In Erinnerung geblieben ist mir ein bereits damals schon betagter Funkamateur, DL9YF (Yokohama Florida). Seine Stimme würde ich noch heute wiedererkennen.
 
Mehrere Volksempfängerchassis baute ich zu funktionsfähigen Oszillatorkreisen um, denn mit der robusten Audioröhre REN 904 konnte man das machen. Ein angekoppelter Langdraht und ein Kohlemikrofon in der Kathodenleitung machten daraus einen Mittelwellensender, der bei mir bald "in Serie" ging. Im Bereich von etwa 1,6 MHz ließen sich Reichweiten von mehreren Kilometern erzielen. So waren zwei Freunde und ich "heimlich" über Funk verbunden, was natürlich nicht erlaubt war, aber gerade deshalb großen Spaß machte. So bekam der Name "Volksempfänger" einen völlig neuen Aspekt und man hätte einen "Volkssender" daraus machen können. Zum Glück wurden wir nie angepeilt. Durch Veränderungen der Spulen des VE hörte ich sogar die "Deutsche Welle" im 49-Meterband.
 
Ich blieb weiterhin Höramateur und hatte mit meiner alten Graetz-Kiste dann natürlich Probleme, die immer zahlreicher werdenden SSB-Stationen zu verstehen. Ich half mir anfangs damit, dass ich von einem der ersten Transistorradios, die ich mir kaufte, eine Oberwellen-Oszillatorfrequenz drahtlos direkt auf ein SSB-Empfangssignal einkoppelte. Die Abstimmung war äußerst schwierig, aber es klappte dann doch mit etwas Geduld. Ich hatte das Einseitenband überlistet.
 
Den ersten Sende/Empfangsbetrieb führte ich auf dem 11-Meter- Band durch (27 MHz). Dort gab es zunächst strenge Auflagen, die später immer mehr aufgeweicht wurden. Zuletzt betrieb ich bis 1977 eine mobile FM-Funkstation auf 27 MHz in meinem PKW. Auf dem Kofferraumdeckel schwankte eine Kathrein-Spiralantenne.
 
Seit 1978 bin ich Funkamateur und erhielt damals nach bestandener Prüfung vor der Oberpostdirektion Düsseldorf mein erstes Rufzeichen DD2EJ zugeteilt (Klasse C).
 
Bereits zwei Jahre danach erwarb ich die höchste Lizenzklasse B nach Ablegen einer Zusatzprüfung in Telegrafie (Morsen). Seitdem trage ich das Rufzeichen DL5EJ.
 
In den zwei Jahren danach widmete ich mich dem weltweiten Funkverkehr auf Kurzwelle, da ich sogleich über eine Funkstation (Sommerkamp FR- 101 und FL - 101) sowie über freie Antennen (Kurzwellen-Beam, W3DZZ) verfügen konnte. Im UKW-Bereich (144.000 - 145.999 MHz) blieb ich ebenfalls aktiv tätig (Transceiver Yaesu FT 221 - R, Antenne Sperrtopf und 10 El.- Kreuzyagi).
 
Ab 1983 war es mir leider wegen eines Umzuges nicht mehr vergönnt, meine Antennen über Dach zu errichten. So "vergewaltigte" ich die 32 Meter lange W3DZZ im Zickzack unter Dach und meine UKW-Antenne wurde die HB9CV unter der Dachhaut. Jeder Funkamateur weiß, was das bedeutet: Starke Einschränkung meiner Sende- und Empfangsmöglichkeiten. So richteten sich meine Hauptaktivitäten im Amateurfunkbereich fortan auf meine Erstellung der sonntäglichen Funkwetterberichte. Ich wurde immer mehr Wetterkundler und blieb vorwiegend  "Höramateur".
 
Vor einigen Jahren erweiterte ich aber meine Aktivitäten im UKW-Bereich vom Zweimeterband auf das 70- cm Band. Auf beiden Bändern bin ich manchmal sende- und empfangsmäßig aktiv. Natürlich auch auf manchem Relais. Ich benutze den Duo-Bander TM 733 A von Kenwood und eine Duobandantenne X 50 N, natürlich unter Dach. Erreichbar bin ich bei Aufenthalt im Shack auf folgenden Frequenzen:
 
431.985 MHz in FM
  144.575 MHz in FM 
 
Die Kurzwelle habe ich dennoch auch trotz des damaligen unliebsamen Antennenumzuges nicht ganz aufgegeben. So pflege ich seit Jahren hin und wieder eine Telegrafieverbindung auf dem 80-m Band mit einem Funkfreund in Ostfriesland. Auf Grund des allgemein zunehmenden Störpegels auf jenen Frequenzen macht dies jedoch keinen Spaß mehr. So kommt man dann zu den "Echolink"-Verbindungen mit Hilfe des Internets.
 
Mein Shack (Funkerbude) ohne Fenster ist nur 5,4 Quadratmeter groß und bis auf die Tür rundherum "zugebaut", so dass meine reine Bewegungsfläche nur zweieinhalb Quadratmeter beträgt (siehe auch Pressestimmen im Editorial).  Ich habe es jedoch sehr gemütlich eingerichtet, z.B. mit manchen dimmbaren Beleuchtungskörpern, mit meinen "CD- und Literaturecken", mit Stereoanlage und Computerarbeitsplatz sowie einer zentralen Telefonanlage für unsere gesamte Wohnung. Natürlich dürfen hier auch die wichtigsten wetterkundlichen Instrumente nicht fehlen. Hinzu kommt eine Wärme- und Feuchtigkeitsüberwachung des Hobbyraumes. Es ist meine "Insel", die ich fast täglich für Minuten des Rückzuges benötige.
 
Fazit:
 
Entspricht die Welt nicht immer deinen Vorstellungen, dann versuche nicht die Welt, sondern deine Vorstellungen zu ändern.
 
Daran habe ich mich durchweg gehalten und bin damit recht gut gefahren.
 
 
Vy 73, Klaus, DL5EJ
 
Nun noch ein besonderer Leckerbissen. Im Februar des Jahres 2009 erhielt ich von Willy (DJ6VM) das Kurzwellen-ABC, präsentiert erstmalig auf der Funkausstellung Dresden 1934
 
 
Die erst Pflicht - Antennenbau,
der Amateur weiß das genau!
Die Batterie ist bald verzehrt,
durch Brummen uns das Lichtnetz stört.
Nur selten fängt man China auf,
den Code nimmt du sobald inkauf.
Die Drossel macht man möglichst lang,
wir lieben den DX-Empfang.
Empfänger sei stets tadellos,
auch ohne Erde geht´s famos.
Frequenzmesser sind von Nöten,
sonst geht Funkdesziplin bald flöten.
Schalt recht viel Gitterspannung vor,
sonst strahlt in roter Glut das Rohr.
Der Hitzdraht zeigt die Leistung,
die Heizung prüft man dann und wann.
Die Induktion wird viel verwandt,
der Input ist wohl gut bekannt.
Japan hörst du selten,
jedoch sonst manche Welten.
Der Kondensator Spannung fasst,
der Kurzschluss ist ein übler Gast.
Die lange Leitung ist stets schädlich,
doch Lastausgleich ganz rätlich.
Der MIRAG dient das Mikrofon,
uns langt die Morsetaste schon.
Der Numans misst die Welle schlecht,
das Neutrodon steht selten recht.
Die Ohmsche Regel ist bekannt,
der Oszillator klingt durchs Land.
Mit Push-Pull sendet sich´s vorzüglich,
auch die Penthode schwingt vergnüglich.
Die QSL hängt an der Wand,
wer bloß das QRM erfand?
Reichweiten sind oft ungeheuer,
Rekordempfang bringt dich in Feuer.
Der Sperrkreis ist von wenig Wert,
wenn man den eig´nen Sender hört.
Die Trafos rauchen hin und wieder,
drückt der OM die Taste nieder.
Am  Ultrakurz kannst ewig sitzen,
am Unterbrecher Funken spritzen.
Verstimmungstastung unerhört,
bei Vollnetz meist ein Brummton stört.
Die kurze Welle bringt allein
die ganze Welt ins Haus hinein.
Mit X zu reimen ist sehr schwer,
X-Mitter passt allein hierher.
YL ist sehr beliebt,
wenn sie denn 88 gibt.
Der Zeppelin hängt hoch am Giebel,
Verbindung mit ZL nicht übel!