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Afghanistan (Feb
- Juli 2002) |
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"Die Bundeswehr beteiligt sich an einem Einsatz
in Afghanistan...!" diese Nachricht ging im Januar 2002 durch alle
Medien. "Bundeswehrsoldaten verteidigen Deutschland am Hindukusch!" So
oder teilweise noch schlimmer titulierten Nachrichtenmagazine und
Boulevardpresse. Wetteifernd um die Gunst des Lesers steigerten sich
viele Medien in einen wahren Rausch um die neueste Schlagzeile. Um die
Menschen, also die Soldaten die man dorthin schickte, ging es dabei
aber um Leibe nicht. Die waren wie immer nur Mittel zum Zweck. Egal...
Fakt war, wir fliegen nach Afghanistan!
Also Ausrüstungskiste und Funkkiste gepackt und los geht's... |
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Von wegen einfach mal auf die Schnelle nach
Afghanistan fliegen. Bis mein Abflugtermin feststand verging schon
eine Ewigkeit und dann wurde er noch mehrfach verschoben. Nach langem
Hin und Her ging es aber endlich los.... Boarding Time 23.02.02 -
18:00 Uhr für den Flug mit German Air Force 248
nach Termez in Usbekistan. Der Bundeswehr Airbus war bis auf den
letzten Platz gefüllt, als die Maschine gegen 18:40 Uhr vom Flughafen
Köln/Bonn ins Ungewisse abhob. Mein Einsatz bei der ISAF-Truppe
(International Security Assistance Force) hatte begonnen.....
Da wir gen Osten, also "mit der Zeit" flogen, landeten wir
zum Sonnenaufgang des 24. Februar auf dem Flugfeld in Termez
/ Usbeskistan. Besonders
viel Ähnlichkeit mit einem europäischen Flugplatz war auf Anhieb nicht
zu erkennen. Der Platz erinnerte mich mehr an Flugplätze auf den
Nordseeinseln. Eines war aber so ziemlich jedem in der Maschine sofort
klar, die Landebahn ist sehr löchrig und auch deutlich zu kurz für
einen vollbesetzten Airbus. Kaum waren wir über dem äußeren Zaun
drückte das Pilotenteam die Maschine brutal auf die Piste.
Anschließend bremste die Cockpitcrew mit allem "was drin ist!". Ich hatte
das Gefühl, der Flieger setzte schon mit blockierten Rädern auf....
Seither weiß ich erst, welche Bremsleistung so ein Vogel hat. Fortan
ist Landen auf deutschen Verkehrsflugplätzen für mich richtig
langweilig - also eher was für "Warmduscher"....
Wenn der Airbus die Parkposition erreicht hat, steigen wir aus und
vertreten uns im Transitterminal die Beine oder kaufen im
DutyFree-Shop ein wenig für den Weiterflug ein.... So oder so
ähnlich stellt der deutsche Fluggast sich das vor. Am
Morgen des 24. Februar 2002 war das alles ein klein wenig anders.
Nachdem die Maschine die Triebwerke abgestellt hatte, passierte
erstmal nichts. Beim Blick aus dem Fenster sah ich eine Steinmauer, an
der ein paar ältere Männer mit Pelzmützen lehnten, die nicht den
Eindruck machten, dass sie es besonders eilig hätten. Als endlich die
Türen geöffnet wurden, betraten 2 usbekische Zollbeamten
unseren Flieger. Wir "tauften" die weiblichen Offiziere kurzerhand
"Olga" und "Irina". Gleichwohl hoffte nach kurzer Zeit jeder im
Flugzeug, dass seinen Ausweis "Irina" checken möge. Nicht weil sie
hübscher war, nein sie war deutlich schneller als Olga. Das System war
erprobt und hatte sich lange Jahre im Sozialismus bewährt....
Jeder Passagier wurde einzeln nach Alphabet aufgerufen, musste dann
sein komplettes Hab & Gut packen und zur vorderen Tür der Maschine
kommen. Dort wurde das Handgepäck abgelegt und dann äußerst penibel
der Reisepass geprüft. Die Reisepassnummer wurde mit der Fluganmeldung
einzeln per PC überprüft. Erst wenn alles überein stimmte, gab es den
Stempel in den Pass. Ich bin immer wieder verwundert, wie doch in
einigen Ländern der Reisepass kontrolliert wird. Was will man nur
finden ?? Keiner von "meinen Kameraden" hat in seinem Pass auch nur
einen einzigen Eintrag, noch dazu war das Dokument fast noch nass.....
Nach ca. 1 Stunde war ich an der Reihe - Gott sei Dank hieß mein Vater
nicht Z..... Für alle mit Z dauerte es nämlich noch weitere 2 Stunden
bis sie die Maschine verlassen konnten.
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© DL5NAV
Impressum
letzte Änderung:
15.03.2005 |
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