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Aber was brachte mir das
Ganze... draußen angekommen war ich so weit wie zuvor. Bei genauer
Betrachtung hatte ich mich sogar verschlechtert. Im Airbus konnte ich
zumindest sitzen, auch wenn die Luft ziemlich "dünn" wurde. Hier im
Freien wurden wir in "Päckchen" zu 30 Soldaten eingeteilt und mussten
natürlich - warten. Worauf?? Na klar, bis der letzte Soldat den
Flieger verlassen hatte - logisch, was sonst. Danach wurde erst das
restliche Fluggepäck aus der Maschine entladen. Die Passagiere wurden
mit kleinen Bussen zur Abstellfläche der Transall-Maschinen gefahren.
Dort ging es sofort weiter mit.... warten. Als die Gepäckcollis
eintrafen, musste jeder Fluggast seine Gepäckstücke identifizieren und
dem richtigen "Päckchen" für den Weiterflug zuordnen.
Die Ausstattung am deutschen Umschlagpunkt war
mehr als spartanisch. Ein paar Einheitszelte und zwei Reihen
Dixi-Toiletten, das war's.... Der Einsatz war eben noch ganz
jung und im Erstkontingent ist man eigentlich immer gekniffen. Gerade
deshalb trifft man da meistens "alte Bekannte" getreu dem Motto:
"Einmal Nummer Eins - immer Nummer Eins!" Auch das Arbeiten
unterscheidet sich ganz erheblich von dem der Nachfolgekontingente.
Wenn am "Ar... der Welt" erst einmal deutsche Gründlichkeit gepaart
mit Zucht & Ordnung Einzug gehalten hat, dann ist es meistens
"Aus mit lustig!"...
Ich hatte ausnahmsweise mal richtig Glück und wurde in die zweite
Maschine nach Kabul eingeplant. Inzwischen war es schon 08:00 Uhr als
wir zur Startbahn rollten und die "Trall" in Richtung Hindukusch
abhob. Langsam und behäbig stieg die Maschine in langen Kreisbahnen
nach oben, denn aus Sicherheitsgründen durften wir die Grenze nach
Afghanistan erst in 6000m Höhe überfliegen. Hatte ich die Landung in
Termez noch als abenteuerlich und aufregend empfunden, wusste ich noch
gar nicht, was mir noch bevorstand.
Der Flughafen Kabul (KIA) im Norden der Stadt wird regelrecht
eingerahmt von den Bergmassiven des Hindukusch. Die Start- und
Landebahn in Kabul ist reichlich dimensioniert und entspricht dem
internationalem Standard. Der Kick liegt hier aber weniger an der
Landung, sondern eindeutig im Landeanflug. Kaum hatten wir nämlich die
Berggipfel des Hindukusch überflogen, begann auch schon der
Landeanflug auf den Kabul International Airport.
Die Transall senkte langsam die Nase und fortan ging es steil bergab.
Mit dem Gefühl in einer Achterbahn zu sitzen, ging es im "affenzahn"
in einer lang gezogenen Kurve direkt auf die Runway zu. Wie scherzte der
Lademeister doch so treffend: "Hier haben wir immer nur eine Chance
die Landebahn zu treffen, sollte das schief gehen, knallt der Vogel an
die Berge!". Toller Gag.... einige haben's scheinbar doch
geglaubt, denn sie wurden ziemlich nachdenklich.
Wir wussten ja schon, dass der Flugplatz täglich mit störrischer
Regelmäßigkeit mit Mörsern und Maschinengewehren beschossen wurde.
Aber musste das gerade dann sein, wenn wir ankommen? Ist schon ein
ganz neues Erlebnis, wenn man aus dem Flieger spurtet und erst einmal
Deckung nimmt. Die "Jungs" vom Fallschirmjägerbataillon - unser
Abholkommando - konnten sich das Grinsen nicht verkneifen, als sie uns
"Greenhorns" sahen. "Das kracht hier ständig!", klärten sie uns auf,
"..und außerdem ist das zu weit weg um gefährlich zu sein. Erst wenn's
pfeift müsst ihr euch in den Dreck werfen...!" Aha.... soso.... na,
denn...
Kaum angekommen wurden wir auf mehrere LKw 2to
Pritsche verteilt und los ging es im Konvoi durch Kabul in Richtung
Lager Warehouse, unserem Heim für die nächsten Monate. Das Gepäck
wurde auf LKW verladen und kam gesondert nach. Meine erste Fahrt durch
Kabul bleibt mir ein unvergessenes Erlebnis. Von vorne lachende,
freundliche und winkende Kinder und Jugendliche entpuppten sich von
hinten als gekonnte Steinewerfer. Auch eine Erfahrung, die man gemacht
haben muss. Nach 30 min Fahrt durch ein schier endloses Gewirr aus
Menschen, Tieren und gelb-weißen Autos erreichten wir das deutsche
Lager an der Verbindungsstraße nach Pakistan.
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letzte Änderung:
12.03.2005 |
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