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  Flagge YAAfghanistan (Feb - Juli 2002)  
     
 

Aber was brachte mir das Ganze... draußen angekommen war ich so weit wie zuvor. Bei genauer Betrachtung hatte ich mich sogar verschlechtert. Im Airbus konnte ich zumindest sitzen, auch wenn die Luft ziemlich "dünn" wurde. Hier im Freien wurden wir in "Päckchen" zu 30 Soldaten eingeteilt und mussten natürlich  - warten. Worauf?? Na klar, bis der letzte Soldat den Flieger verlassen hatte - logisch, was sonst. Danach wurde erst das restliche Fluggepäck aus der Maschine entladen. Die Passagiere wurden mit kleinen Bussen zur Abstellfläche der Transall-Maschinen gefahren. Dort ging es sofort weiter mit.... warten. Als die Gepäckcollis eintrafen, musste jeder Fluggast seine Gepäckstücke identifizieren und dem richtigen "Päckchen" für den Weiterflug zuordnen. 

Die Ausstattung am deutschen Umschlagpunkt war mehr als spartanisch. Ein paar Einheitszelte und zwei Reihen Dixi-Toiletten, das war's....  Der Einsatz war eben noch ganz jung und im Erstkontingent ist man eigentlich immer gekniffen. Gerade deshalb trifft man da meistens "alte Bekannte" getreu dem Motto: "Einmal Nummer Eins - immer Nummer Eins!" Auch das Arbeiten unterscheidet sich ganz erheblich von dem der Nachfolgekontingente. Wenn am "Ar... der Welt" erst einmal deutsche Gründlichkeit gepaart mit Zucht & Ordnung Einzug gehalten hat, dann ist es meistens  "Aus mit lustig!"...

Ich hatte ausnahmsweise mal richtig Glück und wurde in die zweite Maschine nach Kabul eingeplant. Inzwischen war es schon 08:00 Uhr als wir zur Startbahn rollten und die "Trall" in Richtung Hindukusch abhob. Langsam und behäbig stieg die Maschine in langen Kreisbahnen nach oben, denn aus Sicherheitsgründen durften wir die Grenze nach Afghanistan erst in 6000m Höhe überfliegen. Hatte ich die Landung in Termez noch als abenteuerlich und aufregend empfunden, wusste ich noch gar nicht, was mir noch bevorstand.

Der Flughafen Kabul (KIA) im Norden der Stadt wird regelrecht eingerahmt von den Bergmassiven des Hindukusch. Die Start- und Landebahn in Kabul ist reichlich dimensioniert und entspricht dem internationalem Standard. Der Kick liegt hier aber weniger an der Landung, sondern eindeutig im Landeanflug. Kaum hatten wir nämlich die Berggipfel des Hindukusch überflogen, begann auch schon der Landeanflug auf den Kabul International Airport. Die Transall senkte langsam die Nase und fortan ging es steil bergab. Mit dem Gefühl in einer Achterbahn zu sitzen, ging es im "affenzahn" in einer lang gezogenen Kurve direkt auf die Runway zu. Wie scherzte der Lademeister doch so treffend: "Hier haben wir immer nur eine Chance die Landebahn zu treffen, sollte das schief gehen, knallt der Vogel an die Berge!". Toller Gag.... einige haben's scheinbar doch geglaubt, denn sie wurden ziemlich nachdenklich.

Wir wussten ja schon, dass der Flugplatz täglich mit störrischer Regelmäßigkeit mit Mörsern und Maschinengewehren beschossen wurde. Aber musste das gerade dann sein, wenn wir ankommen? Ist schon ein ganz neues Erlebnis, wenn man aus dem Flieger spurtet und erst einmal Deckung nimmt. Die "Jungs" vom Fallschirmjägerbataillon - unser Abholkommando - konnten sich das Grinsen nicht verkneifen, als sie uns "Greenhorns" sahen. "Das kracht hier ständig!", klärten sie uns auf, "..und außerdem ist das zu weit weg um gefährlich zu sein. Erst wenn's pfeift müsst ihr euch in den Dreck werfen...!" Aha.... soso.... na, denn...

Kaum angekommen wurden wir auf mehrere LKw 2to Pritsche verteilt und los ging es im Konvoi durch Kabul in Richtung Lager Warehouse, unserem Heim für die nächsten Monate. Das Gepäck wurde auf LKW verladen und kam gesondert nach. Meine erste Fahrt durch Kabul bleibt mir ein unvergessenes Erlebnis. Von vorne lachende, freundliche und winkende Kinder und Jugendliche entpuppten sich von hinten als gekonnte Steinewerfer. Auch eine Erfahrung, die man gemacht haben muss. Nach 30 min Fahrt durch ein schier endloses Gewirr aus Menschen, Tieren und gelb-weißen Autos erreichten wir das deutsche Lager an der Verbindungsstraße nach Pakistan.

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  letzte Änderung: 12.03.2005

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