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Am
Morgen des 26. Dezember 1999 war es dann soweit, es hatte zu schneien
aufgehört, die Bahn war geräumt, das Gepäck verladen und die Fluggäste
waren an Bord. Als die Motoren der C-160 Transall angelassen wurden,
konnte man in den Gesichtern der Passagiere "lesen", wer zum ersten
Mal mit diesem Luxusflieger unterwegs war. Schließlich bietet dieses
Transportflugzeug der Bundeswehr alles was das Herz begehrt. Nicht
umsonst reisen wir in der sogenannten "Soldierclass" und
mit Anspruch auf einen Flug, der wirklich alle Sinne anspricht. Im
Vergleich zu einer Linienmaschine sehen sie nichts, hören dafür
fünfmal so viel, spüren jede noch so kleine Turbolenz sofort an ihrem
Allerwertesten und der Bordservice begrenzt sich darauf, daß man sie
in die Benutzung des Campingklo im Heck der Maschine einweist. Wenn
diese "Kisten" von der Bahn abheben und steil in die Luft steigen, bin
ich immer wieder erleichert - einfache Technik die begeistert...
So wie der Flug begann, so endete er auch....
aus Sicherheitsgründen darf die "Trall" bei derart schlechter
Witterung auf dem internationalen Flughafen von Sarajevo nicht landen.
Unser Flug wurde also zum US-Militärflugplatz nach Tuszla umgeleitet.
Dort sicher gelandet, stand uns dafür jetzt eine 5-stündige Busfahrt
über abenteuerliche Straßen nach Sarajevo bevor. Gut das ich im
Handgepäck nicht Handy, Gameboy oder CD-Player hatte, sondern Essen &
Trinken. Denn leider waren damals in BiH McDonalds und Burgerking noch
nicht flächendeckend verbreitet und der zivil angemietete Bus hatte
auch schon mal bessere Zeiten erlebt.
Um 23.00 Uhr Ortszeit kamen wir endlich vor dem
deutschen SFOR-Lager in Sarajevo an und nach penibler Kontrolle
durften wir den Lagerbereich befahren. Im Schneckentempo fuhr der Bus
die Lagerstrasse endlang und stoppte schließlich vor der Kommandantur.
Endlich - nichts wie raus aus diesem Bus.... Diese schier endlose
Busfahrt werde ich nie im Leben vergessen. Sicher auch deshalb, weil
der Busfahrer zwar einen CD-Player im Bus hatte, aber leider nur eine
einzige CD mit bosnischer Technomusik. Stand ich bis zu diesem
Zeitpunkt neuzeitlichen Musikformen noch neutral gegenüber, bin ich
seitdem kein Freund mehr dieser modernen Art von Lärmbelästigung.
Der Einstieg in das Unternehmen SFOR war zwar
für mich alles andere als gut, aber es entwickelte sich doch ein
rundum gelungener Aufenthalt. Die Zusammenarbeit mit deutschen,
internationalen und vorallem einheimischen Mitarbeitern war sehr gut
und es entwickelten sich sogar Freundschaften. Ich lernte durch meine
Dolmetscherin in kurzer Zeit Land & Leute intensiv kennen und lieben.
Verständlicherweise standen die Leute mir - "dem fremden Deutschen"
anfangs skeptisch und zurückhaltend entgegen. Dies änderte sich aber
im Laufe der Zeit und man gewöhnte sich aneinander und lernte
gegenseitig dazu. Zu keiner Zeit fühlte ich mich bedroht oder
persönlich gefährdet, ganz im Gegenteil. Man darf aber dennoch niemals
vergessen, daß man in einem ehemaligen Kriegsgebiet ist und überall
"stumme" Gefahren - wie z.B. Minen lauern. Auch ist man nicht überall
gleichermaßen willkommen, das ist aber überall auf der Erde so...
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letzte Änderung:
13.03.2005 |
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