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  "Telegrafie ist eine Sprache!"  
     
 

Beim Sommerfieldday 1980 des OV Uttenreuth (B31) wurden für mich die Weichen zur  AFU-Klasse B gestellt. Zwar hatte ich schon bei den UKW-Contesten in den Nachtstunden Volker, DF2NA beim CW-Betrieb mit seiner Junkerstaste beobachtet, selbst hatte ich es aber noch nicht probiert. Auch hatte ich gar keine Lust auf diese Klopfzeichen, zumal mit diesem unhandlichen Ding von Morsetaste. Es blieb mir aber nichts übrig - man musste schließlich eine CW-Prüfung ablegen, um auf Kurzwelle QRV zu werden. Auf den Geschmack gekommen bin ich, als Kay, DF9NR und Harald, DL6NAD ihre selbstgebauten elektronischen Morsetasten stilecht auf der Haube von Kay's VW Käfer vorstellten. Die Speicherelektronik, es war ein sogenannter Accu Keyer war annähernd so groß wie ein Funkgerät. Zum Geben wurde kein "Handklopfer" sondern Paddel der Fa. Bencher benutzt. Das interessierte mich brennend diese "Squeeze-Technik", sah eigentlich alles recht einfach aus - dieses CW....

Im Anflug eigener Selbstüberschätzung versprach ich vollmundig den beiden Funkfreunden, das ich "dieses CW" auch lerne und dann auf Kurzwelle aktiv Telegrafie machen werde. Ich wusste da noch gar nicht, auf was ich mich eingelassen hatte..... aber versprochen ist versprochen! Kay und Harald, beide aus dem OV Uttenreuth (B31), erklärten sich bereit mich bei meinen Bemühungen tatkräftig zu unterstützen. Ich solle einfach zum nächsten OV-Abend nach Uttenreuth kommen, dann sehe man weiter....
So fiel ich in die Hände von Klaus, DF1NT - CW-Enthusiast und gefürchteter Ausbilder - sprich Schleifer in Sachen Telegrafie. Seine Morsekurse waren hart, herzlich und für alle, die wirklich später telegrafieren wollten - ein absolutes MUSS. Diejenigen, die es nur mal so nebenbei erlernen wollten um die B-Lizenz (heute Klasse A) zu bekommen, stellten sehr schnell fest, dass sie bei dem Kurs völlig falsch sind.

Der Wahlspruch für die Ausbildung war: "Telegrafie ist eine Sprache!" - soll heißen, man kann sich mit Morsezeichen ganz normal unterhalten. Man spricht ja auch nicht abgehackt in einzelnen Buchstaben mit seinem Gegenüber. Der dann zuerst alles aufschreibt und dann versucht es nach dem Lesen auch noch zu verstehen. Bei einer Sprache bildet man aus mehreren Buchstaben zuerst Wörter und daraus dann ganze Sätze, die die Gesprächspartner hören und hoffentlich unmittelbar verstehen. Ich muss ja zugeben, kapieren konnte ich das am Anfang gar nicht und "Ansagen" und "Gehörlesen" waren nicht gerade meine Lieblingsdisziplinen. Rückblickend war dies aber der Schlüssel zum Erfolg.

 

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  letzte Änderung: 13.03.2005

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