FT-817 fernsteuern via LAN/Internet



Einrichtung der Clientsoftware
Passend zum Beitrag "TRX fernsteuern Server" soll die Software für den Client eingerichtet werden. Naturgemäß mit weniger Aufwand als beim Server.

Software


benötigte Software
HAM Radio Deluxe -> umfangreiches Softwarepaket (Steuerung, Log, DiggiModes usw.)
http://www.ham-radio-deluxe.com/

IP-Sound -> Soundübertragung in Echtzeit
http://www.dxzone.com/cgi-bin/dir/jump2.cgi?ID=12681

No23Live -> Soundübertragung für Zuhörer und als Monitor für TRX belegt (nicht zwingend notwendig)
http://no23.de/no23web/

WinkeyTest -> Testprogramm für die Winkey-Taste (hilfreich aber nicht zwingend notwendig)
http://k1el.tripod.com/software.html

Software


No23live - Stream zum mithören
Eine Remotestation wird meist von mehren OM's genutzt. Ist sie gerade belegt erhält der 2. OM der den Server connecten will nur die Meldung das der Server nicht antwortet. Ob der Server belegt oder aus ist kann man nicht feststellen. Der Administrator wird zu Servicezwecken deshalb Remte-Desktop auf den Server zugreifen können, aber als User der diesen Zugriff nicht hat kann man sich wenn's denn eingerichtet ist anders helfen. Mit NO23live, einem Tool zum Erzeugen von Audio-Live-Stems, kann man unproblematisch seinen kleinen Online-Radio-Sender einrichten (siehe TRX fernsteuern Server). Der Nutzer kann nun mithören und wenn der OM1 fertig ist und den TRX abschaltet weiß man gleich das man einen neuen Versuch zum Verbinden starten kann.

Dazu muss nichts installiert werden es ist nur notwendig im Explorer mms://IP Adresse:8010 einzutragen und der Explorer startet den Windows Media Player. Eventuell wird der Link auch auf einer Website vorhanden sein und man kann sich den zu den Favoriten hinzufügen oder als Verknüpfung auf den Desktop legen.





IP-Sound einrichten
Mit IP-Sound ist es möglich den Ton des TRX zum Client-PC zu übertragen in Empfangs- und Senderichtung. Die Übertragung erfolgt fast unverzögert hat allerdings den Nachteil, das nur ein Client sich einloggen kann.



Sprache wählen...



Verzeichnis wählen...



Programm starten...



zunächst startet IP-Sound ...



mit der Maus im schwarzen Bereich Rechtsklick und auf Add...



die IP des Servers eintragen und einen Namen festlegen der wieder frei wählbar ist, anschließend mit Add übernehmen.



ein Druck auf Connect (sieht eher aus wie Play) und das Tool versucht als Client den Server zu connecten.



Ist die Verbindung entstanden sieht man das Daten fließen, ist der TRX aber aus, dann hört man noch nichts. Kommt es zu Fehlermeldungen ist zu Prüfen welche Tonqualität ausgewählt wurde (im Beispiel 16kHz mono)



HAM Radio Deluxe Installation am Client
Starten der Datei HRDv040b1901_Full.exe ...



Den Anweisungen folgen...











Das Häkchen für das Programm Digital Master 780 kann man weglassen, wenn man's nicht gleich probieren will.

CW - Interface - Schaltung


Nach erfolgreicher Installation startet HRD, nun ist der TRX auszuwählen als Schnittelle aber keine COM sondern Remote einzutragen.

Für den FT-817 sollte der Speed 9600 gewählt werden (begrenzt durch das CAT-Interface, der TRX könnte schneller).



Die IP-Adresse des Servers wird eingetragen, der Port ist in den meisten Fällen auf Default zu belassen. Username und Paßwort muß am Server konfiguriert sein sonst ist kein Zugriff möglich. Der Administrator hat die Möglichkeit z.B. nur Empfangsbetrieb zu erlauben oder den kompletten Zugriff freizugeben. Es macht Sinn die Einstellungen unter Save zu speichern.



Sind alle Angaben richtig und der User ist dem Server bekannt, erscheint ein Begrüßungstext.



Ein kleines Fenster zeigt, das der Server in 7ms antwortet, es können aber durchaus deutlich höhere Werte besonders über das Internet zustandekommen. Wird der Wert zu hoch läßt sich der TRX nur verzögert steuern. Das Fenster kann man zur Seite schieben, ist aber gerade bei schwankenden Verbindungen eine gute Hilfe. Durch Klick auf >> vergrößert sich das Fenster und weitere Infos werden sichtbar (siehe HRD-Anleitung z.B. von Eike Bartels DM3ML).



Serielle Verbindung zur Winkey einrichten
Wer Telegrafie nicht nutzen kann oder möchte darf sich die nächsten Schritte sparen.

Um die Verbindung zu Winkey herzustellen ist es notwendig ein virtuelles Schnittstellenpaar einzurichten. Dazu ist als erstes feststellen welche Schnittstellen schon existieren. Normalerweise sind das COM1 und 2. Neuere PC's haben auch nur eine COM oder wie in diesem Fall gar keine. Dazu ist im Zweifel der Gerätemanager zu befragen. Ich halte es nicht für günstig, wie in der englischen Anleitung COM21 bzw. COM22 zu verwenden, denn leider können einige Programme wie z.B Winkey-Test (bis14) sowie die meisten Logbuchprogramme nicht mit so hohen Schittstellen arbeiten. Ich empfehle deshalb im einstelligen Bereich zu bleiben, wie z.B. hier COM2 und COM3. Dazu wählt man unter Tools N8VB vCOM configuration an.



Es ist möglich mehrere Paare anzulegen in unserem Fall reicht zunächst ein Schittstellenpaar z.B. COM2 <-> COM3. Die Installation startet mit install...



Auf den Logotest muss man verzichten -> Installation fortsetzen...



War die Installation erfolgreich, ist ein neues Schittstellenpaar entstanden und man kann an das eine Ende mit der Winkeytaste am Server verbinden das andere Ende des Paares wird später von der Tastensoftware im Ham Radio Deluxe oder wenn man möchte vom einem Logbuch oder WKtest (Testprogramm) genutzt. Dazu wechselt man ins Verzeichnis von Ham Radio Deluxe und startet die Datei c:\Programme\Amateur Radio\Ham Radio Deluxe\HRDSerialPortClient.exe... (am besten gleich als Verknüpfung anlegen). Ein Click auf Add...



Der Titel ist frei wählbar und hat keinen Einfluss, Local port ist das eine Ende COM2 und Remote port ist die COM1 am Server an der unsere Taste angeschlossen ist. Der Speed ist 1200, Data bits 8, Parity bleibt auf no und Stopp bit auf 1. DTR wird benötigt, deshalb den Hacken setzen.



Ein Druck auf ok damit sich das Fenster schließt und anschließend auf connect. Nun tragen wir die IP des Servers ein den Usernamen und das Passwort. Achtung Username und Passwort kann vom HAM Radio Deluxe connect abweichen je nachdem was der Administrator festgelegt hat!



Sind alle Eingaben richtig begrüßt uns der SerialPortServer...



Die Verbindung ist nun vorhanden sie bricht aber nach einiger Zeit ab wenn keine Daten ausgetauscht werden. Unbedingt das Button Ping auf aktiv setzen, sonst ist die Taste genau dann offline wenn man die seltenen DX-Station anruft.



Am einfachsten kann man nun die Taste im HAM RAdio Deluxe nutzen, dazu unter Tools K1EL Winkey anwählen...



F8 oder auf's Button drücken...



... und im sich öffnenden Fenster die COM3 eintragen, das andere Ende unseres virtuellen Schnittstellenpaares. Nach Druck auf Connect spricht die Taste mit Ham Radio Deluxe und wenn alles stimmt steht im Fenster Winkeyer: connectet COM3



Abschließend noch ein paar Zeichen in das weiße Fenster neben F5 und dann F2 Play drücken. Es sollten nun die ersten Zeichen gesendet werden. Natürlich muss der TRX in Stellung CW stehen, eingeschaltet sein und eine angepasste Antenne oder besser Dummyload sollte die HF aufnehmen können. Der FT-817 ist leider wie in vielen Foren zu lesen ist recht empfindlich!!!



Das Programm wird beendet und der TRX schaltet sich wenn gewünscht ab, sofern dies wie beim FT-817 unterstützt wird.



Damit ist nun HAM RAdio Deluxe, Winkey und die Soundübertragung eingerichtet und es kann gefunkt werden. CW mittels Winkey und Sprechfunk über IP-Sound in beide Richtungen. Vorsicht wenn am TRX die Fox an ist sendet er wenn man ins Headset an Client-PC spricht. Ich empfehle die Aussendung mit einem Empfänger am Client-Standort mitzuhören um die Modulation zu prüfen! Ebenso das zuverlässige schalten von TX auf RX um sicherzugehen das der Sender nicht ungewollt auf Senden bleibt. Deshalb am Ende der Anleitung noch ein paar Tips die ich empfehle...

WKtest zum Testen der Taste
Sollte die Taste nicht ordentlich angesprochen werden, kann das Tool WKtest gute Dienste leisten.







Nach der unkomplizierten Installation einfach die COM3 (sofern nicht anders als in der Anleitung) eintragen und aufs Button OpenWk drücken. Das Programm liest die Version des Winkey-Chip aus und kann alle Funktionen testen.





Nicht vergessen die Taste mit Close WK wieder freizugeben!

Start und Nutzung
Jeder PC-Nutzer hat seine Gewohnheiten Programme zu nutzen und sich seinen Desktop einzurichten. Dies kann also nur ein Beispiel sein wie man es sich einrichten kann. Das Programmpaket von Simon Braun ist sehr umfangreich und gehört zur besten kostenlosen Software im Amateurfunkbereich, es wird kaum einen OM geben der alle Funktionen nutzen wird die das Programm bietet.

Ich habe mir die Icons auf dem Desktop abgelegt.



1. NO23lie-Stream Link starten um festzustellen ob die Station belegt ist, wenn ja dann warten,19:35 28.01.09 anderenfalls wieder schließen

2. IP-Sound starten

3. Verbindung zum Serialport-Server herstellen

4. Verbindung zun HAM Radio Deluxe Remote Server herstellen, es sollte jetzt aus dem IP-Sound was zu hören sein!

5. Verbindung mit der Winkey herstellen z.B. im Ham Radio Deluxe -> Tools -> K1EL Winkey

6. Funkbetrieb



Nach Beendigung des Funkbetriebes

1. HAM RAdio Deluxe schließen (damit wird auch die Taste getrennt von der seriellen Schnittstelle) wenn der TRX abschaltet muß aus den Ton ausgehen!

2. Im Serial Port Client Button Connect drücken damit trennt sich die Verbindung ordnungsgemäß.



Immer wenn dies nicht gemacht wurde hängt sich bei mir der Serialportserver auf und der Server muss neu gestartet werden!!!

3. IP Sound schließen



Funkbetrieb und was ist zu achten !
Die fernbedienbare Station ist ein faszinierendes "Spielzeug" des lizenzierten Funkamateur's und mit Sicherheit nur für OM's geeignet die mit der Technik und deren Wirkungsweise sich vertraut gemacht haben. Es sollte etwas Geduld vorhanden sein, drückt man einen Schalter dann kommt mitunter nicht immer sofort eine Rückmeldung, sondern je nach Internetanbindung auch mal etwas verzögert. Es ist dringend anzuraten seine eigenen Aussendungen mitzuhören und darauf zu achten das der TX immer auf Empfang zurückschaltet. Zum Erlernen ist es sinnvoll mit einem PC neben dem Server erste Schritte zu probieren, dann kann man in Zweifel mal auf's Display des TRX schauen was man da geschalten hat. Der FT817 hat sich als gut fernbedienbar erwiesen und ist bisher nicht abgestürzt, mein FT757GX2 dagegen ist nach wenigen Minuten nur durch einen Reset wieder zum Leben zu erwecken (geht aber eh nicht mit HRD). Der Kenwood TS-50S geht recht schön, aber leider sind einige wichtige Funktionen wie das schalten des Vorverstärkers und Abschwächers nicht fernbedienbar und er schaltet sich nicht über das Cat-Interface ein/aus wie bei neueren Transceivern üblich. Mit anderen Transceivern habe ich noch keine Erfahrungen sammeln können und würde mich über entsprechende Berichte sehr freuen.



Da ich sehr gern mit UCXlog arbeite, habe ich die Winkey mit meinem Log verbunden das geht recht einfach



So in etwa könnte ein Arbeitsplatz nun aussehen! Beim Funkbetrieb arbeite ich zu Haus mit dem FT757 am Dipol oder einer Magnetic Loop und remote im Testbetrieb mit dem FT817 und Yagi ca 2km entfernt. Beide Standorte mit DSL 16000, DSL 1000 tut es aber auch. Es ist nicht immer so das die Yagi das bessere Emfpangssignal liefert, ich höre immer mit beiden Anlagen, leider ist das Signal der Remotestation um Millisekunden verzögert.

Wer zu Haus einen TRX mit CAT-Interface benutzt und eine Remote-Station nutzen kann sollte unbedingt folgendes mal testen. HRD starten und mit dem heimischen TRX verbinden -> HRD nochmal starten und mit dem Remote-TRX verbinden -> unter Tools / Programms / Synchroniser starten -> Scan Button und Start drücken...was dann folgt ist der Hammer... man dreht am heimischen TRX und der Remote-TRX macht alles mit, nun hat man auch wieder das nette gewohnte Gefühl der Abstimmung mit einem (hoffentlich) gefühlvollem Abstimmrad. Wie man das jetzt nutzt das überlasse ich der Fantasie und dem Können des OM's.....danke HB9DRV lieber Simon und alle die ihren Beitrag zugesteuert haben...




Die Remote-Station ist kein Ersatz für eine Feststation, sondern eher eine Ergänzung. Sie kann aber neue interessante Möglichkeiten bieten, ich denke z.B. an EME am einem ruhigen Standort, einen Empfänger fern vom QRM der Großstadt, oder der guten Sendeantenne auf den Berg um die Ecke.



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