KW PA mit 4xIRF740
Seit längerer Zeit liegt eine defekte CB-Endstufe unter meiner Werkbank und wartet auf eine neue Verwendung. Eine Reparatur ist zwar möglich
aber die Transistoren sind nicht unbedingt erschwinglich und so hatte ich schon überlegt einen "großen" Tuner reinzubauen. Irgendwie
sollte ein Tuner doch nicht sooooo groß sein. Als eifriger Leser von hamradioboard.de habe ich mich schon lange mit dem Gedanken
herumgeschlagen mal eine DL9AH-PA zu bauen. Dafür ist das Gehäuse aber zu klein. Die Lösung liegt dazwischen. Hans Diebold DJ4WZ hat in der
Funk 9/2005 eine "kleinere" Mosfet-PA mit 4xIRF740 vorgestellt die bei 10 W in ca 400 Watt auf den unteren KW-Bändern erreicht und bis zu 15m
mit 200 Watt noch brauchbar ist. Leider muß man auf 10 und 12m ganz verzichten, da die Eingangskapazitäten der IRF740 zu groß sind. Die DL9AH
muss also noch warten und so kann man schon prima "üben".




Zunächst habe ich die Originalplatine ausgebaut und war erfreut recht viel Platz zu haben. Das Meßinstrument passt auch gleich super.
Mit dem Trafo ist allerdings kaum eine Ausgangsleistung von 400Watt zu erreichen. Da die Spannung aber sowieso nicht für eine MOSFET-PA
ausreicht habe ich noch zwei 12V 10A Ringkerne mit ins Gehäuse eingebaut, damit sind die 40-50Volt mit über 10A gut erreichbar ohne das die
Trafos im Überlastbereich arbeiten. Eigentlich sollte es sogar mehr Strom sein aber ich habe nur 5Watt Steuerleistung und will mich mit
200Watt Output begnügen.


Ich hatte gehofft die Ein- und Ausgangskerne nutzen zu können aber leider geht auch mit mehr Wicklung im unteren Frequenzbereich nicht viel.
Ein Anruf bei Hans sollte weiterhelfen und so war's dann auch. Bevor ich richtig fragen konnte wollte er die Adresse wissen wo er die Dinger
hinschicken soll und der Betrag den er nach !! Erhalt haben wollte hat das Projekt nicht erheblich teurer gemacht. Die Kerne sind auch bei
Amidon erhältlich aber so konnte man gleich ne Runde fachsimpeln. Danke lieber OM Hans.


Im Bauvorschlag ist nur ein Tiefpaß für 21MHz vorgesehen, damit habe ich mich nicht anfreunden können. Ich verwende immermal Antennen
die per Tuner angepaßt werden und auch auf mehreren Bändern spielen. Mir ist es auch ganz lieb wenn ich nur dort angerufen werde wo der
Empfänger gerade steht. Ich habe 4 Filter aufgebaut mit Lustspule für 15 und 17m, und mit T106-Kernen für die unteren Bänder. Auf 160m
spielt die PA auch, auf ein Filter habe ich verzichtet da ich keinen Platz habe für eine sinnvolle Antenne.
Die PA- und Filterplatine habe ich wiedermal so genutzt wie der Hersteller sie schuf. Masseprobleme gibt es da kaum, allerdings sollte man
bei Verstärkern immer auf den Aufbau achten, nicht das daraus ein Generator wird.
Auf der Tiefpaßplatine sind oben die 15/17m und 20/30m Filter zu sehen. Die 40m und 80m Filter sind auf der Unterseite, das Ganze hält sich
selbst am Umschalter russischer Herkunft. Hoffentlich finde ich noch so ein Teil für die DL9AH-PA. Die Ringkerngröße, die C's und der Umschalter
sind für die 200Watt auf alle Fälle mehr als ausreichend. Auf 40m senden und das 80m Filter eingeschaltet lassen
bringt die Anzeige der Ausgangsleistung auf 0. Allerdings ist die Stromaufnahme und damit die Eingansleistung immernoch bei 400 Watt Input.
Die Transistoren zeigen jetzt ihre Nachteile gegenüber Röhren indem sie mit einem lautem Knall sich gen Transistorhimmel verabschieden.
Aus diesem Grund habe ich ein SWR-Meßkopf eingebaut der per Thyristor die Versorgungsspannung abschaltet. Die Abschaltung der Spannung stammt von
Norbert DK6NR, ich habe lediglich andere Transistoren gewählt.

Die Ausgangsleistung reicht mir aus, nur auf 18 und 21 MHz habe ich die Vorgabe noch nicht erreicht. Mit 5 Watt kann man die PA
eigentlich nicht übersteuern und die Transistoren sind auch nicht im Endbereich. Der Kühlkörper ist recht groß dimensioniert und der Lüfter
(unter dem Kühler) sorgt für entsprechende Luftbewegung. Ich kam mit der Ruhestromeinstellung nicht zurecht, die getrennte Einstellung von vier
Transistoren ist ohne großen Aufwand machbar sollte aber auch wie von Hans vorgeschlagen gehen. Bei der DL9AH-PA werde ich mir den Luxus
wahrscheinlich nicht gönnen. Momentan habe ich ca 100 mA je Transistor eingestellt. Die PTT-Schaltung verdient ihren Namen eigentlich nicht,
denn der TRX macht die eigentliche Arbeit, erst wenn die PTT auf Masse ist sendet der TRX und somit hat man nur dafür Sorge zu tragen das
ein möglichst überdimensioniertes Relais angezogen hat wenn
die Leistung kommt. Das klappt zuverlässig mit den FT817 über die ACC-Buchse, leider sind die Stecker nicht überall erhältlich. Zum Dank lieber FT817
habe ich dir ein kleines Netzteil mitspendiert, das liegt unter dem Pi-Filter. So spart man sich ein extra Gerät. Ein Netzschalter für die 12V
zum TRX und ein Netzschalter für die PA das schafft Ruhe und spart Strom wenn 5 Watt reichen.

Der Umbau hat mich mehr Zeit gekostet wie erwartet, wobei die mechanischen Arbeiten nicht so schlimm waren. Die Ein- und Ausgangsübertrager
sind da schon zeitintensiver, zumal ich auch mit anderen Kernen begonnen habe. Zum Tiefpaßfilter findet man einige Veröffentlichungen und
wenn man sich an die Vorgaben hält sind sie problemlos herzustellen.
Ich bedanke mich recht herzlich bei allen OM's die zum Thema DL9AH-PA und DJ4WZ-PA viele Tipps und Ideen auf dem Hamradioboard veröffentlicht
und diskutiert haben. Ich glaube das der Nachbau ein super Übungsprojekt ist wenn man sich an das Thema größerer Transistor PA's heranwagen will.
Der Schaden hält sich in Grenzen wenn's mal raucht!
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