
Gerade in diesen Tagen wird der eine oder andere OM wegen der Umrüstung auf digitales Satellitenfernsehen einen LNB für den Schrottplatz haben. Es tritt bei diesen LNBs für ATV Betrieb das Problem auf, daß die ZF Lage für den Satellitenempfänger nicht paßt. Da das 3 cm Band sich von 10,000 GHz bis 10,500GHz erstreckt, ergibt sich bei einem LNB, dessen LO (Local Oscillator) in der Regel bei 9,75 GHz arbeitet eine ZF Lage von 250 bis 750 MHz. Diese Frequenz ist ungeeignet für den Satellitenempfänger. Es gibt jedoch noch ein zweites Problem. Der ZF Ausgang am LNB hat möglicherweise einen Hochpass und dieser macht dann abwärts von 900 MHz dicht. Der Mischer kann auch für diese tiefen Frequenzen ungeeignet sein. Viele Dioden- Mischer in diesem Frequenzbereich sind auf der ZF Seite einigermaßen schmalbandig. So kann ein Mischer am ZF Ausgang nicht viel mehr als 1 bis 2 GHz, wir bekommen gerade das Satelliten ZF Band darüber. Wir finden hier natürlich unterschiedliche Konzepte. Ob die eine oder andere Lösung praktikabel ist, zeigt ein Test. Wir müssen zuerst eine DC Schleuse schaffen. Wir benötigen hierzu eine Spule und einen Kondensator. Für die Spule reichen 10uH, der Scheibenkondensator 100 pF. Jetzt benötigen wir noch ein kurzes 75 Ohm Koaxialkabel und einen passenden F-Stecker. Wir schliessen Spule und Kondensator mit jeweils einem Pol am Innenleiter des Koaxialkabels an. Gegenpol ist für beide der Schirm. In die Spule geben wir eine stabilisierte 14 und später 18 VDC Quelle, + an Spule, - an Schirm. Zwischen Schirm und Kondensator kann ich jetzt einen durchgehenden Empfänger 1-1000 MHz oder einen Frequenzzähler resp Spektrumanalyzer anschliessen. Gebe ich jetzt über eine kleine Koppelspule 2 Windungen 10mm Ø ein 0,5 bis 1 Watt Signal bei 434,7826 MHz auf das Horn, so muss die 23. te Oberwelle-10000 MHz ein ZF Signal bei 250 MHz erzeugen. Ist das nicht gegeben, gibt es nur die Möglichkeit den LO in die Nähe des ZF-Durchlassbereiches zu bringen. Dies bedeutet, den LO 650 bis 750 MHz tiefer trimmen. Dies ist meist nicht möglich. So dreht man den Stempel nach lösen der Kontermutter weiter hinein, bis ein Signal in der Gegend von 800-1000 MHz zu sehen ist. Wer jetzt die Frequenz so zu liegen bekommen möchte, daß 1000 MHz 10000 und 1500 MHz 10500 entspricht, kann versuchen, 1000 MHz ZF einzustellen. Reißt die Schwingung jedoch ab, oder schwingt beim Neuanschalten oder über der Temperatur nicht mehr an muß der Stempel soweit zurückgedreht werden, bis ein sicherer Betrieb möglich ist.Ob die Schwingung abreißt oder nicht, kann am einfachsten durch beobachten des Stromes beim Abgleichvorgang beobachtet werden. Achtung, ein LNB liegt bei entsprechendem Sonnenstand genau im Brennpunkt des Spiegels, die Temperatur kann leicht 100°C erreichen. Daher dunkle matte Spiegel verwenden. Ist der Punkt des sicheren Betriebes ermittelt, kann mittels eines Umsetzers, siehe Blockschaltbild, trotzdem ein Betrieb 1000 MHz ===> 10000 MHz und 1500 MHz ===> 10500 MHz erreicht werden. Man mißt die sich ergebende ZF, z.B. 800 MHz, wir brauchen im Beispiel eine Frequenz im LO2 von 200 MHz. f(ZF1) + f(LO2) = ZF2.
Liefert jedoch der LNB ein hinreichend gutes Signal auf 250 MHz, kann mittels zweitem Mischer und LO2 von 750 MHz ohne Eingriff in den LNB hochgemischt werden. Noch eine Anmerkung: Niemals die Hohlleiter oder das Horn öffnen, hier ist mit Überdruck ein Trockengas eingebracht. Feuchtigkeit ist der Tod eines LNB.
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