Netzteil 13,8V aus Computerschrott

Probleme,- man kann immer etwas dazulernen...

Die Beschaffung der Widerstände kann etwas problematisch sein, da heute die meisten Bastelläden fertige wah-wah-bum-bum Leistungselektronik verkaufen. Es empfiehlt sich daher im Internet zu recherchieren. Da ich aus meiner langen Berufspraxis etliche Grossisten direkt kontaktieren konnte, habe ich in meiner Bastelkiste immer einen kleinen Überhang aus Verpackungeinheiten. Da die Widerstände vom Netzteiltyp abhängig etwas andere Werte haben können, habe ich mich entschlossen noch ein Poti einzubauen. Dies wegen der Beschaffung von Auswahlreihen, was doch kostenintensiv wäre. Die Schaltung ist mit einem 47 Ohm 2 Watt und einem 33 Ohm 1 Watt in Serien-Parallelschaltung eines Widerstandes und eines Potentiometers, auch Trimmpoti genannt, beschaltet, vgl. Bild. Diese sind mit 0,5 Watt gut dimensioniert. Es erhöht sich die Anzahl der Bauteile, man hat aber mehr Freiheitsgrade. Vor dem Abgleich das Potentiometer in Mittelstellung bringen, erst dann bei geschlossenem Gehäuse einschalten! Es ist nicht nur die Gefahr durch die hohe Spannung, es kommt vor, daß ein Elektrolytkondensator explodiert, speziell dann, wenn das Gerät lange außer Betrieb war. Diese Hinweise sind unbedingt ernst zu nehmen, ich habe in diversen Foren, welche diesen Umbau diskutieren, entsprechende Beinaheunfälle nachlesen können.

Bild: Schaltbildauszug

Die Wattangabe kann nach oben abweichen, das ist in Ordnung. Gebräuchliche Werte sind hier 0,4 Watt, 1 Watt und 2 Watt, für die 1 und 2 Watt-Widerstände kann man auch 4 Watt nehmen. Diese Wattangabe bezieht sich immer auf die über die Raumtemperatur des Widerstandsmaterials hinausgehende Temperatur, meist 70 °C, also 90 °C. Diese Temperatur ist noch zulässig und entsteht, wenn der Widerstand mit seiner Nennlast in Watt betrieben wird. Liegt dieser Wert darunter, so bleibt der Widerstand kühler, deshalb dürfen wir überdimensionieren. Dies ist eigentlich immer gut, da die Raumtemperatur auch mal bei 35 °C liegen kann, dann hat derselbe Widerstand 105 °C! Hier noch einige Adressen, welche ich für Bauteilebestellungen auch schon benutzt habe:

http://www.oppermann-electronic.de/
http://www.conrad.de
http://www.pollin.de/shop/shop.php
http://www.muekra.de/home/auswahl.htm
http://www.buerklin.com/
http://www.rsonline.de/
http://www.schuricht.de/
http://www.reichelt.de/

Die drei Erstgenannten sind Einzelhandel, der Rest besteht nur aus Grossisten. Nicht alle liefern an privat, wenn dies offensichtlich ist. Die Meisten lassen eine Onlinebestellung zu.

Wer selbst einen geeigneten Teiler aus vorhandenem Bastelmaterial zusammenstellen möchte, dem seien hier einige Formeln mit an die Hand gegeben:

Bild: Schaltbildauszug

Es sei noch angemerkt, daß das Netzteil ohne eine Grundlast zwischen Leerlauf und Volllast u.U. keine absolut stabile Spannung liefert. Daher empfehle ich den gesamten Teiler bestehend aus 47 + 33 Ohm = 80 Ohm nicht über 200 Ohm auszulegen.
Eine ATX Steckerbelegung ist bei folgender Web Adresse erhältlich: http://info.electronicwerkstatt.de/bereiche/stecker/atx_netzteil.html

Hinweis zu Funkstörungen: Die Minusbuchse ist ebenfalls isoliert einzubauen ( kein Kontakt mit dem Gehäuse ). Als erste Maßnahme empfehle ich den Ersatz des 12V Elkos bei gebrauchten Geräten. Ist die Störung dann immer noch vorhanden, kann wie folgt vorgegangen werden: Die zweifelsfrei vorhandenen Oberwellen müssen 2 gleich lange Leitungen, welche möglichst kurz oder verdrillt sein sollen, antreffen. Da sie hierdurch gleichphasig eingekoppelt werden, entseht am Ausgang keine Störspannung. Dies stimmt leider nur bedingt, da wir es mit einem Störspektrum zu tun haben. Daher ist der Einsatz eines symmetrischen Pi - Filters mit Ringkern und je 1 Keramikkondensator am Eingang und Ausgang eine praktikable Lösung. Die Grenzfrequenz ist unter die Schaltfrequenz des Netzteiles zu dimensionieren. Der mit Zwillingslitze (2 x 1,5qmm) bewickelte Ringkern ist so zu positionieren, dass er so weit wie möglich vom Wandlertrafo und den Ringkernen entfernt montiert wird. Leider kann ich zu der Dimensionierung hier keine Ratschläge geben, da die Ferrite in den Bastelkisten sehr unterschiedlich ausfallen. Sehr harte Ferrite aus dem Fernsehbereich, 2 keramische Scheibenkondensatoren 220nF 2 x 80 -200uH Spuleninduktivität sollten ausreichen. Vorsicht, so große Scheibenkondensatoren haben meist eine sehr niedrige zulässige Betriebsspannung, diese sollte bei 25V liegen. Ideal ist die Bewicklung des Ringkernes mit Emaillackdraht wegen des höheren Füllfaktors.

Bild: Entsoerfilter

Rückfragen an: dl7iab@darc.de


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Zuletzt geändert: 11.12.2005, 18:05:00