DL7LA [lis 1962, ex DE14658], Günter Richter in Berlin auf N 52° 28' 17“ und E 13° 19' 34“ {JO62PL} --> Elektro-Post auch 'guenter.richter bei t-online Punkt de'

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Mails in English are encouraged, the author is just plainly too lazy to translate everything. Why waste time you could spend constructing things... Technical French, Italian and Spanish is also well understood here.




Lemma 1: Alle HF-Schaltungstechnik ist ein dickes Brett: ...fools rush in, where angels fear to trip...
Lemma 2: Kapieren ist besser als Kopieren
Lemma 3: Ablesen ist nicht Messen
Lemma 4: Nicht immer richtet sich die Realität nach der Simulation, auch wenn letztere fehlerfrei schien.

Hierzu gehört (nur zu wahr): "Essentially, all models are wrong, but some are useful"
- George E. P. Box

Lemma 5: In seltenen Grenzfällen stimmen Theorie und Praxis überein (Zitat: Ex-Kollege B. Gabriel)



Leider gibt es bei HTML keine erkennbaren '"Ironie"- oder "Polemik-Gefahr"-Tags'; der Leser sei gewarnt, dass Teile der folgenden Texte sie trotzdem verborgen enthalten (leider eigene Erfahrungen, man lese die vita).
Im hier lose als Dauerbaustelle entstandenen Text kommt alles Mögliche Kraut-und-Rüben-mäßig zusammen, was ich mit vielen Kollegen und vielen Old Men bei allen möglichen Gelegenheiten diskutiert habe. Einst entstanden, um den Schrecken (auch vieler Ingenieure) vor magnetischen Bauelementen zu nehmen, da bei ihnen (den Ferriten) 'alle Konstanten variabel' sind, soll sie auch vor ein paar anderen Stolpersteinen warnen. Man stelle sich vor, dass man eine Schaltung entwickeln müsste, in der die Widerstände aus VDRs oder NTCs (nach Wahl des Kollegen Murphy) bestünden und alle Kondensatoren aus großen Kapazitätsdioden (vgl. unten XR7). So ist es aber leider -- und keineswegs nur was die Ferrite betrifft - bei denen zu allem Überfluss auch noch alles zusätzlich stark frequenzabhängig ist -- eigentlich immer.

Betrachten wir nur z.B. die kapazitiven Bauelemente: Dass ein Elko andere Eigenschaften als ein Wickelkondensator hat, dass es Keramikkondensatoren gibt, die für HF ungeeignet sind, ist alles akzeptiert und wohl einigermaßen verstanden. Dass XR7-SMD-Kondensatoren hervorragende Mikrofone sind oder dass sie bei Nennspannung u.U. nur noch 20% ihrer nominellen Kapazität aufweisen können (also eigentlich Varicaps sind, wie es sich alles z.B. bei einem Lieferanten wie AVX© nachlesen lässt) dürfte auch heute noch so manchen Entwickler überraschen. Dieselbe Aufgabe und das gleiche Verständnis gilt es bei Induktivitäten und Ferriten zu erarbeiten, will man nicht frustriert in der Schaltung herumstochern oder '-Basteln'.

Bereits mit einfachen Widerständen haben ja viele Leute Schwierigkeiten. Wenn man errechnete Widerstände (z.B. das Z einer Koax-Leitung) allerdings mit realen (die ein Boltzmann-Rauschen haben) vergleicht, dann kommt da natürlich nur Konfusion heraus. Das Gleiche passiert, wenn man mangels physikalischem Verständnis z.B. in der Quellimpedanz einer Senderendstufe durch reaktive Lasten oder SWR >1,0 Verlustleistung erzeugen und verheizen will.

Daher findet sich weiter unten etwas Grundlagenwissen über die Induktivität von Leitern, praktische Eigenschaften von Ferrit-Material und dessen HF-Eigenschaften in Spezialschaltungen (z.B. Messbrücken), ...




Berichte über schon ältere I/Q-Schaltungen, Mischerkonzepte, Mischerbausteine in Schaltertechnik und ihre Fehler beim Einsatz in den SDR-Anfängen mit Soundkartenlösungen finden sich hier. Die Entwicklung geht heute stark in Richtung Ethernet (USB als Host-zentriertes Polling-Verfahren hat zu viele Einschränkungen in seiner Geschwindigkeit, dazu kommt die Treiberproblematik), daher ist nur das Grundlagenwissen noch aktuell, alles andere nur dann, wenn man aus Gründen der Einfachheit auf eine vernünftige Lösung nicht verzichten kann oder einfach Spaß an Kompromissen hat




Seit April 2010 arbeitet hier eine (nichtkommerzielle) Entwicklung auf dem Gebiet des 'Software Defined Radio' einwandfrei und hat hier im praktischen KW-Betrieb alle anderen Geräte im Shack verdrängt (weltweite Benutzergruppe unter http://groups.yahoo.com/group/n2adr-sdr/, es gibt auch einen deutschsprachige Yahoo-Gruppe zum Thema sowie einen langen deutschsprachigen Thread bei http://www.mikrocontroller.net/):


Der vollständig digital arbeitende Transceiverbaustein (10 kHz...ca. 60 MHz) von Jim, N2ADR

Anmerkungen zum Artikel im FUNKAMATEUR 8/2010 [Detlef Rohde, DL7IY, Günter Richter, DL7LA, 'Direktabtast-Transceiver für Linux, S. 814 ff]. Receiver gibt es ja schon viele; dies ist jedoch ein vollwertiger TRX.

Dieser Transceiver ist über Ethernet voll fernsteuerbar (inkl. WLAN z.B.) und ist daher der ideale Baustein für abgesetzten Empfang an Stellen, die in ruhigen Zonen liegen (außerhalb der City, fern ab der Zivilisation). Da ja das Versorgungsnetz heute von allen Seiten und ohne Rücksicht auf berechtigte Nutzer und bei praktischer Untätigkeit der staatlichen Verwaltung mit Funkstörungen 'gezielt zugemüllt' wird, sehe ich hier die einzige Chance für das Überleben des Rundfunkempfanges und des Amateurfunkes. Zumindest ist die Maxime der Informationsfreiheit verletzt, wenn der Rundfunkempfang ferner und schwächerer Stationen verhindert wird; hier ist eine Prämisse des Grundgesetzes beschädigt. Sicher ist das Recht auf der Seite der Gestörten, aber bekanntlich liegt zwischen Recht haben und Gerechtigkeit bekommen einen weite Strecke (so weit wie von Berlin nach Brüssel, und gerade von dort kommt eher das Gegenteil: die EU will die Nutzung der Netzinfrastruktur für Datenübertragung ja eher fördern und Energiesparlampen ohne Rücksicht auf Qualität forcieren).

Jim stellt jetzt auch eine Version von quisk zur Verfügung, die unter WinXX(C) läuft (siehe Webseite von N2ADR). Mit 32-bit-XP© gab es dabei keine Probleme (vorher ist Python 2.7 und wxPython zu installieren, ggf. mit den üblichen Neustarts). Der Versuch, quisk auf einem Win7©-Home-Premium-64bit-Rechner laufen zu lassen, scheiterte bisher, auch bei Installation der 32-bit-Versionen von Python/wxPython und Einbezug der Möglichkeiten des Kompatibilitätsmodus und/oder Administratoren-Betriebs. Möglicherweise liegt es an der 4-Kern-CPU des Rechners. Wegen zunehmender Zeitverschwendung wurden die Versuche vorläufig eingestellt. Unter Linux gibt es für die Harware inzwischen Programme zur vektoriellen Antennenanalyse von N2ADR und DL2STG sowie ein Spektralanalyseprogramm 0,02 bis 62 MHz von DL2STG.

Weiter unten die etwas ausführlichere technische Beschreibung der Platine und ein paar kurze Ergänzungen zum gedruckten (aus Platzgründen redaktionell gekürztem) Text:

Leiterplatten: Bei unseren beiden Mustern handelte es sich um 'proof-of-concept'- Entwürfe, die bewiesen haben, dass man so vernünftig arbeitende Funktionsmuster aufbauen kann.

Helmut, DB1CC, siehe http://www.db1cc.de/, hat optimierte Platinen (4-lagig, rauscharme Spannungsregler, SMA-Buchsen) entworfen. Der Bezug bestückter und geprüfter Platinen ist möglich. Der Besuch seiner Website lohnt übrigens auch in anderer Hinsicht, Stichwort 'Schiebekondensator' z.B...

Unser Platinen-Entwurf war nur 2-seitig mit allerhand zusätzlichen unkritischen Freiluft- Leitungen (Versorgung) als Drahtbrücken auf der Rückseite gemäß der N2ADR-Datei. Diese Platine ist nicht für industrielle Fertigung entworfen worden und sie wartet noch auf Optimierung durch Betriebserfahrung bei mehr als den paar Old Men, die sie derzeit betreiben. Außer Jims Unterlagen gibt es nichts, auch keinen Bestückungsplan. Das ist bei der niedrigen Komplexität aller Logik-Schaltungen eigentlich nie notwendig gewesen. Mit auf eine neue Platine (die eigentlich noch kleiner werden könnte, gehören natürlich noch die beiden Spannungsregler, ein paar Schutzdioden für Ein-Ausgänge zur Sicherheit usw. usf. Erstaunlich für uns als Hochfrequenzler ist, dass es kaum Birdies gibt. Da allerdings alles mit dem hohen Abtasttakt synchron abläuft und der einzige 'Störtakt' der 25-MHz-Oszillator des Ethernet-Bausteines ist (ist am Anfang des 6-m-Bereiches sichtbar), reicht hier offenbar tatsächlich die zweiseitige Leiterplatte aus. Die Verbindung zum Rechner ist galvanisch getrennt und symmetrisch; das scheint viel auszumachen.



Die SMD-Verarbeitung ist vergleichsweise einfach gewesen, aber wir sind beide Labor-Ingenieure und so unser Leben lang trainiert (Alter spielt keine Rolle, wir waren 2010 beide ±70, man braucht nur eben ein Mikroskop oder eine Kopflupe (so 5...10-fach reicht) und einen vernüftigen Lötkolben). Abstellen des Telefones nicht vergessen und nicht zuviel Kaffee vorher trinken. Bei Sportschützen soll 'Zielwasser' die Treffsicherheit verbessern, das wurde noch nicht ausprobiert.

Software: Man muss sich mit Altera etwas herumschlagen (2 GB Windoof$) und sollte schon einmal unter Linux die Kommandozeile frequentiert haben. Detlef arbeitet seit einigen Jahren mit Linux, ich damit so rund 13 Jahre ausschließlich (bis auf solche Dinge wie Altera, LTSpice (läuft unter Wine), Ringkern-Rechner, sPlan (auch Wine), da braucht es halt eine BG-Maschine). Man muss auch nichts in Python programmieren können, aber das ist wirklich eine elegante Sache und leicht zu lernen, ebenso wie die FPGA-Programmierung einen Heidenspaß macht.

Aktuell (Anfang März '12) ist quisk-3.5.12 im Einsatz, unter Ubuntu_11.04 (LTS). Zusätzlich zur jetzt schon vorhandenen Unterstützung von SDR-IQ ist die Dezimationsrate 'on the fly' ohne Neustart von quisk umschaltbar, so dass Display-Bereiche von 48...960 kHz gebildet werden. Jim arbeitet permanent an Verfeinerungen und Erweiterungen, wie wir täglich sehen. Eine Portierung für Win(C) ist von N2ADR ebenfalls verfügbar. Die XP-Version wurde ebenso erfolgreich mit der HiQ-SDR-Hardware von DB1CC getestet.

OS: Man könnte eine gewisse Zeit brauchen, sich in Linux einzuarbeiten ("your mileage will vary"), spart die aber per Saldo schnell wieder ein, wenn man sich nie Gedanken um Viren und Lizensierungskosten und fehlende zertifizierte Treiber machen muss. Win-Anwendungen wie oben kann man (wenn es nicht um exotische Hardware geht) sehr einfach in 'virtuellen Maschinen' unter Linux laufen lassen. Meist hat man aber als Funkamateur sowieso mehr als eine Maschine... Diskussionen über Betriebssysteme und Anwendungsprogramme werden ja sowieso immer sehr weltanschaulich geführt (besonders wenn man viel investiert hat und dann etwas Besseres kommt und man seine alter Hardware wegwerfen muss). Linux wird zugeschrieben, dass es nur läuft, wenn man an allen möglichen Stellen dreht und es wäre immer 'eine elende Frickelei, bis was überhaupt läuft'. OK, dann handelt es sich wohl beim Aufräumen im DLL-Chaos und Ändern von Registry-Schlüsseln um regelgerechtes Verhalten, das auch von der Frau des Fleischermeisters beherrscht wird, falls sie sich mal beim Besuch einer Webseite einen Computer-Schädling einfängt.

Man sollte allerdings den Ehrgeiz haben, Software-Problemchen zuerst selber lösen zu wollen (RTFM: "read the fine manual"), denn Jim hat wenig bis keine Zeit. Wir haben mit ihm wegen Software-Bugs nur zweimal korrespondieren müssen, es war alles immer unheimlich einfach.

Inzwischen nimmt die Anzahl der Systeme zu, die (UDP über) Ethernet als Transportmedium anbieten. Man darf damit rechnen, dass in absehbarer Zukunkt auch ein Frontend wie beschrieben mit einer Win©-basierten anderen SDR-Bedienprogramm und dessen "whistles and bells" zusammenarbeiten wird.

14 oder 16 Bits, die Gretchenfrage des SDR-A/D-Cs (für den Anwender)

Für HF-Anwendungen ist die integrale Nichtlinearität weniger wichtig, hingegen aber die missing oder almost-missing codes, was sich mit in der differentiellen Nichtlinearität ausdrückt. Für den Systementwickler (nicht für reine Geschäftsführer oder Vorstände und andere Theoriefeinde unter uns) gibt es hieraus abgeleitet die 'effective number of (usable) bits, ENOB, die unter günstigsten Hardware-Bedingungen (meist im bestens ausgestatteten Labor des Herstellers ermittelt) erreichbar ist. Für diese werden meist nur typische Werte angegeben, gemessen in günstigem Umfeld (Nähe Vollaussteuerung). Zur Zeit der N2ADR-Entwicklung war z.B. die ENOB des ADS5500 mit 11,2, die des 16-bit-AD9467 mit 12,3 angegeben, gültig unter der Voraussetzung, dass im zweiten Fall der Clock-Jitter entsprechend reduziert wird (was sich heftig im Preis niederschlägt). Die Ursachen liegen im Design der Spannungsversorgung, der Leiterplatten und natürlich beim thermischen Rauschen. geht man z.B. von einer festen oberen Aussteuergrenze von 2,5 Vss aus (ca +17 dBm). Das Stanford Sychroton Radiation Lab gibt in einem Paper für die ENOB des 14-bit-ADS5500 hingegen eine ENOB von 11,3 und für den 16-bit-LTC2208 ENOB=12,6 an, während Open-HPSDR a.a.O. 12,5 bits nennt und im gleichen Atemzug darauf hinweist, dass teure Clock-Generatoren benötigt werden. Ob der Clockformer, den der LTC on Board hat, weitere Verbesserungen der ENOB um 3 bit bewirken kann, wird die Praxis zeigen, da nach diesen Marketingaussagen natürlich alles davor Gelieferte (und speziell das der Wettbewerber) als höchst obsolet dargestellt wird. Marketing-Abteilungen erhöhen aber derartige Werte in Pressemitteilungen gerne mal um 1 bis 4 bit oder vernebeln die Eigenschaften. Der Entwickler in der Serie badet es dann aus (in schöner Allianz von Vertrieb, Geschäftsführung und Vorstand -s.o.- zum Alleinschuldigen erklärt) und der ahnungslose Anwender merkt es nicht einmal. {Warum mir jetzt und hier Gedanken an den angegeben und wirklichen Kraftstoffverbrauch von Autos kommen, kann ich mir gerade auch nicht erklären...}
So heftig ist der Gewinn dann also nicht, als dass das einen 'run' des Marktes auslösen würde. Viele Geräte des Marktes arbeiten weiter mit 14 bits und mit sehr guten Markterfolgen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch Soundkarten eine ENOB haben; wer glaubt, dass eine 24-bit-Karte auf dem Mainboard eines schnellen PC auch 24 bit erreicht, der möge doch einfach mal nachmessen...

Die ENOB bestimmt den Dynamikbereich. Dessen Grenzen sind 'hart'; werden sie überschritten, setzt sofort die Funktion aus. Was in professionellen und/oder Forschungsprojekten breitbandig nicht tolerierbar ist, muss durch andere Maßnahmen abgefangen werden. Der Amateurbereich setzt allgemein eher auf Begrenzung des Spektrums im Eingang durch analoge Pässe. Die Rauschzahl des Direkt-Samplers wird also vom A/D-C bestimmt und vom Vorverstärker (der A/D-C hat selten 50 Ohm) ggf. verschlechtert. Soundkarten liegen rechnerisch günstiger, haben wegen der Abtastverhältnisse einen geringeren Prozessgewinn und durch Zusatzhardware des analogen Mixers zusätzliche Dynamikeinschränkung. Für den Empfangsbetrieb also durchaus in der Empfindlichkeit überlegen, bedeutet das nicht eine bessere Dynamik, weil die Spiegelfrequenzunterdrückung mit eingeht. Für den Sendebetrieb ist die Problematik ähnlich; die Spiegelfrequenz- und Störstrahlungsunterdrückung wird von rein digitalen Systemen besser beherscht.

Für weitere Verwirrung sorgen Angaben über das MDS. Diese Abkürzung wird meist mit 'minimum discernible signal' verbunden, z.B. als gerade erkennbare Erhöhung des Rauschens um 3 dB. Unglücklicherweise existiert auch die Interpretation als 'minimum detectable signal', wozu man streng genommen zusätzlich als Dienstgüte den Signal/Rauschabstand und das Modulationsverfahren angeben muss (Beispiel: Für eine Funkverbindung werde einschließlich Überleitungseinrichtung ins öffentliche Fernmeldenetz 40 dB (S+N)/N als untere Schranke gefordert. Liegt das Eigenrauschen am Empfängereingang im Kanal bei -120 dBm, so ist das MD(etectable)S ca. -80 dBm. Angaben eines MDS ohne Betriebsparameter (Modulationsverfahren, Bandbreite etc.) sind also zu hinterfragen (Radioteleskop oder EME: Empfänger gekühlt und Antennenapertur nur Teile des Himmels erfassend sind beim Rauschen viel geringer anzusetzen als der Wert bei Raumtemperaturwert; es folgt ein anderes MDS). Durch unklare Zahlenangaben an dieser Stelle werden gerne Baugruppen zu Werbezwecken besser dargestellt, als sie es sind. In Funkanlagen mit großem Frequenzumfang (wie im Amateurfunk) ist durch das frequenzabhängige Grundrauschen (vgl. z.B. den NTIA-Report 85-173 'Atmospheric Radio Noise: Worldwide Levels and other Characteristics', Spaulding/Washburn) daher das MD(etectable)S ein nicht so aussagekräftiger Parameter. Sinnvollerweise werden Empfänger daher meist mit zuschaltbaren Vorverstärkern und Dämpfungsgliedern ausgestattet. Über mitlaufende Vorselektion kann ferner der Empfängereingang von breitbandigen Fremdsignalen entlastet werden.

Mathematische Kenntnisse sind übrigens für Aufbau und Betrieb {durchaus hilfreich, aber genausowenig} notwendig wie die Kenntnis der Hauptsätze der Thermodynamik für den Betrieb eines Kraftfahrzeuges mit Verbrennungsmotor oder ein Informatikstudium für den Betrieb eines PCs. Man kann aber richtig viel dazulernen, wenn man sieht, wie die Bauteile der Elektronik mit Formeln in Software realisiert werden. Hier fehlt es im Grunde an Literatur 'in-between', die dem Nicht-Fachmann die Systematik erklärt. Es sind alles ziemlich dicke Bretter, auch für mich als Auch-Informatiker. Angloamerikanische Webseiten bieten viel Hilfe. Hätte man das doch als Student vor 45 Jahren gehabt...

Zu den Bauelementen: Ich habe alles problemlos bei Digikey geordert und mit Kreditkarte bezahlt; die Sachen waren, wenn man die Bestellung z.B. am Montagabend 22:00 MESZ per Internet aufgegeben hatte, oft schon am Mittwoch gegen 14:00 mit UPS an der Haustür. Den Zoll, Einfuhrumsatzsteuer von 19%, kassiert UPS bar und das war es (zumindest in der Berliner City).. Nachlieferungen (wenn Digikey es gerade nicht in stock hat) gehen schnell und kosten nichts extra. Der Versand ist ab 60 € Ware unentgeltlich.

Andere ca-Preise (Stand Jan '10, alles 1-Stck-ohne Rabatt, in EUR zzgl. 19% Einfuhrumsatzsteuer):
LTC6405 6, 14-bit-ADC 75, 16-MB-EEPROM 13, FPGA 32, Ethernet-CTRL 10, 122-Mc-VCXO 39, 14-bit-DAC 10, 8-bit-DAC 3,5, Spannungsregler je um 3, dazu Kleinkram um ca 10...20 je nach persönlichen Vorräten (ca. 100 Abblocks-Cs erforderlich).
Der USB-Blaster von Terasic kostet ca. 57 EUR einmalig, vermutlich kann man das EEPROM aber auch billiger programmieren, da sind wir keine Experten. Statt des VCXO kann natürlich auch ein rauscharmer Takt aus einem DDS-VFO wie unserem 9912 verwendet werden. Es gibt (Dank für den Tip an DB1CC) auch kompatible Nachbauten in OE, bei Interesse e-Mail).

Betrieb: Unsere beiden Transceiver laufen seit einiger Zeit (03/04-2010) problemlos, die Qualität der Modulation wird nie beanstandet und auch auf dem Analysator sieht alles gut aus. Hoch- und Tiefpässe steuere ich über den AVR-NetIO von Pollin (ca. 20 €) aus demselben Rechner; ich muss das nur noch mit dem quisk so verheiraten, dass es automatisch geht. 50-MHz-Betrieb geht natürlich auch, da wird dann eine FA-Endstufe nach DL2EWN noch irgendwo ihren Platz finden.

Grundlagen: Als Leser und teilweise Abonnent verschiedener SDR-Gruppen (Yahoo usw.) kennt man natürlich auch die Diskussionen um die Anzahl der Bits des ADC. Für mich und Kurzwelle in der City reichen hier die 14 definitiv (pragmatisch gedacht: Wenn ich die Antenne (Dipol, 2 x 9 m, 7 m über Dach) anstecke und das Rauschen nimmt zu, ist der Empfänger gut genug). Da das Bessere immer des Guten Feind ist, ist bei den Bauelementen vermutlich übermorgen alles überholt... Die 'Charleston Hardware' ist HF-Hardware, die sich im Verein mit einem FPGA-Entwicklungsboard zu einem SDR-RX aufbohren lässt, wird in der quisk-Version 3.4.6 auch unterstützt (ebenso wie Soundkarten aller Art, letzteres ja schon immer).

Die Anzahl der Bits (ENOB) der Digitalisierung bestimmt primär die Dynamik des Frontends. Ein rauscharmer 14-Bit-Wandler kann besser sein als ein "nervöser"(**) 16-Bit-Typ; man beachte insbesondere den Parameter ENOB wegen differentieller vs. integraler Nichtlinearität in Abhängigkeit von der Abtastrate. Ein rauschender Mischer vor einer 24-Bit-Soundkarte (von der wegen internem Störmüll nur 20 nutzbar sein können) bestimmt die Empfängereigenschaften mehr als alles, was an Software danach kommt.

Ich {DL7LA} habe das Projekt jedenfalls sehr gerne und mit großem persönlichen Erkenntnisgewinn betrieben. So wie beim Übergang von der Röhre zum Transistor oder vom 7400 zum Mikroprozessor wird es für Neugierige allerdings wieder eine weitere hohe Schwelle. Für Selbstbauer gilt noch immer die Regel: 'It's lonely at the top', eine für alle Entwickler alltägliche Herausforderung*, die zu meistern uns Funkamateure im technischen Bereich ja auszeichnet. Vielleicht ist so ein Projekt nur für IMHO 50 Leute in Deutschland realisierbar (wenn ihnen das qrl oder die Familie die Zeit dafür lassen). Ich bin auf die weitere Resonanz gespannt.

A propos Labor: Der Stromlauf rechts stammt von der Seite xkcd (zur Lizenz siehe http://xkcd.org/license.html) als schönes Beispiel und zum Einfühlen in den unvergleichlichen angloamerikanischen Humor in unserem Fachgebiet und der Informatik sehr lesenswert. BTW: Hat jemand der Leser das Datenblatt des 666-Timers oben rechts?

Reine Historie sind daher inzwischen meine älteren Einlassungen überI/Q-Mischerkonzepte auf Soundkartenbasis mit den sog. 'Schaltermischern und Problematik ihrer Nachverstärker' und deren Eigenschaften bez. Störstrahlung, Fehlanpassung, frequenzabhängiger Phasenfehler.
Im Text findet sich eine Betrachtung, in der ich zeige, dass der Detektor eigentlich ein Einfachsuper und der Einfachsuper ein Doppelsuper etc. pp. ist, enjoy or hate it.




Zum Ende dann noch ein paar elektronische Kleinigkeiten wie einen IP3-Prüfgenerator im Test an einem aktuellen SDR-Rx 'Perseus', eine Anschwinghilfe für 'faule' Quarze und eine Loop-Antennen-Steuerung über das speisende Koaxkabel.
Die erweiterte Hardware zum DDS9912 mit Bedienungshinweisen zur Software von DL1FAC findet man hier.

Ganz andere Elektronik: Für einen Bootsdiesel hier die Entwicklung einer Anzeige (inkl. Cockpit-Tochterinstrument) für Drehzahl und Laufdauer des Motors



Eine Strukturierung dieser Seite wird irgendwann nachgeliefert, bis dahin und bei sonstigen Beschwerden an den Autor gilt:

«Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen, ein jeder sucht sich endlich selbst was aus. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen; und jeder geht zufrieden aus dem Haus.»

.

Hier erst mal zu den induktiven Bauelementen:



Merksatz: Ein dünner Draht von 1 mm Länge hat rd. 1 nH...

. (Das ergibt bei 1 m Länge übrigens fast 1 uH, natürlich nur, wenn keine Masse in der Nähe ist. Das gilt für alle Leiter, die von Masse weg sind, z.B. besonders Widerstände. Deswegen ist es schlimm, gewendelte Widerstände einzusetzen, wie man schon vor langer Zeit gelernt hat. Auch Chips haben natürlich Induktivitäten und Kapazitäten. Benötigt man 50 Ohm auf einer Leiterplatte auch ins GHz-Gebiet hinein sauber, schaltet man am Besten zwei 100-Ohm-Chips parallel, so der Erfahrungswert, der sich nicht nur bei mir in vielen Messungen als beste Approximation erwiesen hat. Zu langer Schicht- oder nur ein langer Chip-Widerstand (z.B. wegen Belastung oder Spannungsfestigkeit eingesetzt) führ sonst halt zum Tiefpassverhalten. (Eine 1-mH-Drossel ist allerdings durch 1 km Drahtlänge eher unhandlich zu ersetzen).

Man kann das im GHz-Gebiet ausnutzen, um mal schnell (quick&dirty) einen Tiefpass aufzubauen. Im Bild rechts sieht man auf der Groundplane stehende SMD-Kondensator-Chips, über denen ein Draht der - etwas mehr als - richtigen Länge als 'Spule' schwebt. Der Abgleich erfolgt durch Biegen in Richtung Groundplane, wobei die Induktivität abnimmt. Allerdings ist die Güte verzinnten Drahtes wegen des Skineffektes so niedrig, dass sich - linkes Bild - erhebliche Durchlassverluste zeigen

Bei einem steilen Stromanstieg gilt an einer Induktivität U = L * di/dt. Man forsche jetzt einmal nach der Anstiegsgeschwindigkeit des Stromes einer Blitzentladung und der daraus resultierenden Spannung an einem Blitzableiter von 20 m Länge (ca. 20 uH).



>



Eigenschaften von Ferriten bei HF



... sowie Sinn und Unsinn von Ferritkernen auf Kabeln und Leitungen

Der Begriff 'Ferrit' sei hier generisch verstanden, denn bei der Beschreibung der elektromagnetischen Wirkung ist das Verfahren vom massiven Eisenblock über Bandkerne aus Eisenlegierungen bis zu Pulverpartikeln in Kunstoffträgern praktisch gleich. Unterschiede entstehen durch Art der Legierungen, die eingebrachte Menge pro Volumeneinheit und die Partikelgröße, die letzlich über die Wirbelstromverluste die Anwendungsbreite begrenzt. Physikalische Phänomene und spezielle Legierungen bringen weitere Vielfalt. Herstellerbezeichnungen und Übersetzungsfehler tragen allerdings selten zur Klarheit bei, weil sie meist ausschließlich unter Verkaufsgesichtspunkten formuliert werden.

Viele versprechen sich – oder vielen wird versprochen -, dass ein Klappferrit oder ein Ferritkern um/auf ein/em Kabel wahre Wunderdinge leistet, selbst im Tera-Hz-Bereich auf Lichtwellenleitern. Wer als Nachrichtentechniker mal richtig lachen will, kaufe sich eine Hi-Fi-Testzeitung...das Bild hier auf dem Plastikoptik-HiFi-Kabel spricht Bände von Fachliteratur.

Insbesondere wird so etwas immer als 'Mantelwellensperre' gegen alle möglichen Wehwehchen des Afu-Betriebes angepriesen. Des Pudels Kern steckt jedoch im Material. Leider gibt es viele Hersteller, die ihre Materialien unterschiedlich und verwirrend kennzeichnen und noch mehr OEM-Erzeugnisse aus Entstörgeräten, alten Dimmern, Rechnerzubehör und exotischen Schaltnetzteilquellen, deren Eigenschaften außer zu erraten zuverlässig nur methodisch zu ermessen sind. Impulskäufe auf dem Flohmarkt? 'Caveat emptor' = 'im Zweifelsfall wird aus dem Kaufpreis Lehrgeld'.

Grau - wie das meiste Material - ist alle Theorie: Bei allen magnetischen Werkstoffen, vom Trafoblech bis zum HF-Kern ist die Induktivität vom μ des Materiales abhängig, μ ist aber komplex, so dass μ= μ' - j*μ“ gilt. Das Bild rechts zeigt einen Beispielverlauf. Die Induktivität einer Spule ist dem μ ihres Feldes proportional, also L ~μ und die Impedanz der Spule wird nun also Z ~ μ * j ω * L . Da diese Kennwerte des Materiales immer frequenzabhängig sind, bekommen wir also durch Einsetzen eine frequenzabhängige Impedanz des Gebildes Z ~ jω * L ( μ' - j*μ“ ) ~ jω * L * μ' - jω * L * j*μ“ . Man erkennt, dass der zweite Term wegen j * j = -1 nicht mehr imaginär ist, sondern reel; er bildet einen (zusätzlich zu den Drahtverlusten) ohmschen Verlustwiderstand. Da der erste {Im(Z)} und zweite Term {Re(Z)} senkrecht aufeinander stehen, bilden sie so den Verlustwinkel δ, der die Güte der Induktivität widerspiegelt. Im Beispielmaterial rechts kann man bei 100 kHz erkennen, dass das Verhältnis rund 50 beträgt, also eine Spule dort eine Güte von 50 erreichen könnte, wenn man die Kupferverluste des Wickeldrahtes klein hält. Die beiden Kurven schneiden sich bei ca. 6 MHz, wo der induktive Widerstand genauso groß wie der ohmsche Verlust ist, also die Güte ca. 1 (rote Linie) und der Winkel 45°. Weit jenseits dieser Frequenz wird Im(Z) immer kleiner und da Re(Z) auch immer mehr abnimmt, das ganze Gebilde schließlich zu einem ohmschen Verlustbringer ohne viel Drosselwirkung durch |Z| (blau gestrichelt), (von der reinen geometrischen Induktivität des Leiters mal abgesehen, bei dünnen Drähten bekanntlich ca. 1 nH je mm Drahtlänge). Bei der Entstörtechnik dagegen ist dieser Dämpfungsverlauf genau so gewollt.

Das funktioniert aber nur, wenn das Ferrit (besonders bei kleinem μ oder durch den Frequenzgang kleiner werdendem μ) direkt am Leiter anliegt und ihn so umgibt, dass dessen Magnetfeld voll erfasst wird, die Feldstärke im Kern aber andererseits ihn auch nicht in die Sättigung treibt, wo er die Induktivität praktisch verliert. Wegen eines großen Luftspalts klappernde Ringkerne, deren Daten man nicht kennt, vielleicht auf einem dick isolierendem Koaxmantel füllen nur die Kasse des Verkäufers, statt zur Induktivität (oder auch Dämpfung) beizutragen.

Von der Theorie nun zur Praxis: Wie kommt man nun an die Werte des μ des auf dem Flohmarkt gekauften Ringkernes? Der Netzwerktester des FA leistet z.B. wertvolle Hilfe, da man aus der Fehlanpassung als Funktion der Frequenz auch bei der skalaren Messung über der Frequenz sich ausrechnen kann, was des Pudels Kern ist, bei den vektoriell arbeitenden man die Werte frequenzabhängig direkt bekommt. Bei Induktivitätsmessgeräten ist die Messfrequenz wichtig, die im Nutzfrequenzbereich liegen muss.Steht ein Generator und ein Oszilloskop mit entsprechendem Frequenzbereich zur Verfügung, so kann man an einem Spannungsteiler (der Reihenschaltung eines Widerstandes mit der zu messenden Induktivität) aus der Größe der Spannungen am Vorwiderstand und an der Spule aus einigen Messungen bei verschiedenen Frequenzen zumindest die ermitteln, wo wegen des starken Anstiegs von μ" die induktive Komponente von der resistiven dominiert zu werden beginnt; ebenso die Stelle, wo μ' und μ" gleich werden.


Hier sei auch auf den Artikel von DL7HG über Ferrite im Funkamateur Heft 3/2004 S. 260 besonders hingewiesen, wo dieses Thema sehr anschaulich behandelt wird.

Aber auch mit den einfachsten Bordmitteln eines kleinen Labors lässt sich die HF-Induktivität mit der Resonanz-Methode noch einfacher bestimmen. In den "Funktechnischen Arbeitsblättern" findet sich bereits als Beilage zur Funkschau 2/1966 im Blatt Sk 21

die folgende Methode unter dem Namen Quotientenverfahren beschrieben, wobei ein Verweis auf ein Buch von O. Limann ("Prüffeldmesstechnik" aus dem Jahre 1947 enthalten ist [DK 538.565.4:621.372.41.018.8, Sk 21, 2. Ausgabe, 2 Blätter, Feb. 1966, verm. Franzis-Verlag]. Ein fester Messaufbau wurde frequenzmäßig auf 1 kHz bis 10 MHz erweitert an den NWT des FUNKAMATEUR angepasst und in Nr. 6/2011 beschrieben: "QLV, Induktivitäts- und Gütebestimmung", p.622ff).

Beim Durchstimmen des Generators ergibt ergibt sich auf dem Scope bei der Serienresonanz eine deutliche Spannungsüberhöhung. In die Lx-Rechnung ist bei kleinem C_mess ggf. die Eingangskapazität C_in des Scopes mit einzubeziehen. Aus der allgemeinen Formel für den bedämpften Schwingkreis (vgl. Anmerkung am Ende des Themas weiter unten) links entsteht die bekannte rechte Formel als Näherung für einen Kreis höherer Güte (R vernachlässigt, selbst bei einer Güte von nur ca. 3 liegt der Frequenzfehler um 1%).). Die Höhe der Generatorspannung und ebenso der Frequenzgang des Scopes spielt eine untergeordnete Rolle, solange dessen HF-Anzeige-Empfindlichkeit ausreicht. Vorteil dieser Methode ist der schnelle Überblick in großen Frequenzbereichen. Man variiert den C_mess und rechnet L für die sich ergebenden Resonanz-Frequenzen aus und trägt es in einer Tabelle oder Grafik auf:

L(f) = 1 / [ f2 * 4 * pi2 * (C_mess + C_in) ]


Man erkennt am frequenzabhängigen Abfall des L-Wertes das Ende des Einsatzbereiches des verwendeten Kernmateriales. Auch die Überhöhung bei Resonanz erlaubt schon eine grobe Abschätzung der Güte, z.B. beim Vergleich zweier unterschiedlicher Spulentypen. Als Beispiel sei ein Ringkern vom Flohmarkt mit unbekannten Eigenschaften gegeben. Man hätte ihn mit n=32 Windungen bewickelt und erhielte mit einem C_mess von 1 nF (unter Vernachlässigung der 10 pF bei C_in) eine Resonanzüberhöhung bei ca. 160 kHz. Aus der Schwingkreisformel oder einer HF-Tapete stellt man fest, dass dazu eine Induktivität von ca. 1 mH gehört. Bei einer Windungsanzahl w folgt für L = AL * w2 allgemein der AL-Wert zu

AL = L / w2, hier errechnet er sich also für diesen Kern mit w=n=32 zu 1 mH / 322 ca. 1 000 000 nH / 1000 = 1000 [nH / w2]

Hier handelt es sich also um ein hochpermeables Ferrit mit wahrscheinlich nicht so guten HF-Eigenschaften im Kurzwellenbereich. Vergleiche der so gewonnenen Daten mit den Tabellen der Hersteller geben weiteren Aufschluss. Man muss natürlich nicht 32 Windungen nehmen, das erleichtert nur die Rechnung, es geht auch mit weniger bei entsprechender Umrechnung /also bei 10 Wdg. dann /100 usw.). Selbstverständlich ließe sich bei niedrigen Güten die linke obere Formel umformen und der Generatorwiderstand dabei berücksichtigen; das dürfte im Normalfall aber kaum notwendig werden.
Und was, wenn man kaum noch eine Resonanz erkennen kann? Damit hat man den Frequenzbereich betreten, wo das L wegen verschwindenden u' so niedrig geworden ist, dass die Verluste durch u" dominieren. Ab hier beginnt der Arbeitsbereich der Dämpfungsperlen usw. zur Funkentstörung. Der Induktivitätsbelag des reinen Leiters bleibt dabei bei rund 1 nH/mm, allerdings wird durch die Dämpfung des Ferrits diese 'Spule' nur eine sehr geringe - und mit der Frequenz weiter abnehmende - Güte haben.

Anmerkung "Dämpfung": Es gibt in der Literatur a.m.O. Unschärfen bezüglich des Begriffes 'Dämpfung'. Die Formeln oben gelten für Dämpfung in der Definition des logarithmischen Dekrements der Schwingungsgleichung, während in der HF-Technik Dämpfung als Kehrwert der Güte genommen wird. Diese beiden Werte unterscheiden sich im Faktor 2. Ihr Einfluss auf die Resonanzfrequenz ist nur in der Nähe des aperiodischen oder des Kriechfalls interessant. Daher kann die Messung kleiner Induktivitäten bei sehr niedrigen Frequenzen (wie es in billigen Multimetern oft gehandhabt wird), auch in dieser Beziehung fehlerträchtig sein.


Ein ausgezeichneter Artikel zum Thema 'Leitungstransformatoren' von Gerrit Barrere, KJ7KV, erschien schon vor geraumer Zeit in der QEX (Magnetic Coupling in Transmission Lines and Transformers; Okt. 2006, p.28 ff.). Nach seiner Lektüre sollten eigentlich keine Fragen mehr offen sein, denn die Materie der transformatorischen Kopplung muss sich in das Transformatormodell der theoretischen Elektrotechnik fügen; auch beim Einsatz von Ferriten und Leitungen. Leider liegt heute das Niveau des physikalischen Verständnisses niedriger als das Niveau der Kreativität, immer neue Bezeichner zu erfinden (xxx-Baluns, Spannungs- und Strom-Transformatoren u. dergl. mehr). Den Wunsch als Vater des Gedankens gibt es allenfalls in den schönen Künsten, nicht in der Physik. Das soll keine Beschimpfung sein, nur die Aufforderung, sich mit der Materie zuvor zu beschäftigen, was man auch von den Ingenieuren verlangen muss, die heute aus der Ausbildung in die Labors der Industrie kommen.
Konkret sind im Ersatzmodell alle Induktivitäten (zusätzlich zur Eigeninduktivität des mechanischen Gebildes Spule) und Widerstände (zusätzlich zu den rein ohmschen der Leiter) frequenzabhängig. Dieser Tatsache überlagern sich, wenn Primär- und Sekundärleitung aus einer Leitung (transmission line) mit definiertem Z gebildet werden, deren Koppeleigenschaften in Abhängigkeit von der aufgewickelten Leitungslänge bezogen auf die jeweilige Arbeitsfrequenz, die Laufzeiteffekte. Die Eigenschaften in der Frequenzdomäne werden aus der Summe dieser Effekte gebildet, und dieser Vorgang ist nicht trivial als Kochrezept realisierbar.

Als Nächstes gilt, dass nicht automatisch jeder Leiter bei jeder beliebigen Frequenz, irgendwie durch einen Ringkern gesteckt, auch 100 % transformatorische Kopplung erreicht. Andernfalls wäre es egal, wie die Wicklung auf dem Kern läge (man könnte also nicht doch das L in kleinen Grenzen durch Verschieben der Windungen ändern). Streuarme Wicklungen wären ja völlig überflüssig. Faraday-Trafos wären gang und gäbe und Herr Guanella hätte vergeblich gewirkt. Magnetische Antennen, bei denen ein Ringkern als Koppelelement wirkt, würden wohl kaum noch gut bei den vollständig hineintransformierten Kernverlusten funktionieren; dies besonders, wenn hier Tieffrequenz-Entstörferrite aus Rechner-Netzteilen verwendet werden oder Pulverkerne mit großer magnetischer Streuung. [Es gibt Spötter, die meinen, dass kurioseste Lösungen dieser Art an fachlich völlig überforderten Redakteuren (so überhaupt noch im Amte) vorbei auch immer mal wieder in Clubmagazinen erscheinen]. Es gilt, das Ersatzschaltbild eines Transformators anzuwenden: Bei der Resonanzfrequenz der Magnetantenne ist der Rahmen als Sekundärwicklung des Trafos eine Kurzschlusswindung (ohmsche Verluste sind im Idealfall sehr klein, wenn man Material des Rahmens großzügig bemisst und so Skineffektverluste vermeidet und ohmsche Widerstände an Schleifkontakten von Kondensatoren minimiert; als 'gewünschte Verlusten' sollte der Strahlungswiderstand groß gegen die vorgenannten sein). Die Kopplung zwischen Speisewicklung und Rahmen ist also durch die Streuinduktivitäten im Ersatzmodell bestimmt; das ωM ist dagegen groß anzunehmen und ohne großen Einfluss.

Ansonsten: Wo etwas warm wird, ist elektromagnetische Energie unwiederbringlich in Wärme umgewandelt worden; das ist ein Designfehler, egal, wo er liegt (Dummy-Loads ausgenommen). Die ganze schöne Theorie gilt exakt nur, wenn der Koax-Mantel massiv wäre und so dick, dass vom Skineffekt her so gut wie nichts vom inneren Strom auf der Außenseite des Mantels ankäme (also z.B. bei Semirigid-Kabeln und bei entsprechend hohen Frequenzen). Das ist bei den 'Kupfer-Spar-Schirmen' billiger Koaxe (s. folgendes Bild zweier Kabel) sowieso nicht gegeben; hier müsste geklotzt werden: doppelter Schirm, dicke Folie dazwischen usw. Als

Gleichtaktdrossel

für HF in der Speiseleitung empfiehlt sich jedenfalls nach wie vor die viel bessere Induktivität des aufgerollten Koaxkabels selbst, die auch preisgünstiger und frequenzunabhängiger ist. Das Z des Speisekabels darf sich durch diese Verdrosselung natürlich nicht ändern resp. beeinflusst werden.

Schließt man an ein Koaxkabel eine Last an, die nicht strahlt, so fließt praktisch aller Laststrom auf dem Innenleiter hin und im Inneren des Kabels - also auf der Oberfläche des Schirms innen - zurück, so die Theorie, [wo auf der Außenseite des Außenleiters, also außen auf dem Schirm, nichts fließt; zur Praxis siehe das nächste Bild]. Schließt man hier eine strahlende Last wie eine Antenne an, so koppelt ein Teil des Nahfeldes kapazitiv auf den Außenleiter = Schirm; auf den Innenleiter hingegen wegen der Schirmwirkung nichts. Fließt auf dem Außenleiter infolgedessen ein Strom, so strahlt der Außenleiter mit. Etwas ungenau sagt man, der 'Mantel strahle'. Will man (Strahlungsdiagramm stimmt deswegen nicht) oder muss man (HF wandert über den Mantel in den Shack oder macht beim Nachbarn TVI) das verhindern, bietet sich an, das Kabel zu einer Drossel zu machen, die nur die Gegentaktströme im Inneren des Kabels passieren lässt, die im Gleichtakt fließenden 'Mantelströme' aber unterdrückt (s.u., 'Kabelinverter'). Will man die Induktivität hier durch Ringkerne erreichen, so müssen das Kerne sein, die bei der Arbeitsfrequenz auch Induktivität haben und wenig Verluste, also in der Regel Pulverkerne, auch wenn sie mehr Windungen brauchen. Nähme man hier hochpermable Ferrite für Niederfrequenz, so erhielte man bei hohen Frequenzen nur Verluste und ohmsche Dämpfung. Die 'Mantelwellen' würden in den Kern-Verlusten vernichtet (Kern wird warm) und würden zur Abstrahlung nichts beitragen können (immerhin wäre die Störung dann geringer). Beim 'Kellermann'-Drosselaufbau wird die Induktivität durch mehrere hintereinander geschaltete Einzelkerndrosseln gut kapazitätsarm gehalten. Man kann durch Wahl der Einzel-Kerne dann sogar in einzelnen Fequenzbereichen optimieren.

Bei so manchen 'Kurzstrahler'-Antennen setzt man allerdings auf die Mitwirkung des Speisekabels bei der Abstrahlung. Hier ist dann nach Anbringen von Ferriten gelegentlich das TVI weg und leider die gesamte Abstrahlung auch. In diesen Fällen hilft aber zuverlässig der Ersatz des Ferrits durch bei Vollmond gewonnenes linksspiralig verrührtes Schlangenöl. Die

Messung von Mantelwellen und der Einfluss der Kabelqualität

kann unter zwei Voraussetzungen sinnvolle Ergebnisse liefern: Zum Ersten muss der Mantel so gut sein, dass vom innen fließenden Strom nicht auf die Außenseite des Schirmes gelangt (mechanische Dicke also mehrere elektrische Skineffektschichten bei der niedrigsten beabsichtigten Arbeitsfrequenz); zum Zweiten muss man den Mantelstrom nur mit einem Richtkoppler bestimmen, der den Poynting-Vektor mit auswertet. Das Ganze dürfte an der Problematik scheitern, dass die Umgebung der Speiseleitung mit ihrem komplexen und stark frequenzabhängigen ε und μ mathematisch/theoretisch sowieso nicht genau genug bekannt ist und insofern der Strahlungsbeitrag des Mantels schlecht bis nicht berechenbar wird. Im Bild ist aus der RG-58-Klasse oben ein professionelles 50-Ω-Kabel zu sehen (Schaumisolierung mit niedrigem ε, daher dickerer Innenleiter, Metallfolienschirm unter dem dichten Außenmantelgeflecht, insgesamt auch bei hohen Frequenzen recht dämpfungsarm). Unten ist die (vermutlich Fernost-)Billig-Variante: Durch hohes ε des Dielektrikums kommt man bei sonst gleichen Abmessungen auf dünneren Innenleiter, was zwar Material spart, aber sich in wesentlich höherer Dämpfung niederschlägt. Der auch sehr 'materialsparende' sogenannte Schirm dieses 'Spitzenerzeugnisses' ist nicht nur optisch halbtransparent; elektrisch ist vielleicht eine Schirmwirkung von 50 % zu erwarten, bei hohen Frequenzen eher noch weniger.. Allerdings wird Material dieser Art trotzdem auch gerne bei den 1-€-Messkabeln vom Flohmarkt eingesetzt (wie will man sonst den Preis halten). Die Messergebnisse sprechen meist Bände...billig ist halt nicht preiswert (auch eine Regel wie oben 'caveat emptor').


Kommt die Störung aber aus einer ganz anderen Ecke, so hilft dann die ganze teure 'Mantelwellenverdrosselung' nicht, was zu enttäuschten Kommentaren führt. Bei dem Kabel unten im Bild kann man sich das sofort schenken. Man müsste hier ja die ganze Kabellänge mit Ferriten belegen, was zu einen hübschen Zusatzdämpfung führt, weil hier vermutlich 50% des Stroms statt innnen auf der Außenseite fließt (wenn man überhaupt Innen- und Außenseite des sogenannten Schirms so benennen will).>

Eine Alternative ist es, das Kabel in mehreren Windungen zu bündeln und die Induktivität dieses Gebildes durch einen parallelgeschalteten Kondensator auf der Arbeitsfrequenz in Resonanz zu bringen, so dass der 'Mantel' an dieser Stelle sehr hochohmig wird. Potter beschrieb dieses Verfahren bereits 1945 im US-Patent 2 485 457 bei der Speisung einer Halbwellenantenne (wobei auch parasitäre Kapazitäten verwendet werden bzw. eingehen). Das Prinzip entspricht dort der J-Antenne mit ihrem - allerdings nicht quasi-stationären - Viertel-Wellenlängen-Sperrtopf. Nachteil: nur eine Frequenz möglich...

Im Idealfall speist man also die Antenne im Bereich ihres Nahfeldes symmetrisch und geht dann über eine Z-richtige Gleichtaktdrossel auf Koaxspeisung über. Genausogut ginge an dieser Stelle eine Transformation 1:1 über einen "Balun"; man beachte aber, dass ein "Balun" ein Transformator sein kann und anderes Kernmaterial erfordern kann, je nach Arbeitsprinzip und Aufbau, Quell- und Lastimpedanz. Weicht der Fußpunktwiderstand der Antenne stark vom Z der Speiseleitung ab, muss man mit erhöhten Verlusten rechnen, so dass auch bei einer Hühnerleiterspeisung u.U hohe ohmsche Verluste wegen der fließenden Ströme einzukalkulieren sind, während ihre dielektrischen Verluste durch hohe Betriebsspannung weniger als bei schlechtem Koax ins Gewicht fallen können. Besonders kompliziert wird es, wenn ein Balun-Trafo auch noch Blindkomponenten mit transformieren muss, z.B. hinter einem Antennenkoppler, dann gibt es keine einfachen Patentrezepte. Auch W7EL hat eine lesenswerte Abhandlung verfasst, wo man mit einfachsten elektrotechnischen Kenntnissen die Funktionsweise nachvollziehen kann.

In der Praxis wirkt sich zusätzlich und teilweise in Konflikt zur Theorie allerdings sehr störend aus, dass der Koaxschirm in den seltensten Fällen wirklich ausreichend Schirmwirkung hat (Ausnahmen: Semirigid, Cu-Vollmantelkabel) Deswegen gibt es hier wieder kein Patentrezept; jeder Aufhängeort hat andere Probleme. Eine ausgezeichnete Darstellung der Problematik hat auch Wolfgang, DG0SA, beim Inseltreffen in Göhren/Rügen gegeben ('stoerungen.pps', tnx DL1FAC für den Hinweis). Dem des Englischen mächtigen Leser sei ferner als Pflichtlektüre der Artikel 'RFI-Ham.pdf' von Jim Brown, K9YC, empfohlen (60 Seiten, viele Messungen und wertvolle praktische Tips).


...gute Güte...

(üblicher Stoßseufzer eines HF-Entwicklers) Die Miniaturisierung machte

in der SMD-Technik

auch bei Spulen nicht halt. Sollen die Induktivitäten einerseits in den μH-Bereich gehen, andereseits die Bauform 1210 nicht überschreiten, bleibt der Einsatz von Ferrit unausweichlich. Die crux ist die Güte dieser Bauform, da sie stark vom Ferrit abhängt und dessen Betrieb. Damit treffen die oben gemachten Anmerkungen leider auch hier zu: Kleine Kernquerschnitte führen zu einer hohen magnetischen Flussdichte und die damit verbundene höhere Aussteuerung der Magnetisierungskennlinie zu Nichtlinearitäten, Intermodulation, IP3-Verschlechterung. Das linearste, wenn auch das kleinste u ist immer noch das der Luft. Es bleibt letzlich doch wieder bei der Abwägung eines Kompromisses: Ohmscher Widerstand so klein wie möglich, Ringkerne, wenn sie es denn sein müssen, so niedrigpermeabel und so groß wie möglich zu wählen. (Dazu immer eine passende Anmerkung aus dem Englischen: 'There is no such thing as a free lunch'.) Besonders wesentlich bei Preselektoren, wo sich jede Sparsamkeit rächt.
Bei Filtern, die über einen großen Frequenzumfang gehen, ist der Frequenzgang ihrer Induktivitäten besonders zu beachten. Oft führt das zu unberechenbaren Ergebnissen, wenn die Software von konstanter Induktivität ausgeht, die (Ferrit-)Spulen aber speziell bei hohen Frequenzen 'aus dem Rahmen fallen' (weil sie dort eher ohmscher Widerstand als richtige Induktivität sind). Man lasse sich auch nicht von den Gütewerten in den Datenblättern täuschen, die oft für unrealistisch hohe Frequenzen angegeben werden und bei Umrechnung auf niedrige Frequenzen wegen des konstanten ohmschen Widerstandes sich ganz anders präsentieren.

Der Kabelinverter


Diese Schaltung wurde z.B. von HP unter der Bezeichnung HP15116A für Pulse bis 500 ns vertrieben. Sie dient in der Impulsmesstechnik und wissenschaftlicher Experiment-Elektronik zur breitbandigen Invertierung kurzer Signale. Auch dem gestandenen Elektroniker entlockt sie zuerst die Frage:"Wie soll das denn nun funktionieren?" Es handelt sich hier um die klassische Mantelwellendrossel, die nur Gegentaktströme (rot) passieren lässt, für Gleichtaktsignale (blau) G aber ihre Drosselwirkung ausspielt. Je nach Kabellänge und Ferrit lassen sich so Pulse bis zu einigen us invertieren; bei DC geht die Schaltung natürlich nicht mehr. Das mechanische Äquivalent zu dieser Schaltung kennt jeder von seinem Fahrrad: Ein Bowdenzug, Hülle am Lenkergriff fest eingespannt, liefert z.B. an den Backen der Felgenbremse sowohl auf der Seele als auch auf der Hülle der Bowde je die Hälfte der Kraft.

Die SWR-Brücke nach DJ7VY



In der SWR-Brücke nach DJ7VY (UKW-Berichte 1/83) sind die Leitungsstücke mit Ferrit belegt, so dass sie als Drosseln (wenn genügend induktiv) parallel zu Standard R_ref und Messobjekt R_x liegend, die Brücke auf beiden Seiten gleich belasten und so nicht wesentlich verstimmen. Dr2 ist aber nicht bezüglich ihrer Gegentakt-Komponente verdrosselt. Während die Gleichtaktspannung an R_ref abgeblockt wird, ist die Gegentaktspannung der Brückendiagonale am Detektorausgang verfügbar. Das L der Dr1 und Dr2 bestimmt die untere Grenzfrequenz der Anordnung. Im Aufbaubild ist links der Generatoreingang mit einer breiten 50-Ohm-Luftleitung aus Cu-Blech zu erkennen, der auch die jeweils parallelgeschalteten 2x100-Ohm-Widerstände trägt. Die Anschlüsse zur Referenz und zum Prüfling sind Semi-Rigid-Ausschlachtteile mit Buchsen. Der Streifen aus leitfähigem Schaumstoff dient dem Feinabgleich und der Unterdrückung von Gehäuseresonanzen. Die Kurven zeigen links die SWR-Anzeigen bei offener und abgeschlossener R_x-Buchse im Bereich 0...2GHz, rechts der Bereich von ca.0...20 MHz (vertikal 10 dB/div). Die beiden letzten Bilder zeigen zum Vergleich mit dem mit Amateurmitteln erreichten zwei Messungen (Bereich 0...1800 Mhz) an einem professionellen Wiltron-Koppler (mit 45 dB Richtschärfe zwischen 5 und 2000 MHz spezifiziert, Preisklasse 2000 $).

In letzter Zeit sind auch mit Amateurmitteln ganz hervorragende Weiterentwicklungen im Netz vorgestellt worden, bis zu 3 GHz oberer Arbeitsfrequenz (Eric, DH7AZ, DL3BUS, S55WT, DL2XL u.a., Pardon, wenn ich jemanden vergessen habe)..



Seitenanfang To visit the Yahoo N2ADR group on the web, go to: http://groups.yahoo.com/group/n2adr-sdr/

Ein SDR-Transceiver-Baustein, 10 kHz bis 60 MHz


Jim, N2ADR entwarf dieses "echte" 'Software Defined Radio' für den Sende- und Empfangsbetrieb (nach einem A/D-Wandler an der Antennenbuchse, der alles digitalisiert, wird im Gerät nur noch mit den digitalen Daten weitergearbeitet und letzlich ist erst wieder für das Ohr die Rückwandlung in die analoge Domäne notwendig; mathematische Verfahren treten an die Stelle von Analogtechnik; die Verarbeitung ist aber immer von den Rohdaten abhängig, die analog gewonnen werden. Die Anforderungen an Präzision verlagern sich auf den Eingang; dessen Probleme mit Rauschen, Nichtlinearitäten bleiben erhalten, sie erscheinen nur an anderer Stelle der Hardware. PC-Software kann immer nur gering verbessern, was im Analogteil 'verschlampt' wurde. Gutes HF-Design behält nach wie vor seine Bedeutung).

Die Musterplatine im Bild entstand nach Jims umfangreichen Unterlagen auf seiner Webseite. Anfang Dez. 09 beschlossen Detlef, DL7IY und Günter, DL7LA, sich an den Nachbau zu machen. Seit Anfang März 2010 sind beide Muster voll qrv. Hier wird nur auf ein paar markante Eigenschaften hingewiesen, da wir einer Veröffentlichung, die Jim in der QEX plant, natürlich nicht vorgreifen wollen. Eine Veröffentlichung in Deutsch ist gerade im FUNKAMATEUR, Heft 8/2010 ab Seite 814 erschienen.

Links im Bild liegt in der Mitte der Eingangstransformator der Antenne, der über einen Vorverstärker den ADC treibt. Die digitale Verarbeitung erfolgt im FPGA (großer Baustein in der Mitte) und die Daten wandern über die Ethernet-Schnittstelle (kleinerer Baustein rechts) in den PC, wo Weiterverarbeitung stattfindet. Als Software wird 'quisk' verwendet; es läuft unter Linux (hier Ubuntu 9.10). Der Mikroschalter unten am Rand ist der improvisierte Tastenkontakt. Der Master-Takt 122,880 MHz kommt aus dem Clock-Baustein unten links. Ein 14-bit-DAC erzeugt das HF-Sendesignal und ein 8-bit-DAC stellt die Sendeleistung ein (bis ca. 0 dBm Nominalpegel). Die Leiterplatte ist nur doppelseitig, es sind daher auf der Rückseite noch diverse Drahtbrücken vorhanden, die z.B. die Speisespannungen verteilen. Die Stromaufnahme beträgt max. (bei Sendebetrieb) 1 A bei 3,3 V, alle erforderlichen Unterspannungen (1,2 und 2,5V für den FPGA-Core werden von Spannungsreglern auf der Platine aus der 3,3-V-Versorgung gewonnen).

Einen Eindruck der 'quisk'-Bedienoberfläche gibt es im Artikel von Olaf, DL4DZ, im FUNKAMATEUR 4/10, p. 397. Aktuell ist die Version 3.4.2. Quisk arbeitet übrigens auch mit Soundkarten-Programmen wie fldigi zusammen und kann auch mit Geräten wie dem K3 zusammenarbeiten. Empfangen wird in CW/SSB/AM/FM, Sendebetriebsarten sind CW und SSB, die (von 48 bis 960 kHz einstellbare) Darstellungsbreite ist normalerweise um 240 kHz, so dass man z.B. 80-m-Fonie in einem Rutsch überblickt. Jims Decimationsraten sind jetzt einstellbar, so sind 48 kHz für genauere Darstellung bis 960 kHz (zur Beobachtung von VHF/UHF-Transverter-Bereichen, schneller Rechner bei 960 kHz erforderlich) verfügbar. PC und Transceiver sind bei DL7LA mit über denselben Router verbunden, der auch die DSL-Dienste im heimischen Netzwerk zur Verfügung stellt. DL7IY hat als proof of concept das System mit einem nur über WLAN angebundenem Netbook erfolgreich ausprobiert. Überhaupt ist die Länge der Verbindung nicht wie bei USB begrenzt; eine Fernsteuerung über das Internet ist leicht realisierbar. Die Lizenzprobleme bei USB2.0 unter Linux entfallen vollständig. Wegen der galvanischen Trennung im Ethernet fallen auch evtl. HF- und Brummschleifen weg. Sämtliche Kommunikation erfolgt über UDP. Das Mikrofon und der Stationslautsprecher wird an der (einfachen, 16 Bit eingebaut ausreichend) Soundkarte des PC angeschlossen, (oder man verwendet ein USB-Headset); die Modulation wird durch einen digitalen Dynamikprozessor in punkto Lautstärke und Frequenzgang mitbestimmt. Getastet (T/R bzw. CW) wird die Platine direkt. Als Testsignal liefert ein besonderer Button ein digital generiertes Zweitonsignal mit 0, -3 und -6 dBm und einer spektralen Reinheit von 14 bit, also praktisch etwa -75 dBc auf allen Frequenzen, die der TRX sendemaeßig erzeugen kann.

Alle Software ist frei in die GPL gestellt. Für das Laden der Software der Platine, die in Verilog(©) vorliegt, ist der oben im Bild liegende Programmieradapter 'USB-Blaster (©)' notwendig (Anschluss über 10pol Wannenstecker oben am Platinenrand). Dieses Programm wird mit der ebenfalls vom Hersteller des FPGAs im Netz kostenlos zur Verfügung stehenden Software QUARTUS© unter Windows(©) kompiliert und in das EEPROM geladen; beim Einschalten der Speisespannung lädt das FPGA sich diesen Inhalt und das Programm startet nach ca. 1 sec..

Für den kompletten Transceiver müssen natürlich noch weitere Baugruppen, wie PA und Tiefpässe etc. mitgeschaltet werden. Jim stellt auch dafür im Download verschiedene Programmvarianten vor. Ohne großen Aufwand kann dies z.B. mit dem AVR-NetIO auch über Ethernet realisiert werden. Die Modifikation des Python-Code erfordert keine großen Programmierkenntnisse, da Python im Netz sehr gut dokumentiert wird.

Dies ist kein Bausatz und kein Anfängerprojekt und Jim kann/wird keinen Support leisten;

darauf weist er übrigens ausdrücklich hin: 'maybe a little...'. Wer es sich aber zutraut, u.a. ein Netbook mit Linux aufzusetzen oder in einem weitverbreitetem Betriebssystem eine virtuelle Maschine mit Linux zu errichten und andererseits ca. 500 IC-Pins im 0,5-mm-Pitch zu verlöten, der wird keine Probleme haben.

In diesem Projekt sind übrigens außer ein paar Bauteilen eines US-Distributors nur Software-Pakete über den Atlantik gereist, und es funktioniert problemlos. 'quisk' ist eher ein sehr funktionales Programm ohne die meist ja überflüssigen (aber schmuckvollen) 'whistles and bells'. Modifikationen sind außerdem problemlos möglich, da Python im Quelltext bearbeitet wird und sich automatisch zur Laufzeit in seinen Bytecode übersetzt. Außer der UDP-Schnittstelle werden von quisk auch andere IQ-Modi, z.B auch Soundkarten und SDR-IQ unterstützt.


Natürlich drängen viele immer mehr mit 'SDR'-Lösungen auf den Markt, die mit der heißen Nadel gestrickt sind, um an einem Teil des kommerziellen Erfolges zu partizipieren. Grenzwertige Werbeversprechen gehören leider auch in Ham-Kreisen inzwischen zum Alltag; hier ist dem Handel nichts mehr heilig. Schlimmer ist es, wenn miserable Technik dann auch noch die Bänder mit Störträgern und Nebenaussendungen verseucht, nur weil man mit Niedrigstpreisen den Markt an sich reißen will. In den letzen Jahren hat sich nichts getan; noch immer finden sich Schaltermischerkonzepte ohne vernünftige HF-Trennstufen auf dem Markt und neue kommen hinzu. Vieles erinnert an die Zeiten, als der 2-m-Empfang mit Pendelempfängern ohne Vorstufe praktiziert wurde.

Die nun obsolete Chronik eigener Versuche und Ergebnisse in inzwischen überholten Techniken ist hier...




Nach einem konventionellen Mischer kommt ein

ZF-Verstärker

, dazu gibt es einen von mir mit dem AD603: ZF-Verstärker und Demodulator mit großem Frequenzbereich, Funkamateur Heft 12 (2006). Die dB-lineare Regelung und die einfache Schaltungstechnik sind für den Selbstbauer ein reines Vergnügen. Ich beschreibe da auch eine vorteilhafte Technik, die alten mechanischen RFT-Filter bei 200 kHz in moderne niederohmige Schaltungstechnik einzubinden.



Ein I/Q_Frontend lege artis



In dieser Schaltungsanordnung wurden bereits ohne besondere Maßnahmen zum Amplituden- und Phasenabgleich zwischen 1 und 30 MHz Seitenbandunterdrückungen von > 40 dB gemessen. Bei 50 MHz waren noch ca 38 dB SBU erreichbar, die nach Optimierung aber auch die 50-dB-Grenze überschreiten sollten. Es genügt hier die Optimierung auf der höchsten Frequenz. Für Sendebetrieb gilt ebenfalls diese Optimierung, im Gegensatz zu vielen Soundkartenlösungen. Die Ausgangsleistung betrug etwa 15 dBm, Kompression setzt bei etwa 20 dBm ein (12 V Betriebsspannung). Zur Vollaussteuerung ist am Mikrofonausgang eine Spannung von 10 mVeff erforderlich. Die Trägerunterdrückung am Ausgang beträgt lediglich 35 dB, was beim Sendebetrieb aber nicht stören dürfte. Ursache sind die Daten des AD831, dessen LO-Unterdrückung in Richtung ZF-Port nicht höher ist, was in einer Anordnung als reiner Empfängermischer nicht stört, als Sendemischer aber ein begrenzendes Datum ergibt. Die FCC-Forderung in W liegt hierfür bei >34 dB. Möglicherweise kann durch zusätzliche DC-Beschaltung analog zum NE/SA612 hier noch etwas gewonnen werden.

Die gezeichneten Bauelemente in den beiden Zweigen sollten auf < 1% ausgesucht sein, da von ihren Toleranzen die max erreichbare Seitenbandunterdrückung abhängt. Ein weiterer Abgleich auf max. Seitenbandunterdrückung ist dann durch paralleles Auflöten von hochohmigen Widerständen auf die Ausgangsbeschaltung des OP-Amps im AD831 sehr leicht möglich. Insofern ist auch eine Symmetrie im mechanischen Aufbau nicht von Nachteil, besonders, wenn 50-MHz-Betrieb angestrebt wird. Am besten setzt man die Mixer in Fassungen ein, da so leichter nachgebessert/ausgewechselt werden kann, wenn die Verstärkung zweier Mixer-Exemplare untereinander zu sehr streut. Prinzipbedingt sind durch die differentielle Nichtlinearität in den Stufen und speziell das Quantisierungsrauschen der Wandler (bei DL7IY 24 bit) in der Nähe der Empfindlichkeitsgrenze nicht die maximalen Werte erreichbar

Am Antenneneingang sind vom Oszillator-Trägerpaar nur etwa -75 dBm nachweisbar (bauelementetypisch für den AD831), was u.U. eigentlich auch einen Trenn-Vorverstärker überflüssig macht; liegt dieser Wert doch 60 dB besser als beim Schaltertyp.

Zusammen mit dem mit 700 MHz getakteten DDS (Funkamateur 2/2008) ist so ein PC-loser Software-KW-TRX auf der Basis des DSP-TRX1 (Funkamateur 5/2007) von 1,8...30 MHz und mit evtl. kleinen Einschränkungen auch 50 MHz realisierbar. Führt man die I- und Q-Ausgänge zusätzlich heraus, so kann ein externer PC die Bandbelegung um den Träger herum komfortabel anzeigen.
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Nur-Kabel-Abstimmung einer Loop-Antenne mit Rückmeldung der Kondensatorstellung

Ich habe bei Schrittmotorversuchen festgestellt, dass es erste Priorität ist, zu wissen, wo genau der Drehko relativ zur Arbeitsfrequenz steht, sonst findet man unter Zeitdruck nichts und überläuft permanenent die Resonanz. Für den Sendebetrieb ist das das A und O und bedingungslos erfordlich; der Empfangsbetrieb ist da wesentlich toleranter. Daher landete ich zum Schluss doch erst mal wieder beim Gleichstrommotor und einer Rückmeldung der Stellungsanzeige. Das Wichtigste ist eine spielfreie Frequenzverstellung; alles Andere ist nachrangig.

Die Funktion "Drehko auf/ab" wird also polaritätsabhängig gemacht, und dabei zieht das Relais an und trennt das Instrument zur Schonung ab. Im Ruhezustand bei abgefallenem Relais spiegelt das Instrument dann die Drehkostellung über die Potistellung am Drehko wieder. Damit der niederohmige Motor die Messpannung nicht kurzschließt, sind die Dioden mit ihrer Flussspannung davor (Messpannung ist ca 1 V max.).Ich benutze übrigens statt der Schleifeneinkopplung die kapazitive Methode nach der Originalquelle, wo der Einkoppelkondensator sehr viel größer ist als der Abstimmkondensator [Kenneth H. Patterson, 'Down-to-earth Army antenna', Electronics, Aug.21, 1967]. Nachteilig ist, dass beide Kondensatoren im Schwingkreis zu den Verlusten beitragen, man also auf schleiferlose (Doppelstator- oder Vakuum-)Drehkondensatoren zwingend angewiesen ist. Ebenso möglich ist eine kapazitive Kopplung über einen - dann sehr viel kleineren - Koppelkondensator von der Koaxseele zum Hochpunkt des Kreises. Wegen der Hochspannungisolation und der Notwendigkeit, dann beide Kondensatoren zu verstellen, stehen Versuche mangels geeigneter Mechanik noch aus. Diese Methode hat immerhin gegenüber Koppelschleifen den Vorteil, dass die Schleife durchgehend von 6...15 Mhz funktioniert, ohne dass man auf den Dachboden muss, um - die nach meinen Erfahrungen relativ schmalbandigen - Koppelschleifen beim Bandwechsel zu tauschen. Und im Übrigen sind die Kollektorgeräusche des Motors eine praktische Abstimmhilfe. Wem die zu laut sind, der kann ja seinen Motor passend leise herunterentstören ;-);-)





Anschwinghilfe für faule Quarze


Wenn man Digital-Bausteine zu Oszillatoren 'vergewaltigt', kann es passieren, dass beim langsamen Hochfahren der Speisespannung die Schaltung nicht anschwingt. Man kann dem dadurch nachhelfen, dass man den Arbeitspunktaufbau dabei künstlich verzögert, so dass der Bereich der Schaltschwelle des Gatters - mit der höchsten analogen Verstärkung - erst später von unten durchfahren wird, wenn die Speisespannung garantiert erreicht ist und damit die Verstärkung ausreicht. Das leistet die eingekreiste RC-Kombination in einfachster Weise. Speziell bei Billig-Quarzen für Computeranwendungen sind die Resonatorgüten oft klein und durch die Ziehkondensatoren C1/C2 wird die Schaltung nicht gerade schwingfreudiger, weil die parasitäre Kapazität von X1 selbst und die Streukapazität der Schaltung parallel zu X1 störende Spannungsteiler bildet.




Für die Messung an Empfängern mit hohem Dynamikbereich und hohem IP3 ist ein geringer Eigenstörpegel notwendig. Die Entkopplung der beiden Generatoren besorgt die Brückenschaltung mit Tr1 (2 x 5 Wdg 0,3 CuL ca. 2 Schläge/cm verdrillt auf Ferritkern mit niedrigem u_i und hoher Güte, um Intermodulation im Kern selbst zu minimieren [Material Siemens K1 R10]). Hierdurch vermeidet man Intermodulation des einen Generators durch das Signal des anderen, ohne jedoch in Dämpfungsgliedern zuviel Energie zu verlieren. Der Ausgangsübertrager ist in dieser Hinsicht ebenfalls nicht unkritisch, man wähle den Kern daher so groß wie möglich. Der Ausgangspegel beträgt ca. 2 x -7 dBm ((ca. 100 mVeff je Träger) bei internen IM3-Pegeln von -75 dBm. Somit sind Messungen bis +20 dBm möglich, grobe Abschätzungen eines Empfängers bis etwa +27 dBm machbar, darüber sind bessere Aufbauten erforderlich. Erratum: In der Grafik lies anstelle 'Interner IP3 ...' 'interne IM3-Produkte...'

JIm Juli 08 stellte mir DL7BR seinen 'Perseus'-SDR-Rx zur Verfügung, der mit +30 dBm angegeben wird. Bis zu einem Eingangspegel von -10 dBm (danach wird 'ADC Overload' im S-Meter signalisiert) und ohne den Abschwächer im Rx waren mit meinem Generator nur dessen eigene IM3-Produkte zu erkennen, deren Amplitude mit dem Abschwächer linear zu- und abnahm, sodass die 30 dBm bestätigt werden. Eine vorzügliche Leistung von Nico Palermo also (Software V1.0, 40 MHz-Bereich). Da im Rx noch 10 und 20 dB Dämpfung zugeschaltet werden kann und sich der IIP3 so auf +40 bzw. +50 dBm erhöht, ist dies schon eine Art Standard für die nächste Generation von Rx.

Natürlich sinkt der IIP3 schlagartig bei Überschreiten der Schwelle des Eingangs-ADCs, aber es dürfte wohl keine Frage sein, dass hier früher oder später in die Software eine Funktion einfließt, die dann den Abschwächer automatisch zuschaltet.

Im N2ADR-Transceiver (s.o.) ist auch hohe Intermodulationsfreiheit des Zweitontests zu haben, wenn man direkt hinter dem 14-bit-Ausgangs-ADC auskoppelt. Es wäre daher eigentlich state-of-the-art, mal auf der Basis eines 16-bit-ADC und einer FPGA-Direktsynthese einen noch besseren Zweitontester zu entwickeln, der ohne magnetische Bauelemente auskommt.


Das Intermodulationsverhalten ist eine sehr wichtige, aber nicht die einzig wichtige Größe bei der Qualitätsbeurteilung. Meist liegt der Akzent auf Störungen dritter Ordnung, aber auch Störungen zweiter und höherer Ordnungen sind keineswegs vernachlässigbar. In letzter Zeit wird z.B. die Wahl des 'richtigen' Mess-Frequenzabstandes kontrovers diskutiert. Die Befürworter eines geringen Abstandes (um 2 kHz) machen richtigerweise geltend, dass hier auch in einem Empfängersystem mit kaskadierten Filtern (Roofing + Kanalbetriebsart) sämtliche Mischstufen mitgemessen werden. In diesem Nahbereich lässt sich durch Selektion also die IM-Qualität nicht weiter verbessern. Nachbarkanalstörungen durch Intermodulation zweier starker Stationen sind allerdings meist nur bei Kontestbetrieb gegeben, wenn zwei unabhängige Sender mit gleicher Feldstärke einfallen. Eine einzelne starke Station im Nachbarkanal ist auch bei bester Hauptselektion dann und trotzdem störend, wenn die Intermodulationsprodukte ihres Exiters oder der PA stärker sind, als das Nutzsignal einfällt. Gute Werte sind hier -40dB. Gleiches gilt für das unterdrückte Seitenband des Nachbarkanales (Beispiel: Forderung der FCC -34 dB). Echte IM3-Störungen lassen sich durch Abschwächer wirksam ausschalten. Da relativ zu den Störungen (atmosphärisch und man-made) speziell auf den niederfrequenten Bändern unsere Amateurempfänger viel zu empfindlich ausgelegt sind, ist Abhilfe meist ohne Verluste möglich. Empfänger und Messgeräte ohne Vorselektion, also z.B. nur mit Tiefpässen, sind für IM3 disponiert, wenn sich im Bereich der Eingangslektion starke Stationen (Rundfunk oder professionelle Dienste) im Abstand der Nutzfrequenz befinden. Beispiel: Rundfunk im 6-MHz-Band interferiert mit Rundfunk im 9,6-MHz-Bereich und erzeugt Störlinien bei 3,5 MHz. Hier lässt sich mit Vorselektion eine Verbesserung erreichen. Bei den verwendeten Bauelementen ist auf Linearität zu achten; zur Problematik von Diodenumschaltern s. z.B. J. Jirmann (UKW-Ber. 1/93). Bei großen Aussteuerungen und in Resonanzkreisen können auch an ferritischen Materialien durch Nichtlinearitäten Intermodulationseffekte auftreten. Mindestens ebenso wichtig wie die o.a. Effekte sind Verschlechterungen durch reziprokes Mischen, also exzessives Phasenrauschen des eigenen ersten Oszillators. Hier hilft ein gutes Intermodulationsverhalten leider wenig bis garnicht weiter. Gleiches gilt für die 'numerische' Selektion, z.B. in Soundkartenlösungen, wo Quantisierungsfehler der A/D-Cs, Phasenrauschen der Soundkarten- und PC-Takte ebenfalls Intermodulationeffekten ähnliche Störungen erzeugen, obwohl die angebotenen Signale rein sind.

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Die Hardwareerweiterungen und die Software für den DL7IY/DL1FAC-DDS9912 von DL1FAC



Überblick

Hinweis: Dieser Text ist 'work in progress' und unterliegt noch einigen Änderungen, daher bitte hier gelegentlich auf Updates prüfen...Feedback an dl7la@t-online.de . Stand ist 2009-06-25.

In der Originalveröffentlichung - erschienen im FUNKAMATEUR, Heft 4/08, S. 393 ff - im Stromlaufbild auf S. 394/395 befinden sich - bedingt durch den redaktionellen Vorlauf - zwei Fehler: Die Diode D16 ist falsch herum gezeichnet und die Kathoden der Schutzdioden D17...D22 sowie R29 müssen mit 3,3 V (statt fälschlich 5 V) verbunden werden. Der Artikel fußte auf dem Datenblatt der Rev.0, heute ist Rev.A aktuell; eventuelle Abweichungen sind daher dort noch nicht eingearbeitet.

Zu besonderen Hardwareanmerkungen
siehe auch hier. Es ist peinlich zu vermeiden, dass der DDS in undefinierte Betriebszustände gerät (thermische Zerstörung droht dabei ähnlich wie bei zu hohen Taktfrequenzen); insbesondere das Kapitel Reset verdient im Handbuch des 9912 hohe Aufmerksamkeit (daher die spätere Änderung RES-Transistoransteuerung). Auch zulässige Pegel an den Eingängen sind zu beachten; manchmal muss man sie sich aber erst errechnen. Symmetrie ist eine Voraussetzung für störarmen Betrieb, nicht Schikane des Herstellers.

Nun zur Software: Basierend auf der Hardware-Plattform der DL7IY-Platinen DDS-Main und DDS-CTRL hat Wulf-Gerd, DL1FAC, zwei Bedienkonzepte entwickelt, die universellen Betrieb und viele Experimente mit dem 9912 (z.B. Änderung von Steuerregisterwerten) erlauben. Außer für den 9912 ist in der Software des 644-Prozessors auch eine Routine verfügbar, die einen Si570 über den I2C-Bus parallel zum 9912 oder auch standalone ohne den 9912 steuert (nur im f-Bereich des 570 natürlich) sowie über eine CAT-Schnittstelle die Frequenz parallel an Geräten wie FT757 oder FT817 einstellt. Eingabegeräte sind z.B. PS/2-Tastatur (Nummerblock reicht), Terminalprogramme wie putty (auch unter WinXP© verfügbar), Drehgeber (Rate programmierbar, Impulsanforderungen siehe Hardwareanmerkungen)) und sogar eine Minimalkonfigurationen mit nur 4 Tasten und zwei Potentiometern. Für schnelle Bandwechsel u.ä. sind 24 Speicher vorgesehen, die leicht abgerufen und angepasst werden können. Für die Anzeige können I2C-Displays, LCD-Displays mit 2 oder 4 Zeilen und bis zu 24 Zeichen (HD44780-Schnittstelle) benutzt werden. Fernbedienung über die RS232-Schnittstelle ist möglich und im Testbetrieb befindet sich (bei 644-Prozessor) ein Feature, das in Zukunft schnelle Programmentwicklung durch in-circuit-Programmierung des ATMega© über Bootloader gestattet (wenn es das qrl von DL1FAC erlaubt). Erweiterungsports für die Verbindung mit externen Präzisions-Signalquellen und mit DSP-Konzepten stehen noch ausreichendn zur Verfügung. Die in C geschriebene Software steht in weiten Teilen in der GNU/public domain und, was selbstverständlich sein sollte: Alle anderen Rechte liegen bei DL1FAC, gewerbliche Verwendung ist untersagt.

Für die Leiterplatten von DL7IY stehen 2 Hex-Dateien (ATMEga32 oder 664) zur Verfügung; auf Wunsch steht auch der Source-Code bereit. Als Entwicklungsumgebung kann z.B. AVR-Studio mit dem lizenzfreien Gnu-C-Compiler dienen, die Programmierung mit z.B. Pony-Prog erfolgen. Der ATMega kann - in einem preisgünstigen Evaluation Board an eine serielle Schnittstelle angeschlossen, so etwa um 15 € - am einfachsten programmiert werden; lästig ist dabei nur das Umstecken des ATMega. Der Anschluss an JP1 mit einem speziellen Kabel ist einfacher; man sollte dann aber aus Sicherheitsgründen während der Programmierung den DDS entfernen, da die serielle Schnittstelle auch negative Spannungen liefert und im Laborbetrieb immer mal kleinere Unglücke mit Brücken, Drahtresten, Ausrutscher mit Pinzetten, Verpolungen u.ä. passieren.




Erste Konfiguration am Beispiel für ein PS/2-Keyboard (zu USB-Hardware siehe hier) an JP5, dessen Nummernblock benutzt wird und ein zweizeiliges Display an JP7: Die Taste 5 schaltet, wiederholt betätigt, durch das Menü. Der erste Menüpunkt ist die Clockfrequenz in Hz (in der unteren Zeile beim 2-zeiligen Display, 3. Zeile im 4-zeiligen Display). Die NumLock-Taste, wenn betätigt, lässt dann in der oberen Zeile einen '>' als Prompt erscheinen, wobei auch die NumLock-LED der Taste aufleuchtet. Nunmehr sind die Tasten 0..9 als Ziffern aktiv und der angezeigte Wert wird modifizierbar. Abgeschlossen wird die Eingabe mit der ENTER-Taste des Ziffernblocks; daraufhin verschwindet der Prompt und es erlischt dann auch die NumLock-LED wieder und man befindet sich zurück im Menü. Diese Prozedur gilt für alle Menüpunkte. Mit dieser Methode kann man z.B. die Kalibrierung des Clock-Generators kontrollieren, indem man auf KW die 'Deutsche Welle' auf 6075 kHz anwählt und durch wiederholtes Modifizieren der Clockfrequenz auf Schwebungsnull bringt. Anschließend kann jetzt im Menü fortgefahren werden oder das Menü durch ein zweites ENTER verlassen werden.



Die Menüpunkte erscheinen in Reihe wie folgt:

Clock - Clockfrequenz, Eingabe in Hz
Mult - Multiplikator 1...4, die Ausgabefrequenz ist um den Faktor vervielfacht, z.B. für SDR-Konzepte (0 wird als 1 angenommen)
iStep - Schrittweite des Drehgebers je Impuls in beliebigen 1-Hz-Intervallen zwischen 1 Hz und 1 MHz
vStep - dito der Wert der variablen Schrittweite SV der Pfeiltasten (4) und (6) (s. dort)
Phase - Reservemenüpunkt für Phasenversatz zwischen 2 DDS-Modulen (noch nicht implementiert)
ZF+ und ZF-, ZF-Versatz in Hz, mit dem die DDS-Frequenz bei Empfang (PTT-Leitung H) ausgegeben wird
TX+ und TX-, dito, Frequenzversatz beim Senden, wenn PTT_Leitung L
BRept - Button-Wiederholrate in 1/sec, wenn die Tasten länger gedrückt werden
BDelay - Zeit in ms, bevor die Tasten automatisch zu repetieren beginnen
KRept - dto. für die Wiederholrate der Keyboard-Tasten
KDely - dto. für den Repetierbeginn der Keyboard-Tasten
V24-1 - Modus des Terminalprogramms an RS232
V24-2 - Parameter des Terminalprogrammes
PwrDwn - Registerwert der DDS-Zelle $0010
Confg - neue Konfiguration nach dem nächsten Reset, z.B. Display 2- oder 4zeilig setzen
Reset - gesamte Konfiguration im EEPROM auf Default setzen, Passwort ist '7355'

Weiterer Tastendruck 5 verlässt das Menü. Wiedereinstieg ins Menü über 5 wie oben. Diese Konfiguration gelingt immer, weil die Tastatur ihren eigenen Takt mitbringt und unabhängig von seriellen Takten der RS232 funktioniert. Alle Werte sind im EEPROM des Prozessors abgelegt und stehen nach dem Wiedereinschalten des DDS-VFOs sofort zur Verfügung



Bereits die 'kleine' Programmversion mit dem ATMega32 verwaltet (vgl. Tastatur- und Displaybild) Frequenzspeicher Mem von A...N, in die Werte geschrieben (f->Mem) und aus denen gelesen (f<->Mem) werden kann, erlaubt das Anspringen von Bandanfängen (AFu+ und AFu-) und kann div. Parameter ändern. Die Tasten S+ und S- schalten die Schrittweiten, die die Frequenzänderung durch die Pfeiltasten f-s und f+s bewirken, in den Schritten 1, 10, 100, 500, 1k, 5k, 10k, 100k und 1MHz durch -Anzeige S1...S9-; zusätzlich existiert ein Wert SV mit dem Menüwert vStep und ein Modus S0, in dem der Frequenzsprung recht ungerade Werte von etwa 2,5 kHz annimmt, wobei aber die letzten Bits des FTW alle Null sind und das DDS-Signal relativ wenig Spurs aufweist, was für bestimmte Messungen sinnvoll sein kann.

Die 'große' Programmversion im ATMega664 kann auf das Keyboard verzichten, wenn ein Drehgeber eingesetzt wird. Durch zwei weitere Potentiometer und 4 Tasten können die Funktionen sämtlich auf kleinstem Frontplattenraum nachgebildet werden (vgl. Stromlauf oben).


Die numerische Direkteingabe erfolgt ähnlich: Die direkte Frequenzeingabe in kHz erfolgt durch Druck auf NumLock (der Prompt erscheint) und Eingabe der gewünschten Frequenz, danach Abschluss der Eingabe durch ENTER. Etwaige Vertipper können mit der ENTF-Taste korrigiert werden, die die letzten eingegeben Ziffern der Reihe nach wieder löscht. Beginnt man die Eingabe mit einer führenden Null, so wird die Frequenz als Wert in Hz interpretiert.
Die variable Schrittweite ist hilfreich, wenn man größere Bereiche absucht. Setzt man vStep auf 5 kHz, kann man sich schnell durch die Rundfunkbereiche auf KW bewegen; auf 3 kHz gesetzt ist ein AFu-Band schnell durchsucht, wobei dann meist nur kleinere Korrekturen am Drehgeber notwendig werden. Im Gegensatz zu den festen Schrittweiten bleibt bei vStep die aktuelle Frequenz als Startwert erhalten, so dass man auch auf krummen Rastern wandern kann.

Nebenbei: PS/2-Keyboards kann man aus geschlachteten Tastaturen und ein paar eigenen Tasten - zu einer Matrix geschaltet - wunderbar selber aufbauen. Von Wulf-Gerd gibt es hier eine Programmvariante, die die Scancodes solcher Controller ausgibt und den Selbstbau so erheblich erleichtert. Man kann natürlich auch die edlen Num-Pads von Cherry© kaufen...



Bei dem hier gezeigten grünen Display handelt es sich um ein Surplusexemplar eines großen Händlers; 2 Zeilen a 16 Zeichen, hintergrundbeleuchtet, zum Preis von seinerzzeit unter 4 EUR.



Ein I2C-Display liefert noch mehr Informationen. Im Bild (rechts, blauer Hintergrund) ist in der ersten Zeile links eine Speisespannung in der Anzeige, ferner die Information über das gerade benutzte AFu-Band; unter dann der aktuelle Speicher mit Bandinformation. Über das Potentiometer ist die Drehgeberschrittweite 100 Hz eingestellt worden, was man daran erkennt, dass die letzten beiden Nullen der Frequenzanzeige durch kleine 'o' ersetzt sind, die fest stehen. Diese Einstellung kann bis an die MHz-Stelle reichen, so dass also blitzschnell über große Bereiche die Frequenz gewechselt werden kann. Das andere Potentiometer steuert die Speicher und mit den Tasten können von Hand eingestellte Frequenzen aus dem Display in die Speicher und umgekehrt übernommen werden.
Statt der Bandanzeige in der untersten Zeile ließe sich auch eine S-Meter-Anzeige in Block-Graphik als Balken und Pegel realisieren, abhängig von den Fähigkeiten des Displays.

Terminalbetrieb über RS232 und USB
Die Platine ist reinweg auch allein über ein Terminalprogramm, wie z.B. putty (ist auch für Win© verfügbar) bedienbar. Dabei wird bei Programmstart überprüft, was an Peripherie außerdem am Prozessor hängt. Fehlt z.B. das LCD- oder I2C-Display, werden die Ausgaben auf das Terminal umgelenkt. Fehlt das Keyboard, so werden die Eingaben vom Terminal genommen. Default-Baudrate beim ATMega32 mit 8 MHz ist 38400 N81. An einem eePC mit dem Serial-to-USB-Adapter von Profilic (beim FA zum Netzwerktester bezogen) ist auch so dann serieller Betrieb über eine USB-Schnittstelle getestet worden.
Folgende Befehle stehen zur Verfügung:


f bzw. freq Frequenzeingabe in Hz
s bzw. step Schrittweite in Hz
c bzw Clock Clockfrequenz des DDS-Generators in Hz
r bzw. reg Registerwerte auslesen/setzen, z.B. für PWRDWN-Register 0x0010
p bzw. phase Phasenoffset (für 2. DDS, reserviert, noch nicht implementiert)
b Button repeat delay
k Button repeat start delay
i Initialisierung
e Erase, EEPROM auf Default-Werte setzen, z.B. Vorbelegung der Speicher mit den Bandanfängen
x Spurkiller A setzen bzw. rücksetzen
y Spurkiller B dto
Die Befehle x und y nehmen als Argumente die Harmonische, die Amplitude und die Phase, ohne Argumente wird der Spurkiller-Kanal abgeschaltet, wenn gesetzt gewesen, Default ist Off.


Eine Terminalausgabe ist hier gezeigt- nach einem Reset, bei dem sich der DDS sich auf die vorherige, im EEPROM des ATMega gespeicherte vorherige Frequenz 66,666 MHz einstellt - mit dem Befehl f (Benutzereingaben fett) die neue Frequenz 14280 kHz eingestellt wird. Danach erfolgt informativ die Ausgabe von Clockkorrektur, des Tuning-Wortes und der Schrittweite. Der nicht implementierte Befehl 'g' liefert als Hilfe einen Hinweis auf den Befehlsvorrat. Später wird mit dem argumentlosen Befehl x der Spurkiller A abgeschaltet.:

--------------------------------------------------------------------
DDS VFO AD9912 by DL7IY and DL1FAC
Found no display. Using terminal fallback.
Keyboard disabled (timeout)

66,666 A 66,666 f 14280

14280 Hz
14,280 A 14,280
Fclock = 70000680 Hz
FTW = 000020f7:5830be11
Step = 50 Hz
Freq = 14280 Hz

14,280 A 14,280 g
Possible commands: freq, step, clock, reg, phase, b k i j e x y

14,280 A 14,280 x
Spur Killer A off

14,280 A 14,280
---------------------------------------------------------------------

CAT-Schnittstelle (FT757 und FT817)
. Statt der RS232-Treiberbausteine kann man den TTL-Pegel über Drahtbrücken in der Fassung dazu verwenden, externe Transceiver mitlaufen zu lassen, wenn man beispielweise Empfängervergleichtests oder ähnliches plant. Auch am FT890 wurde dieses Feature erfolgreich getestet. (Das funktioniert natürlich auch ohne den DDS, sodass man sich auf diese Weise mit einem Keyboard zusammen ggf. eine weitere Eingabe für seinen Transceiver schaffen kann).

I2C-Erweiterungen, z.B. Si570
Der I2C-Bus bedient z.B. neben geeigneten Displays auch alle möglichen Bausteine, die später zur Steuerung von Preselektoren, zur A/D-Wandlung von Messwerten und unzähligen anderen Möglichkeiten dienen könnten. Wulf-Gerd hat auch für den Si570 vorgesehen, dass er mitgesetzt wird. Für den VFO-Betrieb ist er wegen seiner langen Einschwingzeit und seines kleineren Frequenzbereichs weniger geeignet (aber z.B. für ein Konzept, was Baken scannt oder SDR-Bandanfänge setzt, recht nützlich). Auch dieses Feature funktioniert natürlich ohne die beiden 9912-DDS-Platinen, falls man nur eine einfache Steuerung dieser Art für einen Si570 benötigt.

Die Anbindung an externe Frequenznormale wie DCF77 oder GPS-Sekunden-Takte liegt als Software-Algorithmus vor und müsste nur noch programmiert werden, wofür in der Version des ATMega644 ausreichend Programmplatz existiert.




(Dieser Text wird laufend aktualisiert und bei Bedarf/Nachfragen angepasst/erweitert)

.
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Eine Anzeige für einen Boots-Dieselmotor für Drehzahl und Laufzeit

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Unser neuer Motor wurde ziemlich spartanisch geliefert; außer Öldruck-, Temperatur- und Ladekontroll-Lampen gab es nichts. Hier wurde global gedacht: Der aus Japan über eine holländische Firma bezogene Motor sollte eine Drehzahl- und Laufdaueranzeige bekommen (digital natürlich) und im Cockpit eine Tochteranzeige für die Drehzahl. Der Hersteller bot das zwar an, aber rd. 200 EUR sollten fließen (zzgl. Tochter-Anzeige). Der Entwicklungsauftrag der Miteigner (wir sind eine Gemeinschaft von 3 Eignern, die beiden anderen sind Stadtplaner) wurde dadurch gelöst, dass ein zugekaufter Fahrradtacho-'Computer', der diese Funktionen ja mitbringt, mit den Impulsen der Vollwellenbrücke der Drehstromlichtmaschine gespeist wird. Dazu wird deren Frequenz geeignet untersetzt und dem Tachoaufnehmer über das Magnetfeld einer Relaisspule auf seinen Reedkontakt gespielt. So kann jeder Tacho verwendet werden und auch die Garantie erlischt nicht. Gibt man den Raddurchmesser geeignet ein, wird in der km/h-Anzeige die Motordrehzahl angezeigt. Zwei 132-Gatter waren übrig, sie wurden als Differenzierer geschaltet und das Cockpit-Instrument zeigt den Mittelwert der Pulsfolge, der ja auch der Drehzahl proportional ist.

























Wise men don't need advice. Fools don't take it. --Benjamin Franklin

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Begonnen mit Quanta Plus 3.4.0 unter SuSe 9.3 (Linux 2.6.11.4-21.15) und KDE 3.4.0 Level "b"
weiterbearbeitet mit Quanta 3.5 unter Ubuntu 8.10/ Ubuntu 9.04/ Ubuntu 10.04LTS. ---   2005..2011. -- Falls jemand vermuten sollte, dass ich mit html auf Kriegsfuß stehe: 100 Punkte.

*** Der Altmeister J.W.v.G. darf natürlich auf keiner Webseite fehlen, wird sie dadurch doch kulturell aufgewertet und wirkt den in unserer technikfeindlichen Öffentlichkeit verbreiteten Klischees vom 'verblödeten Techniker', dem 'Fachidioten' oder der 'kulturellen Wüstenlandschaft Internet' entgegen. [Wikipedia:] Unter Technik (altgriechisch τέχνη [téchne], „Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk“) versteht man Verfahren und Fähigkeiten zur praktischen Anwendung der Naturwissenschaften und zur Produktion industrieller, handwerklicher oder künstlerischer Erzeugnisse, wobei der griechische Begriff zwischen den heutigen Kategorien Kunst und Technik nicht unterschied (siehe Martin Heidegger: Die Frage nach der Technik). -- Der hier folgende Text wurde übrigens Mitte 2008 geschrieben, lange vor dem Zeitpunkt, als die BAnken begannen, für das Betreten der Schalterhalle Eintritt zu nehmen. Die uns Technikorientierten trotzdem apodiktisch zugeschriebene Bildungsferne äußert sich nach Ansicht des Autors hier und heute eher von den Beschwerdeführern vertretenen krankhaften Überbewertung monetärer Werte in Gesellschaft und Politik, einer Geisteshaltung, die bereits um 1930 von K. Jaspers in der Bedeutung des heutigen "Ökonomismus" kritisiert wurde. Lichtgestalten **) in dieser Inszenierung unserer Gesellschaft und des Staates heute sind die Krämerseelen und Erbsenzähler, die auch auf staatlicher Seite ihre Mikrocents duch Globalisierung einsparen, koste es, was es wolle und egal wo (z.B. Föderalisierung* der Bildung nach dem Motto: 'Lesen und Schreiben? Wir haben doch das Fernsehen! Kopfrechnen? Wozu gibt es Computer?') und wie ('wer viel schmiert, der gut fährt', denn 'nützliche Aufwendungen' sind beim Finanamt zurückholbar); dagegen Ärzte, Architekten, Ingenieure gar, ja, die 'hält sich' dieses Management. Bei Bedarf werden sie dann zur Erhöhung der "shareholder value" wieder ausgesondert.(SCNR)
In unseren Chefetagen dominiert heute das 'Kerngeschäft: Umstrukturieren, E*cel- und P*owerp*int-Präsentationen verteilen und externe Berater durchfüttern (nur zu oft selbst erleben müssen)..
Natürlich muss man ab und zu ein paar Warnungen über den Mangel an Ingenieuren und Fachkräften in Deutschland verbreiten. Nicht, dass es keine gäbe, nein, ältere sind einfach zu teuer. Aus d.s.e dazu ein Zitat: "Kompetenz ist teuer, Inkompetenz auf den ersten Blick nicht...". Wieso ich jetzt gerade wieder an staatlich geführte Bankinstitute denken muss, muss wohl an der Winterzeit liegen...

Übrigens ist das Vorspiel zum 'Doktor Faustus' auch sonst köstlich zu lesen, wenn man es auf die heutigen Web-Veranstaltungen - auch wie diese hier - anwendet. Auf den Solinger Internetseiten findet sich eine sehr treffende Darstellung Goethes' Stück unter Marketinggesichtpunkten.)

(*)Föderalisierung: Noch mehr Häuptlinge schaffen, Indianer entlassen und dem Rest die Arbeit aufbürden. Pensionen der Häuptlinge regelmäßig erhöhen, Mittel dazu aus der Mehrwertsteuer zapfen, denn die trifft gerechterweise nicht nur die Reichen. Funktioniert das nicht, wird ein Ausschuss eingesetzt (Name und Ergebnis sind meist identisch: Ausschuss). Versagt ein solcher Ausschuss, wird ein neuer gegründet, der alte aber beibehalten.

Das Problem ist, dass sich unser System einfach überholt hat wie die Monarchie vor 100 Jahren und die Politik schalten kann, ohne dass eine Möglichkeit besteht, dass die politischen Akteure aller Couleur für den angerichteten Schaden verantwortlich gemacht werden können.

(**) Zitat: Ich bin Geistes-/Gesellschafts-/Politik-/...-/-Wissenschaftler. Ich bin stolz darauf, kein Rad wechseln zu können und meine Stromrechnung nicht zu verstehen Lassen Sie mich mit Formelkram wie Dreisatz doch in Ruhe...überflüssig wie ein Kropf..

Es ist schon kennzeichnend, wenn sich ein Nicht-Mathematiker oder Nicht-Philosoph als 'Geisteswissenschaftler' apostrophieren muss und nicht als Vertreter einer Lehre. Sei es drum ...

Jetzt wird man mir vorwerfen, dass das Konstruktive in meiner Kritik fehlt. Meine Vorschläge zur Finanzierung der Banken und der Bildungslücke sind nach wie vor, die Renten nur die letzten 5 Jahre vor dem Tod der Empfänger zu zahlen und ansonsten die Besteuerung der Atemluft, rückwirkend ab Geburt.
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Des Autors Vita: Abitur (neusprachlich zzgl. großem Latinum)// 1,5 Jahre Praktikum (1/2 Jahr mechanische Lehrwerkstatt) bei Siemens&Halske, Berlin// Studium und Abschluss in Kernstrahlungsmesstechnik/Regelungstechnik an der Staatlichen Ingenieurschule Gauß in Berlin// Entwicklungsingenieur für Fernmeldegeräte und Akustik bei Fa.KRONE, Berlin// --das finanzierte nach einigen Jährchen und mit toller Unterstützung durch die xyl das Studium mit den Schwerpunkten Hochfrequenztechnik (Prof. Gundlach) und Informatik (Prof. Rechenberg) an der TU Berlin// Diplom bei Prof. Zander am Hahn-Meitner-Institut in Berlin// 23 Jahre Tätigkeit als Entwickler von Medizinelektronik und Mikrowellentechnik bei BOSCH Berlin (zum Schluss Leitung der Entwicklungsabteilung)/im Zuge der Globalisierung wurde der Bereich an einen holländischen Rüstungskonzern verkauft, der sich im ersten Irak-Krieg auf die falsche Seite schlug und daher dann später aus Amerika nicht mehr mit den für die Fertigung essentiellen Bauelementen beliefert wurde; das zusammen mit einem siebenstelligen Zwangsbeitrag des Konzerns an die Kasse der UN kostete den Konzern letzlich die Existenz und mich meine Firmenrente/ von daher etwas Selbstständigkeit im Bereich der medizinischen Informatik// 6 Jahre Tätigkeit in einem Institut der Helmholtz-Gemeinschaft (Betreuung von HF- und Mikrowellentechnik in der Experimentierelektronik, Entwicklung von schnellen Verstärkern und Design von GaAs-basierten ICs für 40-GBpS-Datenübertragung)// div. Publikationen und Patente (das bleibt nicht aus)// Verlassen des Berufslebens im Alter von 65, hätte gerne noch weiter gemacht...//

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