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Grundgedanken

Auf dieser Seite möchte ich meine hauptsächlichen Bauvorhaben vorstellen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Zunächst ganz kurz aus meiner Sicht für den
Normalamateur, der nicht Elektronik studiert hat und über keine umfangreiche Messbasis verfügt, die Frage:

Wann und warum Selbstbau?

Pro:
- schult das Verständnis für elektronische Geräte
- schult Fertigkeiten im Umgang (Reparatur) mit elektronischen Geräten
- zwingt einen zur Beschäftigung mit neuen Problemstellungen
- ermöglicht den Bau speziell angepasster Geräte, die verfügbaren
   Industriegeräten in speziellen Parametern überlegen sein können.
- Bausätze umgehen das Risiko bei völliger Eigenentwicklung
- innere Befriedigung, wenn das Ergebnis funktioniert
- scheinbar billiger

Contra:
- Risiko, das Projekt „in den Sand zu setzen“
- Industriegeräte sind für Standardanwendungen nicht sinnvoll nachzubauen.
- scheinbare finanzielle Vorteile oft werden mit viel Arbeitsaufwand und dem
   Bedarf an Messtechnik negiert
- Frust, wenn das Gerät nicht wie gewünscht funktioniert
- Unterschätzung des oft schwierigen Gehäuseproblems
- Finger weg von Netztechnik (230V) ohne entsprechende Ausbildung
- Erbauer trägt Risiko für Folgeschäden


Aus diesem Grund sehe ich für Eigenbau vor allem folgende Bereiche:
- Handbediente Antennenanpassgeräte
- Antennen, insbesondere Drahtantennen, aber auch einfache Mehrelementkonstruktionen
- Bausatzgeräte, z.B. für CW-TRX mit besonders niedrigen Stromverbrauch oder SDR-TRX, insbesondere als Einstieg in die Materie
- Zusatzgeräte, wie z.B. Interface für digitale Betriebsarten u.a.m.
Abraten würde ich vom Bau von
- Netzgeräten zur Stromversorgung (Industriegeräte sind preiswert und sicher, Eigenbau birgt ein großes Gefahrenpotential in sich)
- Geräte, die Fertigkeiten, Werkzeuge oder Messmittel erfordern, über die ich nicht verfüge

Natürlich verschieben sich die Grenzen etwas, je nachdem ich vorwiegend aus Freude am Eigenbau oder doch mehr wegen Bedarf an einem technischen
Gerät baue. Und vielleicht noch ein Hinweis für Einsteiger in den Eigenbau – bei QRP-Projekt gibt es ebenfalls Bausätze verschiedener Schwierigkeitsgrade mit detaillierter Aufbauanleitung, auch eine Lötfibel ist den größeren Baumappen vorangestellt – sollte man sich im Internet mal anschauen, man kann immer noch was dazulernen.

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FA-SDR, komplett                        Stand 09/2012

Zielstellung meines Aufbaues war neben dem Kennenlernen der SDR-Technik die Schaffung eines PSK-tauglichen QRP-Gerätes, welches mit wenig Aufwand transportiert werden kann. Es passt, notfalls auch noch mit einem kleinen Anpassgerät und einer Drahtantenne, in eine nicht zu kleine Laptoptasche.
Auf dem nebenstehenden Bild sieht man, wie ich meinen Aufbau des FA-SDR realisiert habe. Mechanische Belange kamen etwas spartanisch weg, da meine Möglichkeiten begrenzt sind. Die Bestandteile:
- Der FA-SDR im individuellen Gehäuse zusammen mit 5W-Endstufe nach DL2EWN, Tiefpassfilter und ein paar Zusätzen (siehe Blockschaltbild)
- ein Netbook Thinkpad X32 (1,8GHz, 12'')
- ein Computernetzteil 16,5V 4,5A zur Versorgung aller Geräte.
Die Komponenten an sich sind nichts besonderes, ich werde sie nur kurz vorstellen und auf Probleme und Eigenheiten hinweisen, die mir beim Aufbau begegnet sind.





Computer Thinkpad X32

Der X32 ist sowohl portabel als auch zuhause mein Funkcomputer und wurde günstig bei einem Recyclinghändler erstanden, wobei Akkulaufzeit und Nutzungsspuren als zweitrangig betrachtet wurden. Die Datensynchronisation mit dem Heimcomputer erfolgt mit Synchronisationsprogramm über LAN. Grundgedanke ist, portabel-Technik zu vermeiden, die im unterwegs nach Nutzungspausen nicht funktioniert oder andere Eigenheiten aufweist, die eine Einarbeitung nach Nutzungspausen erfordern. Er hat einen 12'' Bildschirm, XP, 500MB Speicher, eine 40GB HDD, 1,8MHz Taktfrequenz und eine interne Soundmax-Soundkarte und stellt gewissermaßen die Mindestanforderung dar. Er benötigt im Iddle-Betrieb um 1A und unter Rocky (RX) etwa 1,6A bei externen 15,5V (mit Power-SDR und Fldigi eher noch ein wenig mehr). Ein Test mit Standardakku im Digitalbetrieb ergab um 2 Stunden Betriebszeit, doch schon erheblich weniger wie die „bis zu...“ Abgaben in den Prospekten
Die interne „Soundmax“ Soundkarte verfügt über Stereo-Kopfhörerausgang, Stereo-LineIn und Mono-Mikrofon. Damit ist über KH-Ausgang und LineIn der Anschluss des SDR-TRX möglich.
Zur Eignung der Soundmax für SDR möchte ich soviel sagen: Natürlich waren anfangs einige Spikes sichtbar, ebenso eine Rauschglocke um die Mittenfrequenz. Dieses Rauschen sowie die Spikes wurden nahezu völlig beseitigt einmal durch eine zusätzliche Entstörung des benutzten Schaltnetzteiles, aber vor allem durch eine sehr niederohmige Masseverbindung zwischen SDR und Computer. Die Spikes und Rauschglocken waren zumindest bei mir keine Eigenschaft der Soundkarte, sondern durch Masseschleifen eingeschleppte Störsignale. Vergleiche mit einer Soundblaster Audigy ergaben ein geringeres Eigenrauschen (wirksam auf 28/24MHz) sowie anscheinend bessere Arbeit bei Nutzung der höheren Auflösung (24 Bit gegenüber 16)
Der Kopfhörerausgang der Soundmax kann maximal um 2,3Vss abgeben, darüber geht er in Begrenzung. Die Samplingfrequenz ist mit 48kHz zwar relativ niedrig gegenüber den allgemeinen SDR-Empfehlungen, aber für PSK mit seinen schmalen Bandsegmenten völlig ausreichend und auch PowerSDR benutzt standardmäßig diese Samplingrate. Aufgrund meiner bisherigen Betriebsergebnisse habe ich mir den Kauf einer speziellen Soundkarte verkniffen, die zwar bessere Parameter erwarten lässt, aber mit ihren Preis voraussichtlich den meines Netbooks (125€) deutlich übersteigt und andererseits an den USB-1-Schnittstellen und mit den Leistungsdaten meines Laptops nicht vernünftig betreibbar ist.

Netzteil

Als Netzteil wird das zum Computer mitgelieferte Schaltnetzteil verwendet, das mit 4,5A ausreichend dimensioniert ist. Das Kabel wurde auf der 16,5V-Seite aufgeteilt und ein zweiter Stecker montiert, der zum Gehäuse des FA-SDR in eine separate Buchse geführt wird. Das zusätzliche Entstörfilter befindet sich im Gehäuse des FA-SDR, außerdem ein konventioneller Spannungsregler, der die Betriebsspannung für den SDR-Teil auf ca 13V begrenzt. Im Heimbetrieb wird er über den für Kfz-Betrieb gedachten Step-Up-Wandler aus dem Netzgerät für den DX-70 betrieben.

Platine FA-SDR

Der Funkamateur liefert zu seinem Bausatz die Beschreibung mit, so dass sie hier nicht wiederholt werden muss. Der Aufbau verlief im Prinzip problemlos und die Platine funktionierte auf Anhieb. Als mögliche Probleme könnten nach meinen Erfahrungen auftreten:
Während die hardwaremäßige Trägerfrequenzunterdrückung bei mir problemlos eingestellt werden konnte, gelang die Spiegelfrequenzunterdrückung mit R2 nur bis auf einen kleinen Rest (Regler auf „0“-Anschlag). Ich hatte zur Behebung einen Widerstand parallel zu R55 gelötet (ziemliches gefummel), eventuell lässt sich das Problem bei kleinen Abweichungen mit dem Feinabgleich der Spiegelfrequenzunterdrückung mit der Software lösen (in neueren Versionen PowerSDR von Flex fehlt diese Einstellung). Ich vermute, dass die Ursache in Bauteiletoleranzen von Bausatz und/oder Laptop liegt.
Bei den beiden Relais hatte ich etwas Probleme mit der Einbaulage, war mir optisch nicht eindeutig erkennbar. Bitte vorher messen, bis man sicher ist, auslöten dürfte schwierig werden.
Für die Perfektionisten: ich habe mal getestet, ob ein Luftdrehko im Preselektor bessere Werte bringt – es blieb alles beim Alten. Die Drehkogüte ist ok, weniger die der enthaltenen Trimmer. Bei 28MHz bestand ein merklicher Unterschied in der Durchlassdämpfung zwischen herein- und herausgedrehten Trimmern
Im Laufe der Nutzung zeigte sich, dass die verfügbare Steuerleistung im Sendebetrieb (Ausgang MMIC, soll eigentlich IMD-arm bis 10mW betragen) bei 4-5mW bereits einen IMD vom nur -30dB, Tendenz stark fallend, aufwies, was zu Problemen bei der sauberen Vollaussteuerung meiner 5W-Endstufe führte. Auch ein Tausch des MMIC (allerdings gleiche Charge) brachte faktisch nichts, aber er schien die Ursache zu sein. Letztlich konnte das Steuersignal verbessert werden, indem der Strom durch den MMIC vom Sollwert 60mA auf 75mA erhöht wurde (subjektiv etwas weniger Verstärkung, aber deutlich weiter und IMD-armer aussteuerbar). Offensichtlich gibt es auch bei den MMIC unterschiedliche Qualitäten.

Bausatz PLB-15 (DL2EWN)

Den Bausatz gibt es ebenfalls beim Funkamateur, ebenfalls mit Dokumentation. Sein Aufbau machte keine Probleme. Unterschätzen sollte man aber keinesfalls die Wärme, die sich bei längerer Betriebszeit so im Kühlkörper sammelt, ich musste bei meinem Aufbau auch zur Kenntnis nehmen, dass ich sie stark unterschätzt hatte. Weiterhin hatte ich anfangs Leistungs- und Verstärkungsabfall bei 28MHz, der mir etwas kräftig erschien. Anschluss des Ausgangstrafos und der Gegenkopplung direkt am Drainanschluss (und nicht 1cm weiter auf der gleichen Lötfläche) brachten eine deutliche Korrektur (siehe auch http://www.dl0sdr.de/forum/topic.php?id=969&s=sj2p3ftlsljriaig6rf2s9b221) Ich habe den Bausatz anstelle des 1W-Moduls eingeschleift, so dass die originale Sende-Empfangs-Umschaltung benutzt wird. Bisher hat das das doch recht kleine Relais ohne Probleme überstanden.

Tiefpaßfilter (Eigenbau)

Die Tiefpassfilter wurden mit RFSIM berechnet. Für 160m, 80m und 40m wurden 5-polige Filter, für 30/20m, 17/15m und 12/10m 7-polige Filter verwendet. Die Relais zum Einschalten werden bei mir über einen Taster von der Steuereinheit bedient. Bei der Inbetriebnahme wurde festgestellt, dass offensichtlich infolge von Toleranzen, vor allem der Induktivitäten, der Aufbau doch nicht so simpel ist wie gedacht. Es ist anzuraten, die Filter abzugleichen/zu überprüfen, ob sich der Durchlassbereich auch so wie gewünscht ergibt. Weiterhin sollte das SWR des Filters (auch wenn die Durchlasskurve stimmt) geprüft werden (Filterausgang mit 50 Ohm abschließen, mit geeignetem Messgerät überprüfen, ob das SWR am Eingang 1:1,5 nicht überschreitet), ansonsten kann sich Leistung und IMD der Endstufe deutlich verschlechtern. In das Tiefpassfilter wurde eine Messschaltung eingebaut, um die Vorwärts- und Rückwärtsleistung zur Leistungseinstellung und Antennenanpassung anzeigen zu können.
Das Tiefpassfilter wurde so eingeschleift, dass es sowohl beim Senden als auch beim Empfang wirksam ist.

Step-Up-Wandler

Für den portabel-Betrieb an der Kfz-Steckdose wurde ein Step-Up-Wandler integriert. Der Wandler ist ein handelsüblicher Wandler für Laptops, der allerdings im Plastikgehäuse geliefert wurde. Er wurde in ein handelsübliches Stahlblechgehäuse eingebaut. Die LP musste auf beiden Seiten ca 1mm abgeschliffen werden. Es ist darauf zu achten, dass der FET und die Diode des Wandlers isoliert thermisch mit dem Gehäuse gekoppelt werden müssen (die beiden Klammern am oberen Bildrand). Für die Entstörfilter wurde jeweils eine separate Kammer mittels der Trennbleche vorgesehen. Alle Massepunkte (Wandler und Filter) wurden kurz auf des Gehäuse gelegt.
Bisher wurden keine negativen Einflüsse des Wandlers auf den Betrieb des FA-SDR festgestellt, die Entstörung ist völlig ausreichend.
Wichtig: Da die mittlere Stromaufnahme (mit SDR und Computer) im Bereich um 4A liegt (an der Kfz-Steckdose liegen meist nur noch 11,5V an, dementsprechend steigt die Stromaufnahme gegenüber den durchschnittlich ca. 2A am Ausgang bei 16V), kann auch der QRP-Betrieb im Zusammenwirken mit einer nicht ganz neuen Batterie nach einiger Zeit durchaus zu Startproblemen führen Eine separate Batterie vermeidet das Problem.

Mechanischer Aufbau und erste Erfahrungen




Verbindung FA-SDR mit dem Laptop:

- rechts die 3 Kabel für den Betrieb des SDR
- links das schmale Gehäuse des Step-Up-Wandlers. Der FA-SDR ist fest verbunden, der Computer wird über eine kurze Leitung versorgt.
- in der Mitte die 2 zusätzlichen Masseverbindungen (rot), im FA-SDR fest auf die Masse (Rückwand) gelötet, am Computer auf die Befestigungsschrauben der nicht benötigten Schnittstellen geschraubt. Sie erwiesen sich bei mir als entscheidend für störungsarmen Betrieb.

Bei Betrieb mit dem 4,5A-Laptopnetzteil wird das kurze Kabel für die Computer-Stromversorgung entfernt und das Netzkabel über einen Y-Stecker gesplittet direkt in den Computer sowie in den Eingang des FA-SDR (über der Antennenbuchse) gesteckt, bei Speisung aus dem SEC1223 erfolgt die Speisung über den Step-Up-Wandler.

Der Original-Netzeingang des FA-SDR (zwischen den NF-Leitungen) wird nicht benutzt, da er intern mit einer gefilterten und stabilisierten Spannung versorgt wird.


Beim mechanischen Aufbau wurde auf 3 vorhandene Gehäuseseitenteile eines Aluminiumgehäusebausatzes zurückgegriffen. Zusammen mit der aus Leiterplattenmaterial gefertigten Vorder- und Rückseite ergab sich ein einfach anzufertigender Rahmen. Die Platte des FA-SDR wurde in die Nuten der Alu-Teile eingeschoben, in die zweite Kammer wurden der Verstärker PLB-15, der Tiefpassfilter und die Steuer- und Anzeigeeinheit eingebaut. Ober- und Unterseite wurden mit Kunststoffplatten abgedeckt.
Da ich glatte Außenseiten der Seitenteile wollte, wurde der Leistungsverstärker auf die glatte Fläche des mittleren Aluteiles montiert. Bei den ersten Tests zeigte sich sehr schnell, dass bei dieser Anordnung CQ-Rufen nicht machbar war, da sich das Gehäuse stark aufheizte. Deshalb wurde ein Lüfter nachgerüstet, der temperaturgesteuert von der Steuereinheit zugeschaltet wird. Soll auf einen Lüfter verzichtet werden, muss der Leistungsverstärker unbedingt auf eine außenliegende Seitenwand (möglichst in Form eines Kühlkörpers) montiert werden sowie für gute Durchlüftung im Inneren gesorgt werden.

Der SDR-Empfänger eignet sich sehr gut zur Abschätzung des IMD anderer Funkgeräte, da er einen großen Signalbereich verzerrungsfrei demodulieren kann. Dabei sollte man ihn jedoch nie, auch nicht über Dämpfungsglieder, mit dem anderen Gerät verbinden. Irgendwann in der Hektik klappt es dann schon mal, oder der Computer schickt mal einen nichtgewollten Impuls zu Sender. Es reicht am Fremdgerät der Anschluss eines Dummy und Empfang mit dem SDR über Streusignale, notfalls mit wenigen cm Draht als Antenne. Kommt zu viel HF auf den Eingang des FA-SDR, so wird als erstes und sehr schnell der MMIC im Preselektor zerstört. Eine nette Arbeit, dieses niedliche SMD-Bauteil ohne Zerstörung der Platine auszubauen, ist mir bisher nur mit Abschleifen und entfernen der Einzelteile gelungen. War die HF etwas stärker, kommt als nächstes der 1:9-Trafo am Eingang des Preselektor. Wie man das Lötzinn aus den engen Bohrungen der Durchkontaktierung bekommt, wusste meine Entlötpumpe auch nicht, also auch den Übertrager zerlegen und stückweise raus. Aus diesem Grund habe ich jetzt bei meinem Gerät zwischen Dämpfungsglied und Preselektor ein Glühlämpchen 9V/50mA (kalt 20Ohm, bei 9V 200 Ohm), gefolgt von zwei antiparallel Dioden nach Masse, eingefügt, so ähnlich, wie es in vielen älteren Empfängern auch enthalten ist.

Der Funkbetrieb mit Rocky 3.6 ist in Zeiten der CAT-gesteuerten Transceiver und weitgehend automatisierten PSK-Programme erst mal gewöhnungsbedürftig, und die ersten QSO nach einer Pause laufen recht holprig ab. Aber als Einstieg sollte man unbedingt damit anfangen, es ist übersichtlicher und einfach zu handhaben. Und man kann damit arbeiten, und außer der Antenne (wenn es nur etwas Draht ist, auch mit ihr) passt die ganze Funkstation in eine Computertasche, das Anpassgerät ist ja bei QRP auch recht klein. Inzwischen habe ich mich in PowerSDR, virtuelle Kabel, virtuelle Schnittstellen und die Programmkopplung eingearbeitet und benutze nur noch PowerSDR mit Fldigi, der Bedienkomfort ist doch eine ganz andere Liga..




FA-SDR mit Fldigi unter PowerSDR1.9.0 sr40

Für grundlegende Voraussetzungen verweise ich auf die zum FA-SDR mitgelieferten Manuals bzw. auf das Forum http://www.dl0sdr.de/

Folgende Software wird benötigt bzw. ist bei mir verwendet:
Betriebssystem Computer: WINDOWS XP prof
SDR-Programm: PowerSDR 1.9.0 sr40 (mitgeliefert zum Bausatz FA-SDR)
Digital-Mode-Programm: Fldigi (aktuelle Version im Internet downloaden)
Virtuales Audiokabel (VAC): Demoversion geht nur zum Testen am Dummy bzw. Empfang, da periodisch eine Frau „trial“ spricht.
Ein Programm für virtuelle Com-Schnittstellen: Ich verwende com0com (erfordert Framework2)


Installation der Verbindung PowerSDR-Fldiggi

Ich gehe hier nur auf die Probleme, die mir bei der Installation der Verbindung zwischen den beiden Programmen begegnet sind, ein. Die grundsätzliche Installation von PowerSDR, Fldigi und der Koppelprogramme sowie deren Grundeinstellungen sind den entsprechenden Manuals zu entnehmen. Bei der Vielzahl der zu sichtenden Anleitungen kommt man schnell mal auf die Idee, etwas aus dem Bauch heraus zu machen, und das geht oft schief.

Fernsteuerung in PowerSDR: (setup-CAT Control) hier wird TS2000, unter CATControl COMn, 9600,none,8,1 eingestellt, Enable CAT angehakt und Apply gedrückt
Fernsteuerungsauswahl in Fldigi:(Fldigi-Configure-Rig):
Die Fernsteuerung mittels RigCat
verwenden, Hamlib machte jede Menge Ärger. Es muss TS-2000.XML als Konfig-File verwendet werden. (Manchmal muss ich Fldigi ein zweites mal starten, damit CAT geht, Ursache bisher unbekannt)
Für JT65-hf Nutzer: CAT funktionierte nicht, aber die PTT-Steuerung des FA-SDR via PTT-Control in PowerSDR ist funktionsfähig und somit ein akzeptabler Betrieb möglich.

VAC: Die Installation bereitete keine Schwierigkeiten. Wenn es nicht ging, waren höchstens mal die Kabel verkehrt zugeordnet. Eine feine Einstellung der Spiegelfrequenzen ist mit der Demoversion von VAC etwas schwierig, da ständig eine Stimme zwischenquakt. Senden geht damit nur auf den Dummy, wie das periodische, lautstarke „trial“ aus dem Kontrollempfänger nahelegt. Der Ärger kam, als ich die Demo-Version durch die reguläre ersetzen wollte. Irgendwie war da wohl mal VAC(demo) nicht ganz sauber deinstalliert oder darüberinstalliert worden worden, und ich bekam Fehlermeldungen der unterschiedlichsten Art beim Installationsversuch. Da ich die Ursache trotz Durchsuchen der Registry und des Laufwerkes C: mit verschiedenen Keywords nicht finden konnte, spielte ich eine Sicherungskopie auf C: auf und alles ging problemlos, wenn auch die Aktualisierung der Sicherungskopie danach einige Arbeit machte. Also: bei Versionswechsel VAC die alte Version immer vorher sauber deinstallieren, das vermeidet Probleme.

Empfang: Ging eigentlich auf Anhieb. Zunächst hatte ich den subjektiven Eindruck anhand von Empfangstests auf 20m, dass die Dekodierung von PSK recht schlecht ist und auch der Kontrast im Wasserfall dem des konventionellen Modembetriebs deutlich nachsteht. Aber im weiteren Vergleich zeigte sich, dass wohl die Erinnerung einiges geschönt hatte, auch das konventionelle System hatte so seine Problemchen. Ein Vergleich mit Rocky3.7 ergab, dass die Dekodierschwelle von Fldigi unter PowerSDR gleich der von Rocky3.7 ist mit geringen Vorteilen für Fldigi im Grenzbereich. Ebenfalls geringe Verbesserungen im Grenzbereich brachte es, die Samplerate für VAC von den in der Anleitung empfohlenen 11025 auf 44100 zu erhöhen (testen!). Spiegelfrequenzunterdrückung und Kalibrierung ließen sich normal einstellen.

Senden: An folgenden Stellen habe ich mich etwas festgebissen:
- Zunächst hatte ich via PowerSDR keinen Output, obwohl Rocky normal arbeitete. Bevor man das Programm zerlegt, die Soundregler in Windows anschauen, PowerSDR benutzt den WAVE-Kanal (war bei mir promt abgeschaltet), die konventionellen Soundmodems und offensichtlich auch Rocky benutzen ihn nicht. Einstellung von „ImageReject“ ohne Probleme.
- Nächstes Problem war ein grottenschlechter IMD um höchstens -20dB, und das schon am Ausgang des FA-SDR ohne Verstärker auch bei kleinen Leistungen. Der IMD-Test mit PowerSDR brachte vernünftige Werte, hat aber mit einem einfachen Funkgerät (DX-70) nur informativen Charakter wegen der schnellen Übersteuerung des Empfängers. Pegeländerungen an VAC und Fldigi brachten keine Änderung. Als Ursache wurde letztlich in PowerSDR die Karte „Transmit → TransmitCompression“ entdeckt, offensichtlich für Sprachübertragung eingestellt. Nachdem beide Regler auf „0“ gestellt wurden, war der IMD normal.

Die Installation ist nun fertig und wird in der Folgezeit getestet Betrachte ich den Gesamtaufwand, so kann ich die verschiedentlich geäußerte Meinung bestätigen, dass derjenige, der sich mit SDR-TRX gegenwärtig beschäftigen möchte, folgendes auf sich vereinen sollte:
- eine positive Einstellung zu technisch neuartigen Projekten und auch etwas Zeit für die Beschäftigung damit
- einige Erfahrungen mit Computern, Software und Funktechnik.
- und auch Englischkenntnisse sind z.Zt. noch recht hilfreich

Betriebserfahrungen: Die ersten QSOs sind gemacht und mein Eindruck ist folgender
- Ich bediene das Gerät wie gewohnt von Fldigi aus. Nach dem Hochfahren/Einstellungen minimiere ich PowerSDR (beim Thinkpad) und arbeite nur noch mit der normalen Fldigi-Oberfläche. Das spart Platz auf dem Bildschirm und senkt die Prozessorlast fast auf die Hälfte. Alternativ kann man auch mittels Absenken der Bildschirmrefreshrate deutlich Prozessorlast sparen
- Die 5W sind im Verhältnis zum Hauptgerät (20-30W) zwar recht wenig, aber der Abfall hält sich in Grenzen, wenn man nicht gleichzeitig noch eine Behelfsantenne benutzt.
- Meine subjektive Empfängereinschätzung des FA-SDR im Vergleich zum DX-70:

  • Besserer Dynamikbereich, saubere Signaldarstellung, kein Wegdrücken schwacher Signale durch starke Nachbarsignale.

  • Das S/N bei 18MHz unterschied sich nicht feststellbar zwischen DX-70 und FA-SDR.

  • Probleme bereiten starke Störimpulse (z.B. Gewitter). Die Störstreifen im Wasserfall sind erheblich kräftiger, Signale wurden viel stärker zerrissen. Hier kommt offensichtlich der einkreisige Preselektor an seine Grenzen.

- Störsignale an der Soundkarte: Das sowohl FA-SDR als auch Computer bei mit mit den gleichen 15,5V versorgt werden, hat es sich als entscheidend herausgestellt, das Computermasse und SDR-Masse absolut gleiches Potential haben, dann liegt auch mit der internen Soundmax im X32 der Rauschpegel sehr niedrig, Spikes und Welligkeit des Grundrauschpegels sind praktisch weg, ebenso der Rauschanstieg der Soundkarte um die Trägerfrequenz.. Erreicht wurde das durch ein Y-Kabel bei Nutzung des Laptopnetzteiles (= kurze Masseleitung) und insbesondere eine zusätzliche kurze Massenbrücke vom SDR zum Computer (Masseschraube LPT-Board). Auch ein kurzes, höherwertigeres USB-Kabel und 2 Klappferrite auf den Signalleitungen trugen dazu bei. Auch externe Leitungen, wie z.B. LAN usw., können für einen deutlichen Störpegel auf der Soundkarte sorgen (Masseschleifen. Test: Grundrauschen sinkt nicht bei Ziehen des externen Netzsteckers/LAN/usw.... am Laptop). Ist alles ok, sollten keine Unterschiede zwischen Batterie- und Netzbetrieb des Laptop auftreten.

Probleme Einrichtung PowerSDR 1.9 sr40: Bei der Erprobung wurde ein Effekt festgestellt, der im Vorfeld nicht aufgetreten war oder nicht bemerkt wurde. Die Bänder 80m, 40m, 20m und 10m gingen normal, 30m, 17m (teilweise), 15m und 12m brachten kein Sendesignal und nach Zurückschalten keinen Empfang. Kopieren von VFO2 in VFO1 reichte aus, um den Empfang wiederherzustellen. Alles deutete stark auf ein Problem der Ansteuerung des SI570 hin, insbesondere die USB-Verbindung stand im Verdacht. Der Effekt trat allerdings auch ohne HF-Ansteuerung auf, es ist also keine Einstrahlung. Nebeneffekt: kopieren VFO1 in VFO2, anschließend VFO2 in VFO1, und der Empfang war 1kHz verschoben. Kurz Sender antasten, Empfang war wieder normal.
Nachdem ich zwischenzeitlich deshalb eine andere PowerSDR-Version benutzt hatte (meist fehlt dort RX-Image-Reject sowie die Taktverschiebung für die Soundkarte), waren diese Probleme nach erneuter Installation von PowerSDR SR40 weg.
Zuletzt hatte ich noch ein Problem mit Frequenzdifferenzen zwischen RX/TX, die z.B. auf 21MHz über 100Hz betragen konnten, mit steigender Frequenz wuchsen und das Anrufen von Gegenstationen zum Lotteriespiel machten. Ursache war, dass sich RX entsprechend der Frequenzanzeige änderte, TX aber nur in großen Sprüngen folgte. Das Problem wurde gelöst, indem die Einstellung von Bild 47 der Installationsanleitung (Softrock 40) verwendet wurde und nicht auf Bild 48 (SDR1000), wie ich es der Bedienanleitung entnommen hatte, übergegangen wurde. Danach veränderten sich RX und TX gleichmäßig.
Fazit: wenn alles läuft, es so ein SDR-TRX eine feine Sache, wenn der erforderliche Computer sowieso genutzt wird, wie z.B. im Digitalbetrieb. Aber man sollte sich unbedingt darüber klar sein, dass der Einstieg in so ein Projekt viel Zeit und Aufwand erfordert, die Zeit für Konfiguration, Inbetriebnahme und Beseitigung der Ungereimtheiten übersteigt die Bauzeit doch erheblich, wenn es der erste SDR ist.
Leider sind Fertiggeräte (derzeit) bereits ohne den notwendigen Computer nicht gerade Schnäppchen.
Seitdem meine Eigenbau-PA am FA-SDR (16 IRF510, Ub 50V) mit maximal 90-100W mit ordentlichem IMD, läuft, ziehe ich den FA-SDR sogar dem DX-70 vor. Inzwischen betreibe ich ihn zuhause am Heimcomputer mit einer Soundblaster Audigy SE, der Unterschied zur on-board-Karte des Laptop bezüglich Rauschen und A/D-Wandlerauflösung ist sichtbar. Bis 15m ist die Empfindlichkeit nicht schlechter als die des DX-70, das Bild im Wasserfall aber etwas sauberer und mit besserer Dynamik. Oberhalb 15m scheint ein zusätzlicher Preselektor (7-28MHz) mit ca 10dB Verstärkung eine gerade wahrnehmbare Empfindlichkeitssteigerung zu bringen, Unterschiede durch die zusätzliche Vorselektion habe ich bisher nicht festgestellt.

Experimental-Endstufe für den FA-SDR – keine Bauanleitung                             Stand 02/2013

Nachdem ich mich an den FA-SDR gewöhnt hatte, lernte ich seine guten Empfangseigenschaften schätzen. Andererseits bin ich kein ausgesprochener QRP-Anhänger, mit etwas mehr Leistung kommt man halt auch deutlich besser an. So nebenbei habe ich schon immer die Diskussion um die Eignung von FETs der Typen IRF... für Endstufen verfolgt, die ein sehr breites Meinungsspektrum aufweist. Den letzten Anstoß gab der Artikel von DL9AH in der CQ-DL, es doch mal zu versuchen, was die FETs wirklich können, und mich mit diesem Projekt in den mittleren Leistungsbereich zu wagen. Nach längeren Recherchen im Internet stellte ich mir folgende Zielstellungen:
- Auslegung der Endstufe speziell für PSK-Betrieb am FA-SDR (mit Endstufe DL2EWN), Ausgangsleistung sollte über der der 100W-TRX liegen
- möglichst geringer Aufwand (sowohl finanziell als auch mechanisch). Während die FETs recht billig sind, kommt für Netzteil, Gehäuse und je nach Bastelkiste Kühlkörper, Ausgangsfilter, Zubehör, HF-Übertrager doch einiges zusammen, wie man so im Verlaufe des Aufbaues bemerkt.
Da der Erstaufbau meine erste Endstufe in dieser Größe war, blieben doch einige Wünsche offen, z.B.
- die so nach und nach zusammengebauten Baugruppen waren mechanisch unbefriedigend angeordnet, teilweise instabil, und Änderungen mit hohem Aufwand verbunden.
- die Kühlung war trotz des großen Kühlkörpers uneffektiv
- Meßstellen waren zur Fehlersuche teilweise im Betrieb nicht zugänglich.
Aus den genannten Gründen wurde ein Neuaufbau mit 16 IRF510 vorgenommen

Aufbau: Ein elektronisches Gerät bedarf eines stabilen Gehäuses, ansonsten hat man ständig Probleme. Zuerst wurde der Kühlkörper beschafft, ein doch recht gewaltiges Teil mit ca 400x90x50mm war verfügbar. Das Gehäuse wurde vom Erstaufbau übernommen und basiert auf Anregungen in http://www.qsl.net/dl2lux/gehaeuse/gehaeuse.html .
Zur Stromversorgung dient ein gekauftes Schaltnetzteil 48V/7,5A (360W, ich wollte unbedingt Netztrennung) sowie ein SNT 12V/2A. Eine Filterplatine aus einem alten Computerschaltnetzteil filtert netzseitig und besitzt vor allem einen Heißleiter zur Einschaltstrombegrenzung (60A bzw. 30A laut Typenblatt) der beiden SNT. Alle FETs wurden im Sourcekreis pärchenweise mit gemeinsamen Gegenkopplungswiderständen (2x 2R2, 2W) versehen. Sie müssen ausreichend belastbar sein, da ihr Ausfall den Ausfall eines oder mehrerer FETs nach sich zieht (Durchschlag Drain-Gate). Als Ausgangstrafo diente der Kern einer 100W-Endstufe aus einem alten FT980 (1:2 Wdg), dem auch die Box mit den Ausgangsfiltern (5-polig mit Versteilerung für Oberwellenanteil, weniger reicht nicht) entstammt.
Es gab folgende Erkenntnisse (teilweise bereits beim Erstaufbau gewonnen):
- ohne die 27 OHM-Widerstände im Gate-Kreis ist der Verstärker unstabil
- die Schutzschaltung zur Spannungsbegrenzung an den FETs (ansprechen bei >95V, sie ist unbedingt nötig, da bei der verwendeten Ub=55V theoretisch 110V Spitze an den mit 100V spezifizierten FETs auftreten können), spricht bei Fehlanpassung (z.B., während der Automatiktuner die Anpassung korrigiert) an sowie auf einigen Bändern bei Überschreitung der zulässigen Aussteuerung - vermeiden wegen der IM-Produkte und der begrenzten Belastbarkeit der Schutzschaltung (Verlustleistung der Z-Dioden bei insgesamt 25W). Sie kappt eventuelle Spannungsspitzen. Es ist davon auszugehen, dass für einen günstigen IMD die FETs nur bis zu einer Restspannung von ca 10-15V durchgesteuert werden, wodurch im Normalbetrieb die Ansprechschwelle der Schutzschaltung nicht erreicht wird. Die Höhe der Betriebsspannung beeinflußt in der vorliegenden Konfiguration vor allem den IMD, für Eintonsignale wäre etwas weniger ausreichend.
- in der üblichen Schaltung nur mit Ausgangstrafo war bereits beim Erstaufbau Leistung und Wirkungsgrad ziemlich gering, bei einem späteren Versuch traten Schwingungen auf. Erst durch die Trennung in Drossel (Dr) zur Stromeinspeisung und Trafo (Tr2. 1:2 Windungen) zur HF-Auskopplung, also Entkopplung des Ausgangsübertragers von Gleichstromanteilen, wurden praktikable Werte erreicht. Eine kapazitiv überbrückte Auftrennung des Ausgangsübertragers auf der Primärseite brachte keine Vorteile, aber Probleme auf 10MHz.
- Für den Eingangstrafo wurde ein Windungsverhältnis von 2:1 als günstig ermittelt, 3:1 war nur geringfügig schlechter. Die Anpassung war von 10-30MHz relativ gleichmäßig und überschritt nicht 1:2. Unterhalb 10MHz wurde sie sehr schnell schlechter. Für ein akzeptables Eingangs-SWR wurde ein schaltbares Dämpfungsglied (ca 5-6 dB) auf den Bändern 1,8 bis 7 Mhz eingefügt. Es bewirkt ebenfalls eine Angleichung der benötigten Eingangsleistung im unteren und oberen KW-Bereich und bewirkt ein Eingangs-SWR um maximal 1:2.
- als Ruhestrom erwiesen sich Werte um 0,5...1A als günstig (Einstellung nach IMD-Verhalten), sowohl hinsichtlich der Leistung als auch des IMD. Höhere Werte brachten keine Vorteile.
Ausgangsleistung und IMD:
Die Leistung und der IMD wurden folgendermaßen ermittelt:
- Ansteuersignal vom FA-SDR auf die PA, Abschluß mit Dummy, Spannungsmessung mit dem Oszillographen zur Leistungsermittelung bei Eintonsignal. Ermittelung des IMD mit der IMD-Anzeige von Fldigi, parallele Kontrolle mit SpectrumLab und meinem Zusatz zum NWT auf Plausibilität bei Einspeisung eines PSK-31 Iddlesignales. Ermittelung der Ausgangsleistung in Watt/AVG (Instrument kalibriert nach der mit dem Oszillographen gemessenen Eintonleistung).
Es wird also der Gesamt-IMD des Systems ermittelt, die Genauigkeit eines Meßplatzes wird natürlich nicht erreicht. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der einfachen Prüfbedingungen (z.B. unterschiedliche PA-Erwärmung, temperaturbedingte Toleranzen am Abschlußwiderstand, Toleranzen der Prüfgeräte) die Leistungen im Bereich um bis zu 30% tolerieren können. Trotzdem erhält man so Anhaltspunkte für die Nutzung in der Praxis. Außerdem schwanken die erzielten Ergebnisse etwas in Abhängigkeit der Betriebstemperatur.
Es wurden mit Eintonsignalen Ausgangsleistungen um 170W auf den unteren Bändern erreicht, mehr scheiterte an der dann eintretenden Überlastabschaltung des Netzteiles (über 7,5A). Auf 10m sinkt diese erreichbare Leistung auf etwa 100W. Ab 20MHz aufwärts ist der Abfall der Leistungsverstärkung dabei deutlich stärker.
Die mit IMD -30dB erreichbare Ausgangsleistung betrug bis 14MHz etwa 200W (PEP), sie sinkt auf 28MHz bis auf etwa 90W PEP ab. Dabei spielt auch eine Rolle, dass mein FA-SDR die für hohe Leistung benötigte höhere Ansteuerleistung nicht genügend sauber erzeugen kann. Dabei war der IMD des Ansteuersignales (FA-SDR) bei dieser Ausgangsleistung maximal 3dB (28MHz 2dB) besser.
Auf 1,8MHz wird, wie schon beim Erstaufbau, zwar viel Leistung, aber nur ein nahezu leistungsunabhängiger, für PSK unbrauchbarer IMD von -20dB erreicht. Die Ursache ist bisher unbekannt, aber das Problem scheint verbreitet zu sein, wie die jüngste Diskussion zum KX-3 zeigte..
Probleme mit der verwendeten Meßtechnik:
Funkgeräte (außer SDR-Empfänger) eignen sich meist nicht zur IMD-Kontrolle, da sie von den relativ starken Signalen überfordert sind und dadurch selbst den angezeigten IMD deutlich verschlechtern.
Die Filter für 20m und 30m wiesen schlechte Werte auf und mussten speziell für die Unterdrückung der 3. Oberwelle nachgeglichen werden, um 40dB Oberwellenunterdrückung sicher zu erreichen. Insgesamt war die Ermittelung der Oberwellendämpfung eine Herausforderung mit vielen Irrwegen, besonders bei höheren Dämpfungswerten und Frequenzen über 30MHz. Probleme bereiteten:
- der verwendete Ringmischer bzw. seine Beschaltung in meiner Prüfschaltung zeigte einen knappen Dynamikbereich, so dass das Eingangssignal sehr genau angepasst werden musste für brauchbare Ergebnisse. Erscheinungsbild bei Übersteuerung: Abschalten des 6dB- Dämpfungsglied erhöhte zwar die Grundwelle um 6dB, aber die Oberwellen um 10-15dB.
- wurde z.B. gleichzeitig der Tastkopf des Oszillographen an der Endstufe angeschlossen, wuchsen die festgestellten Oberwellen ins uferlose – der Tastkopf strahlte offensichtlich genügend HF ab, die in die Prüfschaltung eindrang.
- räumliche und elektrische Trennung von Endstufe (mit FA-SDR und Computer) sowie Prüfschaltung (samt Stromversorgung, Computer usw.) war für brauchbare Aussagen unbedingt erforderlich.
- das Einfügen von Tiefpässen in den Ausgang, die separat gemessen mindestens 25dB Dämpfung aufwiesen, brachte plötzlich nur noch 3dB Dämpfungszunahme. Ein Zeichen für das Vorhandensein von HF- Schleichwegen.
- der Eigenbau-Abschlußwiderstand musste vollständig abgeschirmt werden, auch, wenn er eigentlich räumlich getrennt stand.
Fazit: Die Prüfung auf Oberwellen im Ausgangssignal ist bis -40dB (-50dB) bei sachgerechtem Aufbau mit Amateurmitteln machbar, bei höheren Dämpfungen kommt einfache Prüftechnik schnell an ihre Grenzen und es sind eigentlich nur noch Abschätzungen möglich, da alles mögliche bis hin zur Lage der Kabel Einfluß hat.
Ohne Filter betrug der Oberwellenanteil im Ausgangssignal je nach Band -25dB oder besser. Dabei ist die 2. Oberwelle deutlich stärker als die erste.
Sonstiges: Durch das neue Belüftungssystem, 1 Lüfter je Kühlkörperseite und Luftleiteinrichtungen, treten im praktischem Betrieb nur noch mäßige Erwärmungen auf.
Wichtig: Es besteht kein Schutz gegen zu hohe Eingangsleistung – zu hohe Eingangsleistung kann die FETs zerstören.
Der Lüfter im Netzteil war im Leerlauf deutlich hörbar und extrem nervig laut, sobald Strom entnommen wurde. Ich habe ihn durch einen ruhigen Typ ersetzt, alles ok nun.
Ausfälle in der Bauphase:
- Ausfall zweier IRF510 infolge Defekt eines Emitterwiderstandes
- Durchschlag der Isolierscheibe eines IRF-510 (Grat??)
- Kurzschluß 50V nach Masse (aber nur dünne, lange Masserückleitung an der Stelle) infolge Schussligkeit): 12V-Netzteil defekt, SFP9520 defekt.
- Lüfterausfall, eventuell Folgeschaden des Kurzschlusses

Mein vorläufiges Fazit: Man kann mit diesen FETs offensichtlich hinreichend IMD-arme Endstufen bauen, allerdings mit großen bandabhängigen Verstärkungsunterschieden. Voraussetzung ist eine ausreichend hohe Betriebsspannung. Insgesamt liegt das Ergebnis durchaus im Bereich meiner Erwartungen.
Man muss sich aber darüber im klaren sein, dass viel experimentiert werden muss. So funktionierte mein verwendeter Ausgangstrafo aus einer anderen Endstufe solo nicht, mit Speisedrossel dann doch, aber auch der Aufbau der Speisedrossel hat einigen Einfluss. Gleiches gilt für den Eingangskreis usw..Der Wirkungsgrad der vorliegenden Endstufe ist auf den unteren Bändern zwar bei 40 bis 45%, fällt aber am oberen KW-Ende deutlich ab auf 25-30%
Ein Experiment für den baufreudigen OM mit Erfahrung hinsichtlich Bau/Fehlersuche in elektronischen Schaltungen und genügend Zeit (eigentlich kann man sich so ein Projekt zeitlich nur als Rentner leisten, wenn kein entsprechendes qrl hinter einem steht), alle anderen sollten lieber zum Händler gehen, wenn sie eine Endstufe benötigen.
Ein erheblicher Zeitanteil ergab sich, um nach Modifikationen zu überprüfen, wie sich die Änderungen auf den einzelnen Bändern auswirkten (Leistung, IMD, Oberwellen), bzw. herauszufinden, welche Modifikation noch nötig ist. Der Aufbau eines TRX-Kits von QRP-Projekt oder eines Endstufenbausatzes z.B. vom Funkamateur geht erheblich schneller und erscheint mir auch deutlich einfacher. Der Verstärker darf nur an Geräte mit ca 15W Maximalleistung angeschlossen werden, sonst besteht Gefahr von Gatedurchschlägen infolge Überspannung. (100W-TRX neigen dazu, bis zum Ansprechen der ALC eine kurze Leistungsspitze auszugeben). Eine Unterschätzung der Bedeutung eines stabilen Gehäuses und einer sicheren Kühlung führt mit Sicherheit zu Frust bei der Beschäftigung mit solchen Geräten.
Ausgenommen 1,8MHz, arbeitet diese PA zusammen mit meinem FA-SDR bei Empfang sauberer und beim Senden in PSK leistungsstärker als mein DX-70. Vorteil des DX-70 sind die deutlich geringere Gesamtgröße (Portabelbetrieb!) und die einfachere Bedienung zusammen mit geringen Anforderungen an den verwendeten PC (Soundkarte!).
Bei der Erprobung wurde festgestellt, dass der IMD bei großer Leistung zwar gut war, aber bei kleiner Ausgangsleistung unerwartet niedrige Werte nahe -30dB annahm. Es stellte sich heraus, dass die BIAS-Einstellung der Endstufe bei kleiner Aussteuerung einen anderen Wert benötigt gegenüber großer Aussteuerung. Daher wurde eine Schaltung eingefügt, die in Abhängigkeit von der Ausgangsleistung die BIAS-Vorspannung korrigiert. Sie nutzt die in dem verwendeten Bandfilter enthaltene Schaltung, die eine leistungsabhängige negative Spannung von wenigen Volt liefert. Die erreichte Verbesserung des IMD bei kleiner Ansteuerung liegt im Bereich 6-8dB. Außerdem wurde festgestellt, dass der IMD sich von handwarmen Kühlkörper zu heißem Kühlkörper (also etwa 30° - 55°) sich um bis zu 5dB unabhängig vom eingestellten Arbeitspunkt (bei großer Leistung) verschlechterte. Also auch dies ein Grund für gute Kühlung.



Ansicht des Aufbaues


Blick auf die PA. Soweit möglich, wurde die Elektronik auf den Kühlkörper montiert. Vorn hinter der Frontplatte Netzfilter, 12v-Netzteil, 48V_Netzteil, Box mit Tiefpassfilter für die PA. Die Trägerplatten der Elektronik dienen gleichzeitig als Luftleitkanal.



Blick auf die offene Rückseite mit den IRF und den Bauteilen der Source- und Gatebeschaltung. Zur Verbindung zwischen den FETs dienen schmale Streifen doppelseitig beschichtetes LP-Material. Die Masseverbindungen erfolgen mittels Lötösen über die Befestigungsschreuben der FETs, die Drain-Anschlüsse sind über Bohrungen nach innen geführt und dort analog verbunden.


Anblick der Rückseite mit Abdeckung und Lüfter

Selbstbau Lastwiderstand für Endstufentest                                            Stand 10/2012


Deckel Innenseite

Verwendung: Für den Test einer Endtsufe benötigt man einen Lastwiderstand, der auch mal größere Leistung über einen längeren Zeitraum vertägt. Ein 50W-Widerstand für diese Zwecke kostet rund 5€, und wenn man in die Datenblätter schaut, gilt das nur für 25°C. Daraus ergibt sich, dass ich für einen 200W-Dummy etwa 40€ für die Widerstände, einen großen Kühlkörper sowie eine Lüftung benötige. Handelsübliche Dummys, speziell für Dauerlast ab 100W, haben auch stolze Preise. Anfangs hatte ich den 1,5kW-Dummy (mil) aus dem Klub ausgeliehen, aber die Größe (40x40x40cm)und das Gewicht (ca.30kg) waren auch nicht gerade handlich. Eine alternative Idee fand ich dazu in einem Internetforum – ein schlichter Wasserwiderstand. Er kann aufgrund der hohen spezifischen Wärmekapazität des Wassers große Energiemengen bei relativ geringer Erwärmung aufnehmen.
Aufbau: Grundlage bildet eine stabile Polyäthylendose aus dem Haushalt mit stabilen Clip-Verschlüssen und Gummidichtung im Deckel. Hier sollte man nicht sparen, damit später nicht das Wasser überall hinläuft. In den Deckel kommt eine PL-Buchse, zwei äußere Streifen Messingblech sind mit der Masse verbunden, am Innenpol ist ebenfalls ein Streifen angelötet. Mit der Heißklebepistole wurde der Raum um die Buchse zwecks Abdichtung und etwas Stabilisierung gefüllt, in gleicher Art wurde ein Stück Kabelmantel zur mechanischen Stabilisierung am unteren Ende der Streifen eingeklebt. Nun wird die Büchse mit Wasser gefüllt und der Deckel aufgesetzt.


Dummy, komplett

Funktionstest: Zuerst wurde warmes Leitungswasser aufgefüllt (ca 40°C). Das Ohmmeter zeigte rund 700 Ohm, aber bei Anschluß des Senders ergab sich ein SWR von 1:2. Gleichstrommessungen mit dem Ohmmeter sind also nicht brauchbar.
Danach wurde kaltes Leitungswasser (ca 15°C) verwendet, das SWR lag bei 1:3. Es besteht also eine gewisse Abhängigkeit von der Wassertemperatur. Durch vorsichtige Beigabe kleiner Salzbrisen kann man den Widerstand auf 50 Ohm trimmen entsprechend SWR 1:1. Es dauert eventuell etwas, bis sich alles durchmischt hat.
Die verwendete Dose fasst etwa 1 Liter Wasser und ist für meine Zwecke (Leistungen bis max 200W) völlig ausreichend, bisher musste ich immer die Geräte wegen drohender Überhitzung abschalten, die Dosentemperatur blieb bei Kurzzeitnutzung gefühlsmäßig unverändert, nach längerem Betrieb dann handwarm. Bei längerer Nutzung kann das SWR dann thermisch bedingt doch mal auf 1:2,5 weglaufen.
Wer das ganze besser abschirmen möchte, stellt den Dummy einfach in eine mit Masse verbundene Blechbüchse.

Fazit: Für den Amateurgebrauch bei größeren Leistungen durchaus eine praktikable Alternative. Benötigt man zu Prüfzwecken ein SWR von nahe 1:1, sollte man einen Tuner zwischenschalten.