Portabel QRV
Urlaub und Reisen - immer schön, interessant und abwechslungsreich. Man unternimmt viel um Land und Leute kennen zu lernen. Abends wird irgendwo hingegangen wo was los ist oder wo es gutes Essen gibt, aber nicht immer. Dann kommt vielleicht mal der Moment, wo man Kontakt zu Verwandten oder Bekannten aufnehmen möchte und man greift zum Handy. Oder, was für einen kleinen Personenkreis noch reizvoller ist: man hängt einen Draht in den Baum, schließt die Station an und nimmt Verbindung auf. Vielleicht erwischt man jemanden den man kennt, aber auch so macht es immer Spaß von einem anderen QTH QRV zu sein und seinem Hobby mit einfachsten Mitteln nachzugehen. Ist man besonders weit von Zuhause weg, wird das Überbrücken großer Entfernungen zu einer echten Herausforderung. Kurzwelle bietet uns die Möglichkeit dazu und wenn das Reisegepäck keine übermäßigen Dimensionen annehmen soll, der Geldbeutel keine großen Sprünge erlaubt, dann ist eine kleine QRP-Ausrüstung genau das Richtige. Das Verwenden von Eigenbaugeräten kann den Spassfaktor noch steigern.IK/DL8WIG 2004
Diese besteht aus: GQ-40 (40m CW TRX mit 5 Watt), RFT-Taste, Ohrhörer, 12V Bleigelakku, Steckerladegerät, Eigenbautuner, 40m Trapdipol (sie Projektbeschreibung), 10m Draht, Glasfibermast und Seil. Eine derartigen Ausrüstung ist klein, leicht und man ist beim Antennenaufbau sehr flexibel. Hier wurde z.B. eine 40m Groundplane realisiert. Dazu befestigte ich den ausgefahrenen Glasfibermast in der Baumkrone (kleines Bild im Bild, oben links). Am Ende vom Mast war der 10m Draht befestigt, den ich mit dem anderen Ende am Tuner anschloss. Die beiden Schenkel des Trapdipols legte ich als Radials in Richtung Norden aus. So klappte es besonders gut nach DL, aber es ging auch in andere Richtungen.
IK/DL8WIG 2005
Im Mai 2005 kam meine QRP-Station in Taranto (Süditalien) zum Einsatz, als ich mich dort zwei Wochen QRL-mäßig aufhielt. Das Hotel bot ganz andere Aufbaumöglichkeiten. Von den Reklameschildern auf dem Dach ließ sich eine Seite des Trapdipols befestigen, die Andere wurde in einem Baum abgespannt. Mit ein bisschen Klettern war der Aufbau schnell erledigt. Da der Dipol stark durchhing, wurde er am Speisepunkt mit dem Glasfibermast gespannt und damit auch auf Abstand zum Gebäude gebracht. Neben den abentlichen QSO's konnte ich jetzt auch mit meiner Antenne am Weltempfänger die Deutsche Welle hören. Der Fernseher blieb aufgrund des Programmangebotes die ganze Zeit aus...
QRP- Station mit Elbug und Tastelektronik (PIC).
Als ich im Mai 2006 QRL-mäßig in Kadiz (Südspanien) war, hatte ich die QRP-Ausrüstung zwar mit, aber das QTH, ein mehrgeschossiges Hotel direkt am Strand, bot keine Aufbaumöglichkeiten. Also ging's abends öfter in die Tappas-Bar.
Männertag 2007 auf der Deditzer Höhe bei Leipzig
Hier trifft sich unser OV S36 jedes Jahr zum Fieldday. Der Platz bietet nahezu unbegrente Möglichkeiten zum Aufbauen und Testen von Antennen. Ein Stromanschluss steht auch zur Verfügung. Hier zu sehen sind diverse Vertikale, deren Radials auf dem Boden ausgelegt sind. Außerdem wurde mit Langdrahtantenne und Delta Loop am Drachen experimentiert.
Ich brachte den Spiderbeam mit, den wir dann gemeinsam aufstellten. Diese horizontal polarisierte Richtantenne war beim DX-en den Vertikalstrahlern um zwei bis drei S-Stufen überlegen.
Stationsausrüstung inklusive Service des Inhabers standen allen OM's zur Verfügung.
Im Mai sind die Nächte noch kühl. Aber am Feuer lässt es sich aushalten.
Es war ein richtiges Highlight.
LA/DL8WIG 2007
Im Juni 2007 verschlug mich mein QRL für zwei Wochen nach Norwegen. Eine Woche davon hatten wir in Süden des Landes zutun und wohnten in Apta, ca. 20km nördlich von Farsum. Auf einem Campingplatz am Ende des Aptafjord mieteten wir eine Hütte, wo ich ideale Aufbaumöglichkeiten für die Antenne vorfand. Abends, nach der Arbeit saß ich meistens noch ein-zwei Stunden draußen und rief auf 40m CQ. Es ging immer was mit den 5 Watt in CW und einmal klappte sogar ein Sked mit S36. Für Südeuropa schienen die Signale aber zu schwach zu sein. Laute Stationen, die ich anrief antworteten einfach nicht. Oder hatten sie den Squelch zugedreht ?
Unbezahlbar, der Blick von der Hütte auf den Fjord.
QRV aus dem Spreewald 2007
Der August ist bei uns immer der Urlaubsmonat und wir sind oft mit dem Wohnwagen unterwegs. Diesmal verschlug es uns u.a. in den Spreewald. In Lübbenau fand sich ein herrlicher Platz mit idealen Aufbaumöglichkeiten für den Trapdipol.
Im Spreewald kann man viel unternehmen und eine einmalig herrliche Natur erleben.
Portabelstandort bei Hiendorf, JN58TT in 440m Höhe, nr. Neustadt a.d. Donau
IARU SSB Fieday 5.-6.September 2009
GPA30 und FD4 am Wohnwagen
KW Station, IC738 gedrosselt auf 5W
IARU UHF Mikrowellencontest am 4.10.2009
70cm Station mit 19 Element Yagi und FT490 mit 1,5W
IARU VHF Marconi-Contest am 8.11.2009
2m Station mit 6 Element Langyagi (nach Oberender) und FT290 mit 2,5W
IARU Fielday am 5.- 6.Juni 2010
fertig aufgebauter Spiderbeam, dem es nur noch an Höhe fehlt
eingefahrender Teleskopmast über dessen oberstes Segment der Spiderbeam gestülpt wird
Absturz: das Herausschieben des letzten Segments ging nicht ohne Kraftaufwand. Dabei löste sich der Mast aus der Verankerung, kippte und schlug am Boden auf. Ein Glasfiberelement brach - Feierabend.?.?.?
Nein ! Mit Tape notdürftig reparierter Beam bei Sonnenuntergang - jetzt erstmal Pause machen, den Moment genießen um dann mit einiger Verspätung in die Vollen zu gehen...
am nächsten Tag: links hinten der FT817 mit 5 Watt, rechts daneben Morsespeicher (siehe Beitrag hier), Elbug, Bug und Papierlog. Der Akku mit 4,5 Ah hielt 6 Stunden durch. Den Rest machte der Wohnwagenakku. QRP ist wenig Leistung und braucht wenig Strom.
Gesamtansicht der Portabelstation mit FD4 und Spiderbeam. Es war ein herrlicher Tag mit 98 Verbindungen u.a. UA9. Stationen ab S2/3 wurden angerufen und nur selten konnte man mich nicht aufnehmen. Der FT817 mit nur 5 Watt zeigte sich den Anforderungen dieses Contest's durchaus gewachsen. Er ist mit einem 270 Hz CW-Filter (YF-122CN) ausgerüstet. Bei ausgeschalteten Vorverstärker gab es keinerlei Empfangsstörungen (Rundfunkgeprassel) und das Sendesignal wurde ohne Anpassgerät mit den vorhandenen Antennen optimal abgestrahlt - mit Ausnahme des 80m-Bandes. Wenige Rückfragen zeigten, dass man mein Signal überall gut aufnehmen konnte. Ich hab immer 599 gekriegt :-)
Die alte Weißheit, dass die Antenne das A und O ist, hatte sich wieder mal bestätigt und ein Contest ist nun mal die beste Gelegenheit die Station auf Herz und Nieren zu testen.
Auf 80m gab's allerdings Probleme: die FD4 machte ein SWR von > 3. Die Sendeleistung wird dann runter geregelt, was dazu führt, dass Stationen die relativ laut empfangen werden, mehrmals meine Angaben hinterfragen mussten. Auf 40m gab es dagegen keinerlei Probleme mit der FD4.
TA4/DL8WIG im Oktober 2011 in Antalya (asiatischer Teil der Türkei)
Mit FT817 und 5 Watt wurde nur abends auf 30m gefunkt
Das Zimmer im Hotel "Portobello" lag ideal, die Antenne wurde bei Dunkelheit am Balkon befestigt
Ansicht Antalyas vom 618m hohen Tünek Tepe