Meine Erfahrungen als ZS/DL8WIG
Im Oktober 2005 hatte ich QRL- mäßig in Südafrika zu tun. Ich bereitete mich intensiv auf diese Zeit vor. Wenn man schon mal an so einem QTH ist, dann muss man auch QRV werden. Probleme mit der Beschaffung einer Gastlizenz gibt es auch nicht, also muss nur noch das Equipment irgendwie runter.
Meine Portabelausrüstung ist sehr klein: 40m CW-QRP Transceiver, Akku, Steckernetzteil, Minitaste, Ohrhörer und Dipol. Im Mai hatte ich damit von Taranto aus (Süditalien) schöne QSO's in Europa fahren können. Der Dipol war vom Dach des Hotels schräg runter in einen Baum abgespannt. Mir war klar, dass ich damit in ZS keinen Blumentopf gewinnen kann. 100 Watt und Richtantenne sind bei einer Entfernung von über 10000 km ein Muss.
Für die 100W habe ich den IC738. Der Spiderbeam, der seit Januar 2004 verpackt im Keller liegt, ist die ideale Richtantenne bei Portabeleinsätzen. Als Mast sollten 8 Steckelemente eines ehemaligen NVA Tarnnetzes dienen. Die damit erzielte Höhe von 6m müsste reichen.
Zusammen mit dem QRL- Equitment wurde alles schon einen Monat vorher runter geschickt. Am 6.10.05 flogen wir dann hinterher. Von Köln aus dauerte der Flug mit Zwischenstop in Accra (Ghana) über 13 Stunden. In Kapstadt übernachteten wir im Hotel. Am Freitag piepste um 7:00 Uhr meine Armbanduhr. Vogelgezwitscher war von draußen zu hören. Ich zog die Vorhänge zurück und staunte nicht schlecht über den Ausblick: ein wunderschön angelegter Garten erstrahlte im Sonnenlicht. Wenn man seit Tagen nichts anderes als das herbstliche Schmuddelwetter kennt, ist das eine wirklich angenehme Überraschung. Wir fuhren dann mit dem Leihwagen nach Arniston. Mein Kollege war zum Glück schon mehrmals hier und hatte Erfahrungen im Linksfahren. Als der Wagen sich in Bewegung setzte, machte die Zentralverrieglung automatisch alle Türen zu. Eine Sicherheitsvorkehrung gegen Carjacking, bei dem das Auto gewaltsam entführt und der Fahrer - wenn er versuchen sollte Widerstand zu leisten, aber auch ohne Widerstand, um ihn als Zeugen auszuschalten - häufig erschossen wird. 2004 wurden auf diese Weise 11500 Autos in ZS entführt.
Ich sah mir die Gegend an, die mir vorkam, wie eine andere Welt. Nach den ersten Kilometern Stadtauswärts kamen die Townships: Bretterbuden, Wellblechhütten, in denen Menschen hausten. Zu erkennen an der Wäsche, die manchmal zum trocknen aufgehängt wurde oder man sah dort dunkle Gestalten sitzen oder rumlaufen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist hier ungeahnt größer als bei uns. Auch 10 Jahre nach dem Zusammenbruch des Apartheitsregimes gibt es diese Wohnviertel der Schwarzen immer noch, in denen der Lebensstandard sehr niedrig ist. Da hier kaum jemand ein Auto hat, stehen überall Anhalter am Straßenrand oder es wird quer über die Straße gelaufen. Die N2 ist eine vierspurige Autobahn in Richtung Osten. Besonders im Dunkeln muss man gut aufpassen.
Wie schon in Kapstadt war auch bei unserer Ankunft in Arniston das Klima eher gemäßigt. Die Sonne schien und die Temperatur betrug ca. 20°C. Von Afrika hatte ich eigentlich mehr erwartet. Grund dafür ist der Einfluss des kalten Benguela Meeresstromes, der in der Arktis seinen Ursprung hat. Dieser wirkt an der Westküste bis weit über das Cape Agulhas, entlang der Südküste. Erst bei Port Elizabeth ist das Klima afrikanisch. Hier wirken die warmen Meeresströmungen des indischen Ozeans. Arniston liegt im Gebiet Overberg, direkt am Meer und unweit des Cape Agulhas.
Vor uns stand das erste Wochenende und da die Ausrüstung noch nicht angekommen war, gab es nichts weiter zu tun. Also erkundeten wir die Gegend um Arniston. Wir fuhren in Richtung Robertson, wo umgeben von Bergen in fruchtbaren Tälern Wein und Obst angebaut wird. Entlang der Route 62 sind etliche Weinguts, in denen man auch gratis verkosten kann. Man kann hier einige Erfahrungen über den Geschmack der verschiedensten Sorten, aber auch über die eigene Standfestigkeit sammeln. Zum Kauf ist man nicht verpflichtet, man sollte sich nur einig sein, wer den Wagen zurück fährt. So haben wir an diesem und anderen Wochenenden noch viele interessante Dinge erlebt, die den Aufenthalt in ZS zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.
Bis zum Donnerstag konnten wir nichts machen. Der Transport der Kisten mit unserer Ausrüstung wurden bei einer deutschen Spedition in Auftrag gegeben. Aus für uns unerklärlichen Gründen flog man alles nur bis Windhuk in Namibia und transportierte es von da aus per Straße weiter nach Kapstadt. Da allgemein bekannt ist, dass Namibias Straßen nicht die Besten sind, richteten wir uns auf das Schlimmste ein. Unsere Ausrüstung bestand ausschließlich aus EDV- Komponenten. Mein Transceiver war in der Originalverpackung. Die ersten Teile kamen dann am Donnerstag an. Aus einem Netzteil einer anderen Crew war der Trafo durch die Erschütterungen komplett aus der Halterung gebrochen. Wie werden dann unsere Geräte das verkraften, wie stoßfest sind die Festplatten ?
Am Freitag war alles im QRL aufgebaut und funktionierte zu unserer Erleichterung einwandfrei. Da einiges nachzuholen war, arbeiteten wir auch samstags. Mit den Aufbauarbeiten des Spiderbeams begann ich erst abends ab 17:30. Irgendwann wurde es dunkel und ich musste abbrechen. Dafür stand ich am Sonntag, den 16.10. schon um 6:00 auf und war eine Stunde später fertig. Wenn man alles schon mal gemacht hat und die Schnüre und Drähte richtig beschriftet sind, ist es wie beim Aufbau eines Zeltes. Ich testete noch das SWR und machte mich, zufrieden über das Ergebnis, mit meinem Kollegen auf den nächsten Wochenendtrip. Abends dann kam die Stunde der Wahrheit. Ich rief in SSB auf 15m CQ und es antwortete HZ1NA, dann war Flaute. Ich wechselte auf 20m und erreichte 3DA0TM. Auch hier brachte es nichts, weiter CQ zu rufen. Dann noch PY2GH auf 15m und ich machte Schluss. Das Pileup war zwar ausgeblieben, aber es ging schonmal was. Sicherlich spielten auch die nicht gerade guten Bedingungen eine Rolle. Ich hatte keinerlei Erfahrungen, wie sie sich hier auswirken. Auf den kleinen Erfolg wollte ich noch ein Bierchen trinken und ging vor zur Hotelbar. Anscheinend hatte man mich beim Aufbau meiner Antenne beobachtet und einige Leute sprachen mich darauf an. Ich erzählte ihm vom Amateurfunk und den vielen Möglichkeiten, die er für technisch Interessierte zu bieten hat.
Ich fuhr noch einige QSO's und merkte, dass die Antenne zwar ein gutes SWR aufwies, aber in Richtung Norden nicht so gut ging. Grund dafür waren die geringe Aufbauhöhe und die Gebäude, die in Nordrichtung davor standen. Die Hotelanlage beteht aus mehreren zweistöckigen Gebäudekomplexen, die über eine große Fläche verteilt sind. Mein 6m Mast erwies sich als zu kurz, ich kam mit der Antenne nicht über die Gebäude. Bei einem Sked mit Edgar, DL5MCQ auf 15m in PSK 31 konnte ich ihn zwar einwandfrei aufnehmen, er aber sah gerade mal mein Call. Per Internet hielten wir Kontakt.
Im QRL lernte ich Leon, ZS1MM kennen und tauschte mit ihm meine Erfahrungen aus. Er erzählte auch davon, dass er mit der kommerziellen LogPer des QRL's einige QSO's gefahren hätte. Da der Standort vorm Hotel so ziemlich ungeeignet war, wäre die LogPer auch für mich eine interessante Alternative. Also fragte ich Leon. Er selbst könne zwar nicht über die Nutzung der Station entscheiden, aber er wollte Andre fragen, der dafür verantwortlich ist.
Auch Gerry, ein Österreicher, der in jungen Jahren auswanderte, schaltete sich ein. Er klärte mit der Security, dass ich zu jeder Zeit das QRL befahren darf. Am selben Tag noch erhielt ich die Genehmigung für die Benutzung der Antennenanlagen und des Gebäudes. Das ich hier eine derartieg Unterstützung für mein Hobby bekommen werde, hätte ich nicht gedacht.
Bei der Antenne (4 Masten links im Bild) handelt es sich um ein Drahtgebilde aus vier logarithmisch periodische Antennen, die horizontal poarisiert und in alle vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. Gehalten wird das Ganze von vier ca. 30m hohen Gittermasten. Die Antenne hat einen Balun und wird über RG213 gespeist. Sie lässt sich auf allen Amateurbändern hervorragend ohne Anpassung verwenden und hat eine gute Flachstrahlung in alle Richtungen. Leider waren keine Unterlagen mehr vorhanden, Hersteller soll die Firma Rhode & Schwarz sein.
Außerdem ist noch ein Breitbanddipol als Inverted V aufgebaut (rechter Mast). Im Häuschen stehen zwei fernbediente Steuersender, die jeweils mit 500 Watt Endstufen verbunden sind. Die Sender sind je an eine der Antennen angeschlossen.
Wir hatten an diesem Tag ziemlich spät QRL Schluss und Hunger. Nach dem Essen und dem guten Wein wurde ich nicht mehr QRV. Dafür ging's am 20.11. abends zur Sache. Ich schloss meinen IC738 an der LogPer an und drehte übers Band. Viel Interessantes war zu hören. Um herauszufinden, wie die Antenne spielt, rief ich auf 15m in CW CQ. Sofort antwortete mir Sven, DL5KM der ZS zum ersten mal auf 15m arbeitete. Das QSO wurde so ausführlich gemacht, wie ich es gewohnt war. Der Nächste schien schon zu warten, jemand tippte immer mal kurz auf die Taste. Wir waren gerade dabei uns zu verabschieden, da riefen die Ersten schon. Nach dem endgültigen Schluss riefen dann alle und zwar auf einmal und auf einer QRG. Ich konnte überhaupt nichts mehr verstehen, drehte an der RIT und wartete sicher eine Minute lang. Von denen, die dann immer noch riefen, konnte ich das Call so halbwegs verstehen und antwortete. Mit diesem Ansturm hatte ich nach den letzten paar QSO's vom Hotel aus nicht gerechnet. Aufgrund der Rundstrahlcharakteristik der Antenne kamen Stationen aus Amerika und Europa fast gleich stark an. Ich wusste garnicht wie ich mich verhalten sollte, wurde nervös und die Gebefehler häuften sich. Die Hand war total verkrampft und ich stieg auf die alt bewährte RFT-Taste um. Zum Glück hatte ich den CW-Speicher (siehe Projektbeschreibung), der mir einen Teil der Arbeit abnahm. Während er die Standardtexte ausgab, konnte ich die Eintragungen ins Logprogramm machen. Da ich mehr die ausgiebigen QSO's gewohnt war und nicht unhöflich sein wollte, machte ich so weiter wie bisher: Rapport, Name, QTH, QSL und die ganzen Wünsche. Lediglich Stationsvorstellung und Wetterbericht wurden weg reduziert. Der Ansturm ließ schnell wieder nach. Vielleicht war meine ungeeignete Betriebstechnik dran Schuld, oder das DX Cluster hatte eine interessantere Station gemeldet.
Zwischendurch versuchte ich Ri, DK3XC wie verabredet in SSB zu erreichen. Fehlanzeige, die Bedingungen nach Europa wurden immer schlechter. Nach insgesamt 14 CW QSO's ließ der Ansturm ganz nach. Die letzten Stationen aus Nord- und Südamerika wurden immer leiser. Deshalb machte ich nach 2,5 Stunden QRT. Eigentlich hätte ich nur das Band wechseln müssen aber ich hatte genug für's Erste. In den letzten Tagen meines Aufenthaltes schaffte ich dann einen Schnitt von 50 QSO's pro Stunde…
Das Wochenende stand diesmal komplett zur Verfügung und wir fuhren nach Kapstadt.
Ich wurde erst wieder am Dienstag, den 25.10. QRV. Nach 15.00 UTC rief ich auf 15m und arbeitete 12 Stationen. Dann versuchte ich wieder Edgar in PSK31 zu erreichen. Eine Schar von Stationen antwortete. Ich fuhr mit Arnold, DF3QG ein QSO und hatte die Hoffnung, dass Edgar uns sieht. Er meldete sich aber nicht mehr. Dafür hätte ich sicher etliche QSO's in dieser Betriebsart fahren können. Das Faszinierende daran ist, dass kleinste Signale, die sich gerade mal etwas von der Grasnabe abheben, manchmal bis zu 90% auswertbar sind. Deshalb verwende ich PSK31 vorzugsweise für Skeds. Für normale QSO's ziehe ich die Elbug vor. Es macht einfach mehr Spaß zu morsen als auf den Funktionstasten rumzudrücken und man kann sich auf das Wesentliche beschränken. Bei PSK erfolgt der QSO-Ablauf ja fast schon automatisch durch den PC und wenn dann auch noch jedes Detail der Stationsausrüstung genannt werden muss, kann sich so ein DX-QSO ganz schön in die Länge ziehen.
Es war 16:30 UTC und ich wechselte auf 20m. Das Band schien aber noch nicht offen zu sein. Vereinzelt waren leise CW-Signale zu hören. Der QRN-Pegel war auch stärker als auf 15m. Ich drehte über die anderen Bänder, doch weiter unten wurde das Geknister noch stärker. Gewitter hatte es hier seit zwei Wochen nicht gegeben und auch an diesem Tag waren keine Anzeichen davon zu erkennen. Der Süden Afrikas unterliegt aber verschiedenen klimatischen Einflüssen. Östlich vom Cape Agulhas bestimmen warmen Meeresströme des indischen Ozeans das mehr subtropische Klima. Dort und landeinwärts soll es häufiger zu Gewittern kommen. Die große Antenne hat nicht nur Vorteile. Atmosphärische Störungen nimmt sie besser auf, als z.B. ein Monobander. Vergleiche mit dem Spiderbeam wären sicher interessant, aber dazu fehlte die Zeit.
Gegen 17:30 versuchte ich es dann nochmals auf 14036 und kam mit Sigi, DL3KOG in Verbindung. Das Band schien jetzt besser zu gehen. Der Ansturm war nicht so groß und es konnten ausgiebige QSO's gefahren werden. Nord und Südamerika lagen etwas stärker als Europa an. SP3VA war um 19:45 UTC meine letzte europäische Station, in einer weiteren Stunde bekam ich acht Stationen von Nord- (VE1) bis Südamerika (LU, PY) ins Log. Nach insgesamt 36 QSO's machte ich Schluss. Außerdem ließen auch hier die Bedingungen nach. Es war 21:00 UTC. Mit einem guten Gefühl verließ ich die Station. Eine Hürde war aber noch zu nehmen: der Gang im Dunkeln zum Auto. In dieser Gegend sind Schlagen keine Seltenheit. Aber zum Glück sah ich sie nur durch's Autofenster. Vielleicht fürchten sie sich genauso vor HF wie einige unserer Spezies...
Aufgrund der angespannt Situation im QRL konnte ich erst wieder am Donnerstag, den 27.10. QRV werden. Nach dem Erkunden der Bedingungen entschied ich mich diesmal für 30m. Das QRN war nicht so stark wie sonst und man konnte gute Signale aus Europa empfangen. Ich suchte mir eine freie Frequenz und rief CQ. Wieder gab es ein Pile up, das ich anfangs noch beherrschen konnte, dann aber immer mehr Probleme bekam. Es riefen einfach zu viele Stationen, sodass ich nur noch verschiedene Dauertöne wahrnehmen konnte. Das Drehen an der RIT brachte keine Verbesserung und das Abwarten, bis der erste Ansturm nachließ, beanspruchte viel Zeit. Der Stress war so groß, dass ich schon mit dem Powerknopf liebäugelte. Dann versuchte ich zum Splitbetrieb anzuregen, worauf sich sofort einige einließen. Jetzt ging's besser. Ich machte teilweise bis zu 45 Hz Versatz nach unten, drehte dann mal nach oben und konnte dort weiter machen. Nur auf der Mitte, also auf meiner Sendefrequenz, ging nichts, weil sich nach wie vor dort alles tummelte. So ein Pileup hatte ich noch nicht erlebt. Diesmal arbeitete ich abwechselnd Japan, Europa und Amerika. Die große Höhe und die Rundstrahlcharakteristik der Antenne hatten einen entscheidenden Einfluss auf die guten Signalstärken aus allen Richtungen. Es war erstaunlich, wo ich mit meinen weniger als 100 Watt (minus Kabel- und Balundämpfung) überall zu hören war! Mit mehr Leitung hätte ich wohl einem Radiosender Konkurrenz machen können. Das Pile up ließ über die ganze Zeit nicht nach. Selbst nachdem ich nach einem QRX, um einem dringenden Bedürfnis nachzugehen, wieder die Kopfhörer aufsetzte, riefen immer noch etliche Stationen. Es war der Wahnsinn ! Nach 65 QSO's machte ich früh um halb eins local Schluss. Das war nicht viel für knapp 3 Stunden, die Betriebstechnik musste noch verbessert werden. Ich kündigte den vielen noch Wartenden an, am nächsten Abend wieder QRV zu sein.
Das Erlebnis ließ mich auch im Schlaf nicht los. Wenn ich denn überhaupt schlafen konnte, war ich gedanklich immer an der Station.
Unser QRL Auftrag war erfüllt und wir musste die Ausrüstung verpacken. Die Kisten sollten am Freitag, den 28.10. abgeholt werden, was für mich ein vorzeitiges QRT bedeuten würde. Ich wollte den Transceiver so lange es geht nutzen und im Koffer mit nach Hause nehmen. Eine andere Spannungsquelle müsste her, damit ich wenigstens das schwere Netzteil nicht mitschleppen muss. Hier halfen mir wieder Leon und Cert, die mir einen 22 Ah Bleigelakku und ein regelbares 5A-Netzteil zur Verfügung stellten. Mit dem so gefufferten Akku ging die Spannung beim Senden nicht unter 12V. Der Transceiver lieferte immer noch über 80 Watt und das Pile up bestätigte, dass mein Signal noch gut zu hören war. Die schmutzige Wäsche musste jetzt in die Transportkiste und im Schrank lag nur noch das Nötigste.
Am 28.10. war das QRN so gering, dass ich sogar auf 40m gehen konnte. Nach 19 Verbindungen mit Europa und Japan wechselte ich wieder auf 30m. Dort fand wieder das selbe Szenario wie am Vortag statt. Am Samstag machten wir uns auf den Weg in östliche Richtung. Unser Ziel war der 700km entfernte Ado Elefantenpark bei Port Elizabeth. Der klimatische Unterschied war ähnlich wie der zwischen Bayern und der Toskana im Mai. Unterwegs gab es immer wieder Buschbrände, dessen Rauch ganze Landstriche überzog. Am nächsten Tag herrschten Temperaturen von über 30°C. Nachmittags gab es auch mal ein kleines Gewitter, vielleicht eins von denen, die das QRN verursachen.
In der letzten Woche war ich an jeden Tag QRV. Mit dem Hintergedanken, nur noch bis Donnerstag arbeiten zu können, wurden zugunsten einer möglichst großen Ausbeute die QSO's auf Call und RST Austausch reduziert. Insgesamt hatte ich 371 Verbindungen, wovon die Meisten in CW waren. Mit allen OM's, mit denen Skeds vereinbart wurden, konnte ich in Verbindung kommen. Vielen Dank an alle, die die Mühe und die Geduld dafür aufbrachten, auch wenn es manchmal erst nach mehrmaligen Versuchen klappte. Mein Dank gilt RI, DK3XC der dazu den halben OV S36 motivierte. Walter, DJ4KT büßte beim Versuch, mit mir in PSK31 in Kontakt zu kommen, sein Balun ein. Ich habe ihn schon meine Hilfe bei der Reparatur der Antenne angeboten. Dank gilt auch dem freundlichen Gestalter der Söllichau Homepage, Klaus Heinecke für das QSP an Uli, DL2AH. Besonders zu Dank verpflichtet bin ich den freundlichen Kollegen der Overberg Toest Baan, die mir dieses einmalige Erlebnis überhaupt ermöglichten. Ich hoffe, dass es mir irgendwann mal wieder gelingt, von diesem Ort QRV zu werden.
73 es good bye de Volker, ex ZS/DL8WIG